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Lumpy-skin-Krankheit

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Dermatitis-nodularis-Virus
Datei:Lumpy Skin Disease 01.jpg

Befallenes Rind in Indien, 2023

Systematik
Klassifikation: Viren
Realm: Varidnaviria<ref name="ICTV_MSL#35_VarV">ICTV: ICTV Taxonomy history: Variola virus, EC 51, Berlin, Germany, July 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35)</ref>
Reich: Bamfordvirae<ref name="ICTV_MSL#35_VarV" />
Phylum: Nucleocytoviricota<ref name="ICTV_MSL#35_VarV" />
Klasse: Pokkesviricetes<ref name="ICTV_MSL#35_VarV" />
Ordnung: Chitovirales<ref name="ICTV_MSL#35_VarV" />
Familie: Poxviridae
Unterfamilie: Chordopoxvirinae
Gattung: Capripoxvirus
Art: Capripoxvirus lumpyskinpox
Unterart: Lumpy skin disease virus
Taxonomische Merkmale
Genom: dsDNA linear
Baltimore: Gruppe 1
Symmetrie: komplex
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
Kurzbezeichnung
LSDV
Links

Die Lumpy-skin-Krankheit (Syn. Dermatitis nodularis, Knötchenkrankheit der Rinder, engl. Lumpy Skin Disease, franz. Dermatose nodulaire contagieuse) ist eine nicht auf den Menschen übertragbare Viruskrankheit bestimmter Arten von Wiederkäuern wie Rinder, Büffel und Bisons<ref name=faqch>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig FAQ – Lumpy-Skin-Krankheit (Dermatitis nodularis).] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV (Schweiz), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, die mit knotigen Veränderungen der Haut, der Schleimhäute und in den inneren Organen einhergeht. Betroffene Tiere sind ferner durch Abmagerung, vergrößerte Lymphknoten und Hautödeme gekennzeichnet und können an der Krankheit gelegentlich verenden.<ref>§ 2 Z 8 der Lumpy skin disease-Verordnung (BGBl. II Nr. 315/2017).</ref> Für die Viehhalter kann es zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten kommen. Die Übertragung geschieht hauptsächlich durch die Stiche blutsaugender Insekten, gelegentlich von Tier zu Tier.<ref name=faqch/>

Vorkommen und Ausbrüche

Herkunft und Ausbrüche bis 2022

Die Erkrankung ist in Afrika und im Nahen Osten endemisch und breitet sich seit den 2010er Jahren nach Europa und Südostasien aus. 2012 gab es erste Fälle im Mittleren Osten.<ref name=fli>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Lumpy Skin Disease (LSD).] Friedrich-Loeffler-Institut, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Die ersten Berichte über die Krankheit kamen 1929 aus Nordrhodesien (heute Sambia)<ref name=thai/>. Dort trat sie in irregulären Abständen auf, bis es 1943 zu einem Befund im benachbarten Botswana und 1945 in Südrhodesien (heute Simbabwe) kam. Ebenfalls ab 1945 war Südafrika betroffen, wo in der Folge etwa acht Millionen Rinder betroffen waren und es zu schweren wirtschaftlichen Schäden kam. Südafrikanischen Arbeitern wurde auch bewusst, dass es sich um eine übertragbare Krankheit handelt. 1957 erreichte die Krankheit Ostafrika, wo sie seitdem wiederholt auftrat. In den 1970ern wurden Fälle im Sudan bekannt und zwischen 1970 und 1985 wurden die meisten Zentral- und Westafrikanischen Länder erreicht. 1988 kam es zu ersten Ausbrüchen in Ägypten, und 1989 in Israel. Anfang der 1990er Jahre galt die Krankheit als enzootisch in ganz Subsahara-Afrika einschließlich Madagaskar und in Ägypten.<ref></ref>

In Europa wurden erstmals 2015 Ausbrüche registriert, die alle in Griechenland nahe der türkischen Grenze auftraten.<ref>Lumpy Skin Disease erstmals in Griechenland nachgewiesen</ref> 2016 hatte sich die Erkrankung auf den gesamten südlichen Balkan (Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Albanien, Montenegro und Kosovo) ausgebreitet.<ref name="Hoffmann">Donata Hoffmann et al.: Lympy Skin Disease. In: Dt. TÄBl. Band 64 2016, Heft 9, S. 1350–1053.</ref> Durch Impfprogramme konnte das Ausbruchsgeschehen bis Ende 2017 unter Kontrolle gebracht werden. Der Stand Januar 2026 letzte Ausbruch in der Türkei erfolgte 2021.<ref name=fli/>

