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Rendsburg liegt geographisch auf dem Scheitelrücken der Schleswig-Holsteinischen Geest, auf dessen Erhebung der historische Heerweg bzw. Ochsenweg vom dänischen Jütland im Norden nach Sachsen im Süden führte.
Bis zum Bau des Kanals prägte die Eider das Stadtbild von Rendsburg und der Umgebung. So entstand die Altstadt ursprünglich auf einer Eiderinsel. Seit 1895 verlässt der Fluss beim Audorfer See den Kanal, in den die Obereider kurz zuvor beim
Flemhuder See mündet. Der Arm, der zum Kanalgewässer gehört, endet am neu errichteten Obereiderhafen. Der Untereiderarm, von der Obereider getrennt durch den Thormannplatz, beginnt weiter im Westen der Stadt. Durch Zuflüsse von Auen fließt die Untereider von Rendsburg südwestwärts in Richtung Tönning. Der Fluss ist im Prinzenmoor durch den Gieselaukanal nochmals mit dem Nord-Ostsee-Kanal verbunden. Südlich der Altstadt liegt der Rendsburger Stadtsee, ein ehemaliger Eiderarm.
Heute dehnt sich das Siedlungsgebiet der Stadt Rendsburg zu beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals aus, der größte Teil der Stadt befindet sich auf der nördlichen Kanalseite. Seit 1913 überquert die Eisenbahn den Kanal auf der Rendsburger Hochbrücke, die als Wahrzeichen von Rendsburg gilt. Die Hochbrücke trägt auch eine angehängte Schwebefähre für Fußgänger und Fahrzeuge, die von 2016 bis 2022 nach einer schweren Kollision<ref>Unfall Rendsburger Schwebefähre mit Frachter (Video). Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 9. Januar 2016, abgerufen am 22. Februar 2021.</ref> außer Betrieb war. Neben den Fährverbindungen unterquert bei Rendsburg ein Straßentunnel (Bauzeit 1957 bis 1961) und ein 1965 fertiggestellter Tunnel für Fußgänger und Radfahrer den Kanal.
Durch Rendsburg führt die im Mai 2004 eröffnete Deutsche Fährstraße, welche zwischen Bremervörde und Kiel rund 50 verschiedene Fähren, Brücken, Schleusen, Sperrwerke und maritime Museen verbindet.
Umland und Nachbarorte
Das Rendsburger Umland ist durch eine typische Geestlandschaft geprägt, die im Westen immer mehr in eine Marschlandschaft übergeht. Ebenfalls prägen die alten Überflutungsgebiete der Eider das Landschaftsbild. Im Osten der Stadt beginnt mit den Hüttener Bergen ein durch wellige Ablagerungen der letzten Eiszeit geprägtes Endmoränengebiet. In unmittelbarer Nähe der Stadt befinden sich die Naturparks Hüttener Berge (10 km), Westensee (20 km) und Aukrug (30 km).
Die Ursprünge Rendsburgs sind eng mit der geografischen Insellage am Kreuzungspunkt zweier historischer Verbindungsachsen verknüpft. Wie der dänische Historiker Saxo Grammaticus berichtete, soll dort auf der Eiderinsel einst im 5. Jh. der sagenhafte König der AngelnOffa den König der Sachsen besiegt haben.<ref>Saxo Grammaticus, Gesta Danorum. Ed. J. Olrik und H. Raeder. Band 1. Kopenhagen 1931. Buch IV, 3, 8. Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 19.</ref> Historisch gesichert ist ein während der Herrschaft des dänischen Königs Hemming auf das Jahr 811 datiertes Treffen zwischen zwölf Franken und Dänen auf der Eiderinsel, bei dem die Eider erstmals als Grenzfluss zwischen dem fränkischen und dänischen Reich fixiert worden ist.<ref>Annales regni Francorum. Ed. F. Kurze, Scr. rer. Germ. in usu schol., Hannover 1895, S. 134. Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 20</ref> Vermutlich erst knapp drei Jahrhunderte später, um 1100, legte der dänische Jarl Björn, ein Sohn von Sven Estridsson,<ref>Horst Windmann: Schleswig als Territorium. Wachholtz, Neumünster 1954, Stammtafel I.</ref> eine erste Festung auf der Eiderinsel an: Die Reinholdsburg sollte aus strategischen Gründen den Eiderübergang sichern.<ref>Alfred Gudd: Die Festung Rendsburg. Albers, Rendsburg 2016, S. 11 und 14.</ref>
Die eigentliche Siedlung Rendsburg wurde um 1150 gegründet und 1199 als Reinoldesburch erstmals schriftlich in der Chronica Slavorum des Arnold von Lübeck erwähnt.<ref>"Instante igitur aestate, Canutus rex contra Adolphum exercitum persuxit ad Egdoram in loco, qui Reinoldesburch dicitur". Arnold von Lübeck, Chronica Slavorum. Ed. Lappenberg XXI, VI, 11. Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 31.</ref> Da der Siedlungskern auf einer Insel im Grenzfluss Eider angelegt war, wurde über die Zuordnung zum Herzogtum Schleswig (vgl. Fræzlæt) oder zum Herzogtum Holstein oft gestritten. Um 1200 baute Graf Adolf die zwischenzeitlich verfallene Burg wieder auf. Im Jahr 1250 erklärte ein adeliges Schiedsgericht von „zwölf ritterbürtigen Männern“ die Zugehörigkeit der Stadt zu Holstein.<ref>Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 46–48.</ref> 1460 wurde Rendsburg in den Herrschaftsbereich Dänemarks unter König Christian I., Herzog von Schleswig und Graf von Holstein, eingegliedert.
