Internationale Gartenbauausstellung 1993
| Internationale Gartenbauausstellung 1993 | |
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| Briefmarke zur Gartenbauausstellung 1993; Motiv: Pflanzen (Nennwert 100 Pfennig) Briefmarke zur Gartenbauausstellung 1993; Motiv: Pflanzen (Nennwert 100 Pfennig) | |
| Allgemein | |
| Jahr | 1993 |
| Besucherzahl | 7.300.000 |
| BIE-Anerkennung | Gartenschau |
| Teilnahme | |
| Länder | 20 |
| Ausstellungsort | |
| Land | Deutschland |
| Ort | Stuttgart |
| Gelände | Wartberg und Höhenpark Killesberg |
| Kalender | |
| Eröffnung | 23. April 1993 |
| Schließung | 17. Oktober 1993 |
| Zeitliche Einordnung | |
| Vorgänger | Floriade 1992 |
| Nachfolger | Expo 1999 |
| Spezialausstellungen | |
| Vorgänger | Colombo '92 |
| Nachfolger | Expo 98 |
| Universalausstellungen | |
| Vorgänger | Expo 92 |
| Nachfolger | Expo 2000 |
| Zeitgleich | |
| Spezial | Expo 93 in Daejon |
Die Internationale Gartenbauausstellung 1993 (kurz: IGA 1993) fand vom 23. April bis zum 17. Oktober 1993 in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart statt.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 143.</ref> Sie war zugleich eine Bundesgartenschau.
Geschichte
Vorgeschichte
Die IGA 1993 war innerhalb von 54 Jahren bereits die siebte große Gartenschau, die in Stuttgart im 20. Jahrhundert ausgerichtet wurde. Das Grüne U wurde mit ihr vollendet.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 142.</ref> Es begann mit der Großen Frühjahrs-Gartenbauausstellung 1913 und der Württembergischen Gartenbau-Ausstellung 1924, wurde fortgesetzt mit der Reichsgartenschau 1939 auf dem Killesberggelände und der Deutschen Gartenschau 1950 am gleichen Ort. Die Bundesgartenschau 1961 bezog den „Oberen“ und „Mittleren Schlossgarten“ der Talaue in das Gartenschaukonzept ein. Die Bundesgartenschau 1977 verlängerte den grünen Arm in das Gelände des „Unteren Schlossgartens“ und kleine Teile des Rosensteinparks. Am Schwanenplatz wurden kleinere Parkteile der Umgebung integriert. Der IGA 1993 war es vorbehalten, die noch bestehende Lücke zwischen dem Höhenpark Killesberg und dem Rosensteinpark zu schließen.<ref>Übersichtskarte</ref> Es mussten hierfür zwei anspruchsvolle Terrains, der Wartberg und der Leibfriedsche Garten, optisch und funktional eingegliedert werden. Das lange avisierte Ziel, einen u-förmigen Grüngürtel durch die Stadt zu ziehen, wurde damit Realität.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IGA Stuttgart 1993 ( vom 7. März 2014 im Internet Archive)</ref><ref name="Arbogast">Ralf Arbogast, Stuttgart, Das grüne Erlebnis, S. 83–93.</ref>
Bewerbung und Vorbereitungen
Die Bewerbung zur IGA 1993 wurde im Gemeinderat bereits diskutiert, als die BUGA 1977 gerade erst ausgelaufen war.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 142.</ref> Den Zuschlag für die Internationale Gartenbauausstellung 1983 hatte schon München erhalten, sodass die Bemühungen dahin gingen, sich um die Schau in der Folgedekade, für 1993, zu bewerben.<ref group="Anm.">Internationale Gartenschauen fanden in zehnjährigem Rhythmus statt.</ref> 1984 bewarb sich die Stadt Stuttgart beim Zentralverband Gartenbau darum. Da die Konzeption „Verantwortungsbewußter Umgang mit der Natur in der Stadt“, überzeugte, erhielt die Stadt den Zuschlag.<ref name="Arbogast" />
Die Organisation und Abwicklung der Gartenbauveranstaltung lag in den Händen von Stuttgart und der vom Zentralverband Gartenbau gegründeten IGA Stuttgart´93 GmbH. Aufsichtsratsvorsitzender war der damalige Oberbürgermeister Manfred Rommel. Wie bereits 1977 war für die Vorbereitung der Provisorien und Daueranlagen das Technische Referat der Stadt Stuttgart unter der Leitung von Bürgermeister Hans-Dieter Künne verantwortlich.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 142.</ref> Im Gartenbauamt wurden Projektgruppen zur Unterstützung einer nachhaltigen Vorgehensweise gebildet.