2019 wurde die Krankheit in Bangladesh, Indien und China gefunden, 2020 in weiteren asiatischen Ländern, darunter Vietnam und Myanmar. 2021 gab es erste Fälle in Thailand.<ref name=thai/> In Indien trat 2022 in sechs Bundesstaaten eine Epidemie auf, der 57.000 Rinder zum Opfer fielen.<ref>57,000 cattle died so far from Lumpy Skin Disease; Centre asks States to boost vaccination process, The Hindu, 8. September 2022</ref>

2025, 2026: Italien, Spanien und Frankreich

Am 21. Juni 2025 trat das erste Mal seit 2017 ein Fall von Lumpy-Skin Disease in der Europäischen Union auf, bei einem Rind auf Sardinien.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Lumpy Skin Disease – Tierseuche breitet sich in der Europäischen Union aus.] Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (Deutschland), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Wenige Tage später wurden weitere Ausbrüche auf Sardinien und einer in der Lombardei (Mantua<ref name=fli/>) entdeckt.<ref>Lumpy Skin Disease: Impfung von Rindern in der Schweiz. Thieme vet. Abruf 23. Jui 2025.</ref> Am 29. Juni 2025 wurde ein erster Fall in Frankreich festgestellt, im Département Savoie an der italienischen Grenze. Am 25. Juli 2025 wurde wegen einer von der Krankheit betroffenen Herde, die nach Entdeckung getötet worden war, am Col des Saisies die Route der Tour de France in der 19. Etappe verlegt.<ref>Bobbie Jackson: Tour de France route changed because of diseased cows. In: BBC News. 25. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bis 11. Oktober 2025 waren weitere nahegelegene Departements betroffen: Haute-Savoie, Ain, Rhône und Jura. Bis 22. Oktober 2025 fand man die Krankheit in diesen Departements in 83 Betrieben.<ref name=dnc1022></ref>

Am 3. und 5. Oktober wurden Fälle in zwei Ställen in Katalonien, im Norden von Spanien entdeckt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Lage zu LSD: Stabile Lage in Italien und Frankreich, erste Fälle in Spanien, Impfkampagnen angelaufen.] In: Website des Friedrich-Loeffler-Instituts. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Februar 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Datei:Barrage routier d'agriculteurs en Occitanie, le 22 décembre 2025 (02).jpg
Straßensperre in Südfrankreich aus Protest gegen die Keulung befallener Rinderherden am 22. Dezember 2025 in der Nähe von Gimont.

Im Oktober wurden Fälle in drei Betrieben im französischen Département Pyrénées-Orientales an der spanischen Grenze gefunden, hier vermutlich aus Spanien eingeschleppt. In allen betroffenen französischen Ställen wurden bis Ende Oktober 2650 Tiere getötet.<ref name=dnc1022/>

