Bundesgartenschau
Die Bundesgartenschau (BUGA) ist eine deutsche Ausstellung zu Gartenbau und Stadt-/Regionalentwicklung. Sie findet in einem Zweijahresturnus in verschiedenen deutschen Städten statt, dabei alle zehn Jahre als Internationale Gartenbauausstellung (IGA). Parallel dazu gibt es Landesgartenschauen in den Bundesländern. Sitz der Geschäftsstelle der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) ist Bonn-Poppelsdorf, Kekuléstr. 31 E.
Konzept
Neben Bundesbehörden und den ausrichtenden Städten ist heute die 1993 gegründete Deutsche Bundesgartenschau GmbH (DBG) beteiligt, hinter ihr stehen der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und der Bund deutscher Baumschulen (BdB). Die Schirmherrschaft einer Bundesgartenschau wird vom jeweiligen Bundespräsidenten übernommen.
Im Rahmen einer Bundesgartenschau finden in den jeweiligen Städten mit hohem Budget umfangreiche Freiraumplanungen und -umgestaltungen statt, die den regionalen Entwicklungszielen dienen. Oft entsteht dabei ein völlig neues Bundesgartenschau-Gelände, das über einen Zeitraum von mehreren Monaten Millionen Besucher anzieht.
In den ersten Jahrzehnten fanden die Bundesgartenschauen zumeist in den großen Metropolen der Bundesrepublik statt. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden auch verstärkt kleinere Städte um die 100.000 Einwohner als Gastgeber ausgewählt. Die Bundesgartenschau 2007 wurde als erste BUGA auf zwei Ausstellungsflächen in zwei benachbarten Städten (Gera und Ronneburg) ausgerichtet. Mit der Bundesgartenschau 2015 im Havelland fand zum ersten Mal eine stark dezentralisierte Bundesgartenschau verteilt auf fünf Standorte in zwei Bundesländern statt.
Die Bundesgartenschau wurde bereits in zwölf Bundesländern ausgerichtet, zuletzt kamen Thüringen (2007) und Rheinland-Pfalz (2011) neu hinzu. In den Bundesländern Bremen, Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein gab es noch keine Bundesgartenschauen.
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Bundesgartenschau 2023: Mannheim
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Bundesgartenschau 2021: Erfurt
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Bundesgartenschau 2019: Heilbronn
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Bundesgartenschau 2015: Havel-Region
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Internationale Gartenschau 2013: Hamburg
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BUGA 1955: Kassel
Geschichte
Gärtnerische Ausstellungen haben jahrhundertealte Tradition, bisweilen als kurzfristige Öffnung privater Gärten.<ref>Schon der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. verfasste eigenhändig einen Führer durch den Schlosspark von Versailles; siehe: Simone Hoog, Daniel Meyer: Versailles – Der große Kunstführer, S. 126. Im deutschsprachigen Raum war beispielsweise unter Kurfürst Karl Theodor der Park von Schloss Schwetzingen teilweise öffentlich zugänglich. Am Eingang zum Großen Garten in Hannover-Herrenhausen hängt noch heute die in Stein gemeißelte Parkordnung, auf der zu lesen ist: „Jedermann ist es erlaubt, sich im königlichen Garten eine Veränderung zu machen“.</ref>
Eine erste Internationale Land- und Gartenbauausstellung fand vom 9. bis 17. September 1865 in Erfurt statt. Am 6. September 1876 wurde in Anwesenheit von Kaiserin Augusta eine Allgemeine Deutsche Gartenbau-Ausstellung im Augustapark des Erfurter Steigers eröffnet, die bis zum 17. September 1876 dauerte. Bis zum Ersten Weltkrieg fanden noch mehrfach überregionale Gartenbauausstellungen in der traditionsreichen „Blumenstadt“ statt.<ref>Jürgen Zerrull: Entwicklung der Erfurter Gartenschauen. Ein Abriss. In: Martin Baumann, Steffen Raßloff (Hrsg.): Blumenstadt Erfurt. Waid – Gartenbau – iga/egapark. Erfurt 2011, S. 208–222</ref>
