Zum Inhalt springen

Mett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. März 2026 um 14:47 Uhr durch imported>Platte (Hackepeter: lf).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:2018-07-28-Mettbrötchen-9864.jpg
Mettbrötchen mit Zwiebeln, Pfeffer und Salz

Mett, auch Hackepeter oder Thüringer Mett, ist durchgedrehtes oder gehacktes gewürztes Schweinefleisch, das roh als Brotaufstrich gegessen wird.<ref>Karl-Dieter Büntig, Ramona Karatas (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Mit der neuen Rechtschreibung. Isis Verlag, Chur/Schweiz 1996, S. 756.</ref><ref>Duden | Mett | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 23. Juli 2019.</ref> Nach den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs ist Schweinemett hingegen gleichbedeutend mit Schweinehackfleisch, Schweinegehacktes oder Schweinegewiegtes aus grob entfettetem Schweinefleisch ohne weitere Zutaten.<ref name=":0">Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, S. 60, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2019; abgerufen am 23. Juli 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmel.de</ref>

Begriff

Im etymologischen Sinne stammt der Begriff vom althochdeutschen Wort Mett, was Fleisch bzw. Fleischspeise bedeutet und wovon auch das Wort Metzger abgeleitet ist.<ref>Johann Christoph Adelung: Mithridates, oder, Allgemeine Sprachenkunde: mit den Vater unser als Sprachprobe in by nahe fünf hundert Sprachen und Mundarten, Berlin, 1806, S. 152 (HathiTrust-Digitalisat)</ref><ref>Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Wien, 1808, Band 3, Spalte 196</ref> Der Sprachforscher Johann Christoph Adelung schrieb 1777 über das Mett: „im gemeinen Leben einiger Gegenden, das reine von dem Fette abgesonderte Fleisch, von welchem die Mettwürste gemacht werden; es ist ein altes Wort, welches ehedem Fleisch bedeutete“.<ref>Johann Christoph Adelung: Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuches der Hochdeutschen Mundart. S. 489, abgerufen am 5. August 2019.</ref>

Lebensmittelmikrobiologie

Roh verzehrte Fleischerzeugnisse wie Mett bergen die Gefahr der Übertragung von parasitischen Fadenwürmern, den Trichinen (Trichinella sp.). Das Krankheitsbild wird als Trichinellose bezeichnet. Akute Infektionen des Menschen mit Trichinella spiralis sind in Deutschland meldepflichtig.<ref>Anne Mayer-Scholl, J. Murugaiyan, J. Neumann, P. Bahn, S. Reckinger, Karsten Nöckler: Rapid identification of the foodborne pathogen Trichinella spp. by matrix–assisted laser desorption/ionization mass spectrometry. In: PLoS One. 11/2016, S. e0152062. doi:10.1371/journal.pone.0152062.</ref> Des Weiteren kann der Parasit Toxoplasma gondii über den Verzehr von Mett aufgenommen werden.<ref>deutschlandfunk.de: Toxoplasmose - Der Parasit im Mettbrötchen. 1. Dezember 2014, abgerufen am 2. Februar 2025.</ref>

Zubereitung

„Zubereitetem Schweinehackfleisch“ werden nur Salz, Zwiebeln und Gewürze zugesetzt.<ref name=":0" /> Es ist zum Rohverzehr bestimmt; sofern die Erzeugnisse zum Verzehr in durchgegartem Zustand bestimmt sind, wird dies deutlich gemacht (z. B. durch Kennzeichnung als „Schweinemett zum Braten“). Von besonders hoher Qualität ist Schinkenmett, das aus der Oberschale (dem Schinken) hergestellt wird. Soweit nicht abgepackt, darf Mett in Deutschland gemäß der Lebensmittelhygiene-Verordnung bzw. der Tierischen Lebensmittelhygiene-Verordnung (Tier-LMHV)<ref>Text der Tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung.</ref> nur am Herstellungstag verkauft werden.