Die französischen Behörden reagierten mit Keulung aller Tiere in den betroffenen Herden, mit Transportverboten von Rindern in Zonen um die Ausbrüche herum und mit großangelegten Impfaktionen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Während in den Alpen-nahen Départements die letzten Ausbrüche im Herbst des Jahres auftraten<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Dermatose nodulaire contagieuse des bovins (DNC) : point de situation.] Französisches Landwirtschaftsministerium, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, zogen sich Fälle in der Nähe der spanischen Grenze bis ins neue Jahr. Im Département Aude, nördlich an Pyrénées-Orientales angrenzend, wurde nur ein Fall, am 14. Dezember in Pomas, entdeckt. Im Département Ariège, das westlich an Pyrénées-Orientales und Aude angrenzt, war am 2. Januar 2026 ein Fall aufgetreten.<ref></ref> Schon zuvor gab es einen Fall in Juzet-d’Izaut im Département Haute-Garonne, westlich von Ariège.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Dermatose nodulaire contagieuse : un nouveau cas détecté dans une exploitation d’une soixantaine de bêtes en Occitanie.] In: Midi Libre. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Die Keulung der befallenen Rinderherden befeuerte wütende Proteste der Bauern, welche sich gleichzeitig auch gegen den Abschluss des Freihandelsabkommen EU-Mercosur richteten. Im Südwesten Frankreichs kam es im Dezember 2025 und bis in den folgenden Januar zu zahlreichen Straßenblockaden, darunter Blockaden mehrerer Autobahnen, einige für Wochen.<ref> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig REPLAY Blocage des agriculteurs : le point sur l’évolution des perturbations en Occitanie, l’appel du gouvernement à une trêve pour Noël.] In: Midi Libre. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Blocage des agriculteurs : la mobilisation faiblit mais ne rompt pas, voici où en sont les rassemblements.] In: Midi Libre. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Colère des agriculteurs : les tracteurs sont de nouveau entrés dans Paris, le barrage de l'autoroute A64 près de Toulouse levé.] In: L'Indépendant. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Auch der Mittelmeer-Hafen von Sète war betroffen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Blocage des agriculteurs : la Confédération paysanne a mené une opération sur le port de Sète et rencontré son instance dirigeante.] In: Midi Libre. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Mitte Januar war die Seuche auch im Süden Frankreichs eingedämmt, dank der Impfkampagne und des Winterwetters, bei dem die übertragenden Insekten wenig aktiv waren. In den Départements Ariège und Pyrénées-Orientales waren 100 % der Rinder, in Aude 96 %, in Hautes-Pyrénées 96 % und in Haute-Garonne 93 % des Bestandes geimpft.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Dermatose nodulaire : la crise se calme grâce à la vaccination et au froid, le nouveau point sur les chiffres.] In: Midi Libre. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Ende Januar wurden für Frankreich insgesamt 117 Ausbrüche in 11 Départements gezählt, sowie 79 auf Sardinien, einer in der Lombardei und 18 in Katalonien. Die letzten Fälle in Italien und Spanien traten am 11. November und 7. Januar auf.<ref name=faqch/>

Ätiologie und Verbreitung

Der Erreger ist das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (LSDV, veraltet Capripoxvirus bovis nodularis) aus der Gattung Capripoxvirus, Unterfamilie Chordopoxvirinae und der Familie der Poxviridae, auf Deutsch Pockenviren. Der Erreger ist verwandt mit jenem der Pockenseuche der Schafe und Ziegen.<ref name=thai/>

Die Viruspartikel sind behüllt und enthalten ein Doppelstrang-DNA-Genom mit etwa 151 Kilobasen (kb) Länge. An den Enden befinden sich 2,4 kb lange inverted terminal repeats, die einen zentralen Bereich mit 156 offenen Leserastern (ORFs) einschließen, die für Proteine mit 53 bis 2025 Aminosäuren Länge kodieren. Wenigestens 30 sind strukturelle Proteine, die eine Rolle bei der Viruspartikel-Entstehung spielen.<ref name=thai></ref>

Die Krankheit ist in Afrika endemisch. Hauptwirt ist das Rind, aber auch Büffel, Giraffen und Impalas sind empfänglich. Die Morbidität beträgt 5 bis 45 %, die Mortalität ist mit 1 bis 5 % jedoch niedrig. Bei ungeimpften Rindern tritt alle fünf bis sechs Jahre eine Epidemie auf. Das Virus wird vorwiegend über Stechinsekten wie Stechmücken und Bremsen verbreitet, wobei die Übertragung rein mechanisch erfolgt. Auch eine Verbreitung durch mit virushaltigem Speichel verunreinigten Gegenständen ist möglich. Bei der Epidemie in Europa 2025 wurde vermutet, dass die Verbreitung über Entfernungen von 50 km durch illegale Verbringung von Tieren trotz Transportverbot begünstigt wurde.<ref name="Hoffmann" /><ref name=faqch/>

Einige Virusstäme konnten in Experimenten Schafe und Ziegen infizieren. Es wurde jedoch keine Krankheit verursacht und diese Arten sind kein Reservoir für die Viren. Mit dem Erkenntisstand von Januar 2026 spielen sie keine Rolle bei der Verbreitung der Krankheit.<ref name=faqch/>

Klinik

Datei:Lumpy Skin disease vetsci-12-01108-g001a.png
Befallene Rinder in Singapur, 2022.
Datei:Zebu bull with Lumpy Skin Disease(LSD) - Un taureau zébu avec le dermatose nodulaire contagieuse - Yëkk bu niouy wax zebu bu am dermatoos bu am solo.jpg
Zebu mit ausheilender Krankheit im Senegal, 2024

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 4 Wochen.