Für das Jahr 1887 ist eine Internationale Gartenbauausstellung in Dresden nachgewiesen, für die ein Hamburger Staatspreis ob der Bedeutung der Ausstellung gestiftet worden war.<ref>Hamburger Staatsarchiv, Findbuch Band 4, S. 436</ref> Die Ausstellung fand in Anwesenheit von Heinrich Gustav Reichenbach statt, einem weltweit anerkannten Botaniker und seit 1863 Direktor des Botanischen Gartens Hamburg.<ref>Heinrich Gustav Reichenbach (1823–1889), orchids.co.in</ref>
Im Jahr 1896 wurde wiederum in Dresden eine II. Internationale Gartenbauausstellung ausgerichtet, aus deren Anlass der Städtische Ausstellungspalast eröffnet wurde.<ref name="ham-staatsarchiv-437">Hamburger Staatsarchiv, Findbuch Band 4, S. 437</ref> 1900 setzte man dort ob solcher Tradition die Ausstellungsreihe mit der Großen Deutschen Gartenbauausstellung fort.<ref name="ham-staatsarchiv-437" /> Schließlich kam es 1907 zur III. Internationalen Gartenbauausstellung wiederum in Dresden.<ref>Hamburger Staatsarchiv, Findbuch Band 4, S. 441</ref> Im selben Jahr fand zudem in Mannheim eine Große Gartenbauausstellung statt.<ref>Stadt Mannheim, Michael Caroli, Ulrich Nieß (Hrsg.): Geschichte der Stadt Mannheim: Bd. 2 1801–1914. Ubstadt-Weiher 2008, ISBN 978-3-89735-471-5.</ref><ref>Hamburger Staatsarchiv, Findbuch Band 4, S. 473</ref>
Zwischenzeitlich richtete der Mainzer Gartenbau-Verein im Jahr 1901 die Allgemeine Deutsche Gartenbauausstellung aus<ref>Offizieller Katalog für die […] stattfindende Allgemeine Deutsche Gartenbau-Ausstellung, veranst. durch den Mainzer Gartenbau-Verein, Mainz. ZDB-ID: 2191696-2.</ref>, und in Altona folgte 1914 zum 250. Jahrestag von Altona und der Befreiung von Dänischer Herrschaft die Deutsche Gartenbauausstellung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Website des Landschaftsarchitekten J. Schnitter</ref> Die beiden vorgenannten Ausstellungen wurden unter maßgeblicher Beteiligung von Ferdinand Tutenberg veranstaltet.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fanden in den 1920er Jahren (Weimarer Republik) drei überregional ausgerichtete Gartenschauen – seinerzeit als Gartenbau-Ausstellungen bezeichnet – statt, mit zum Teil internationaler Beteiligung und überaus positiver Resonanz in der Öffentlichkeit:
- 1926: Jubiläums-Gartenbau-Ausstellung in Dresden, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Dresdner Gartenbaugesellschaft „Flora“ abgehalten und verbunden mit der Internationalen Kunstausstellung Dresden 1926 (5. Jahresschau Deutscher Arbeit)
- 1927: Deutsche Gartenbau- und Schlesische Gewerbe-Ausstellung (GUGALI) in Liegnitz
- 1929: Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung (GRUGA) in Essen
Reichsgartenschau
Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde diese Tradition mit Reichsgartenschauen (offizieller Name Reichsausstellungen des deutschen Gartenbaues) fortgesetzt (daher auch die erneute Wahl von Dresden und Essen als Austragungsorte):
- 1933: Deutsche Gartenbau-Ausstellung in Berlin, in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm. Erste große gärtnerische Hallenschau in Deutschland. Leitung: Gustav Allinger.<ref>Gustav Allinger: Ausstellungsgarten Deutsche Gartenbau-Ausstellung Berlin 1933, Technische Universität Berlin, Architekturmuseum in der Universitätsbibliothek</ref>
- 1933: Jahresschau Deutscher Gartenkultur und Landschaftspflege (JaDeGa) vom 24. Juni bis 10. Oktober 1933 im erweiterten Stadthallengarten von Hannover<ref>Bundesgartenschau und Blumenkorso (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, Kulturarchiv an der FH Hannover</ref>
- 1936: 1. Reichsausstellung des deutschen Gartenbaues auf dem Städtischen Ausstellungsgelände und Teilen des Großen Gartens in Dresden vom 24. April bis 11. Oktober 1936, die kurz Reichsgartenschau Dresden genannt wurde
- 1938: 2. Reichsausstellung des deutschen Gartenbaues vom 26. April bis 12. Oktober 1938 als zweite Reichsgartenschau im Essener Grugapark: Erweiterung des Geländes um fast das Doppelte, unter anderem Anlage von Keramikhof und Großem Blumenhof
- 1939: 3. Reichsausstellung des deutschen Gartenbaues vom 22. April bis 2. September 1939 in Stuttgart als die dritte Reichsgartenschau; auf diese geht der Stuttgarter Höhenpark Killesberg zurück.
