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Berylliumhydroxid

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Berylliumhydroxid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Hydroxide.

Vorkommen

In der Natur kommt Berylliumhydroxid in Form der seltenen bis sehr seltenen Minerale Behoit<ref>Mineralienatlas:Behoit.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> und Klinobehoit<ref>Mineralienatlas:Klinobehoit.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> vor.

Gewinnung und Darstellung

Berylliumhydroxid kann durch Ausfällen aus einer Berylliumsalzlösung durch Zugabe von Ammoniaklösung oder einer Lösung eines Metallhydroxides gewonnen werden.<ref name = "Wiberg&Holleman"/>

<math>\mathrm{Be^{2+}\ +\ 2\ OH^- \longrightarrow Be(OH)_2}</math>

Besser gelingt die Darstellung von kristallinem Berylliumhydroxid jedoch aus einer heiß gesättigten Lösung von amorphen Be(OH)2 in einer 10 n NaOH-Lösung, über den Zwischenschritt der Bildung von Natriumtetrahydroxoberyllat und einer anschließenden langsamen Abkühlung.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 893.</ref>

Eigenschaften

Berylliumhydroxid ist ein farbloses Gel, das in Wasser praktisch unlöslich ist.<ref name = "Wiberg&Holleman"/> Beim Erhitzen über 400 °C zersetzt es sich zu Berylliumoxid:<ref name = "Wiberg&Holleman"/>

<math>\mathrm{Be(OH)_2 \longrightarrow BeO + H_2O}</math>

Es tritt in zwei Modifikationen α- und β-Berylliumhydroxid auf. Die Verbindung ist in frisch gefälltem Zustand amphoter, löst sich also sowohl in Säuren unter Bildung von [Be(H2O)4]2+, als auch in alkalischen Lösungen unter Bildung von [Be(OH)4]2−. Beim Kochen mit Wasser, beim Trocknen oder beim längeren Stehenlassen "altert" die Verbindung und wird schwerlöslich.<ref name="Arnold F. Holleman">Vorlage:Holleman-Wiberg</ref><ref name = "Wiberg&Holleman">Egon Wiberg, Arnold Frederick Holleman: Inorganic Chemistry, Elsevier, 2001, ISBN 0-12352651-5.</ref> Es ist das einzige amphotere Hydroxid der Erdalkalimetalle.<ref name="Charles E. Mortimer, Ulrich Müller, Johannes Beck">Vorlage:Literatur</ref>

In der orthorhombischen Kristallstruktur von Berylliumhydroxid ist jedes Berylliumion von vier Hydroxidionen koordiniert, die ein nur geringfügig verzerrtes Tetraeder bilden. Da jedes Hydroxidion an zwei Be2+-Ionen gebunden ist, entsteht ein dreidimensionales Netzwerk eckenverknüpfter Tetraeder. Zwischen den Hydroxidionen bestehen zahlreiche Wasserstoffbrückenbindungen.<ref>R. Stahl, C. Jung, H. D. Lutz, W. Kockelmann H. Jacobs: Kristallstrukturen und Wasserstoffbrückenbindungen bei β-Be(OH)2 und ε-Zn(OH)2. In: Zeitschrift für Anorganische und Allgemeine Chemie. 624, 1998, S. 1130.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Erdalkalimetallhydroxide