Symptome sind Fieber, Lymphknotenschwellungen, vermehrter Augenausfluss und Nasenausfluss, allgemeine Schwäche und Verminderung der Milchleistung. Knotige Hautveränderungen (Noduli) treten besonders an Kopf, Hals, Rücken und Eutern auf. Diese sind manchmal unauffällig und nur ertastbar. Asymptomatische Infektionen kommen ebenfalls vor, wodurch das Auftreten der Krankheit in einem Rinderbestand möglicherweise nicht erkannt wird.<ref name=fli/>

Aufgrund des Erscheinungsbildes erhielt die Krankheit ihren Namen (von engl. lump – Klumpen und skin – Haut). Die Knoten zerfallen nekrotisch und werden häufig bakteriell sekundär infiziert.

Diagnose

Das klinische Bild erlaubt bereits eine Verdachtsdiagnose. Beweisend ist die Virusisolierung und -identifikation durch Elektronenmikroskopie oder immunologische Methoden (ELISA). Antikörper können durch Immunfluoreszenz, Virusneutralisationstest und Western Blot nachgewiesen werden. Als Labormaterial sind Proben von veränderten Hautarealen mit Krusten und Noduli (Hautstanzen, Geschabsel), Speichel- und Blutproben geeignet.<ref>TÄ Kristin Resch: Lumpy Skin Disease (LSD) – Hautknotenkrankheit der Wiederkäuer. In: milchpraxis.com. DLG AgroFood Medien GmbH, abgerufen am 13. Oktober 2021.</ref><ref name=fli/>

Bekämpfung

In Deutschland ist die Tierseuche in der Anlage 1 der Tierseuchenmeldeverordnung (TierSeuchMeldV) vom 10. März 2026 gelistet und es besteht eine allgemeine Meldepflicht nach § 3 für Infektionen von Rindern, Schafen und Ziegen.<ref>Verordnung über die Meldung von Seuchen bei Tieren (Tierseuchenmeldeverordnung – TierSeuchMeldV)</ref>

In der Schweiz ist es eine meldepflichtige Tierseuche.<ref name="blv">Lumpy skin disease (Dermatitis nodularis). blv.admin.ch</ref> Die Impfung ist in der Schweiz nicht zugelassen und außerhalb der Überwachungszonen verboten.<ref name="blv" /> Mit dem Ausbruch im Juni 2025 im angrenzenden Frankreich wurden jedoch in der Überwachungszone, die in der Schweiz vorerst der Kanton Genf und die angrenzende Region Terre Sainte des Kantons Waadt umfasste, vorsorglich alle empfänglichen Tiere (Rinder, Büffel und Bisons) geimpft.<ref>Rinder im Kanton Genf und Teilen der Waadt werden gegen Lumpy-Skin-Krankheit geimpft. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, 18. Juli 2025, abgerufen am 25. August 2025.</ref> Gegen Ende Juli wurde die Überwachungszone in der Schweiz um Teile des Kantons Wallis (Regionen Champéry, Finhaut und Ferret) erweitert.<ref>Lumpy-Skin-Krankheit - Obligatorische Impfung von über 2'000 Rindern im Kanton Wallis. Dienststelle für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kantons Wallis, 25. Juli 2025, abgerufen am 25. August 2025.</ref> Während des Ausbruchsgeschehens 2025 wurden in Frankreich mehrere Hundert Tiere gekeult.<ref>Lumpy-Skin: Erster Ausbruch bei Rinderherde nahe Genf. In: schweizerbauer.ch. 24. August 2025, abgerufen am 25. August 2025.</ref>

In Endemiegebieten werden Lebendimpfstoffe auf der Basis des Schafpockenvirus eingesetzt.

Einzelnachweise

<references responsive/>

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