Nachkriegszeit
1949 fand in Landau in der Pfalz die Südwestdeutsche Gartenschau (SÜWEGA) statt, 1950 folgte Stuttgart mit der Deutschen Gartenschau<ref>Stuttgarter Ausstellungs-GmbH (Hrsg.): Deutsche Gartenschau Stuttgart 1950. Plan und Führer. Stuttgart 1950.</ref> und 1951 dann die erste Bundesgartenschau in Hannover. Von Mai bis Oktober 1952 fand allerdings noch eine schlicht gehaltene 2. Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung (Gruga) in Essen statt. Angesichts von Bundes- und Landesgartenschauen führte Essen dann keine Gruga mehr durch. Essen veranstaltete die Bundesgartenschau 1965 (siehe unten).
Die höchste Besucherzahl einer BUGA erreichte die IGA in München 1983<ref name="BUGA-Statistik">Anzahl der Besucher der Bundesgartenschau und der Internationalen Gartenschau von 1951 bis 2013 (in Millionen). In: statista. Abgerufen am 9. Februar 2014 (kostenpflichtig).</ref> mit 11,5 Millionen Besuchern, bis zu 250.000 an einem Tag.<ref name="20jahre-westpark">Landeshauptstadt München – Baureferat: 20 Jahre Westpark – Landschaft zum Aufatmen. München 2005. Kapitel Planung und erste Bauphase, S. 10–15</ref> Die bisher zweithöchste Zahl an Besuchern hatte die Bundesgartenschau 1975 in Mannheim mit 8,1 Millionen Besuchern und war bis dahin die erfolgreichste BUGA.<ref name="gesch-mh">Stadt Mannheim, Michael Caroli, Ulrich Nieß (Hrsg.): Geschichte der Stadt Mannheim, Band 3: 1914–2007. Ubstadt-Weiher 2009, ISBN 978-3-89735-472-2.</ref> Nach der mit 7,3 Mio. Besuchern sehr erfolgreichen Internationale Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IGA Stuttgart 1993 ( vom 7. März 2014 im Internet Archive)</ref> gingen die Besucherzahlen der folgenden Ausstellungen stark zurück. Bis 2011 blieben die Besucherzahlen jeweils unter drei Millionen. Erst die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz übertraf diese Marke und zählte bis zu ihrem Ende am 16. Oktober 2011 insgesamt 3.558.274 Besucher,<ref>BUGA Koblenz 2011. In: Bundesgartenschau.de. Abgerufen am 9. Februar 2014.</ref> die damit den Besucherrekord einer Bundesgartenschau seit Einführung des elektronischen Zählsystems 1997 hält.<ref>Die Buga soll lange nachwirken in: Rhein-Zeitung, 17. Oktober 2011</ref> Die für 2025 geplante Bundesgartenschau in Rostock wurde ohne Ersatz abgesagt. Damit konnte zum ersten Mal in der Geschichte der Ausfall eines Bundesgartenschautermins nicht durch einen Ortswechsel verhindert werden.<ref>Rostock schafft es nicht – BUGA erstmals seit 70 Jahren abgesagt. n-tv.de, 22. Juni 2022, abgerufen am 19. September 2025.</ref> Die Absage der Stadt Osnabrück im Jahr 2006, die im Jahr 2003 den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2015 erhalten hatte, erfolgte hingegen so rechtzeitig, dass dieser Gartenschautermin nicht ungenutzt bleiben musste.<ref>Osnabrück stoppt Bundesgartenschau. welt.de, 22. November 2006, abgerufen am 19. September 2025.</ref>
1961 fand in Erfurt die Internationale Gartenbauausstellung „iga“ statt. Sie sollte ein Gegenentwurf der DDR zur Buga bzw. IGA sein. Die IGA Erfurt wurde 1991 in den heutigen egapark umgewandelt. Der egapark war das Herzstück der BUGA 2021 in Erfurt.