Rohes Mett wird meist auf Brötchen oder Brot verzehrt, oft mit einer Garnitur aus rohen Zwiebelringen oder -würfeln. Als Bestandteil von kalten Platten und bei Buffets wird Mett zuweilen in Form eines Mettigels (auch als Hackepeter-Igel oder Hackepeterschwein bezeichnet) serviert. Die klassische Mettwurst hat mit dem herkömmlichen Roh-Mett eher wenig zu tun, Mettwürste sind in der Regel deutlich fettreichere und stark gewürzte geräucherte Rohwürste. Im Gegensatz dazu existieren auch ungeräucherte in Kunstdarm abgepackte Mettzubereitungen. Diese enthalten neben Gewürzen häufig auch Knoblauch und Zwiebeln und sind mit Natriumnitrit konserviert. Derartige Würste werden manchmal auch als Mettwurst bezeichnet, sind aber auch häufig als Vesperwurst im Handel zu finden.

Geschichte

Mett

Datei:Schinkenmett, Dresden 2018.JPG
Schinkenmett mit Garnitur von Zwiebeln und Gurken

Das Verständnis von Mett als vom Fett befreites, gehacktes Fleisch geht Jahrhunderte zurück.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Mett nicht nur zu Wurst verarbeitet, sondern unter dem Namen Hackepeter oder Thüringer Mett auch im rohen Zustand zum Verzehr zubereitet.

Hackepeter

Hackepeter gilt als Berliner, mittel- und norddeutsches „Gericht aus Gehacktem“.<ref>Bibliographisches Institut - Dudenredaktion.: Duden, das Herkunftswörterbuch : Etymologie der deutschen Sprache. 5., neu bearb. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2014, ISBN 978-3-411-04075-9, S. 360. (Google-Schnipsel)</ref> Während der Teilung Berlins entstanden zahlreiche neue Lexikvarianten oder auch Dubletten, die teils auf eine Stadthälfte beschränkt blieben, z. B. Mett und Hack in West-Berlin statt der alten Bezeichnung Hackepeter für Schweinegehacktes in Ost-Berlin.<ref>Helmut Schonfeld: Varietäten des Deutschen. Regional- und Umgangssprachen. Berliner Stadtsprache. Tradition und Umbruch. Gerhard Stickel (Hrsg.), 1997, S. 322, abgerufen am 5. August 2019.</ref>

Zu seiner Geschichte gibt es unterschiedliche Theorien:

  • Ein Gericht aus gewürztem Hackepeter soll im Jahr 1903 im Berliner Gasthof Martin in der Landsberger Straße kreiert worden sein.<ref>Peter, Peter: Kulturgeschichte der deutschen Küche. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57224-1, S. 143 (Ausschnitt [abgerufen am 8. Februar 2020]).</ref> Walter Bickel schrieb 1972 in Berlin à la carte über Hackepeter: „Der Gastwirt Eduard Martin soll sein «Schöpfer» gewesen sein. Er war ein erfindungsreicher Mann, immer auf der Suche nach kleinen Besonderheiten für das Büffet seiner Eckkneipe, die er in der Landsberger Straße betrieb.“<ref>Bickel, Walter: Berlin à la carte; Variationen über kulinarische Genüsse und 57 Rezepte dazu. 1. Auflage. Haude & Spener, Berlin 1972, ISBN 3-7759-0151-5, S. 14., Google-Schnipsel</ref>
  • Eine tiermedizinische Enzyklopädie von Urban & Schwarzenberg berichtete 1927, dass Hackepeter der vulgäre Ausdruck für Hackfleisch sei und seit ungefähr 15 Jahren in Mittel- und Norddeutschland zunehmend roh zum Verkauf angeboten wurde.<ref>Tierheilkunde und Tierzucht: Enzyklopädie der praktischen Nutztierkunde, unter Mitarbeit von zahlreichen Fachmännern. Band 3. Urban & Schwarzenberg, 1927, S. 469.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Mett – Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wiktionary: Mett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />