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Fresh Food & Beverage Group

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Fresh Food & Beverage Group AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1931 / 2023 (Fusion)
Sitz Volketswil, Schweiz
Leitung
  • Christine Martel (Unternehmensleiterin)<ref>Organisation. In: migrosindustrie.ch. Abgerufen am 28. April 2025.</ref>
Mitarbeiterzahl 3947 (2024)<ref>Tochtergesellschaften & Beteiligungen. In: report.migros.ch. 2025, abgerufen am 8. September 2025.</ref>
Branche Nahrungsmittel
Website migrosindustrie.ch

Die Fresh Food & Beverage Group AG (kurz: FFB-Group; vorheriger Name: Jowa AG) mit Hauptsitz in Volketswil ist ein Zusammenschluss zwischen der Jowa AG und der Bischofszell Nahrungsmittel AG (BINA), der im Jahr 2023 erfolgte. Auch Aproz Sources Minérales, Bäckerei Hug und Sushi Mania SA gehören als eigenständige Unternehmen zur Gruppe. Die FFB-Group ist ein Unternehmen der Migros Industrie und betreibt u. a. zehn regionale Bäckereien, eine Teigwarenfabrik, einen Standort für glutenfreie Produkte sowie rund 100 Hausbäckereien in allen Regionen der Schweiz. Mit rund 6000 verschiedenen Produkten gehört die FFB-Group zu den bedeutendsten Nahrungsmittelproduzenten der Schweiz. Gemessen am Umsatz und an Anzahl Mitarbeitenden ist die FFB-Group das grösste Unternehmen der Migros Industrie.

Geschichte

Jowa

1928 hatte die Migros angesichts der Lieferboykotte der Markenartikelhersteller mit der Eigenproduktion von Lebensmitteln begonnen. Zu diesem Zweck erwarb sie die Alkoholfreie Weine AG in Meilen und wandelte sie 1929 zur Produktion AG Meilen (PAG) um. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler suchte nach einer Möglichkeit, auch Schokolade herstellen zu können. Ende 1930 bot ihm der Textilindustrielle Heinrich Spoerry-Jaeggy ein leer stehendes Fabrikgebäude in Wald ZH an. Anfang 1931 gründeten Duttweiler und Spoerry die Jonatal AG, benannt nach dem zürcherischen Jonatal.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. 1985, S. 50–51.</ref> 1933 folgte die Gründung der «GiFa AG» in Basel. Bis Ende des Zweiten Weltkriegs bildeten die drei Unternehmen den Kern der industriellen Produktion der Migros.

1941 spaltete Duttweiler die Migros in regionale Genossenschaften auf, die unter dem Dach des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) zusammengeschlossen waren. Er begann damit, das seit 1933 geltende Filialverbot auszuhebeln, das gezielt Genossenschaften und Konsumvereine aussparte. Im selben Jahr zerstritt er sich mit Spoerry, weshalb er die Jonatal AG 1942 nach Meilen unter das Dach der PAG verlegte, wo die neue Schokoladenfabrik Meilen ihren Betrieb aufnahm und mit der Produktion von Confiserieprodukten und Caramels begann. 1946 übernahm Werner Ellenberger die Koordinierung und Oberaufsicht über sämtliche Fabrikationsbetriebe der Migros.<ref>Die Laufbahn Werner Ellenbergers ist die Geschichte der Migros-Eigenfabrikation. In: Wir Brückenbauer. 18. April 1952 (Online [abgerufen am 6. Juli 2025]).</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte die Jonatal AG als industrielle Grossbäckerei und eröffnete mehrere Regionalbäckereien, welche die Migros-Genossenschaften versorgten: Brot, Kleingebäck und Patisserie wurden ab 1948 in St. Gallen, ab 1949 in Basel, ab 1950 in Zürich und ab 1952 in Bern hergestellt. Der Bäckerei im Zürcher Stadtteil Albisrieden war auch die neue zentrale Waffelfabrik angegliedert. Mit Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes 1955 wurde der Hauptsitz dorthin verlegt, während die Produktion von Schokolade, Confiserie und Zuckerwaren an die Chocolat Frey in Buchs AG übertragen wurde.<ref name="hist52">Häsler: Das Abenteuer Migros. 1985, S. 52.</ref>