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| Jahr | Zeitraum | Stadt | Park | Land | Bemerkung | Logo |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1951 | 28. April – 31. Oktober |
Hannover | Stadtpark (Stadthallengarten) | Niedersachsen | erste und bis heute einzige Bundesgartenschau in Niedersachsen | |
| 1953 (IGA) |
30. April – 11. Oktober |
Hamburg | Planten un Blomen | Hamburg | erste Bundesgartenschau in Hamburg | |
| 1955 | 29. April – 16. Oktober |
Kassel | Karlsaue | Hessen | erste Bundesgartenschau in Hessen; die erste documenta fand als Beiprogramm statt | |
| 1957 | 29. April – 24. Oktober |
Köln | Rheinpark | Nordrhein-Westfalen | erste Bundesgartenschau in Nordrhein-Westfalen | |
| 1959 | 30. April – 17. Oktober |
Dortmund | Westfalenpark | Nordrhein-Westfalen | ||
| 1961 | 28. April – 15. Oktober |
Stuttgart | Oberer und Mittlerer Schlossgarten, Höhenpark Killesberg |
Baden-Württemberg | erste Bundesgartenschau in Baden-Württemberg | |
| 1963 (IGA) |
26. April – 13. Oktober |
Hamburg | Planten un Blomen, (Alter) Botanischer Garten, Kleine und Große Wallanlagen |
Hamburg | ||
| 1965 | 29. April – 17. Oktober |
Essen | Grugapark | Nordrhein-Westfalen | ||
| 1967 | 14. April – 23. Oktober |
Karlsruhe | Stadtgarten, Schlossgarten | Baden-Württemberg | ||
| 1969 | 25. April – 12. Oktober |
Dortmund | Westfalenpark | Nordrhein-Westfalen | EUROFLOR | |
| 1971 | 29. April – 24. Oktober |
Köln | Rheinpark, Riehler Aue | Nordrhein-Westfalen | ||
| 1973 (IGA) |
27. April – 7. Oktober |
Hamburg | Planten un Blomen, Kleine und Große Wallanlagen |
Hamburg | ||
| 1975 | 18. April – 19. Oktober |
Mannheim | Luisenpark, Herzogenriedpark | Baden-Württemberg | Mit 8,1 Millionen Besuchern bis dahin erfolgreichste BUGA<ref name="gesch-mh" /> | |
| 1977 | 29. April – 23. Oktober |
Stuttgart | Unterer Schlossgarten | Baden-Württemberg | Datei:BUGA1977 S.jpg | |
| 1979 | 27. April – 21. Oktober |
Bonn | Rheinaue | Nordrhein-Westfalen | ||
| 1981 | 30. April – 18. Oktober |
Kassel | Fuldaaue, Karlsaue | Hessen | ||
| 1983 (IGA) |
28. April – 9. Oktober |
München | Westpark (Mollgelände) | Bayern | erste Bundesgartenschau in Bayern; rd. 11,5 Millionen Besucher, davon an Spitzentagen über 250.000;<ref name="20jahre-westpark" /> besucherreichste Bundesgartenschau<ref name="BUGA-Statistik" /> |
Datei:Logo IGA Muenchen 1983.svg |
| 1985 | 26. April – 20. Oktober |
Berlin | Britzer Garten | Berlin | erste Bundesgartenschau in Berlin | |
| 1987 | 30. April – 11. Oktober |
Düsseldorf | Volksgarten, Südpark | Nordrhein-Westfalen | ||
| 1989 | 21. April – 15. Oktober |
Frankfurt am Main | Niddapark | Hessen | mit Panoramabahn | Datei:Logo BUGA 1989.jpg |
| 1991 | 26. April – 20. Oktober |
Dortmund | Westfalenpark | Nordrhein-Westfalen | ||
| 1993 (IGA) |
23. April – 17. Oktober |
Stuttgart | Grünes U (Höhenpark Killesberg, Wartberg, Leibfriedscher Garten, Rosensteinpark) |
Baden-Württemberg | mit Panoramabahn | |
| 1995 | 29. April – 8. Oktober |
Cottbus | Elias- und Spreeauenpark | Brandenburg | erste Bundesgartenschau in Brandenburg und in den neuen Bundesländern; Cottbus sprang nach Absage Berlins erst 1993 als Ausrichter ein |