Datei:Brunnen Rendsburg2009.jpgBrunnen auf dem Schlossplatz mit der Inschrift: „Graf Gerhard der Grosse bestätigt und erweitert der Stadt Rendsburg Gerechtsame und Gebiet am Nicolaitage 1339“
Das Stadtrecht Rendsburgs, vielleicht schon 1239 verliehen, wird 1253 erstmals urkundlich erwähnt.<ref>SHRU II Nr. 49 vom 20. August 1253</ref> In einer Urkunde vom 12. Mai 1260<ref>Dipl. Dan. II, 1, Nr. 316.</ref> verpfändete die Witwe des Schleswiger Herzogs Abel, Mechthild von Holstein und Schauenburg, neben anderem Grundbesitz entlang der Eider auch Rendsburg an ihre Brüder, die Holsteiner Grafen Johann I. und Gerhard I. Das Oppidum hatte Mechthild bei ihrer Heirat mit Abel 1237 als Mitgift erhalten.<ref>Horst Windmann: Schleswig als Territorium. Wachholtz, Neumünster 1954, S. 172.</ref> Im Jahr 1339 bestätigte Graf Gerhard der Große von Holstein-Rendsburg das Rendsburger Stadtrecht und überließ Rendsburg ausgedehnte Ländereien.<ref>StA RD Urk 1002. Malte Kühl: Ein Blick auf die älteste Urkunde. Kieler Nachrichten, 8. Oktober 2014, abgerufen am 22. Februar 2021.</ref>
Der eigentliche Siedlungskern Rendsburgs erstreckte sich anfänglich nur auf den Bereich der Altstadt um den Altstädter Markt. Der Hauptweg über die Insel verlief über die heutige Mühlenstraße mit Verlängerung der Schleifmühlenstraße. Die Bewohner ernährten sich von Landwirtschaft und Fischfang, aber auch zunehmend dem Handwerk und dem Handel über die zwei Handelsrouten Eider und Herrweg (s. o.) Nach einem verheerenden Stadtbrand 1286 wurde im Rahmen des Wiederaufbaus 1287 die Marienkirche errichtet. Bis in das 15. Jahrhundert hinein wurde Rendsburg mehrfach von Feuersbrünsten heimgesucht, die immer wieder umfangreiche Neuaufbauten notwendig machen. Im Jahr 1566 wurde der ostwestliche und somit älteste Bauabschnitt des Rathauses am Altstädter Markt abgeschlossen. Der südlich anstoßende Flügel mit einem spätgotischen Doppelgiebel stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts.<ref>G. Ebe: Der Deutsche Cicerone. Architektur II. Spamer, Leipzig 1898, S. 49.</ref> Im 16. Jahrhundert erfolgte ein Ausbau des Rendsburger Schlosses; der Abbruch der mit Bau der Festung (s. u.) zunehmend verfallenen und bedeutungslosen Schlossanlage geschah 1718. Außerhalb der Stadt, vor dem Mühlentor, befand sich im Mittelalter die Badestube. Im nördlich gelegenen Vorort Vinzier befand sich im Mittelalter ein Siechenhaus für Leprakranke, das seit 1465 nachweisbar ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Daten der Gesellschaft für Leprakunde. (Memento vom 10. Dezember 2014 im Internet Archive; PDF) muenster.org/lepramuseum</ref>
Zwischen 1536 und 1540 erfolgte die Anlage einer Umwallung unter Christian III., König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein. Während der Reformationszeit trat Rendsburg kirchenpolitisch bedeutsam in Erscheinung durch die hier am 9. März 1542 verabschiedete lutherische Kirchenordnung für Schleswig und Holstein, die die Schleswig-Holsteinische Landeskirche begründete.<ref>Christlyke kercken ordeninge de yn den Fürstendömen Schleszwig, Holsten etc. schal geholden werdenn. [Beschlossen auf dem Landtag zu Rendsburg am 9. März 1542]. Magdeburg, 1542 Ex. des Stadtarchivs Rendsburg als Leihgabe in der Dauerausstellung der St. Marienkirche zu sehen. Literatur: Walter Göbell (Hrsg.): Die Schleswig-Holsteinische Kirchenordnung von 1542, Neumünster 1986 (= Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte I; 34); Lothar Francke: 500 Jahre Luther, 400 Jahre Staatskirche in Schleswig-Holstein. In: Rendsburger Jahrbuch 2017, S. 5–22</ref>
Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges stand die Stadt Rendsburg von 1627 bis 1629 unter kaiserlicher Herrschaft. In den Jahren 1644 und 1645 wurde Rendsburg von schwedischen Truppen besetzt und wenig später erneut schwer belagert, aber nicht eingenommen. Mit einer erstmaligen dauerhaften militärischen Stationierung von 12 Mann wird Rendsburg um 1660 zur Garnisonsstadt. Zwischen 1669 und 1673 entstand unter dem dänischen Generalmajor Henrik Ruse die erste große Festungsanlage Rendsburg. Für diesen Festungsbau wurde Gelände an der Schiffbrücke, auf dem Schlossplatz und am heutigen Thormannplatz großflächig aufgeschüttet. Wälle wurden errichtet und zwei große Bastionen (Bastion Schleswig und Bastion Vinzier) entstanden Richtung Norden und Westen. In das Südportal der Festung wurde 1670 der sogenannte Eiderstein mit der Inschrift EIDORA ROMANI TERMINUS IMPERY<ref>mindretalsliv.dk (PDF) </ref> („Die Eider ist die Grenze des römischen Reichs“) integriert.<ref>Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 243–245.</ref>
Ab 1690 erfolgte eine zweite große Festungserweiterung unter der Leitung des dänischen Generalmajors Jobst Scholten und unter Mitwirkung des Architekten und Bauunternehmers Dominicus Pelli. Im Norden der Stadt entstand im Zuge des Festungsbaus das Kronwerk, für das ab 1691 das Dorf Vindeshier (Vinzier), die Kampener Kirche und einiger Teile von Alt-Büdelsdorf weichen mussten. Im Süden entstand das riesige Neuwerk mit seinen strahlenförmig angelegten und erst allmählich besiedelten Straßenzügen. Hier befanden sich die militärischen Gebäude: die Baracken und Kasernen der Soldaten, die Hauptwache, das Arsenal und das Provianthaus sowie der große militärische Aufmarschplatz – der Paradeplatz.
