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Tizanidin

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Strukturformel
Struktur von Tizanidin
Allgemeines
Freiname Tizanidin
Andere Namen

4-Chlor-N-(4,5-dihydro-1H-imidazol-2-yl)-8-thia-7,9-diazabicyclo[4.3.0]nona-2,4,6,9-tetraen-5-amin

Summenformel
  • C9H8ClN5S (Tizanidin)
  • C9H8ClN5S·HCl (Tizanidin·Hydrochlorid)
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 610-648-1
ECHA-InfoCard 100.125.400
PubChem 5487
ChemSpider 5287
DrugBank DB00697
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

M03BX02

Wirkstoffklasse

Muskelrelaxantien

Wirkmechanismus

α2-Adrenozeptor-Agonist

Eigenschaften
Molare Masse 253,71 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

221–223 °C<ref name=roempp/>

Löslichkeit

> 20 mg/ml in Wasser<ref name="Sigma" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Hydrochlorid

Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Tizanidin (Handelsnamen Sirdalud®, Hersteller: Novartis) ist hauptsächlich ein α2-Adrenozeptor-Agonist, der zur Gruppe der zentral wirksamen Muskelrelaxantien mit Hauptangriffspunkt im Rückenmark gehört.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Der Arzneistoff wird verwendet zur Behandlung von:

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)

Die Nebenwirkungen von Tizanidin sind vielfältig und umfassen unter anderem häufig Mundtrockenheit, Müdigkeit, Asthenie (Schwäche, Mattheit), Schwindel, Bradykardien (verlangsamter Puls) und geringfügigen Blutdruckabfall, selten Halluzinationen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen und vorübergehender Transaminasenanstieg.<ref>Fachinformation Sirdalud®, Rote Liste 2008.</ref>

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

In-vitro-Studien von Cytochrom-P450-Isoenzymen unter Benutzung von menschlichen Lebermikrosomen deuten darauf hin, dass wahrscheinlich weder Tizanidin noch der Hauptmetabolit den Metabolismus von anderen Wirkstoffen, die von Cytochrom-P450-Isoenzymen metabolisiert werden, beeinflussen.

  • Paracetamol: Tizanidin verzögert Tmax von Paracetamol um 16 Minuten. Paracetamol beeinflusste die Pharmakokinetik von Tizanidin nicht.
  • Alkohol: Alkohol erhöhte die AUC von Tizanidin um ungefähr 20 % und ebenfalls seine Cmax um ca. 15 %. Dies wurde mit einer Zunahme an Nebenwirkungen von Tizanidin in Verbindung gebracht. Die das Zentralnervensystem unterdrückenden Effekte von Tizanidin und Alkohol sind additiv.
  • Fluvoxamin: Klinisch signifikante Hypotension (Abnahme des systolischen und des diastolischen Blutdrucks) wurde bei gleichzeitiger Verwendung von Fluvoxamin berichtet nach einmaligen Dosen von 4 mg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rote-Hand-Brief zu Sirdalud (Memento vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive).</ref>
  • Orale Kontrazeptiva: nach den Ergebnissen einer klinischen Studie<ref>Granfors MT, Backman JT, Laitila J, Neuvonen PJ. Oral contraceptives containing ethinyl estradiol and gestodene markedly increase plasma concentrations and effects of tizanidine by inhibiting cytochrome P450 1A2. Clin Pharmacol Ther. 2005 Oct;78(4):400-11, PMID 16198659.</ref> können orale Kontrazeptiva möglicherweise durch Hemmung von CYP1A2-Isoenzymen die Metabolisierung von Tizanidin herabsetzen und somit zu deutlich erhöhten Plasmaspiegeln beitragen.

Es wird zur Vorsicht geraten bei der gleichzeitigen Verabreichung von Tizanidin mit anderen Inhibitoren von CYP1A2 wie z. B. Antiarrhythmika (Amiodaron, Mexiletin, Propafenon), Cimetidin, Fluorchinolonen (Ciprofloxacin, Norfloxacin), Rofecoxib, oralen Kontrazeptiva und Ticlopidin.<ref>Tizanidine hydrochloride capsule. In: DailyMed. United States National Library of Medicine, abgerufen am 13. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pharmakologische Eigenschaften

Aufnahme und Verteilung im Körper (Pharmakokinetik)

Nach peroraler Applikation wird Tizanidin rasch resorbiert. Nach ungefähr 1 Stunde wird die maximale Plasma-Konzentration erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt bei durchschnittlich 34 %. Nach intravenöser Anwendung beträgt das mittlere Verteilungsvolumen im steady state 160 Liter. Die Plasmaproteinbindung ist gering und beträgt 30 %.

Der Arzneistoff wird rasch und extensiv durch die Leber verstoffwechselt. Tizanidin wird vorwiegend über das Cytochrom-P450-Enzymsystem (CYP 1A2) abgebaut. Die Metaboliten sind inaktiv und werden hauptsächlich (70 %) renal ausgeschieden. Die unveränderte Substanz wird nur in geringen Mengen (ca. 2,7 %) über die Niere ausgeschieden. Die durchschnittliche Plasmahalbwertszeit der unveränderten Substanz liegt bei 2 bis 4 Stunden.<ref name="Sirdalud">Fachinformation für Sirdalud im Arzneimittelkompendium der Schweiz - 22. Mai 2008.</ref>

Einzelnachweise

<references />

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