Datei:Buga 95 Cottbus Logo.svg |
| 1997 | 19. April – 5. Oktober |
Gelsenkirchen | Nordsternpark | Nordrhein-Westfalen | erste Bundesgartenschau auf einer ehemaligen Kohleindustriefläche, mit Panoramabahn | |
| 1999 | 23. April – 17. Oktober |
Magdeburg | Elbauenpark | Sachsen-Anhalt | erste Bundesgartenschau in Sachsen-Anhalt, mit Panoramabahn | Datei:Buga Magdeburg.png |
| 2001 | 21. April – 7. Oktober |
Potsdam | Volkspark (Bornstedter Feld) | Brandenburg | zu den Hauptattraktionen gehörten die Motive „Orte am Fluss“, „Historische Innenstadt“, „Feldflur“ und „Biosphäre Potsdam“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seite zur Bundesgartenschau in Potsdam ( vom 24. Mai 2011 im Internet Archive)</ref> | |
| 2003 (IGA) |
25. April – 12. Oktober |
Rostock | IGA-Park | Mecklenburg-Vorpommern | erste Bundesgartenschau in Mecklenburg-Vorpommern | Datei:IGA Rostock 2003 Logo.gif |
| 2005 | 28. April – 9. Oktober |
München | Riemer Park | Bayern | Datei:Bundesgartenschau 2005 Logo.svg | |
| 2007 | 27. April – 14. Oktober |
Gera, Ronneburg |
Hofwiesenpark, Neue Landschaft Ronneburg |
Thüringen | erste Bundesgartenschau in Thüringen und erste in zwei Städten | Datei:Buga 2007 Gera Logo.svg |
| 2009 | 23. April – 11. Oktober |
Schwerin | Innenstadt, rund um das Schloss und den Schweriner Schlossgarten | Mecklenburg-Vorpommern | Datei:Buga 2009 Schwerin Logo.svg | |
| 2011 | 15. April – 16. Oktober |
Koblenz | Drei Kernbereiche: Blumenhof am Deutschen Eck, Kurfürstliches Schloss und Festung Ehrenbreitstein |
Rheinland-Pfalz | erste Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz | Datei:Buga 2011 Koblenz Logo.svg |
| 2013 (IGS) |
26. April – 13. Oktober |
Hamburg | Elbinsel Wilhelmsburg mit Georgswerder | Hamburg | Datei:IGS 2013 Hamburg.svg | |
| 2015 | 18. April – 11. Oktober |
Havel-Region →Brandenburg →Rathenow →Premnitz →Stölln →Havelberg |
Brandenburg, Sachsen-Anhalt |
stark dezentralisiert; erste länderübergreifende Bundesgartenschau |
Datei:BUGA Havelregion 2015 Logo.svg | |
| 2017 (IGA) |
13. April – 15. Oktober |
Berlin | „Gärten der Welt“, Erweiterungsflächen und Teile des Wuhletales |
Berlin | Als Testprojekt erste Gartenschau, deren Nachhaltigkeit nach dem FLL-Leitfaden Nachhaltige Freianlagen<ref>FLL – Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.</ref> zertifiziert wurde | |
| 2019 | 17. April – 6. Oktober |
Heilbronn | Neckarbogen | Baden-Württemberg | erste Bundesgartenschau mit Stadtausstellung | Datei:Buga2019.svg |
| 2021 | 23. April – 10. Oktober |
Erfurt | egapark, Petersberg, Gera-Aue (vom Nordpark bis zum Kilianipark) |
Thüringen | gleichzeitig 60. Jubiläum des egaparks, auf dem 1961 die erste internationale Gartenbauausstellung sozialistischer Länder stattfand | |
| 2023 | 14. April – 8. Oktober |
Mannheim | Konversionsgelände „Spinelli Barracks“, Feudenheimer Au, Luisenpark |
Baden-Württemberg | 2,2 Mio. Besucher<ref>https://www.mannheimer-morgen.de/orte/mannheim_artikel,-mannheim-mannheimer-buga-endet-mit-besucherrekord-_arid,2134102.html</ref> | |