Datei:Logo JOWA.png
Logo Jowa

Mit der Sitzverlegung verbunden war die Umbenennung des Unternehmens zu Jowa (kurz für «Jonatal» und «Wald»). Damit setzte auch die zweite Expansionswelle der Regionalbäckereien ein, begonnen mit dem Standort Saint-Blaise im Jahr 1956, es folgten Bäckereien in Winterthur (1958) und Genf (1959).<ref name="hist52" /> Die Bäckerei in Suhr wurde 1960 von der Birrfeld AG für Lebensmittelfabrikation übernommen<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. 1985, S. 319.</ref> (heute als TK Center Birrfeld AG Teil der Hiestand-Gruppe). Ebenfalls 1960 gingen bereits die ersten Ersatz-Neubauten in Betrieb, die Bäckerei Zollikofen ersetzte den Standort in Bern,<ref>Die Migros-Gemeinschaft im Jahre 1960. In: Die Tat. 17. April 1961 (online [abgerufen am 22. Mai 2025]).</ref><ref>Jowa AG, Bäckerei Bern. In: Neue Berner Zeitung. Band 43, Nr. 275, 24. November 1962 (online [abgerufen am 22. Mai 2025]).</ref> die Bäckerei Birsfelden diejenige in Basel. 1963 beziehungsweise 1965 nahm die Jowa eine neue Teigwarenfabrik und erneut eine Schokoladenfabrik in Buchs AG in Betrieb.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. 1985, S. 332.</ref> Der MGB nahm dies zum Anlass, per 1. Januar 1967 die Produktion sämtlicher Süsswaren auf Chocolat Frey zu konzentrieren und die Marke Jowa-Schokolade aufzugeben.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. 1985, S. 334.</ref>

1968 eröffnete die Jowa eine weitere Regionalbäckerei in Ecublens VD, vier Jahre später auch in Sant’Antonio TI.<ref name="hist52" /> 1970 übertrug sie die Waffelfabrik in Albisrieden an die Produktion Meilen AG (heute Midor). 1977 wurde als Ersatz für die Bäckereien in Zürich und Winterthur eine neue Bäckerei in Volketswil gebaut. Dieser Standort ist seit der Fertigstellung neuer Hauptsitz der Aktiengesellschaft.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. 1985, S. 350.</ref> 1984 übernahm die Jowa eine Hartweizen-Mühle in Möriken-Wildegg.<ref>Eva Wanner: Möriken-Wildegg: Migros schliesst frühere Jowa-Mühle. In: Aargauer Zeitung. 24. März 2023, abgerufen am 24. September 2024.</ref>

Im Jahr 2000 übernahm das Unternehmen die 1848 gegründete und im Teigwaren- und Senfgeschäft tätige Firma Walter Leuenberger AG in Huttwil, welche die Migros bereits seit 1929 beliefert hatte. 2007 wurde die Auflösung der Walter Leuenberger AG vorgenommen bzw. dessen Fusion mit der Jowa AG abgeschlossen. Drei Jahre später erfolgte die Ankündigung, die Teigwarenfabrik in Huttwil im Jahr 2012 zu schliessen und die Produktion mit der Fabrik der Jowa in Buchs AG zusammenzulegen. Die Senfproduktion wurde in Huttwil belassen.<ref>Teigwaren-Industriebetriebe der Migros fusionieren. In: foodaktuell.ch. 28. September 2006, abgerufen am 9. November 2023.</ref><ref>Migros schliesst «Teigi». In: Berner Zeitung. 25. November 2010, abgerufen am 9. November 2023.</ref><ref>Jürg Rettenmund: Huttwil – Die Zukunft der «Teigi» liegt in ihrem Keller. In: Luzerner Zeitung. 14. Juli 2011, abgerufen am 9. November 2023.</ref>