Für den Ideen- und Realisierungswettbewerb wurden alle Landschaftsarchitekten mit Sitz in Deutschland zugelassen. Mit ausländischen Kollegen durften jedoch Arbeitsgemeinschaften gebildet werden. 105 Wettbewerbsunterlagen wurden angefordert, 24 Architekten und Architekturbüros reichten Beiträge ein. Den ersten Preis erhielt die Planungsgruppe unter Führung des Büros Hans Luz.<ref group="Anm.">Luz / Egenhofer / Bidlingmaier / Dübbers / Schlaich / Billinger / Bohnet (Garten- und Friedhofsamt, S. 142).</ref>
Flächen der Gartenschau
Die IGA 1993 fand auf einer Fläche von 100 ha statt.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 143.</ref> Diese teilte sich auf verschiedene – zum Teil schon bestehende und historische – Park- und Grünflächen auf:
Wartberg
Vegetationskundliche Gutachten ergaben, dass in einzelnen Arealen des vorgesehenen Geländes wertvolle Biotope lagen, mit denen äußerst sorgfältig umzugehen war.<ref name="Arbogast" /> Am Wartberg befand sich eine Landschaft extensiver Nutzung, nahezu ohne öffentliche Zugänge. Hecken, Gräben, Trockenmauern und Streuobstwiesen beherrschten das Gelände.
Am Wartberg dominierten zwei Hauptbelange die Gartenschau. Einerseits der Erhalt des Vorgefundenen, andererseits die Belange von Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen. Der Wartberghang wurden neu parzelliert, wobei auch 40 Dauerkleingärten entstanden. Das Wegenetz war 3,5 km lang, die Wege 5,5 m breit, aber nur in einer Breite von 3,5 m asphaltiert. Die Ränder von je einem Meter Breite wurden geschottert. Das reduzierte die Flächenversiegelung. Nach der Gartenschau sollte die Natur sich die Schotterstreifen „zurückholen“.<ref name="Arbogast" />
Optischer Blickfang des Wartbergs war der Egelsee. Durch eine Seengruppenbildung erhielt das Terrain den (Bei-)Namen „Krebsschwanz“. Die wasserspeienden geometrischen Figuren im See belebten die Ansicht der 5000 Quadratmeter großen Seefläche. Sie stammen von Hans Dieter Bohnet.
Leibfriedscher Garten
Kaum weniger anspruchsvoll als der Wartberg war das Gelände des Leibfriedschen Gartens, das einen waldartigen Parkbaumbestand aufwies, wie er heute noch in einem kleinen Segment um die Villa Moser<ref group="Anm.">Die Villa Moser ist das kriegszerstörte Anwesen des Schokoladenfabrikanten Eduard Otto Moser.</ref> besteht. Mehr als 20.000 Kubikmeter Erde mussten bewegt werden, um das Terrain des Leibfriedschen Gartens so herzurichten, wie es sich heute darbietet. Von der Bastion Leibfried lassen sich IGA-Gelände, Innenstadt und Neckartal überblicken. In fünf Stationen zeigte die Gartenschau die Entwicklungsgeschichte vom „reinen Naturraum“ zum „fertigen Garten“. Sich selbst überlassen blieb als Gegensatz dazu das Areal um die Villa Moser. An der „Löwentorstraße“ konstruierten die Architekten um das Büro Luz eine Mauer, in der ein Fachwerk aus Beton mit Trockenmauerwerk gefüllt wurde. Statische Stabilität und ökologischer Freiraum werden auf diese Weise kombiniert, denn Pflanzen und Tiere finden hier einen Lebensraum vor.