| --- | Absage am 10. Juni 2022<ref>Buga Rostock: Madsen sagt Bundesgartenschau komplett ab – keine Verschiebung. Abgerufen am 10. Juni 2022.</ref> | |||||
| 2027 (IGA) |
Ruhrgebiet | Nordrhein-Westfalen | dezentralisiert | |||
| 2029 | Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal |
Koblenz bis Bingen/Rüdesheim | Rheinland-Pfalz, Hessen | stark dezentralisiert | ||
| 2031 | Wuppertal<ref>Roderich Trapp: Bundesgartenschau 2031: „Besonderer Moment“ im Rathaus. 29. März 2023, abgerufen am 25. Juni 2024.</ref> | drei Kernareale im Westen der Stadt (Wohnquartier Tesche, Zoo Wuppertal, Wupperpforte mit Königshöhe und Nützenbergpark) | Nordrhein-Westfalen | dezentralisiert | ||
| 2033 | Dresden | mehrere Park- und Grünanlagen und bisherige Trümmerberge (Südpark/Campus, Galopprennbahn, Kiessee/Trümmerberg Leuben, Geberbach) | Sachsen | erste Bundesgartenschau in Sachsen, dezentralisierte Standorte, geschätzte Kosten 120 Millionen Euro (Stand 2025)<ref>Sächsische Zeitung, 22./23.11.2025 Seite 17 Online</ref><ref>Bundesgartenschau 2033 in Dresden am 21. März 2024 auf tagesschau.de</ref> | ||
| 2035 | Dessau-Roßlau<ref>BUGA 2035: DBG nimmt Bewerbung Dessau-Roßlaus an. Abgerufen am 15. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Sachsen-Anhalt. Widerstand gegen Buga: Unterschriftenliste wird übergeben am 19. August 2024 auf tagesschau.de</ref><ref>Dessau-Roßlau stimmt ab: Buga 2035 kann wie beschlossen stattfinden. MDR Sachsen-Anhalt, 3. Dezember 2024, abgerufen am 11. Juli 2025.</ref> | Sachsen-Anhalt | ||||
| 2037 (IGA) |
Jüchen<ref>Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft vergibt Internationale Gartenausstellung 2037 an Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler. 11. Dezember 2024, abgerufen am 16. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | Tagebau Garzweiler | Nordrhein-Westfalen | |||
Kritik an Gartenschauen ab 1980
„Gartenschauen“ seien mit Steuermitteln kofinanzierte Leistungsschauen der Gartenbau-Industrie und ihrer Verbände. Sie sollten als touristische Attraktion dienen und Besucher in die veranstaltenden Städte locken. Im Jahr 2011 begrüßte der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen im Prinzip mit öffentlichen Mitteln (ko-)finanzierte Gartenschauen und konzentrierte seine Kritik auf die seiner Ansicht nach mangelnde Transparenz der Planungen und der Geldströme.<ref>NRW: Auch Steuerzahlerbund will Fortsetzung der Gartenschauen. DEGA Galabau. Das Magazin für den Garten- und Landschaftsbau, 30. September 2011, abgerufen am 11. September 2025.</ref>
Bereits 1980 hatte der Deutsche Werkbund angesichts der Bundesgartenschau in Kassel 1981 die Broschüre Durch Pflege zerstört veröffentlicht, die in Bild und Text detailliert aufzeigte, wie die historische Karlsaue in Kassel für die Schau hergerichtet, beschädigt und entstellt wurde. Der Soziologe und Nationalökonom Lucius Burckhardt forderte bereits damals zum Umdenken auf: „Nach dem Zweiten Weltkrieg“, so argumentierte er, „trugen Gartenschauen dazu bei, den Städten ihre Parks wiederzugeben oder sie instandzusetzen“, inzwischen aber gebe es kaum mehr „stadtnahe Freiflächen, die in Parks verwandelt werden können“, das Resultat bestehe darin, dass „einstmals brauchbare Parks zu reich instrumentiert und in deshalb nur mehr beschaubare Parks verwandelt werden.“<ref>Kassels Karlsaue – durch Pflege zerstört, in: Lotus International, Nr. 31, 1981</ref>