Mit dem Ausbau der Festungsanlagen wurde Rendsburg zur bedeutendsten militärischen Festung des dänischen Gesamtstaats. Entsprechend änderte sich die auch die Bedeutung, die Funktion und der Charakter der Stadt. So wurde ab 1714 mit Christoph Amthor ein vom dänischen König beorderter Stadtpräsident in Rendsburg installiert. Die vielen Soldaten und neu hinzugezogene Handwerker mit ihren Familien mussten in das städtische Leben integriert werden. Im Jahre 1700 konnte nach fünfjähriger Bauzeit die barocke Christkirche im neuen, von der Garnison geprägten Stadtteil Neuwerk eingeweiht werden, deren Pläne von Pelli stammten.
Um die Besiedlung des Neuwerk zu fördern, hatte der dänische König 1692 die Niederlassung jüdischer Bürger zugelassen, so dass sich viele jüdische Händler im Neuwerk ansiedelten. Als Reaktion schlossen sich Altstädter Händler in der 1701 gegründete Rendsburger Kramerkompagnie zusammen. Handel und Wirtschaft waren zu diesem Zeitpunkt ausschließlich auf die alltägliche Versorgung von Einwohnern und Garnison ausgerichtet. Nennenswerte Bedeutung erlangte die 1765 privilegierte Rendsburgischen Fayance-Fabrique, deren hochwertige Fayencewaren über die Grenzen hinaus Absatz finden.
Von 1777 und 1784 wurde von Kiel-Holtenau nach Rendsburg der Schleswig-Holsteinische Canal (Eider-Kanal) gebaut. Von Rendsburg westwärts konnte der natürliche Flusslauf der Eider genutzt werden, so dass erstmals eine Wasserstraße zwischen der Ostsee bei Kiel und der Nordsee bei Tönning geschaffen war. Eine Schleusenanlage in der Altstadt regelte die Wasserstände zwischen der Obereider und der Untereider. Die Anlage befand sich an der heutigen Straße An der Schleuse. Beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals wurde sie erneuert und nach dem Bau des Gieselaukanals 1937 zugeschüttet. Ein dreigeschossiges Packhaus (Baujahr 1783) erinnert an die Zeit des Eider-Kanals. Vergleichbare Bauten stehen in Kiel-Holtenau und in Tönning.
1800 bis 1894
Im Jahr 1808 zogen spanische Hilfstruppen in die Festung ein. Der in Rendsburg anwesende König Christian VII. starb der Sage nach an einem Schlaganfall, da er sie für feindlich hielt. Von einem Fenster im Kommandantenhaus am Paradeplatz wurde Friedrich VI. zum König ausgerufen. Am 1. Januar 1808 erschien die 1. Ausgabe des Gemeinnützigen Wochenblattes für Rendsburg und die umliegende Gegend mit wöchentlicher Erscheinungsweise. Um die Jahreswende 1813/1814 wurde Rendsburg im Verlauf der Napoleonischen Kriege von Schweden und Russland belagert. Im Jahr 1827 erfolgte die Gründung einer Eisenhütte nebst Gießerei auf dem Vorwerksgelände in Büdelsdorf: die Carlshütte. Sie war zu dieser Zeit der größte Eisen verarbeitende Betrieb Norddeutschlands.
Im Jahr 1831 verbüßte Uwe Jens Lornsen den größten Teil des einen Jahres Festungshaft, zu dem ihn das Oberkriminalgericht Gottorf verurteilt hatte, in Rendsburg. 1845 wurde die Eisenbahnlinie Rendsburg-Neumünster durch die Rendsburg-Neumünstersche Eisenbahngesellschaft eröffnet.
Am Morgen nach der Ausrufung einer provisorischen schleswig-holsteinischen Regierung fuhr am 24. März 1848 ein Extrazug mit Soldaten von Kiel nach Rendsburg. Durch das Läuten der Feuerglocke wurde die dänische Garnison von den in dänischen Uniformen gekleideten Aufständischen überrumpelt. Rendsburg wurde Zentrum des Bürgerkrieges gegen Dänemark. Am 5. April zogen preußische Truppen ein. Nach dem Ende des 1. Schleswigschen Krieges kam 1851 in Rendsburg eine deutsch-dänische Grenzregulierungskommission zusammen, die den genauen Grenzverlauf zwischen dem Deutschen Bund (Holstein) und Dänemark (Schleswig) bestimmen sollte, jedoch noch im gleichen Jahr ergebnislos auseinanderging<ref>Gerret Liebing Schlaber: Die Eidergrenze im 19. Jahrhundert. In: Grenzfriedenshefte. Nr.1, 2001, S.17–20.</ref>.
Im Jahr 1850 explodierte das Laboratorium, ein Gebäudekomplex zur Munitionsherstellung und -lagerung von 1786, wobei 110 Menschen getötet wurden.<ref>Martin Westphal: Als halb Rendsburg in die Luft flog. In: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. 1. August 2023.</ref> Zwischen 1852 und 1864 stand Rendsburg erneut unter dänischer Landeshoheit. Zu dieser Zeit begann die Schleifung der Festungswerke Kronwerk und Altstadt. Die damit einhergehenden Aufschüttungen führten zu einschneidenden Veränderungen im Stadtbild. 1853 wurde das Kronwerker Tor im Nordwesten abgerissen, 1855 folgte der Abriss des Schleswiger Tores im Norden und 1856 der Abriss des Alt-Holsteiner Tores im Osten.
Im Jahr 1867 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz. 1873 erfolgte die Grundsteinlegung für das Lornsen-Denkmal am Paradeplatz durch den Kieler Kampfgenossenverein. Der Stadtrat nahm – wahrscheinlich aus Furcht vor antipreußischen Demonstrationen – nicht an der Feierlichkeit teil. 1876 gründete Peter Eggers die Chemische Düngerfabrik Rendsburg, das seinerzeit größte Industrieunternehmen der Stadt. 1881 erfolgte der Abriss des Neu-Holsteiner Tores (Königstor) im Südwesten.