Killesberg
Seit 1979 wurde anlässlich seines 40-jährigen Bestehens untersucht, wie der Höhenpark Killesberg besser geschützt werden könne. Das städtische Gartenbauamt entwickelte gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur den Plan, ihn als Naturdenkmal einzustufen. Das Regierungspräsidium Stuttgart stellte den Park 1986 unter Denkmalschutz.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 143.</ref> Die Stadt suchte einen geeigneten Partner für die Gartendenkmalpflege, um den Park im Sinne von Hermann Mattern zu erhalten.<ref group="Anm.">Hermann Mattern hatte den Park in zwei Stufen 1939 und 1950 gestaltet (Garten- und Friedhofsamt, S. 144).</ref> Der Landschaftsarchitekt Peter Jordan wurde mit dieser Aufgabe betraut. Da nicht alle Interessen der Denkmalpflege und kontemporärer Nutzung miteinander vereinbar waren, kam es in Randbereichen zu Kompromissen.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 144.</ref> Der See im „Tal der Rosen“ wurde vertieft. Er erhielt eine Fontäne, die, dauerhaft in Betrieb, die Sauerstoffzufuhr verbesserte. Die Freilichtbühne Killesberg mit 4000 Plätzen wurde geschaffen.
Rosensteinpark
In der Kultivierung des Nadelöhrs zwischen den denkmalgeschützten Flächen des Rosensteinparks und des Höhenparks auf dem Killesberg lag eine große Herausforderung. Der Rosensteinpark war bereits vor 1993 ein Kulturdenkmal, eingreifende Veränderungen waren somit schwierig. Er durfte lediglich vorübergehend genutzt werden. Einzige Ausnahme war die vom Land Baden-Württemberg durchgeführte Ausstellung: „Vom Urtier zum Nutztier“, die als Ergänzung zum Zoologischen Garten Wilhelma vorgesehen war. Temporäre Bauten wurden an die Ränder des Parks gesetzt, um den Charakter des Areals als Englischer Landschaftsgarten<ref>Rosensteinpark (Englischer Landschaftsgarten)</ref> nicht zu beeinträchtigen.
IGA 1993
Die IGA 1993 wurde durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker eröffnet.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 147.</ref> Insgesamt besuchten 7,3 Millionen Menschen die Gartenschau.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 143.</ref> Damit wurden die Erwartungen der Veranstalter noch übertroffen. Es war mit einer Besucherzahl von 7 Millionen gerechnet worden.
Gärtnerische Anlagen
Die große Blumenwiese auf dem Killesberg wurde mit Begonien, Chrysanthemen, Pelargonien, Tagetes, Verbenen, Zinnien, Fleißige Lieschen, Löwenmäulchen und Nelken bepflanzt. Einige Blumenbeete waren Neuheiten von Pflanzen und Raritäten vorbehalten.
Nationengärten
Im Süden des Rosensteinparks fanden sich die „Nationengärten“.<ref>Nationengärten der IGA 93 Stuttgart (youtube-Film)</ref> Die Gestaltung der Anlage oblag den Landschaftsarchitekten Karola Brunken & Partner. 22 Nationen präsentierten sich auf einer Fläche von 52.000 m ². Die Gärten waren durch hölzerne Stege verbunden. Für die verschiedenen Länder wurden typische Pflanzen präsentiert, wie Apfel (Belgien, Schweiz, Niederlande), Olive (Iran, Sardinien und andere), Palme (Ägypten, Angola, Tunesien, Indien), Kirsche (China) oder Weintraube (Österreich, Ungarn, Türkei und Südafrika).<ref>Nationengärten der IGA 1993 (youtube)</ref> Ein besonderer Garten war der chinesische „Quing Yin Garten“,<ref>Der Chinesische Garten – Qing Yin Yuan (Freundschaftsgarten), Nationengärten der IGA 93 Stuttgart Nationengärten China (Quing Yin Garten)</ref> der „Garten der schönen Melodie“. Er kombinierte Bambus und verschiedene Nadelhölzer in für europäische Augen ungewöhnlicher Weise.<ref name="Arbogast" />
Friedhofskultur
Im südöstlichen Teil des Rosensteinparks zwischen dem Schloss Rosenstein und dem Museum am Löwentor wurde die Schau „Entwicklung der Friedhofskultur“ gezeigt. Hier wurden bekannte Bestattungsformen von Dolmengräbern bis zum Shintō-Friedhof vorgestellt.
Attraktionen
Grüne Universität
Im Norden des Rosensteinparks befand sich die „Grüne Universität“<ref>„Grüne Universität“, Internationale Gartenbauausstellung, Stuttgart</ref> mit einem temporären Pavillon, der mit seinen wechselnden Ausstellungen Einblick in die Lehre und Forschung der Universität Hohenheim ermöglichte.
