Felipe VI.
Felipe VI., seltener deutsch auch Philipp VI.,<ref>euronews.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spanien vor dem Thronwechsel ( vom 4. Juli 2014 im Internet Archive)</ref><ref>Paul Ingendaay: Juan Carlos dankt ab — Mehr so der Outdoor-Typ. In: Frankfurter Allgemeine, 3. Juni 2014.</ref><ref>Peter Burghardt: Spaniens Aus bei der Fußball-WM — Tiki-Taka fährt nach Hause. In: Süddeutsche.de, 18. Juni 2014.</ref> mit vollem Namen Felipe Juan Pablo Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia, deutsch Philipp Johannes Paul Alfons von Allen Heiligen von Bourbon und Griechenland (* 30. Januar 1968 in Madrid), ist seit dem 19. Juni 2014 König von Spanien und somit Staatsoberhaupt des Landes. Er entstammt der Dynastie Bourbon-Anjou.
Leben
| Spanische Königsfamilie |
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S.M. el Rey Don Felipe VI. |
Seine Eltern sind das ehemalige spanische Königspaar Juan Carlos I. aus dem Haus Bourbon-Anjou und Sofia aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Mütterlicherseits ist er ein Enkel von König Paul I. von Griechenland und Friederike von Hannover. Seine Schwestern sind Elena (* 20. Dezember 1963) und Cristina (* 13. Juni 1965).
Felipe VI. wurde am 30. Januar 1968 im Madrider Krankenhaus Clínica de Nuestra Señora de Loreto geboren. Am 8. Februar 1968 wurde er im Zarzuela-Palast vom Erzbischof von Madrid, Monseñor Casimiro Morcillo, getauft. Taufpaten waren sein Großvater Graf von Barcelona Juan de Borbón y Battenberg und seine Urgroßmutter, Königinwitwe Victoria Eugénie von Battenberg.<ref>Biografía de Su Majestad el Rey. In: CasaReal.es (Website des Königshauses).</ref>
Nacht des 23. Februar 1981
Während der Transition vom Franco-Regime zur Demokratie in Spanien kam es am 23. Februar 1981 zu einem Putschversuch spanischer Militärs, gegen die sich sein Vater als Staatsoberhaupt stellte. Der damals 13-jährige Felipe musste bei seinem Vater in dessen Arbeitszimmer ausharren, während dieser sich stundenlang mit seinen Offizieren beriet. Nachts hielt der König in der Uniform des Oberbefehlshabers der Streitkräfte eine Fernsehansprache, in der er sich für die Demokratie aussprach. Prinz Felipe war die ganze Zeit in seiner Nähe; diese erzieherische Maßnahme begründete Juan Carlos später so:
„Er sollte sehen, wie ich mein Amt ausübe, wenn alles in Frage gestellt ist.“
Nachdem die Putschisten aufgegeben hatten, schickten die Eltern ihren Sohn am nächsten Tag wie gewohnt zur Schule.<ref name="SZBerufsanfanger">Felipe von Spanien: Berufsanfänger mit 46. In: Süddeutsche.de. 3. Juni 2014, abgerufen am 19. Juni 2014.</ref>
Ausbildung
Prinz Felipe begann seine Schulzeit im Colegio Santa María de los Rosales in Madrid und schloss diese 1985 in der Lakefield College School, Toronto, Kanada, ab. Von 1985 bis 1988 durchlief er verschiedene Stationen in den drei Teilstreitkräften Heer, Marine und Luftwaffe der spanischen Armee.