Nach achtjähriger Bauzeit, Peter Rehder aus Lübeck fungierte 1887–1892 als Berater der Stadt, eröffnete man 1895 den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute Nord-Ostsee-Kanal oder Kiel-Kanal). Das fertiggestellte Elektrizitätswerk ging ans Netz. 1905 wurde die WerftNobiskrug gegründet. 1913 wurde die im Jahr 1911 begonnene Rendsburger Hochbrücke über den Kanal mit ihrer darunter verlaufenden Schwebefähre in Betrieb genommen, das wohl markanteste Bauwerks der Stadt. Eine 2,5 Kilometer lange Stahlkonstruktion, die zum Wahrzeichen Rendsburgs und eines der bedeutenden technischen Denkmale Deutschlands wurde.
Trotz dieser imposanten Bauwerke und technischen Meisterleistungen blieb der wirtschaftliche Hauptfaktor Rendsburgs zu dieser Zeit der stationäre Einzelhandel und das Handwerk. Neben der im Nachbarort Büdelsdorf angesiedelten Carlshütte, der Chemischen Düngerfabrik, den Werften Nobiskrug und Saatsee – die mit Bau des Nord-Ostsee-Kanals prosperierten – gab es kaum nennenswerte Industrie.
Rendsburg gehörte zu den ersten Orten, die sich dem Kieler Matrosen- und Arbeiteraufstand anschlossen. Die Kunde vom Aufstand erreichte Rendsburg durch die zurückgekehrte Infanterie-Einheit, die am 4. November 1918 helfen sollte, den Aufstand in Kiel niederzuschlagen. Aufgrund ihrer geringen Zahl von 180 Mann (die anderen angeforderten Einheiten erreichten Kiel erst wesentlich später), der für die Militärführung überraschend schnellen Ausbreitung des Aufstands und dem Unwillen der Infanteristen gegen ihre Kameraden vorzugehen, mussten die Einheiten wieder abgezogen werden. Kurz nach ihrer Rückkehr am Morgen des 5. November 1918 bildeten sich ein Rendsburger Soldatenrat und wenig später ein Arbeiterrat. Beschleunigt wurde die Entwicklung dadurch, dass einige im Zuge der Marineunruhen im Sommer 1917 verurteilte Matrosen und Heizer im Rendsburger Zuchthaus saßen und ihre Befreiung zu den ersten Forderungen der Kieler Aufständischen gehörte. Eine Kieler Abordnung setzte dann die Entlassung am Vormittag des 7. November 1918 durch. Die Rendsburger Räte wurden von Kiel unterstützt und folgten weitgehend dem dort eingeschlagenen Weg. Das Bürgertum arrangierte sich mit der Entwicklung und bot seine Unterstützung an. Mit der Rückkehr der Fronttruppen setzte jedoch ein Stimmungsumschwung ein.<ref>Klaus Kuhl: Revolution in Rendsburg 1918. In: Rolf Fischer (Hrsg.): Brennpunkte 1918. Orte der Revolution in Schleswig-Holstein. Kiel 2023, S. 76–96.</ref> Besonders nachteilig wirkte sich die Schrumpfung der Garnison nach Ende des Ersten Weltkrieges von 2.000–3.000 auf 200–300 Soldaten mit allen mittelbar hiervon abhängigen Familien und Verwaltungskräften für Rendsburg aus, wodurch der Stadt ein erheblicher Teil der Konsumkraft wegbrach.<ref>Edward Hoop: Geschichte der Stadt Rendsburg. Rendsburg 1989, S. 556.</ref> In der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre wandte sich die Rendsburger Kleinunternehmer und Handwerker sehr schnell von der Demokratie ab. Während die NSDAP im Jahre 1928 nur 20 Rendsburger Parteimitglieder aufweisen konnte, wuchs ihr Einfluss in den Folgejahren unter der Führung des NSDAP-Ortsgruppenleiters und Sattlergesellen Franz Krabbes rasant an und prägte mit Propaganda-Aufmärschen das Stadtbild. Im Juli 1932 erhielt die NSDAP in Rendsburg die absolute Stimmenmehrheit.<ref>Ergebnis 31.7.1932: NSDAP 5324, Dt.Nat. 528, DVP 265, Staatsp. 58, SPD 2257, KPD 1713. Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 567.</ref>
Zeit des Nationalsozialismus
Nach der Machtergreifung Hitlers errang die NSDAP in Rendsburg bei den Wahlen am 12. März 1933 zur Stadtverordnetenversammlung bereits die absolute Mehrheit.<ref>NSDAP 4974, Nat.Aufbaufront 1183, SPD 1788, KPD 1011 Stimmen. Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 577. Auch Erwin Schotten: Rendsburg unter dem Hakenkreuz. Rendsburg 1987, S. 54.</ref> Mit Zustimmung des Landrats Wilhelm Hamkens schlossen der NSDAP-Ortsgruppenleiter Franz Krabbes und der 1929 gewählte Bürgermeister Heinrich de Haan im Januar 1934 eine Vereinbarung über eine einstweilige Beurlaubung und Abfindung de Haans zugunsten der Installation Krabbes’ als kommissarischer, ab 1935 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Rendsburg.<ref>Günter Neugebauer: Gegen das Vergessen. Opfer und Täter in Rendsburgs NS-Zeit, Rendsburg 2018, S. 62–65. Frühere Darstellung bei Erwin Schotten: Rendsburg unter dem Hakenkreuz, S. 62. Eine durch die Veröffentlichung Neugebauers und ein ausführliches Gutachten des Historikers Prof. Uwe Danker angestoßene Diskussion führte 2019 zu einer Neubewertung der Rolle de Haans und zur Entfernung einer ihm zu Ehren erschaffenen Büste vom Altstädter Markt.</ref>
In der Folgezeit kam es auch in Rendsburg zur umfassenden Gleichschaltung von Vereinen und Verbänden. Politisch Andersdenkende und ansässige Juden wurden verfolgt. Am 1. April 1933 beteiligte sich die Ortsgruppe der NSDAP an dem Boykott jüdischer Geschäfte. Am 9. Oktober 1933 inszenierte der Kampfbund für deutsche Kultur unter Führung des Tischlermeisters Hermann Böhrnsen eine öffentliche Bücherverbrennung auf dem Paradeplatz.<ref>Maßgeblich hierzu Regina-Maria Becker: Rendsburg. 9. Oktober 1933 auf dem Paradeplatz. In: Julius H. Schoeps, Werner Treß (Hrsg.): Orte der Bücherverbrennung in Schleswig-Holstein 1933, Hildesheim 2013, S. 61–68.</ref> In der Reichspogromnacht vom 9. November auf den 10. November 1938 wurde die Rendsburger Synagoge, Zentrum der jüdischen Gemeinde, durch einen Sprengsatz zum Teil schwer beschädigt.<ref>Schotten S. 91.</ref> 1939 folgte der Zwangsverkauf der Synagoge und der ehemaligen Thora-Schule an die nationalsozialistischen Machthaber. Lebten 1933 noch etwa 30 Juden in Rendsburg, so wurde bis 1942 die jüdische Gemeinde durch Auswanderungen, Abtauchen in die Illegalität, Deportationen und Suizid restlos aufgelöst.<ref>Edward Hoop: Geschichte Rendsburgs. S. 591–594.</ref> Heute befinden sich in der ehemaligen Synagoge und Schule das Jüdische Museum Rendsburg und das Dr.-Bamberger-Haus.
