BP Gelsenkirchen
| Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen (Geki)
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | BP logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1999 |
| Sitz | Gelsenkirchen |
| Leitung | Arno Appel |
| Mitarbeiterzahl | 2000 (2026)<ref>Jonas Jansen: Gelsenkirchens neue Milliardär. Der Ölpreis steigt, Versorgungssicherheit ist ein großes Thema – und die Chemiebranche ächzt. In dieser Lage verkauft der Ölkonzern BP eine der größten Raffinerien im Land an einen Investor. Was hat der Amerikaner vor? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2026, S. 24.</ref> |
| Branche | Mineralöl |
| Website | www.deutschebp.de |
Die Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen (Geki) ist eine der größten deutschen Öl-Raffinerien und beschäftigt ca. 1750 Mitarbeiter an ihren beiden Standorten in Gelsenkirchen-Scholven und Gelsenkirchen-Horst. Beide haben zusammen eine Gesamtfläche von etwa 360 ha und eine Produktionskapazität von 12,9 Mio. t/Jahr. Die Entfernung zwischen den Werken beträgt ca. 7 km. Den Betrieb leitet bis in die zweite Jahreshälfte 2026 die BP Gelsenkirchen GmbH, eine Tochter der BP Refining & Petrochemicals GmbH (BP RP, 100%ige Tochter der Deutschen BP).<ref name=HB>handelsblatt.com vom 19. März 2026: BP verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen , abgerufen am 25. April 2026</ref>
Geschichte
Am 16. Juli 1935 gründete die Hibernia AG die Hydrierwerk Scholven AG, in deren Hydrierwerk 1936 die Kohleverflüssigung von Steinkohle nach dem Verfahren der I.G. Farben gelang. Am 18. Dezember 1936 gründete die Gelsenkirchener Bergwerks-AG die Gelsenberg-Benzin AG in Horst, in deren Werk die Kohleverflüssigung 1939 gelang. 1938 stellte das Werk Scholven die Produktion von bisher 200.000 t/Jahr Benzin auf 180.000 t/Jahr höheroktaniges Flugbenzin um. Das Hydrierwerk Scholven produzierte im Jahr 1943 mit 5907 Mitarbeitern 216.500 t Treibstoffe.
Die kriegswichtigen Betriebe in Scholven und Horst wurden bereits seit Mai 1940 von den Alliierten aus der Luft angegriffen, die Luftangriffe nahmen im Sommer 1944 zu. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren beide Werke durch mehr als 5000 Bomben fast völlig zerstört worden. Der Wiederaufbau lief nur schleppend an. 1950 wurde die Kraftstoffproduktion im Werk Horst wieder aufgenommen, nun jedoch auf Grundlage von Erdöl statt Kohle. 1951 nahm auch das inzwischen in Scholven Chemie AG umbenannte Hibernia-Werk Scholven die Produktion auf und stellte sie ein Jahr später ebenfalls auf Erdöl um. Die Scholven Chemie beteiligte sich 1958 an der Rohölpipeline von Wilhelmshaven ins Ruhrgebiet, der Nord-West-Oelleitung.
1959 begann im Scholven-Chemie-Werk die Polyethylen-Produktion, 1962 mit Ethylen und Propylen die Petrochemie, 1963 die Olefin-Produktion. Das unwirtschaftliche Hydrierwerk in Scholven wurde 1964 stillgelegt. 1967 erwarben die Scholven Chemie AG und die Gelsenberg Benzin AG jeweils 28 % der Aral AG. Die Scholven Chemie übernahm ein Jahr später das Chemiewerk Ruhr Oel.
1969 ging die Hibernia AG im VEBA-Konzern auf, die Scholven-Chemie AG wurde daraufhin in Veba Chemie AG umbenannt. 1975 wurde die Chemie- und Mineralölproduktion der Gelsenberg AG von der VEBA übernommen. Die beiden nun zum VEBA-Konzern gehörenden Raffinerien Scholven und Horst wurden zu einem Produktionsverbund zusammengeschlossen. 1978 erfolgte die Umbenennung der Veba Chemie AG in Veba Oel AG, die Chemieaktivitäten wurden an die Chemische Werke Hüls AG (CWH) übertragen.
Die Veba Oel-Raffinerien Scholven und Horst wurden 1983 in die Ruhr Oel eingebracht, an der die Veba Oel AG und Petróleos de Venezuela (PDVSA) mit je 50 % beteiligt waren. Im gleichen Jahr begannen Anlagen zum Hydrocracken und zur Schwerölhydrierung den Betrieb im Werk Scholven.
1999 wurde die Veba Oel Verarbeitungsgesellschaft (VVG) gegründet, 2000 die Veba Oil Refining & Petrochemicals (VORP). Der VEBA-Konzern fusionierte mit der VIAG zur E.ON AG. Am 1. Februar 2002 erwarb die Deutsche BP AG 51 % der Veba Oel AG, im Juli übernahm sie auch die übrigen 49 % von der E.ON AG. Demgemäß wurde die VVG in BP Gelsenkirchen GmbH und die VORP in BP Refining & Petrochemicals GmbH (BP RP) umbenannt.