Felipe ist Absolvent der Autonomen Universität Madrid, an der er von 1988 bis 1993 Jura studierte, und der von Jesuiten geleiteten Georgetown University in Washington, D.C., an der er 1995 einen Master-Abschluss im Studiengang Internationale Beziehungen erwarb. Er ist der erste spanische König mit akademischem Abschluss.<ref>Martin Dahms: Juan Carlos dankt ab, Felipe übernimmt. In: Frankfurter Rundschau, 2. Juni 2014.</ref>
Ehe und Familie
Felipe heiratete am 22. Mai 2004 in Madrid Letizia Ortiz. Zusammen haben sie zwei Töchter: Kronprinzessin Leonor wurde am 31. Oktober 2005 in Madrid geboren und am 14. Januar 2006 getauft. Die Taufpaten sind die Großeltern, Juan Carlos I. und Sofia. Leonor steht auf Platz eins der spanischen Thronfolge. Die zweite Tochter, Infantin Sofía, wurde am 29. April 2007 im Hospital Ruber Internacional in Madrid geboren und am 15. Juli 2007 im Palacio de la Zarzuela in Madrid getauft. Ihre Taufpaten sind Paloma Rocasolano, Letizias Mutter, und Konstantin Sakskoburggotski, Sohn des ehemaligen Zaren Simeon II. von Bulgarien. Sofía ist nach ihrer Großmutter benannt und steht auf Platz zwei der spanischen Thronfolge.
Zwei der früheren Freundinnen des heutigen Königs hatten seine Eltern vor der Ehe mit Letizia als „nicht standesgemäß“ abgelehnt, darunter das norwegische Dessousmodel Eva Sannum. Die bürgerliche Letizia ist Tochter eines Journalisten und einer Krankenschwester und war zuvor bereits einmal kurz verheiratet.<ref>Gudrun Springer: Prinz Felipe: Pflichtbewusster Sohn besteigt den Thron. In: Der Standard, 2. Juni 2014.</ref>
Offizielle Aufgaben und Interessen
Felipes Geburt sicherte die traditionelle spanische Erbfolge, die männliche Erben gegenüber den weiblichen bevorzugt. Seit dem 22. November 1975, dem Tag der Proklamation seines Vaters Juan Carlos I. zum König von Spanien, war er designierter Thronerbe.
Als Kronprinz
An seinem 18. Geburtstag, dem 30. Januar 1986, wurde der Kronprinz in einem feierlichen Staatsakt vor dem Parlament auf die spanische Verfassung vereidigt. Seinen ersten offiziellen Deutschlandbesuch machte er im Sommer 1991 bei Bundespräsident Richard von Weizsäcker in Bonn. Anschließend eröffnete der Prinz von Asturien zusammen mit Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher im Museum Arno Breker auf Schloss Nörvenich eine Ausstellung mit Werken Salvador Dalís und wohnte der Aufstellung der großen Fassung von Brekers Portraitbüste von Dalí auf dem Schlossgelände bei.<ref name="EKS">Lebenslauf von Arno Breker auf der Homepage der Europäischen Kultur Stiftung e. V. (EKS), abgerufen am 26. November 2022.</ref> In Vertretung seines Vaters unternahm Felipe später fast 200 offizielle Reisen in 60 Länder.<ref name="SZVeranderung">König Felipe VI.: Wie sich Spanien durch den Thronwechsel verändert. In: Süddeutsche.de. 17. Juni 2014, abgerufen am 19. Juni 2014.</ref> In den letzten Jahren vertrat Felipe, häufig mit seiner Frau, das spanische Königshaus bei internationalen Ereignissen wie Sportveranstaltungen oder dynastischen Hochzeiten. Er spricht fließend Französisch und Englisch, war häufig als Gesandter seines Landes in Lateinamerika unterwegs und ist mit dessen Kultur vertraut.<ref name="SZBerufsanfanger" />