Der ab 1943 einsetzende Zustrom von Ausgebombten, Flüchtlingen, Vertriebenen, Verwundeten, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern ließ die Bevölkerungszahlen Schleswig-Holsteins wie in keinem anderen Bundesland explodieren und brachte sehr vielschichtige und große Probleme mit sich. Die Einwohnerzahl Rendsburgs stieg von etwa 20.000 innerhalb weniger Jahre auf etwa 37.000.<ref name="rendsburg.de_Geschichte" /> Ab 1952 schaffte man neuen Wohnraum, hauptsächlich im Nordwesten der Stadt (Mastbrook). 1952 wurde eine dänische Schule, Ejderskolen, errichtet. Im Jahr 1955 erfolgte die Aufhebung des britischen Besatzungsrechts.
Durch die Einweihung eines Klärwerkes wurden 1956 die Voraussetzungen zur Vollkanalisation aller Haushalte in Rendsburg geschaffen. 1961 erfolgten die Einweihung des Kanaltunnels und die Stilllegung der Rendsburger Drehbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal. Vier Jahre später, 1965, wurde der Fußgängertunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal fertiggestellt.
Dank der nur geringen Schäden im Zweiten Weltkrieg blieb die Kreisstadt des ehemaligen Landkreises Rendsburg in ihrer gewachsenen Bausubstanz und Baugeschichte bis in die 1950er Jahre erhalten. Allerdings haben stadtplanerische Maßnahmen der 1960er und vor allem 1970er Jahre beträchtliche Lücken in die bis dahin erhaltene alte Bausubstanz geschlagen: Zahlreiche Bauten der Zeit um 1900 wurden abgerissen. Sogar die (alte) Katholische Kirche verschwand aus dem Stadtbild. Nach wie vor aber zeigt die Stadt Merkmale ihrer deutschen und dänischen Vergangenheit.
1989 wurde das ehemals genutzte Hauptzeughaus am Paradeplatz, das Hohe Arsenal, als städtisches Kulturzentrum eingeweiht. 1991 erfolgte die Eröffnung der Museen im Kulturzentrum Arsenal.
1995 wurde das hundertjähriges Betriebsjubiläum des Nord-Ostsee-Kanals, einem der wichtigsten Standortfaktoren Rendsburgs, gefeiert. 1999 feierte Rendsburg das 800-jährige Stadtjubiläum mit einem Jahr voller Aktivitäten. Im Jahr 2006 präsentierte Bürgermeister Breitner einen neuen Stadtentwurf, nach dem das alte Stadtzentrum bis 2015 restauriert und umgebaut werden sollte.
Eingemeindungen
Am 1. Januar 1977 wurden Gebietsteile der Nachbargemeinde Fockbek mit damals mehr als 25 Einwohnern eingegliedert.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982">Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S.184.</ref>
Militär
Rendsburg war seit der Aufstellung der Bundeswehr bis Ende 2009 eine Garnisonsstadt mit zwei Kasernen: Die im Stadtteil Neuwerk 1903 bis 1905 erbaute Eider-Kaserne und die im Norden gelegene Feldwebel-Schmid-Kaserne (bis 8. Mai 2000 'Rüdel-Kaserne'). Die Eiderkaserne wurde bereits Mitte 2008 im Zuge der Transformation der Bundeswehr geschlossen. Das in der Feldwebel-Schmid-Kaserne stationierte Ausbildungszentrum Heeresflugabwehrtruppe wurde nach Munster verlegt und die Kaserne ebenfalls geschlossen. Heute liegt nur die Luftwaffe (Fliegerhorst Hohn) in der Nähe von Rendsburg.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Quelle für die Zahlen ab 1970: Statistisches Landesamt, jeweils am 31.03.<ref name="rendsburg.de_Statistiken">Rendsburg: Statistiken rendsburg.de</ref>
1943: 20.241 Einwohner<ref>Edward Hoop: Geschichte der Stadt Rendsburg. Möller, Rendsburg 1989, S. 608.</ref>
1945: zu Beginn ca. 20.000 Einwohner – dann in wenigen Jahren Anstieg auf ca. 37.000 Einwohner durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen<ref name="rendsburg.de_Geschichte">Rendsburger Geschichte rendsburg.de</ref>
2021: 28.977 Einwohner<ref>statistik-nord.de Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Datenblätter auf Gemeindeebene; abgerufen am 19. Juli 2023</ref>
St. Michael (am 31. Oktober 2024 profaniert)<ref>Rendsburg, ehemalige Kirche St. Michael. In: pfarrei-sankt-ansgar.de. 31. Oktober 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025.</ref>
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Seit 2021 ist die parteilose Janet Sönnichsen Bürgermeisterin der Stadt Rendsburg. Sie gewann im ersten Wahlgang, mit 68,7 % der Stimmen, gegen den bisherigen Amtsinhaber Pierre Gilgenast (SPD). Sie ist die erste Frau im Amt in der Geschichte Rendsburgs.<ref>Rendsburg bekommt eine Bürgermeisterin.NDR, abgerufen am 21. November 2020.</ref>
Wappen
Das Wappen und die Flagge wurden am 30. Dezember 1964 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber über abwechselnd silbernen und blauen Wellen eine rote, freistehende Ziegelburg mit Zinnenmauer, drei mit blauen Spitzdächern versehenen Zinnentürmen, davon der mittlere etwas höher und breiter, und mit offenem Tor, darin das holsteinische Wappen (in Rot das silberne Nesselblatt).“<ref name="WappenrolleSH">Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein</ref>