Wohnen 2000
In einem Geländeabschnitt zwischen Löwentor und S-Bahn-Haltestelle Nordbahnhof wurde eine Siedlung errichtet, die im Rahmen „experimentellen Wohnungsbaus“ als „Vorbildsiedlung in einer benachteiligten Lage“ fungierte. Die Planungs- und Bauzeit lag zwischen 1989 und 1993. Die Finanzierung des Projekts übernahmen als Auftraggeber die „Stuttgarter Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft“, das „Siedlungswerk“, die „Landesentwicklungsgesellschaft“ und die „Gemeinnützige Baugenossenschaft Flüwo“.<ref>Experimentelle Solarhäuser Internationale Gartenschau</ref><ref name="Arbogast" /> Die Zusage der Leistungsträger war daran geknüpft, dass die Stadt sich finanziell beteiligte und die Grundstücke unter Marktpreis anbot. In der Folge entstand eine bunte, qualitativ ansprechende und moderne Siedlung zu moderaten Preisen, auch Mietwohnungen.<ref>Wohnhäuser (Experimentelles Wohnen auf der IGA). In: archINFORM.</ref> Akustische wie optische Benachteiligungen mussten in Kauf genommen werden, denn die Heilbronner Straße, eine der meistfrequentierten Straßen Stuttgarts, und der Personen- wie Güterzugverkehr der Bahnstrecke Stuttgart–Heilbronn führen unmittelbar vorbei.
Kunst
Auf Wartberg und Killesberg befanden sich Kunststationen:
- Hans Dieter Schaal entwickelte den Stangenwald im Killesbergpark und die Kunststation Villa Moser im Leibfriedschen Garten.
- Im Norden des Wartberggeländes verwirklichte Jeanette Zippel ihren Bienengarten.<ref>Jeanette Zippel, Biographische Daten</ref>
- Etwas südlicher liegt die Station Bei der Buche von Karina Raeck.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Höhenpark Killesberg ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Oktober 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 5,5 MB)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wartberg – on Top ( des Vorlage:IconExternal vom 12. November 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- Bei den Ausstellungshallen im Süden realisierte Claus Bury seine architektonische Skulptur Am Kreuzungsbogen.<ref>Claus Bury, Architektonische Skulpturen</ref>
- Von Hans Dieter Bohnet stammten die Kunststationen Im Keuper (eine Felswand, die an die früheren Tage des Killesberggeländes erinnern sollte, als das Areal noch ein wüster Steinbruch war) und Unter den Stangen, eine 80 m lange Stangenlinie. Die polierten Schnittflächen der Stangen zeigen exakt 308 m über dem Meeresspiegel an. Hieran soll verdeutlicht werden, wie steil das Wartberggelände an dieser Stelle ist.
- Hangaufwärts liegt ein monumentales Kunstwerk von Michael Singer, das Grottenloch.<ref>Michael Singer, Das Grottenloch (stuttgart.de)</ref> Um den Zusammenfluss zweier kleiner Bäche entstand eine riesige Installation aus Bronze, Holz, Natursteinen, Beton, Hecken und unterschiedlichsten Feuchtgebieten.
- Der holländische Künstler Herman de Vries schuf am IGA-Eingang Pragsattel aus Schmiedeeisen und Blattgold das Sanctuarium. Die Idee: In seinem Sanctuarium schützt ein Zaun symbolisch die Natur vor dem Menschen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Herman de Vries: Sanctuarium, 1993 mit Bild (stuttgart.de) ( des Vorlage:IconExternal vom 6. August 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- Am Übergang vom Leibfriedschen Garten in den Rosensteinpark stellte der US-amerikanische Bildhauer, Konzept- und Videokünstler Dan Graham sein Spiegelobjekt Gate of Hope auf, das mit einer ausgeklügelten optischen Verwirrungstechnik arbeitet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dan Graham: Gate of Hope, 1993 mit Bild (stuttgart.de) ( des Vorlage:IconExternal vom 6. August 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Bahnen
- Panoramabahn
Der Killesberg und die tiefer gelegenen Ausstellungsflächen der IGA 1993 waren mit einer Panoramabahn verbunden. Die Einschienenbahn befuhr einen knapp 4,5 km langen Rundkurs, der stellenweise ein bis zu 20%iges Gefälle aufwies. Die Bahn verließ das Ausstellungsgelände streckenweise. Es gab fünf Haltestellen: Rosensteinpark, Leibfriedscher Garten, Wartberg, Messe Stuttgart und Höhenpark Killesberg. Der Betriebshof der Panoramabahn befand sich auf einer Freifläche in der Ehmannstraße. Die Züge verkehrten mit etwa 20 km/h. Sie wurden vollautomatisch gesteuert. Die Bahn war eine der Hauptattraktionen der IGA. 1994 wurde sie nach Abschluss der Veranstaltung vereinbarungsgemäß vom Hersteller zurückgekauft und demontiert.
- Killesbergbahn
Auf dem Killesberg zog auch während der IGA 1993 die Killesbergbahn ihre Runden, die dort seit der Reichsgartenschau 1939 unterwegs ist.
Stege und Brücken, Verkehrsanbindung
Am Pragsattel wurden zwei Brücken in Stahlrohrkonstruktion errichtet. Zwei weitere dreiarmige Hängebrücken führen über den Bahnhof Stuttgart Nord und die „Heilbronner Straße“.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 143.</ref> Die Brücke am Löwentor hatte das Motto: „Oben Landschaft, unten Verkehr“.<ref>Die neu geschaffenen Brücken und Stege zur IGA</ref><ref>IGA 1993 Stuttgart Seilnetzsteg</ref> Die Planung und Bauüberwachung lag bei Schlaich Bergermann Partner.
- Brünner Steg (1992)
- Fußgängerbrücke Heilbronner Straße (1992)
- Lodzer Steg (1992)
- Samarasteg (I) (1992)
- Samarasteg (II) (1992)
Die 1990 eröffnete Haltestelle Pragsattel der Stadtbahn Stuttgart war gestalterischer Teil der Ausstellung, ein Eingang lag an der Haltestelle.<ref name="ssb-geschichte"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1868–2014 – Die Geschichte der Stuttgarter Straßenbahnen ( vom 26. April 2016 im Internet Archive), Stuttgarter Straßenbahnen AG, abgerufen am 26. April 2016.</ref>
Wissenswert
Das Maskottchen der Gartenschau hieß „Flori“, ein kauzartiger Blättervogel mit Cowboyhut.
Im Rahmen der IGA 1993 fanden überregionale Kongresse, Ausstellungen, Theateraufführungen und zahlreiche Konzerte (von Klassik bis Folklore und von Jazz bis Rockmusik) statt.
Nachwirkungen
Die sieben Stuttgarter Gartenschauen des 20. Jahrhunderts stellen eine Besonderheit der Gartenbaugeschichte in Deutschland dar. Sie verwirklichten zusammen über Dekaden ein großes Ziel, das „Grüne U“. Alle für die IGA 1993 geschaffenen Grünflächen werden weiterhin als Park- und Grünanlagen genutzt.<ref>Garten- und Friedhofsamt, S. 144.</ref>
Literatur
- Ralf Arbogast (Hrsg.): Stuttgart, Das grüne Erlebnis. Erholungslandschaften, Parks und Gartenschauen in Geschichte und Gegenwart. Silberburg, Tübingen/Stuttgart 1993, ISBN 3-87407-122-7.
- Irmela Euchner: Das Naturschauspiel: IGA Stuttgart, EXPO 93. V. Internationale Gartenbauausstellung in der Bundesrepublik Deutschland, 23. April bis 17. Oktober 1993. IGA, 1993.
- Garten- und Friedhofsamt der Stadt Stuttgart: Internationale Gartenbauausstellung IGA Stuttgart 1993. In: Deutsche Bundesgartenschau GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Bundesgartenschauen. Festschrift zur Geschichte der Bundes- und Internationalen Gartenschauen in Deutschland. Bonn 2001, S. 142–147.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Garten + Landschaft 103, 1993, Heft 7:
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Andreas Keil, Jörg Schlaich: Stege zur IGA. S. 49–52.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Christof Luz, Hans Luz: Gesamtplanung Daueranlagen: Das Grüne U. S. 18–28.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Frieder Luz: Wandel am Wartberg: Verdrängte Alltagskultur. S. 40–44.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Heiner Luz: Baumraster und Stauden: Pflanzplanung für die Daueranlagen. S. 29–31.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Dieter Reinborn: Kommunalpolitik: Selbsterzeugter Sachzwang. S. 13–17.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Georg Schiel: Internationale Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart. Offener Ideen- und Realisierungswettbewerb. S. 27–32.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Elisabeth Szymczyk-Eggert: Killesberg und Rosensteinpark: Die Schau in historischen Gärten. S. 45–48.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Martin Weiß: Begleitforschung: Der Ökologe als Bauleiter. S. 32–35.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Frank R. Werner: Das Kunstkonzept: Kunst-Natur-Schauspiele. S. 36–39.