Während der Proteste der indignados (‚Empörten‘) im Mai 2011 fragte die Aktivistin Laura Pérez Ruano Prinz Felipe, ob er im Falle seines Amtsantritts „genügenden Anstand besitzen“ werde, ein Referendum über die Staatsform Spaniens vorzuschlagen. Felipe erwiderte, dass es nicht an ihm liege, ein solches Referendum anzusetzen.<ref name="StZ_180614">Martin Dahms: Wechsel auf dem spanischen Thron — Die Untertanen wollen gefragt werden. In: Stuttgarter-Zeitung.de, 18. Juni 2014.</ref>
In der Vorbereitung auf das Königsamt gab sein Vater ihm folgenden Rat:<ref>Leo Wieland: Jeder muss sich den Thron verdienen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Juni 2014.</ref>
„Hier musst Du Dir den Thron immer aufs Neue verdienen, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Und wenn Du das Volk gegen Dich hast, kannst Du einpacken.“
Thronwechsel
Durch Skandale wie die Elefantenjagd von König Juan Carlos während einer Luxussafari 2012 inmitten der Rezession, das Bekanntwerden seiner Affären und den Finanzskandal um seine jüngste Tochter Cristina und deren Mann Iñaki Urdangarin litt das Ansehen der Monarchie in Spanien sehr. Anfang 2014 sank die Unterstützung für die Monarchie in Umfragen erstmals unter 50 Prozent.<ref>Unterstützung sinkt unter 50 Prozent. In: ORF.at, 7. Januar 2014.</ref>
Vor diesem Hintergrund und aufgrund gesundheitlicher Probleme ließ Juan Carlos am 2. Juni 2014 seine Abdankung verkünden, die am 18. Juni um 24.00 Uhr wirksam wurde. Felipe VI. bestieg am 19. Juni den spanischen Thron.<ref>Thronwechsel: Spaniens König Juan Carlos dankt ab. In: Spiegel Online, 2. Juni 2014.</ref>
Zuvor hatten tausende Menschen in Madrid für eine Abschaffung der Monarchie demonstriert. Vor allem linke und grüne Parteien hatten zu Protesten gegen die Monarchie auch in zahlreichen anderen Städten aufgerufen.<ref>Tausende gehen auf die Straßen: Spanier fordern nach Abdankung des Königs „Republik“. In: Focus.de, 3. Juni 2014.</ref> Viele Demonstranten riefen nach einer Volksabstimmung und schwenkten die rot-gelb-violetten Flaggen aus der Zeit der Zweiten Republik. Allein auf der Madrider Puerta del Sol sollen sich 30.000 Menschen versammelt haben. Das spanische Medienecho blieb dagegen milde.<ref>Konrad Kramar: Zigtausende Spanier fordern Ende der Monarchie. In: Kurier.at, 3. Juni 2014.</ref>
Ein von der Regierung nachträglich entworfenes Organgesetz, das die vorzeitige Thronfolge regelt, wurde von Parlament und Senat verabschiedet. Der komplette Text lautet:
„1. Seine Majestät König Juan Carlos I. de Borbón verzichtet auf die spanische Krone.
2. Die Abdankung wird in dem Moment wirksam, in dem das vorliegende Organgesetz in Kraft tritt.“
Das Organgesetz trat am 19. Juni mit der Veröffentlichung im spanischen Amtsblatt in Kraft.<ref>Martin Dahms: Ein Gesetz wie ein Tweet. In: Frankfurter Rundschau, 5. Juni 2014.</ref> Das ehemalige Königspaar soll offiziell weiterhin mit dem Ehrentitel „Majestät“ angeredet werden. In der Rangfolge des Protokolls steht Felipe VI. mit Letizia und den Töchtern Leonor und Sofía vor seinen Eltern. In der Thronfolge behalten männliche Erben den Vorzug.<ref>TT: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Juan Carlos und Sofia behalten Königstitel auch nach Thronwechsel ( vom 3. Oktober 2018 im Internet Archive)</ref>