Die Stadt führt ihr historisches, an das älteste Stadtsiegel von 1360 angelehntes Wappen. Es zeigt die „Reinholdsburg“ auf der Eiderinsel, die den Übergang über die Eider an der Grenze zwischen Holstein und Schleswig sicherte. Die Ersterwähnung dieser wichtigen Befestigung erfolgte um 1200, die der Stadt 1253. Die Geschichte Rendsburgs im Spätmittelalter ist durch die Entwicklung zur Handelsstadt mit weitreichenden Handelsbeziehungen im Nord- und Ostseegebiet und durch ihre Rolle als landesherrliche Residenz und Grenzfeste im Kampf um das Herzogtum Schleswig gekennzeichnet. Vom 16. bis 19. Jahrhundert war Rendsburg als Landesfestung von großer Bedeutung. Das älteste Stadtsiegel zeigt, der Wehrhaftigkeit der Stadt entsprechend, eine dreitürmige Burg über Wellen. In den folgenden Jahrhunderten änderte sich die Darstellung des Bauwerks. Die Türme erhalten Verbindungsbögen und Kuppeldächer (noch bei Schlothfeldt). Erst um 1580 wird im offenen Tor das Nesselblatt hinzugefügt, wohl als demonstratives Zeichen der Zugehörigkeit zu Holstein. Die Wappenfarben wurden während der Jahrhunderte oft geändert und orientieren sich heute an den Landesfarben Schleswig-Holsteins. Die heutige Form des Wappens übernimmt nicht „wörtlich“ das älteste Siegelbild, sondern entstand nach dem Vorbild zeitbedingter heraldischer Muster.
In Weiß die rote Burg des Stadtwappens, etwas zur Stange hin verschoben, oben und unten begleitet von je einem schmalen roten Randstreifen.<ref name="WappenrolleSH" />
Stadtlogo
Online und auch in der Print-Kommunikation verwendet die Stadt Rendsburg neben dem Wappen ein sogenanntes Stadtlogo. Dieses zeigt eine stilisierte Darstellung der Hochbrücke in rot und des Nord-Ostsee-Kanals in blau und zusätzlich den Schriftzug „Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal“.<ref>Geschichte, Wappen, Flaggen. Stadt Rendsburg, abgerufen am 22. Februar 2021.</ref>
Erstmals 1980, seit 1996 in vierjährigem Turnus, richtet die Stadt auch die Europäischen Jugendspiele (früher: internationale Rendsburger Jugendspiele und Kulturtage) aus, zu denen Jugendliche aus allen Partnerstädten eingeladen werden. Ähnliche Spiele finden in den dazwischen liegenden Jahren – ebenfalls je alle vier Jahre – in den Partnerstädten Lancaster, Almere und Aalborg statt. Diese Tradition geht auf die 1975 zum ersten Mal in Aalborg durchgeführten Ungdomslegene (dt.: Jugendspiele) zurück. Die letzten Jugendspiele in Rendsburg haben 2024 stattgefunden.<ref>Europäische Jugendspiele. Stadt Rendsburg, abgerufen am 31. Juli 2024.</ref>
Neben den städtepartnerschaftlichen Beziehungen ist die Stadt Rendsburg zudem Mitglied des 2003 in Bilbao gegründeten Weltverbandes der Schwebefähren und des Arbeitskreises Deutsche Schwebefähren.
Kultur
Architektur und Stadtbild
Aus städtebaulicher Sicht sind vor allem drei Stadtgebiete von Bedeutung:
Die Altstadt entlang der Ober- und Untereider mit dem Zentrum um die Marienkirche, dem Altstädter Markt und dem Schiffbrückenplatz.
Die Neustadt, das so genannte Neuwerk, das die barocke Stadterweiterung südlich der Untereider umfasst, mit dem zentral gelegenen Paradeplatz, der Christkirche (ehemals Garnisonskirche) und dem Arsenal. Datei:Paradeplatz Rendsburg.jpgParadeplatz
Die historisierend angelegten Straßenzüge sowie Neubaugebiete entlang der geschleiften Wall- und Befestigungsanlagen; hier findet man Kasernenanlagen, aber auch Bürger- und Verwaltungsbauten aus der Wilhelminischen Ära.
Die „blue line“ (Blaue Linie) auf dem Pflaster der Innenstadt verbindet 30 Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen zu einem Stadtspaziergang.<ref>blue line – der etwas andere Weg durch Rendsburg. In: tinok.de. Tourist-Information, abgerufen am 22. Februar 2021.</ref>
Vor der Christkirche in Neuwerk steht das vom Hamburger Bildhauer Richard Kuöhl geschaffene, 1922 eingeweihte Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des hier stationierten Infanterie-Regiments „Herzog von Holstein“. Die Widmung des Denkmals wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erweitert auf den Traditionstruppenteil II / I.R. 46 / 1939–1945.
Das Musikkorps Rendsburg, gegründet 1988, tritt mit Orchestermusik bei Straßenfesten auf und bietet unter anderem Mehrgenerationenmusik, Familienbildung und Jugendförderung an.<ref>Ein Jugendmusikverein im hohen Norden. Abgerufen am 22. Februar 2021.</ref>
Regelmäßige Veranstaltungen
alle vier Jahre: internationale Jugendspiele und Kulturtage mit Mannschaften und Musikgruppen der befreundeten Städte und Partnerstädte
jährliche Kunstausstellung NordArt im unmittelbar benachbarten Büdelsdorf
jährlicher SH Netz Cup (ehemals „E.ON Hanse Cup“), internationales Achterrennen im Rudersport
Rendsburg liegt mitten in Schleswig-Holstein an einem Knotenpunkt von zwei Autobahnen, drei Bundesstraßen und zwei Eisenbahnstrecken sowie am Nord-Ostsee-Kanal.
