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Ernstthal (Lauscha)

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Ernstthal
Stadt Lauscha
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(850)&title=Ernstthal 50° 29′ N, 11° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(850) 50° 29′ 22″ N, 11° 10′ 51″ O
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Höhe: 770 m ü. NN
Fläche: 5,65 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Ernstthal, Stadt Lauscha. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2026.</ref>
Einwohner: ca. 850 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Ernstthal: Ortsteil von Lauscha. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im Februar 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner/km²
Eingemeindung: 17. November 1995
Postleitzahl: 98724
Vorwahl: 036702
Datei:Glaswerk Ernstthal.jpg
Glaswerk Ernstthal

Ernstthal ist ein unmittelbar am Rennsteig gelegener Ortsteil der Glasbläserstadt Lauscha im thüringischen Landkreis Sonneberg. Für den Ortsteil gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 2,18 MB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Lauscha, abgerufen im Februar 2026.</ref>

Geographische Lage

Ernstthal liegt im Thüringer Schiefergebirge am Rennsteig zwischen den Städten Sonneberg, Ilmenau und Saalfeld. Es ist ein Ortsteil an der bewaldeten Thüringer Kammlage mit 770 Meter über NN. Er befindet sich an der Südabdachung des Gebirges. Die Landesstraße 1149 und die Kreisstraße 35 erfassen den höhergelegenen Ortsteil mit den in den Tälern liegenden Zentren.

Geschichte

Ernstthal geht auf eine 1707 von den fünf Lauschaer Glasmeistern Hans und Nicol Müller, Hans Georg Böhm und Christoph und Jakob Greiner gegründete Glashütte zurück. Der damalige Landesherr Herzog Johann Ernst von Sachsen-Saalfeld erteilte am 7. März 1707 die Konzession zum Bau einer Glashütte im Amt Gräfenthal oberhalb der Königswiese. Sie erhielt den Namen „Ernstthal“ und war Ausgangspunkt der späteren Besiedelung. In Ernstthal wurden vorwiegend Medizinglas, Instrumente, Geschirr und farbige Glasperlen sowie Kunstsachen gefertigt. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Septimus L.F. Böhm – „der alte Sepp“ – galt als Meister der Glasbläserkunst und war auf lebendige Tiergestalten spezialisiert.<ref>Rhön-Zeitung vom 19. September 1908 (Digitalisat, S. 974, mittlere Spalte oben)</ref> Mit der Erteilung des Hüttenprivilegs war auch die Brau-, Schank- und Schlachtkonzession verbunden.

1923 kam die Glashütte Brehmenstall, das heutige Glaswerk Ernstthal, hinzu. Von 1907 bis 1932 war Ernstthal Sitz der Glasbläsergenossenschaft des Meininger Oberlandes e. G. Unweit des Bahnhofs Ernstthal befand sich auch das gemeinsame Lager der Genossenschaftsmitglieder. Es war später ein Betriebsteil des VEB Thüringer Glasschmuck Lauscha und ist heute Sitz der Krebs Glas Lauscha GmbH.

Ernstthal wurde im April 1945 von US-Truppen besetzt und Ende Juni an die Rote Armee weitergegeben. Damit wurde es Teil der SBZ und ab 1949 der DDR. Hinter dem Gefallenendenkmal verkündete ein Schild den „Endpunkt des Rennsteigs“ und das Sperrgebiet vor der DDR-Grenze begann. In diesem befand sich im Forsthaus Am Brand bei Spechtsbrunn, ergänzt mit Finnhütten, ein Ferienobjekt des MfS.<ref>Sibylle Göbel: Wo die Stasi früher unbehelligt die Natur genoss. Thüringische Landeszeitung, 24. Juli 2013</ref>

Seit dem 17. November 1995 gehört Ernstthal zur Stadt Lauscha.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Schule Ernstthal am Rennsteig.JPG
Die Ernstthaler Schule
Datei:Ernstthal am Rennsteig DR Bahnhof, Aug 1991. KBS Probstzella- Sonneberg.jpg
Bahnhofsgebäude Ernstthal am Rennsteig
Datei:Lauscha-Ernstthal-Denkmal.jpg
Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Thüringer Wintersportverbandes