Angesichts der spanischen Wirtschaftskrise fielen Zeremonien zur Inthronisation bescheiden aus. Mit rund 6000 Sicherheitskräften wurden die größten Sicherheitsvorkehrungen seit Jahren getroffen. Die Polizei untersagte Gegendemonstrationen im Stadtzentrum.<ref>Spanien: König Juan Carlos nimmt Abschied. In: Spiegel Online, 17. Juni 2014.</ref>
Nach einer Umfrage der Tageszeitung El País sprechen sich rund zwei Drittel der spanischen Bürger für eine Abstimmung über den Fortbestand der Monarchie aus, den aber nach verschiedenen Umfragen eine Mehrheit befürwortet.<ref>Fernando Vallespín im Gespräch mit André Hatting: „Er war immer dem Volk sehr nahe“. In: DeutschlandradioKultur.de, 27. Juni 2014.</ref>
In der jüngeren europäischen Geschichte gab es bereits einige Thronwechsel durch Thronverzicht.<ref>Allgemein dazu: Susan Richter, Dirk Dirbach (Hrsg.): Thronverzicht. Die Abdankung in Monarchien vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Böhlau, Köln 2010, ISBN 978-3-412-20535-5 (Vorschau bei Google Bücher).</ref> In Spaniens Geschichte ist ein Präzedenzfall bedeutend: 1555 übergab Kaiser Karl V., als Karl I. auch König von Spanien, seinem Sohn Philipp II. ein weltumspannendes Reich kurz vor dem Höhepunkt seiner Ausdehnung.<ref>Norbert Conrads: Die Abdankung Kaiser Karls V. Abschiedsvorlesung gehalten am 23. Juli 2003 in der Universität Stuttgart. (= Reden und Aufsätze Bd. 65). Universitätsbibliothek Stuttgart, 2003, urn:nbn:de:bsz:93-opus-19350.</ref>
Nach Felipes Proklamation zum neuen König war er mit 46 Jahren jüngster Monarch in Europa. Er blieb mit seiner Familie in einer Villa wohnen, die für ihn auf dem abgeschirmten Gelände des Zarzuela-Palasts errichtet wurde. Die Amtsgeschäfte führt er im alten Zarzuela-Palast.<ref name="SZVeranderung" />
Als König
Knapp zwei Wochen nach seiner Inthronisierung trat er mit seiner Frau die erste Auslandsreise im Amt nach Rom an, zu einer Privataudienz bei Papst Franziskus im Vatikan.<ref>Spaniens neues Königspaar bei Papst Franziskus. In: Rheinische Post, 30. Juni 2014.</ref>
Nach dem umstrittenen katalanischen Unabhängigkeitsreferendum von Oktober 2017 erklärte er in einer Fernsehansprache, die Lage in Katalonien sei äußerst ernst und die rechtsstaatliche Ordnung sowie die ordnungsgemäße Selbstverwaltung Kataloniens seien in Gefahr. Er bekräftigte seinen unbedingten Einsatz für die Einheit Spaniens, die Verteidigung der Verfassung und die Achtung des Gesetzes vor einem nicht hinnehmbaren Versuch der Unabhängigkeitsbefürworter, die Institutionen an sich zu reißen und die Gesellschaft zu spalten.<ref>La Vanguardia: Mensaje íntegro del rey Felipe sobre la situación en Catalunya, Volltext der Fernsehansprache des Königs, 4. Oktober 2017, abgerufen am 19. Oktober 2017 (spanisch); La Vanguardia: El Rey acusa a la Generalitat de una “deslealtad inadmisible” y de “dividir la sociedad catalana”, 4. Oktober 2017, abgerufen am 19. Oktober 2017 (spanisch)</ref>
Gemeinsam mit seinen Eltern, König Juan Carlos und Königin Sophia, und seiner Frau, Königin Letizia, nahm er am 19. September 2022 im Rahmen der Trauerfeierlichkeiten für Königin Elisabeth II. am Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey teil.