Durch den Nord-Ostsee-Kanal verfügt Rendsburg über den Kreishafen mit einer Kailänge von 900 m für Seeschiffe sowie den Werfthafen der Werft Saatsee mit einem Bauhof des WSA Kiel-Holtenau. Außerdem gibt es zwei Hafenanlagen in der Obereider, eine davon wird nur noch für Ausflugsfahrten genutzt. Die andere liegt am Büdelsdorfer Ufer und wird durch die Firma ACO genutzt. Die Werft Nobiskrug besitzt ebenfalls eine eigene Kaianlage, die lediglich durch die Werft selbst genutzt wird.
2011 wurden im Kreishafen rund 380.000 Tonnen Güter umgeschlagen.<ref>Bilanz der deutschen Seehäfen 2011. In: Hansa. Heft 4/2012, S. 79.</ref> Auf der anderen Seite des Kanals in Osterrönfeld gibt es seit 2011 den auf Schwergut und Windkraftanlagenbauteile ausgerichteten Rendsburg Port mit zwei Liegeplätzen für Seeschiffe.
Der Bahnhof Rendsburg bietet Verbindungen im Eisenbahnfern- und -nahverkehr in Richtung Hamburg, Flensburg, Husum, Neumünster und Kiel sowie Padborg in Dänemark. Rendsburg wird neben den regelmäßig fahrenden Nahverkehrszügen auch durch einzelne Intercity-Züge bedient, mit denen unter anderem Hamburg, München und das dänische Aalborg erreichbar sind. Außerdem ist der Bahnhof durch die Anbindung an die Stadt Nortorf und die Gemeinde Owschlag wichtig für die Schülerbeförderung.
Die Rendsburger Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal wurde zwischen 1911 und 1913 aus Stahl gefertigt. Im Zuge der Bahnstrecke Neumünster–Flensburg wird ein Großteil des schleswig-holsteinischen Nord-Süd-Bahnverkehrs über diese historische Eisenbahn-Hochbrücke abgewickelt. Von dort aus haben Reisende einen weiten Blick über die Stadt und die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Unterhalb der Brücke befindet sich eine Rarität, eine Schwebefähre: deutschlandweit gibt es nur zwei, weltweit lediglich acht Fähren dieser Art.
Im Zusammenhang des Baus der Hochbrücke entstand auch die Rendsburger Schleife, eine an die Rendsburger Hochbrücke unmittelbar anschließende Kreiskehrsschleife. Sie wurde notwendig, um das Gefälle zwischen dem Rendsburger Bahnhof und der 40 m hohen Oberkante der Brücke zu überwinden. Innerhalb der Bahnstrecke bildete sich ein neuer Stadtteil namens Schleife.
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Rendsburg liegt an den Bundesautobahnen A 7 und A 210. Außerdem verlaufen folgende Bundesstraßen durch das Stadtgebiet: B 77, B 202 und B 203. Die Bundesstraße 77 wird dabei auch als westliche Umgehung der Stadt genutzt und erschließt insbesondere die westlichen Industriegebiete und verbindet sie mit Kiel, da die B 77 über den Kanaltunnel an die A 210 angebunden ist. Die Bundesstraße 202 verläuft teils parallel zur B 77 und später zur B 203 und trennt sich im Nachbarort Fockbek auf in Richtung der Endpunkte.
Als Verkehrsknotenpunkt mit überregionaler Bedeutung gilt Rendsburg insbesondere auf Grund der vielen Überquerungsmöglichkeiten des Nord-Ostsee-Kanals. Neben dem in den 1960er Jahren eingeweihten Kanaltunnel gibt es die Schwebefähre, die Fähre Nobiskrug und die Rader Autobahnbrücke. Der Fußgängertunnel ermöglicht Radfahrern und Fußgängern die Unterquerung ohne Fähre. Der Zugang erfolgt über zwei Aufzüge und vier Fahrtreppen. Letztere haben eine Länge von je 55,9 Metern.
Etwa zehn Kilometer südwestlich von Rendsburg befindet sich der Flugplatz Rendsburg-Schachtholm (Verkehrslandeplatz, ICAO-Code EDXR) auf dem Gebiet der Gemeinde Hörsten. Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Hamburg in etwa 100 km Entfernung. Der Flugplatz ist Standort des Rettungshubschraubers Christoph 42.
ÖPNV
Vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) fahren neben Stadtbussen auch regionale und überregionale Busse. Hier sind Fahrten in die Kreisstädte Heide, Schleswig und Husum sowie in weitere Orte wie Eckernförde oder Kappeln möglich. Ferner gibt es Busverbindungen nach Berlin, Hamburg und Kiel. Der Stadtverkehr, betrieben durch die Transdev Nord GmbH unter der Marke Norddeutsche Verkehrsbetriebe (NVB), unterhält verschiedene Linien, die neben vielen Zielen in der Stadt auch die Umlandgemeinden/-städte Büdelsdorf, Fockbek, Westerrönfeld, Osterrönfeld, Schülp, Schacht-Audorf, Rickert und Nübbel an die Stadt anbinden. Neben der Schülerbeförderung nimmt der Stadtverkehr auch die Aufgabe der Ämterverbindung wahr. Die Linie 19 verbindet die amtsangehörigen Gemeinden Rickert und Nübbel mit dem Amtssitz Fockbek. Zentrale Umsteigeorte sind ZOB, Schlossplatz und Stoppstraße.