Zum 1. Januar 2007 wurde die Produktionsstätte in Münchsmünster (Olefine) an Basell übertragen. Im Oktober 2010 verkaufte PDVSA seinen 50 % Anteil an der Ruhr Oel an den staatlichen russischen Ölkonzern Rosneft für 1,6 Mrd. US-Dollar. Am 19. Juni 2015 gaben BP und Rosneft eine Absichtserklärung bekannt, der zufolge die Ruhr Oel AG umstrukturiert werden soll. Die Raffinerie Gelsenkirchen soll demzufolge zu 100 % an BP gehen, während Rosneft im Gegenzug die Beteiligungen an den Raffinerien MiRO (Karlsruhe), PCK (Schwedt/Oder) sowie der Bayernoil (Vohburg/Donau) erhält.<ref>BP und Rosneft vereinbaren Umstrukturierung, Pressemeldung von BP Deutschland, 19. Juni 2015.</ref>
Am 6. März 2024 gab das Unternehmen bekannt, „ab 2025 in einem ersten Schritt planmäßig zunächst fünf Anlagen in den Werken Horst und Scholven außer Betrieb“ zu nehmen.<ref>bp will seine Raffinerie in Gelsenkirchen für die Zukunft neu aufstellen. Pressemeldung von BP Deutschland vom 6. März 2024.</ref> Presseberichten zufolge sollen ca. 230 Arbeitsplätze wegfallen.<ref>BP kündigt Energiewende an: Raffineriebetrieb in Scholven und Horst wird deutlich kleiner. Auf: marler-zeitung.de vom 7. März 2024.</ref> Auslöser hierfür sei die rückläufige Nachfrage nach konventionellen Treibstoffen wie Diesel und Benzin.<ref>Stellenabbau: BP verkleinert Raffinerie in Gelsenkirchen. Auf: wdr.de vom 6. März 2024.</ref> Mittlerweile ist man aber von den Stilllegungsplänen zum Teil wieder abgerückt, will aber trotzdem weiteres Personal abbauen.
Im März 2026 wurde bekannt, dass der BP-Konzern die Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen (ROG), samt der Raffinerie Gelsenkirchen, des Tanklagers Bottrop, der ROG-Tochtergesellschaft DHC Solvent Chemie GmbH und des Petrochemie-Geschäftes, an die Klesch Group verkauft hat. Die Betriebsführung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 übergehen.<ref>Pressemeldung der BP: bp schließt Vereinbarung zum Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch-Gruppe, 19. März 2026, abgerufen am 1. April 2026.</ref><ref name=HB></ref>
Produktion
Die BP Gelsenkirchen hat eine Rohöldestillationskapazität von 12,9 Mio. t/Jahr und eine petrochemische Produktionskapazität von 3,9 Mio. t/Jahr (2004)<ref>BP Refining & Petrochemicals GmbH: Kapazitäten 2004</ref>. Täglich werden etwa 17 Mio. Liter Kraftstoffe produziert. Seit 2004 werden unter anderem die hochwertigen Ultimate-Kraftstoffe produziert, es werden außer den unten aufgeführten auch einige andere Produkte hergestellt.
| Produkt | Anteil an der Gesamtproduktion im Werk Horst |
|---|---|
| Dieselkraftstoff | 22,4 % |
| Eigenverbrauch / Sonstiges | 16,5 % |
| Ottokraftstoffe | 14,8 % |
| Heizöl | 12,5 % |
| Olefine | 11,0 % |
| Aromaten | 9,6 % |
| Kerosin | 5,9 % |
| Bitumen | 3,0 % |
| Petrolkoks | 2,2 % |
| Methanol | 1,9 % |
| Ammoniak | 1,5 % |
- Werk Scholven: 51° 36′ 3,5″ N, 7° 1′ 39,5″ O
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- Werk Horst: 51° 32′ 14,5″ N, 7° 2′ 51,5″ O
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Schornsteine
In den Werken existieren folgende Schornsteine mit einer Höhe von über 100 Metern:<ref>Angaben zu Kaminhöhen auf emporis.com</ref>
Werk Horst
| Höhe | Lage |
|---|---|
| 140 m | 51.539819 N 7.043730 O |
Werk Scholven
| Höhe | Lage |
|---|---|
| 130 m | 51.608639 N 7.020583 O |
| 120 m | 51.591842 N 7.028499 O |
| 112,5 m | 51.607800 N 7.027629 O |
| 112,5 m | 51.607600 N 7.027634 O |
| 110 m | 51.597747 N 7.021877 O |
| 110 m | 51.597580 N 7.024708 O |
Weblinks
- http://www.deutschebp.de/ - Deutsche BP AG
- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur (archivierte Version)
Einzelnachweise
<references />
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Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | 26. Sakralbauten | 27. Eisen & Stahl | 28. Wasser: Werke, Türme und Turbinen | 29. Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers | 30. Gelsenkirchen | 31. Route Industriekultur und Bauhaus | per Rad
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