Persönliche Interessen
Als Kronprinz war Felipe 1992 Mitglied des spanischen Segelteams bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona und war bei der Eröffnungszeremonie der Träger der spanischen Flagge. Im Soling-Wettbewerb erreichte er den sechsten Platz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Su Alteza Real el Príncipe de Asturias ( vom 22. Januar 2008 im Internet Archive) auf den Internetseiten des spanischen Königshauses (spanisch; abgerufen am 10. August 2008)</ref>
Zum Thema Fußball gab er sich als Anhänger von Atlético Madrid zu erkennen, dem Club aus den Arbeitervierteln im Süden der Hauptstadt, der eher als Verein der kleinen Leute gilt. Anders als sein Vater hält Felipe nichts vom Jagdsport und vom Stierkampf.<ref name="SZVeranderung" />
Finanzierung der Königsfamilie
Im Februar 2014 teilte König Juan Carlos mit, dass er für seine Familienmitglieder erstmals feste Jahresgehälter festgelegt habe. Bis dahin hatte er die Zuwendungen nicht im Detail publik gemacht und je nach Anzahl der öffentlichen Auftritte veranschlagt. Er selbst erhielt gemäß dem Königshaus-Budget wie im Vorjahr insgesamt 293.000 Euro, Sohn Felipe 146.000 Euro. Das Gesamtbudget 2014 der Königsfamilie betrug 7,8 Millionen Euro. Kosten für Dienstreisen, -fahrzeuge, Sicherheitsmaßnahmen und Gebäudeinstandhaltungen waren nicht enthalten.<ref>Frankfurter Rundschau: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Königin Sofía und Letizia bekommen feste Gehälter ( vom 3. Juli 2014 im Internet Archive)</ref><ref>FAZ 4. Februar 2014 S. 7: Juan Carlos zahlt Sofia jetzt ein festes Gehalt</ref>
Presseberichten zufolge sollen mit der Thronbesteigung Felipes nur noch das neue Monarchenpaar, dessen beide Töchter, sowie der bisherige König und seine Frau repräsentative Funktionen wahrnehmen und ein Salär aus der Staatskasse erhalten. Felipes ältere Schwestern werden nicht mehr berücksichtigt.<ref name="nzz-118319190">Cornelia Derichsweiler, Madrid: Felipe setzt auf eine schlichte Krone. In: nzz.ch. 11. Juni 2014, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref> Es kann auch weiterhin von einem zweistelligen Millionenbetrag an Aufwendungen insgesamt für die Beibehaltung eines spanischen Königshauses ausgegangen werden, auf die königlichen Gehälter sind Steuern zu entrichten.<ref>König der Demokratie dankt ab. In: dw.de. 2. Juni 2014, abgerufen am 18. Februar 2024.</ref>
Titel
Am 21. Januar 1977 wurden Felipe per Dekret folgende Titel verliehen:
- Fürst von Asturien (spanisch Príncipe de Asturias),
- Fürst von Girona (spanisch Príncipe de Gerona, katalanisch Príncep de Girona) und Erbe der Krone von Aragón,
- Fürst von Viana (spanisch Príncipe de Viana) und Erbe des Königreichs von Navarra,
- Herzog von Montblanc (katalanisch Duc de Montblanc),
- Graf von Cervera (katalanisch Comte de Cervera),
- Herr von Balaguer (katalanisch Senyor de Balaguer).
Diese Titel gingen, entsprechend Artikel 57 Abs. 2 der spanischen Verfassung, bei seiner Thronbesteigung auf seine älteste Tochter Leonor als Kronprinzessin von Spanien über.
Felipe selbst trägt seit seiner Thronbesteigung nach Artikel 56 Absatz 2 der spanischen Verfassung von 1978 den Titel „König von Spanien“. Er kann aber auch „die übrigen der Krone zustehenden Titel“ benutzen.<ref></ref><ref>Felipe VI heredará más de 30 títulos cuando sea proclamado Rey. In: lainformacion.com. 4. Juni 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Januar 2015; abgerufen am 2. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Felipe hat eine selbst für Monarchen ungewöhnlich lange Titelliste. Die traditionell der Krone zustehenden Titel, die er als Seine Majestät Don Felipe VI. de Borbón y Grecia benutzen darf, sind die nachstehenden:
- König von Spanien,
- König von Kastilien, von León, von Aragón, beider Sizilien (Neapel-Sizilien), von Jerusalem, von Navarra, von Valencia, von Galicien, von Granada, von Córdoba, von Jaén, von Sevilla, von Toledo, von Murcia, von Sardinien, Korsika, Algarve, Algeciras, von Mallorca, der Kanarischen Inseln, der West- und Ostindischen Inseln und der Neuen Inseln und Festländer des Ozeans (Amerika),
- Erzherzog von Österreich,
- Herzog von Burgund, Brabant, Mailand, Athen und Neopatras,
- Graf von Habsburg, Flandern, Tirol, Roussillon, Barcelona, Cerdaña und Gocéano,
- Herr von Biscaya und Molina de Aragón.