2003 begann das Unternehmen auch im Geschäftsfeld Export tätig zu werden. 2013 wurde die Jowa nach der FSSC-22000-Norm zertifiziert.<ref>Die Geschichte der Jowa. Jowa, 26. August 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. August 2022; abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref> 2017 wurde der Ergänzungsbau in Gränichen fertiggestellt. Das Kernstück bildet eine moderne Bäckerei. Ein Hochregallager sowie ein Holzheizwerk für nachhaltige Energie komplettieren den Bau. Die Kosten beliefen sich auf rund 60 Millionen Franken. Mit dem Neubau weitete Jowa ihre Produktionskapazität für Brot aus, das in den Filialen direkt beim Kunden fertig gebacken wird.<ref>Jowa-Bäckerei für 60 Millionen Franken geht in Betrieb. In: Aargauer Zeitung. 24. März 2017, abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref> Im selben Jahr erwarb Jowa die Mehrheit an der Bäckerei Hug AG.<ref>Jowa übernimmt Mehrheit der Hug Bäckerei. In: Handelszeitung. 19. Juni 2017, abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref> Im Juni 2020 wurde bekannt, dass die Bäckerei in Zollikofen auf Mitte 2021 geschlossen werden soll.<ref>Jowa-Bäckerei schliesst – Standort Zollikofen ist nicht mehr rentabel. In: SRF News. 10. Juni 2020, abgerufen am 23. November 2020.</ref> Im Juli 2022 wurde bekannt, dass Jowa künftig auch Bio-Suisse-zertifizierte Brote herstellen wird.<ref>«Attraktiver Preis für Umsteller-Weizen». In: Schweizer Bauer. 11. Juli 2022, abgerufen am 12. Juli 2022.</ref>

FFB-Group

Infolge einer angekündigten Fusion wurde die Jowa AG Anfang 2023 in Fresh Food & Beverage Group AG umbenannt. Im Juni 2023 wurde die Bischofszell Nahrungsmittel in die Gruppe fusioniert. Auch Aproz Sources Minérales gehört, jedoch unter eigenem Namen und als rechtlich eigenständiges Unternehmen, zur Gruppe.<ref>Kaspar Enz: Bischofszell Nahrungsmittel fusioniert und wird zu Fresh Food & Beverage. In: St. Galler Tagblatt. 23. August 2022, abgerufen am 15. September 2022.</ref><ref>Der Name «JOWA AG» verschwindet. In: Der Landanzeiger. 22. Dezember 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Dezember 2022; abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref>

Mitte März 2023 musste die Migros eine Rückrufaktion starten, da einige Produkte der FFB-Group mit dem Frostschutzmittel Ethylenglycol kontaminiert wurden.<ref>Rückruf diverser Backwaren. In: corporate.migros.ch. 15. März 2023, abgerufen am 7. April 2023.</ref><ref>Marco Diener: Rückruf diverser Backwaren. In: Infosperber. 21. März 2023, abgerufen am 7. April 2023.</ref> Im selben Monat wurde die Hartweizen-Mühle in Möriken-Wildegg geschlossen.<ref>Eva Wanner: Wildegg: Migros will Jowa-Mühle verkaufen – muss aber auf den Kanton warten. In: Aargauer Zeitung. 24. September 2024, abgerufen am 24. September 2024.</ref> Im selben Jahr wurde eine neue vollautomatische Gipfelimaschine in Ecublens VD in Betrieb genommen, wo alle Migros-Gipfeli hergestellt werden.<ref>Auf dem Weg zum Gipfel. In: Migros-Magazin. 25. September 2023, S. 47 (online [abgerufen am 23. Juni 2025]).</ref><ref>6 Rezepte mit Gipfeli vom Vortag. In: migros.ch. Abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

Per 1. Februar 2025 hat Christine Martel die Unternehmensleitung übernommen.<ref>Christine Martel übernimmt per 1. Februar 2025 die Leitung der FFB-Group. In: corporate.migros.ch. 30. September 2024, abgerufen am 30. September 2024.</ref><ref>Thomas Griesser Kym: Migros-Industrie: Die Bina wartet auf ihre neue Chefin, die von Nestlé kommt. In: Aargauer Zeitung. 7. Oktober 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref>