Im Zuge der Vorbereitungen für die igs 2013 in Hamburg-Wilhelmsburg wurden nach einem Bericht der „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ fast 2500 Bäume gefällt und mehr als 4000 laufende Meter Heckenbewuchs entfernt. Zur Anlage einer Lärmschutzwand wurde zudem eine 2860 Quadratmeter große Feuchtwiese trockengelegt. Hamburg gab insgesamt 70 Millionen Euro für die igs aus. Allein für die Anlage von 2500 Parkplätzen, die nur während der Gartenschau genutzt wurden, wurde ebenfalls dauerhaft Natur zerstört. Und selbst die Ausgleichsmaßnahmen im Osten der Elbinsel zerstörten nochmals intakte Biotope, da dort Feuchtgebiete und Wiesen umgestaltet wurden, um Platz für Baumpflanzungen zu schaffen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Opfergarten – Die Natur in Wilhelmsburg braucht 25 Jahre, um sich von der Gartenschau zu erholen ( vom 20. Februar 2013 im Internet Archive), HAN, 20. März 2012, S. 3 (abgerufen aus Internet Archive)</ref><ref>Die Elbinselnatur erholt sich erst in 25 Jahren – In Wilhelmsburg wurden rund 2000 Bäume abgeholzt. Bürgerschaftsabgeordneter kritisiert Ausgleichsmaßnahmen, Hamburger Abendblatt, 21. März 2012</ref>
Die IGS Hamburg 2013 führte zu einem Defizit in Höhe von 37 Millionen €, das durch die Stadt Hamburg ausgeglichen werden musste.<ref>Gartenschau-Bilanz: Bunte Beete, keine Knete. NDR 90,3, 13. Oktober 2013, abgerufen am 11. September 2025.</ref> Im Schwarzbuch 2024/2025 rügte der Bund der Steuerzahler die Insolvenz der Trägergesellschaft der Landesgartenschau Bad Gandersheim 2023 und die Belastung der Bürger Bad Gandersheims mit der Finanzierung der durch die Laga entstandenen ungedeckten Kosten in Höhe von 700.000 € für den Haushalt der Stadt.<ref>Schwarzbuch 2024/2025: Öffentliche Verschwendung. Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen e. V., abgerufen am 11. September 2025.</ref>
Siehe auch
Weblinks
- Literatur von und über Bundesgartenschau im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- www.bundesgartenschau.de
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang
Hannover 1951 |
Hamburg 1953 (IGA) |
Kassel 1955 |
Köln 1957 |
Dortmund 1959 |
Stuttgart 1961 |
Hamburg 1963 (IGA) |
Essen 1965 |
Karlsruhe 1967 |
Dortmund 1969 |
Köln 1971 |
Hamburg 1973 (IGA) |
Mannheim 1975 |
Stuttgart 1977 |
Bonn 1979 |
Kassel 1981 |
München 1983 (IGA) |
Berlin 1985 |
Düsseldorf 1987 |
Frankfurt 1989 |
Dortmund 1991 |
Stuttgart 1993 (IGA) |
Cottbus 1995 |
Gelsenkirchen 1997 |
Magdeburg 1999 |
Potsdam 2001 |
Rostock 2003 (IGA) |
München 2005 |
Gera/Ronneburg 2007 |
Schwerin 2009 |
Koblenz 2011 |
Hamburg 2013 (IGS) |
Havelregion 2015 |
Berlin 2017 (IGA) |
Heilbronn 2019 |
Erfurt 2021 |
Mannheim 2023 |
Rostock 2025 (abgesagt) |
Ruhrgebiet 2027 (IGA) |
Oberes Mittelrheintal 2029 |
Wuppertal 2031 |
Dresden 2033 |
Dessau-Roßlau 2035
Vorlage:Klappleiste/Ende