In dieser Titulatur kommen auch habsburgische Titel vor. Sie sind Relikte aus der Zeit der Herrschaft der Habsburger bis 1700, die von den nachfolgenden Bourbonen übernommen wurden.
Ehrungen und Auszeichnungen
Staatliche Ehrungen
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien 1981: Orden vom Goldenen Vlies (seit Thronbesteigung Großmeister)
- Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 1985: Großkreuz des Ordens von Oranien-Nassau
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien 1986: Großkreuz mit Collane des Ordens Karls III. (seit Thronbesteigung Großmeister)
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien 1986: Großkreuz des Militär-Verdienstordens
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien 1987: Großkreuz des Ordens für Verdienste zur See
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien 1988: Großkreuz des Luftwaffen-Verdienstkreuzes
- Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 1988: Knight Grand Cross of the Royal Victorian Order
- Datei:Flag of Portugal.svg Portugal 1988: Großkreuz des Christusordens
- Datei:Flag of Portugal.svg Portugal 1991: Großkreuz des Ritterordens von Avis
- Datei:Flag of Sweden.svg Schweden 1991: Ritter des Seraphinenordens
- Datei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien 1994: Großkreuz des Leopoldsordens
- Datei:Flag of Austria.svg Österreich 1995: Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich<ref>Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)</ref>
- Datei:Flag of Norway.svg Norwegen 1995: Großkreuz des norwegischen St. Olav Ordens
- Datei:Flag of Italy.svg Italien 1996: Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik
- Datei:Flag of Mexico.svg Mexiko 1996: Großkreuz des Ordens vom Aztekischen Adler
- Datei:Flag of Portugal.svg Portugal 1996: Großoffizier des Turm- und Schwertordens
- Datei:Flag of Austria.svg Österreich 1997: Großstern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich
- Datei:Flag of Spain.svg Spanien 1999: Großkreuz des Ordens des heiligen Hermenegild (seit Thronbesteigung Souverän)
- Datei:Flag of Chile.svg Chile 2001: Großkreuz des Chilenischen Verdienstordens
- Datei:Flag of Greece.svg Griechenland 2001: Großkreuz des Erlöser-Ordens
- Datei:Flag of Poland.svg Polen 2003: Großkreuz des Verdienstordens der Republik Polen
- Datei:Flag of Latvia.svg Lettland 2004: Großkreuz des Drei-Sterne-Ordens
- Datei:Flag of Peru.svg Peru 2004: Großkreuz des Ordens der Sonne
- Datei:Flag of Hungary.svg Ungarn 2005: Großkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn
- Datei:Flag of Portugal.svg Portugal 2006: Großkreuz des Turm- und Schwertordens
- Datei:Flag of Estonia.svg Estland 2007: Orden des Marienland-Kreuzes I. Klasse
- Datei:Flag of Romania.svg Rumänien 2007: Großkreuz des Sterns von Rumänien
- Datei:Flag of France.svg Frankreich 2009: Großkreuz der Ehrenlegion
- Datei:Flag of Lebanon.svg Libanon 2009: Großkreuz des Libanesischen Verdienstordens
- Vorlage:IOC/IOC 2013: Olympischer Orden
- Datei:Flag of Chile.svg Chile 2014: Collane des Chilenischen Verdienstordens
- Datei:Flag of Peru.svg Peru 2015: Großkreuz mit Ordenskette des Ordens der Sonne
- Datei:Flag of Lebanon.svg Libanon: Großoffizier des Zedernordens
- Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 2017: Stranger Knight of the Garter Order of the Garter
- Datei:Flag of Vatican City (2023–present).svg Vatikanstadt 2022: Kollarritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
Kirchliche Ehrungen