Schülerzahlen der Allgemeinbildenden Schulen aus dem Schuljahr 2020/2021<ref>Verzeichnis der allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein 2020/2021. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein.</ref>
Grundschulen (GS)
GS Obereider, Pastor-Schröder-Straße (190 Schüler in 8 Klassen)
Schule Rotenhof, Ahlmannstraße (281 Schüler in 15 Klassen)
GS Mastbrook, Ostlandstraße (208 Schüler in 9 Klassen)
GS Nobiskrug, Nobiskrüger Allee (123 Schüler in 5 Klassen)
GS Neuwerk (Moltkeschule), Moltkestraße (236 Schüler in 11 Klassen)
Gemeinschaftsschulen (GemS)
Schule Altstadt (Europaschule), An der Bleiche (475 Schüler in 27 Klassen)
GemS Christian-Timm-Schule (Europaschule), Kieler Straße (484 Schüler in 23 Klassen)
Ejderskolen (GS, GemS und FöZ), Prof.-Koopmann-Straße (129 Schüler in sieben Klassen)
Herderschule (Europaschule), Am Stadtsee (603 Schüler in 25 Klassen)
Gymnasium Kronwerk, Eckernförder Straße (644 Schüler in 26 Klassen)
Freie Schulen
Neue Waldorfschule, Nobiskrüger Allee 75 (158 Schüler in acht Klassen)
Förderzentren (FöZ)
FöZ Lernen, Ahlmannstraße (13 Schüler in 1 Klasse (352 Betreute))
FöZ Geistige Entwicklung (Schule Hochfeld), Aalborgstraße (125 Schüler in 16 Klassen)
FöZ Sprachen (Sternschule), elf Standorte im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Berufsbildende Schulen
Schülerzahlen aus dem Schuljahr 2020/2021<ref>Verzeichnis der berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein 2020/2021. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein.</ref>
Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal, Herrenstraße (3079 Schüler in 195 Klassen)
Berufsbildungszentrum Rendsburg-Eckernförde, Kieler Straße (2848 Schüler in 170 Klassen)
AKAD – Fachhochschule Rendsburg (wurde im Jahr 2002 geschlossen, neuer Standort Pinneberg)
Freie Waldorfschule Rendsburg (1950–2018)
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Stadt Rendsburg
Sieben Persönlichkeiten wurde bis dato die Ehrenbürgerschaft der Stadt Rendsburg verliehen:<ref>Max Franzen: Im Dienste der Allgemeinheit. Rendsburgs Ehrenbürger. In: Rendsburger Jahrbuch, 1969, 19, S. 3–14.</ref>
Robert Bohn/Martin Westphal (Hrsg.): Garnisonsgeschichte der Stadt Rendsburg. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-7395-1017-0 (= IZRG-Schriftenreihe, Band 17).
Frauke Dettmer: Bei uns war der Jude ebenso ein Mensch wie jeder andere. Lebenswege Rendsburger Juden 1933–1945 Wachholtz, Neumünster 2016, ISBN 978-3-529-06230-8.
Frauke Dettmer: Juden in Rendsburg. In: Steinburger Jahrbuch 2002. Hrsg.: Heimatverband für den Kreis Steinburg, S. 225–275. Auch in: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte (ISHZ), 39/2001; dort in erweiterter Form mit Quellenanhang.
Max Franzen: Im Dienste der Allgemeinheit. Rendsburgs Ehrenbürger. In: Rendsburger Jahrbuch, 1969, 19, S. 3–14.
Alfred Gudd: Die Festung Rendsburg. Zur militärischen Geschichte der Stadt. Albers, Rendsburg 2016, ISBN 978-3-945753-03-3.
Alfred Gudd: Der Adel an der scharfen Ecke. Rendsburger Häuser und ihre Geschichten. Reichel, Rendsburg 2009, ISBN 978-3-935441-20-9.
Edward Hoop: Die Bürgermeister der Stadt Rendsburg 1714–1990. Eckert-Verlag, Kiel 1990.
Edward Hoop: Geschichte der Stadt Rendsburg. Möller, Rendsburg 1989, ISBN 3-87550-114-4.
Mally Kant-Achilles: Die kleine Stadt im Zweistrom-Land mit Liebe bedacht – mit kritischen Bemerkungen nicht gespart. Schütze, Berlin 2001, ISBN 978-3-928589-16-1.
Casper Frederik Wegener: Von der Landeshoheit über das alte Rendsburg auf der Eiderinsel. C. A. Reitzel, Kopenhagen, 1850.
Klaas Hartmann-Moritzen: Zwischen bürokratischem Streit und Konversionsbemühungen Militärische Bauten in Rendsburg seit Ende des Zweiten Weltkriegs. In: Robert Bohn, Michael Epkenhans (Hrsg.): Garnisonsstädte im 19. und 20. Jahrhundert. [Eine Publikation des Instituts für Schleswig-Holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte und des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr]. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2015, ISBN 978-3-7395-1016-3, S. 177 ff. (= IZRG-Schriftenreihe. Band 16).
Günter Neugebauer: Gegen das Vergessen. Opfer und Täter in Rendsburgs NS-Zeit. Verlag RD-Druck, 2018, ISBN 978-3-9810912-6-7 (mit Biografien von u. a. Franz Krabbes, Dr. Heinrich de Haan, Herbert Puhlmann, Herbert Furck, Hermann Heinrich, Richard Menzel, Heinrich Carl, Fritz Niemand).
Günter Neugebauer: Das Wort hat der Abgeordnete Neugebauer. Notizen über Heide Simonis, Affären und Geschehnisse in der Regional- und Landespolitik Schleswig-Holsteins. Verlag RD-Druck, Rendsburg 2014, ISBN 978-3-00-046087-6.
Günter Neugebauer: Rendsburg wird braun. Der Aufstieg des Nationalsozialismus in der Region Rendsburg und das Ende der Demokratie. Eine Regionalstudie über den Weg in die NS-Diktatur. Rendsburger Druck und Verlagshaus, Osterrönfeld 2024, ISBN 978-3-9810912-8-1 (= Rendsburger Studien, Band 9).
Dorothea Siegle: Trägerinnen echten Deutschtums. Die Koloniale Frauenschule Rendsburg. Wachholtz, Neumünster 2004, ISBN 3-529-02806-1.
Film
Die Deutsche Frauen-Kolonialschule Rendsburg (1937, Produktion Paul Lieberenz, Erscheinungsjahr und Verleih: 1974 bei IWF Wissen und Medien gGmbH Göttingen.)