- Rüdiger Lutz: IGA aktuell: IGA Stuttgart 93. V. Internationale Gartenbauausstellung in der Bundesrepublik Deutschland. IGA, 1993.
- Offizieller Ausstellungskatalog, IGA Stuttgart Expo 93.
Weblinks
- Bahnforum Stuttgart/Bahnen in Stuttgart/Stadt-/Straßenbahn/Stuttgart 1993 während der IGA
- Hannelore Niebuhr, Großprojekt IGA'93 - Ein Rückblick, Landeshauptstadt Statistisches Amt – Informationssystem Online-Information zu dieser Veröffentlichung Stuttgart www.stuttgart.de/statistik-infosystem http://www.stuttgart.de/item/show/305805/1/publ/15113 (PDF; 177 kB)
- Bilder der IGA 1993
- Planungsgeschichte des Killesbergturms
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Vorlage:Klappleiste/Anfang
Hannover 1951 |
Hamburg 1953 (IGA) |
Kassel 1955 |
Köln 1957 |
Dortmund 1959 |
Stuttgart 1961 |
Hamburg 1963 (IGA) |
Essen 1965 |
Karlsruhe 1967 |
Dortmund 1969 |
Köln 1971 |
Hamburg 1973 (IGA) |
Mannheim 1975 |
Stuttgart 1977 |
Bonn 1979 |
Kassel 1981 |
München 1983 (IGA) |
Berlin 1985 |
Düsseldorf 1987 |
Frankfurt 1989 |
Dortmund 1991 |
Stuttgart 1993 (IGA) |
Cottbus 1995 |
Gelsenkirchen 1997 |
Magdeburg 1999 |
Potsdam 2001 |
Rostock 2003 (IGA) |
München 2005 |
Gera/Ronneburg 2007 |
Schwerin 2009 |
Koblenz 2011 |
Hamburg 2013 (IGS) |
Havelregion 2015 |
Berlin 2017 (IGA) |
Heilbronn 2019 |
Erfurt 2021 |
Mannheim 2023 |
Rostock 2025 (abgesagt) |
Ruhrgebiet 2027 (IGA) |
Oberes Mittelrheintal 2029 |
Wuppertal 2031 |
Dresden 2033 |
Dessau-Roßlau 2035
Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Ulm/Neu-Ulm 1980 | Baden-Baden 1981 | Schwäbisch Hall 1982 | Lörrach 1983 | Reutlingen 1984 | Heilbronn 1985 | Freiburg im Breisgau 1986 | Ettlingen 1988 | Bietigheim-Bissingen 1989 | Sindelfingen 1990 | Hockenheim 1991 | Pforzheim 1992 | IGA Stuttgart 1993 | Bad Dürrheim 1994 | Böblingen 1996 | Mosbach 1997 | Plochingen 1998 | Weil am Rhein 1999 | Singen 2000 | Ostfildern 2002 | Kehl und Straßburg 2004 | Heidenheim an der Brenz 2006 | Bad Rappenau 2008 | Villingen-Schwenningen 2010 | Nagold 2012 | Schwäbisch Gmünd 2014 | Öhringen 2016 | Lahr/Schwarzwald 2018 | Überlingen 2021 | Neuenburg am Rhein 2022 | Wangen im Allgäu 2024 | Ellwangen 2026 | Rottweil 2028 | Ulm 2030 | Offenburg 2032 | Bad Mergentheim 2034 | Rastatt 2036
Grünprojekte und Gartenschauen („kleine Landesgartenschauen“)
Pfullendorf 2001 |
Nordheim 2003 |
Tuttlingen 2003 |
Ladenburg 2005 |
Rheinfelden (Baden) 2007 |
Rechberghausen 2009 |
Horb am Neckar 2011 |
Sigmaringen 2013 |
Mühlacker 2015 |
Bad Herrenalb 2017 |
Remstal 2019 |
Eppingen 2022 |
Balingen 2023 |
Freudenstadt/Baiersbronn 2025 |
Bad Urach 2027 |
Vaihingen an der Enz 2029 |
Bretten 2031 |
Benningen/Marbach am Neckar 2033 |
Riedlingen 2035