Der König von Spanien hat seit 1603 traditionell die Würde des Protokanonikers („Oberster Ehren-Domherr“) der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore in Rom inne. König Felipe VI. nahm die Würde, die ihm das Domkapitel unter Erzpriester Rolandas Makrickas für seine Person verliehen hatte, im Rahmen seines Staatsbesuchs bei Papst Leo XIV. am 20. März 2026 feierlich in der Basilika an.<ref>Felipe VI. als Protokanoniker: Spanisches Königspaar bei Papstbesuch. 20. März 2026, abgerufen am 25. März 2026.</ref><ref>Spanisches Königspaar bei Papst Leo XIV. Abgerufen am 25. März 2026.</ref>
Vorfahren
Literatur
- Felipe VI. in: Internationales Biographisches Archiv 35/2014 vom 26. August 2014, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- Literatur von und über Felipe VI. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizielle Biographie auf der Website des Spanischen Königshauses (englisch)
Einzelnachweise
<references responsive />
Philippe (Belgien) | Ilijana Jotowa (Bulgarien) | Frederik X. (Dänemark) | Frank-Walter Steinmeier (Deutschland) | Alar Karis (Estland) | Alexander Stubb (Finnland) | Emmanuel Macron (Frankreich) | Konstantinos Tasoulas (Griechenland) | Catherine Connolly (Irland) | Sergio Mattarella (Italien) | Zoran Milanović (Kroatien) | Edgars Rinkēvičs (Lettland) | Gitanas Nausėda (Litauen) | Guillaume V. (Luxemburg) | Myriam Spiteri Debono (Malta) | Willem-Alexander (Niederlande) | Alexander Van der Bellen (Österreich) | Karol Nawrocki (Polen) | António José Seguro (Portugal) | Nicușor Dan (Rumänien) | Carl XVI. Gustaf (Schweden) | Peter Pellegrini (Slowakei) | Nataša Pirc Musar (Slowenien) | Felipe VI. (Spanien) | Petr Pavel (Tschechien) | Tamás Sulyok (Ungarn) | Nikos Christodoulidis (Zypern)
| Vorgänger | Amt | Nachfolgerinnen |
|---|---|---|
| Juan Carlos von Bourbon und Bourbon-Neapel-Sizilien (Juan Carlos I.) | Fürst von Asturien 1977–2014 | Leonor von Bourbon und Ortiz |
| Juan Carlos I. | König von Spanien seit 2014 | amtierend |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Felipe VI. |
| ALTERNATIVNAMEN | Felipe Juan Pablo Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia; Philipp VI. |
| KURZBESCHREIBUNG | spanischer König |
| GEBURTSDATUM | 30. Januar 1968 |
| GEBURTSORT | Madrid |
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- König (Spanien)
- Amtierendes Staatsoberhaupt
- Politiker (21. Jahrhundert)
- Fürst (Asturien)
- Fürst (Girona)
- Fürst (Viana)
- Jurist
- Regattasegler (Spanien)
- Olympiateilnehmer (Spanien)
- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1992
- Familienmitglied des Hauses Bourbon-Anjou
- Träger des Maiordens
- Träger des Ritterordens von Avis
- Träger des Seraphinenordens
- Träger des Ordens El Sol del Perú (Collane)
- Träger des Zedernordens
- Träger des Turm- und Schwertordens (Collane)
- Träger des portugiesischen Christusordens (Großkreuz)
- Träger des Sterns von Rumänien (Großkreuz)
- Träger des Sankt-Olav-Ordens (Großkreuz)
- Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)
- Träger des Groß-Sterns des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich
- Träger des Bundesverdienstkreuzes (Großkreuz)
- Träger des Verdienstordens der Republik Polen (Großkreuz)
- Träger des Verdienstordens der Republik Ungarn (Großkreuz)
- Träger des Drei-Sterne-Ordens (Großkreuz)
- Träger des Ordens des Marienland-Kreuzes (I. Klasse)
- Träger des Ordens von Oranien-Nassau (Großkreuz)
- Träger des Leopoldsordens (Großkreuz)
- Träger des Erlöser-Ordens (Großkreuz)
- Träger des Ordens Karls III.
- Träger des Chrysanthemenordens (Großkreuz mit Ordenskette)
- Träger des Ordens vom Aztekischen Adler (Collane)
- Träger des Ordens des Befreiers San Martin
- Honorary Knight Grand Cross des Royal Victorian Order
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- Mitglied der Ehrenlegion (Großkreuz)
- Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies
- Träger des Mugunghwa-Ordens
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- Spanier
- Geboren 1968
- Mann