Das markanteste Gebäude und der optische Mittelpunkt des Dorfes ist die am 27. November 1905 eingeweihte Schule,<ref>Die Einweihung der neuen Schule in Ernstthal am Rennsteig am 27. November 1905. In: Stadt Lauscha (Hrsg.): Lauschaer Zeitung. Band 19, Nr. 8, 8. August 2008, S. 13 (archive.org [PDF; 200 kB; abgerufen am 15. April 2011]).</ref> die nach der Wende von engagierten Bürgern vor dem Verfall gerettet und als soziales Begegnungszentrum Haus der Selbsthilfe des Sozialen Bildungswerks in Thüringen e. V. einer neuen Nutzung zugeführt wurde. Daraus entstand inzwischen das Sozialtherapeutische Centrum „Sturmheide“ in Trägerschaft der Kontext Ilmenau, Gemeinnützige Gesellschaft für psychosoziale Dienste mbH.

Direkt am Rennsteig und etwas entfernt vom eigentlichen Ortskern wurde 1913 der Bahnhof Ernstthal am Rennsteig als Endpunkt der Bahnstrecke Coburg–Ernstthal am Rennsteig errichtet. In Ernstthal mündet die Strecke in die Bahnstrecke Probstzella–Neuhaus am Rennweg. Der Verkehr auf dem Streckenabschnitt nach Probstzella und weiter nach Saalfeld ist seit 1997 eingestellt.

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhofs entspringt der Kieselbach, einer der Quellflüsse der Lichte. Die Eisenbahnstrecke und der Kieselbach folgen dem Finsteren Grund bis zur Ortschaft Lichte (Ortsteil Waschdorf / Oberlichte).

An der Kreuzung des Rennsteiges mit der Landstraße nach Piesau steht ein Denkmal aus Muschelkalk für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Thüringer Wintersportverbandes. Es ist ein Werk des Sonneberger Steinmetzes R. Holland und wurde am 4. September 1921 eingeweiht. Aus Ernstthal stammte der Skispringer Karl Böhm-Hennes, der 1914 im Ersten Weltkrieg fiel.

Die Ernstthäler werden von den Bewohnern der Nachbarorte „Mondstürer“ genannt, weil um 1900 die beiden Ernstthäler Arno und Fritz nach einer stimmungsvollen Bierrunde im Gasthaus Dores auf den Pappenheimer Berg stiegen und versuchten, mit einer Holzstange nach dem Mond zu „stüren“.

Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen

  • Juli: Glasmacher- und Mondstürerfest (Volksfest)
  • Juli: Start und Ziel der seit 2001 jährlich stattfindenden Oldtimer Mittelgebirgsfahrt

Freizeitmöglichkeiten

Für Wintersportler stehen am Pappenheimer Berg ein Ski-Lift und drei Ski-Pisten zur Verfügung. Für Skilangläufer sind zahlreiche Loipen gespurt. Daneben gibt es eine Sommerrodelbahn am Pappenheimer Berg. Mit einer Länge von 1300 m zählt sie mit zu den längsten Anlagen im Thüringer Wald.

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Krebs Glas Lauscha collectible.JPG
Christbaumschmuck der Krebs Glas Lauscha

Industrie

Wie in der gesamten Region prägt die Glasindustrie die Wirtschaft. Neben dem Kleingewerbe sind in Ernstthal zwei mittelständische Unternehmen angesiedelt, das Wiegand-Glas-Werk Ernstthal<ref>Standorte des Geschäftsbereichs Glas. In: wiegand-glas.de. Abgerufen am 18. August 2023.</ref> und die Krebs Glas Lauscha GmbH.

Datei:Ernstthal am Rennsteig Bahnhof 1.jpg
Der Bahnhof in Ernstthal mit einem Zug der Süd-Thüringen-Bahn

Verkehrsanbindung

Ernstthal liegt an der Landesstraße L 1149 zwischen Lauscha und Piesau. Zudem besteht Anschluss an die L 1145 zwischen Lauscha und Neuhaus am Rennweg. Ernstthal besitzt einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Coburg–Ernstthal am Rennsteig und der bis auf den Abschnitt in Richtung Neuhaus am Rennweg stillgelegten Bahnstrecke Probstzella–Neuhaus am Rennweg. Durch Stilllegung des Streckenastes nach Probstzella wurde Ernstthal zum Kopfbahnhof an der Linie Sonneberg–Neuhaus.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Personen mit Bezug zu Ernstthal

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Ernstthal am Rennsteig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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