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Sophie von Preußen (1870–1932)

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Sophie von Preußen
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Porträt Sophias als Königin der Hellenen von Georgios Iakovidis, 1915
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Als Königin mit Konstantin I. und der Tochter Katharina, 1920
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Grab von Königin Sophia auf dem königlichen Friedhof in Tatoi

Prinzessin Sophie Dorothea Ulrike Alice von Preußen VA (* 14. Juni 1870 im Neuen Palais zu Potsdam; † 13. Januar 1932 in Frankfurt am Main) war durch Heirat Kronprinzessin von Griechenland und von 1913 bis 1917 sowie erneut von 1920 bis 1922 Königin der Hellenen.

Leben

Familie

Sophie, im Familienkreis „Sossy“ genannt, wurde als dritte Tochter des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1831–1888, später Kaiser Friedrich III.) und seiner Frau Victoria, Princess Royal (1840–1901) in Potsdam geboren. Mütterlicherseits war sie die Enkelin der britischen Königin Victoria und ihres Prinzgemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Ihr Großvater väterlicherseits war der König von Preußen und erste Deutsche Kaiser Wilhelm I., ihr Bruder war Kaiser Wilhelm II.

Die Verlobung mit dem Herzog von Sparta, dem Kronprinzen Konstantin (1868–1923), dem ältesten Sohn des griechischen Königs Georg I. und seiner Frau Olga Konstantinowna Romanowa, einer geborenen Großfürstin von Russland, fand kurz nach dem Tod ihres Vaters statt. Die Hochzeit wurde am 27. Oktober 1889 in Athen gefeiert. Obwohl ihre Großmutter, Königin Victoria, und ihr Bruder, Kaiser Wilhelm II., die Heirat befürworteten, hatte ihre Mutter, Kaiserin Friedrich, große Vorbehalte gegen diese Verbindung. Der griechische Thron galt als unsicher.<ref>Andrew Sinclair: Victoria. Kaiserin für 99 Tage. Gustav Lübbe Verlag, ISBN 3-404-61086-5. (Wiederauflage des gleichnamigen Buchs aus dem Societäts Verlag, ISBN 978-3-7973-0405-6, 1984)</ref>

Aus der Ehe, die als harmonisch und glücklich galt, gingen sechs Kinder hervor:

Wirken

Sophie kümmerte sich intensiv um das Gesundheitswesen, hygienische Verbesserungen, das Schulwesen und die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Frauen durch die Förderung des Kunsthandwerks. Im Jahr 1891 entschloss sich Sophie, zum orthodoxen Glauben zu konvertieren. Dies führte zum Bruch mit ihrem Bruder Kaiser Wilhelm II., dieser untersagte seiner Schwester Sophie und ihrer Familie, Deutschland zu betreten. Auf Anraten der Mutter ignorierte sie diese Order und allmählich normalisierte sich das Verhältnis zwischen den Geschwistern wieder.

Im dreißig Tage währenden Türkisch-Griechischen Krieg von 1897 setzte Sophie ihr soziales Engagement fort. Sie arbeitete aktiv mit dem griechischen Roten Kreuz zusammen, um die Versorgung der im Krieg verwundeten Soldaten zu verbessern. Die Prinzessin ließ Feldlazarette einrichten und kümmerte sich auch persönlich um Kriegsopfer. Darüber hinaus organisierte sie die Ankunft von englischen Krankenschwestern und sorgte für die Ausbildung weiterer Krankenschwestern.<ref name=":0">Julia Gelardi: Born to Rule: Enkelinnen von Victoria, Queens of Europe. Headline Review, 2006, ISBN 0-7553-1392-5, S. 82–83.</ref> Für ihren Einsatz wurde Sophie von Queen Victoria mit dem Royal Red Cross ausgezeichnet. Doch gab es auf ihr Engagement nicht nur positive Resonanzen. Die eigene Bevölkerung kritisierte die königliche Familie, weil sie das Königshaus für die Niederlage im Krieg gegen das Osmanische Reich verantwortlich machte.<ref name=":0" />

In Griechenland entwickelte sich aufgrund der Niederlage eine antidynastische Bewegung, die auch Sophie Kritik einbrachte. Aufgrund der Entscheidung Sophies, zum orthodoxen Christentum zu konvertieren, entschied ihr Bruder, Kaiser Wilhelm II., offen das osmanische Reich zu unterstützen. Auf Bitten seiner Mutter, diese Unterstützung nicht mehr zu erbringen, forderte er von Griechenland im Austausch für seine Interventionen, dass sie demütigende Bedingungen erfüllten. Dadurch geriet Sophie in Verruf.<ref>Julia Gelardi: Born to Rule: Enkelinnen von Victoria, Queens of Europe. Headline Review, 2006, ISBN 0-7553-1392-5, S. 57.</ref> Aber nicht nur Sophie stand in der Kritik, ihr Ehemann Konstantin, der von der Bevölkerung für die Niederlage verantwortlich gemacht wurde, wurde ebenfalls Opfer der öffentlichen Verurteilung. Er sollte vor ein Militärgericht gestellt werden, um dort bestraft zu werden.<ref>John Van der Kiste: Könige der Hellenen: Die griechischen Könige, 1863-1974. 1994, ISBN 0-7509-2147-1, S. 82.</ref>

Diese Umstände führten zur schwierigen Entscheidung für Sophie und Konstantin, sich für eine unbestimmte Zeit im Ausland niederzulassen. Sie verließen 1898 Griechenland und gingen nach Kronberg im Taunus und kurze Zeit später nach Berlin. Dort empfing man die beiden mit offenen Armen. Konstantin ging in die militärische Ausbildung von General Colmar von der Goltz und bekam kurze Zeit später das Kommando über eine preußische Division. Sophie wurde ebenfalls freundlich aufgenommen und zur Ehrenkommandantin des III. Regiments der Kaiserlichen Garde ernannt. Durch diesen Auslandsaufenthalt ebbte die Kritik der griechischen Bevölkerung ab und bereits ein Jahr später kehrte das Fürstenpaar nach Griechenland zurück.

1913 fiel Sophies Schwiegervater, König Georg I., einem Attentat zum Opfer und Konstantin folgte ihm auf dem Thron. Zunächst war er sehr populär, nicht zuletzt durch seinen Erfolg im Krieg gegen die Türkei und Bulgarien. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 war Konstantin entschlossen, dass Griechenland neutral bleiben solle. Die Regierung und die Alliierten drängten darauf, sich gegen Deutschland zu stellen. Man warf dem König Deutschfreundlichkeit vor bzw. ging davon aus, dass die Königin ihren Bruder, Kaiser Wilhelm II., unterstütze. Der königliche Palast in Tatoi wurde durch ein Feuer zerstört und nach der Blockade der Alliierten sah sich Konstantin gezwungen, mit seiner Familie in die Schweiz ins Exil zu gehen. Der älteste Sohn, Georg, wurde ebenfalls verdächtigt, mit den Deutschen zusammenzuarbeiten, so war es der zweite Sohn, Alexander, der seinem Vater auf dem Thron folgte. Schon 1920 starb Alexander, an einer Blutvergiftung infolge eines Affenbisses. Nun wurde der dritte Sohn, Paul, aufgefordert, die Thronfolge zu übernehmen. Als dieser ablehnte, wurde Konstantin nach einem Regierungswechsel und einer Volksabstimmung aus dem Exil zurückgeholt und vom Volk enthusiastisch begrüßt. Doch auch diese Begeisterung war nur von kurzer Dauer. Nach einer gescheiterten Kampagne gegen die Türkei wurden Sophie und Konstantin im Jahr 1922 erneut gezwungen, das Land zu verlassen. Die Krone ging nun doch an den ältesten Sohn, Georg, über. Konstantin starb wenige Wochen später an einer Gehirnblutung in Palermo. In späteren Jahren wurde auch Paul König, was er zu Lebzeiten seines Vaters abgelehnt hatte. So wurden alle drei Söhne Sophies zu Königen von Griechenland.

Sophie verlebte ihre letzten Jahre in Florenz. Sie starb am 13. Januar 1932 in Frankfurt am Main, wo sie sich gegen ihr Krebsleiden behandeln ließ.<ref>Nachruf auf Sophie von Preußen, Vossische Zeitung, 14. Januar 1932.</ref> Bestattet wurde sie an der Seite ihres Mannes in der griechisch-orthodoxen Kirche von Florenz. Nach der Restauration des Hauses Glücksburg im November 1936 wurden die Särge nach Griechenland überführt und auf dem Friedhof des königlichen Palastes in Tatoi bestattet.

Anreden und Titel

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Königliches Wappen
  • 1870–1871 Ihre königliche Hoheit Prinzessin Sophie von Preußen
  • 1871–1889 Ihre kaiserliche und königliche Hoheit Prinzessin Sophie von Preußen und des Deutschen Reiches
  • 1889–1913 Ihre königliche Hoheit Kronprinzessin Sophie von Griechenland
  • 1913–1923 Ihre Majestät Königin Sophie von Griechenland
  • 1923–1932 Ihre Majestät Königinmutter Sophie von Griechenland

Abstammung

Vorlage:Stammbaum Preußen Kaiser Wilhelm II.

Verschiedenes

In der Stadt Flensburg wurde 1882 die Sophienstraße und 1898 die benachbarte Kleine Sophienstraße nach ihr benannt. In Frederiksberg bei Kopenhagen liegt die Straße Kronprinsesse Sofies Vej.

Literatur

  • Karin Feuerstein-Prasser: Die deutschen Kaiserinnen. Piper Verlag 2006.
  • Barbara Beck: Wilhelm II. und seine Geschwister. Friedrich Pustet, Regensburg 2016; ISBN 978-3-7917-2750-9.

Weblinks

Commons: Königin Sophia von Griechenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerinAmtNachfolgerin
Olga von RusslandKönigin von Griechenland
1913–1917
1920–1922
Elisabeth von Rumänien

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