Im März 2025 wurde bekannt, dass die Bäckerei in Münchenstein Ende Jahr geschlossen werden soll.<ref>Migros schliesst Bäckerei in Münchenstein Ende 2025. In: baseljetzt.ch. 31. März 2025, abgerufen am 28. April 2025.</ref> Im August 2025 wurde bekannt, dass die Migros über 85 Millionen Franken in ihre Fabrik in Bischofszell investieren will, wo hauptsächlich Industriekartoffeln verarbeitet werden.<ref>Daniela Clemenz: Neue Produzenten für Industriekartoffeln im Thurgau gesucht. In: Bauernzeitung. 27. August 2025, abgerufen am 27. August 2025.</ref> Von 2022 bis Anfang 2025 wurde neben dem Produktionsgebäude in Volketswil eine 180 mal 32 Meter grosse und 110 Millionen Franken teure neue Fabrik gebaut. Bis Ende 2025 ersetzte der Neubau das alte Gebäude grösstenteils. Im Frühling 2026 werden die alten Brotproduktionsanlagen abgeschaltet, demontiert und das Gebäude umfassend saniert.<ref>Fiorella Koch: In Volketswil werden 2600 Zöpfe pro Stunde gebacken. In: ZO Online. 18. September 2025, abgerufen am 18. September 2025.</ref>

Die FFB-Group ist u. a. Mitglied bei der Vereinigung der Schweizerischen Teigwarenindustrie (SwissPasta) und über die Migros Industrie Mitglied der IG Bio.<ref>Mitglieder. In: igbio.ch. Interessengemeinschaft Bio Schweiz, abgerufen am 27. August 2025.</ref> Die Mitglieder von SwissPasta setzen sich für eine möglichst ungehinderte Beschaffung von Hartweizen ein, der in der Regel aus den USA und Kanada importiert wird.<ref>SwissPasta – Vereinigung der Schweizerischen Teigwarenindustrie. In: fial.ch. Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial), abgerufen am 2. August 2021.</ref>

Standorte (der ehemaligen Jowa)

Das Unternehmen besitzt heute zehn Regionalbäckereien in Ecublens VD, Gossau SG, Sant’Antonino TI, Marin-Epagnier, Volketswil, Münchenstein, Carouge, Gränichen, Martigny und Zürich sowie eine Teigwarenfabrik in Buchs AG und rund 100 Hausbäckereien, die in der Migros-Filiale Brot direkt vor Ort backen.

2006 wendete sich die Jowa einem neuen Geschäftszweig zu und bedient seit 2010 mit der neu organisierten Abteilung FGE Foodservice, Grosshandel und Export erfolgreich Kunden aus allen Sparten der Gastronomie, des Grosshandels, C-Stores, Retail und Export. Die Abteilung FGE beschäftigt rund 40 Spezialisten aus den Bereichen Vertrieb, Marketing und Administration, die sich ausschliesslich auf das Geschäft ausserhalb des Migros-Kanals konzentrieren.

Produkte

Das Unternehmen bietet neben Brot und Backwaren auch Teigwaren, Fertig-Teige, Pizzen (frisch und tiefgekühlt), Tiefkühlwaren, Senf und glutenfreie Produkte an. Bekannte Jowa-Produkte sind unter anderem der Zopf, das Pane Passione, der Tiroler Cake, die Schwarzwäldertorte, Basler Läckerli sowie Schinkengipfeli. Das Unternehmen ist für die Belieferung der Migros-Filialen zuständig, beliefert aber auch Kunden ausserhalb des Migros-Kanals wie Gastronomie, Grosskunden im Bereich Foodservice, Industrie und Retail und ist im Exportbereich tätig. Die wichtigsten Produkte im Bereich Foodservice, Grosshandel und Export (FGE) sind Tiefkühlbackwaren sowie Halbfertigprodukte wie z. B. Teige und Bisquitböden.

Weitere Unternehmen der Migros Industrie AG

Literatur

  • Alfred A. Häsler: Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. Hrsg.: Migros-Genossenschafts-Bund. Migros Presse, Zürich 1985.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />