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Fessenheim

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Fessenheim
Fassana
Datei:Blason de la ville de Fessenheim (68).svg
Staat FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Ensisheim
Gemeindeverband Alsace Rhin Brisach
Koordinaten 47° 55′ N, 7° 32′ OKoordinaten: 47° 55′ N, 7° 32′ O
 {{#coordinates:47,915277777778|7,5361111111111|primary
dim=20000 globe= name=Fessenheim region=FR-68 type=city
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Höhe 201–215 m
Fläche
Einwohner 2.345 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 68740
INSEE-Code 68091
Website fessenheim.fr

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Datei:Fessenheim, Mairie.jpg
Bürgermeisteramt (Mairie)
Datei:Fessenheim, Église Sainte-Colombe.jpg
Kirche St. Kolumba
Datei:Fessenheim, Église Sainte-Colombe à l'intérieur.jpg
Innenansicht der Kirche

Fessenheim <templatestyles src="IPA/styles.css" />[fɛsən(h)ajm] <phonos file="LL-Q150 (fra)-Mathieu Kappler-Fessenheim.wav"></phonos> (elsässisch Fassana) ist eine französische Gemeinde mit 2345 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé, zum Kanton Ensisheim und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Communauté de communes Alsace Rhin Brisach. Die Bewohner werden Fessenheimois und Fessenheimoises genannt.

Geographie

Die Gemeinde Fessenheim liegt im Oberelsass, etwa 25 Kilometer nordöstlich von Mülhausen am Rheinseitenkanal bzw. am Rhein und damit an der Grenze zu Deutschland.

Geschichte

In alten Urkunden kommt der Ort vor als in villa vel in fine Fetzenheim marca (768), in villa vel fine qui vocatur Fezinhaim (778), in Vescenheim iuxta Renum (1180), Vessenhein (1341), Vessenheim (14. Jh.), rector in Vessenheim (1441), Veszenheim (17. Jh.) und Fessenheim (1619).<ref name=Kraus > Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band II: Ober-Elsass, Friedrich Bull, Straßburg 1881, S. 90–91 (Google Books).</ref><ref name="Jan">Hermann Ludwig von Jan: Das Elsass zur Karolingerzeit. Nachweise zur Ortskunde und Geschichte des Besitzes der reichsländischen Vorzeit. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheines, Neue Folge, Band VII, Freiburg i. B. 1892, S. 193–248, insbesondere S. 210 (Google Books).</ref>

Das Dorf lag auf dem Territorium des Heiligen Römischen Reichs, und einige seiner ehemaligen Besitzer seit dem 14. Jahrhundert sind namentlich bekannt.<ref name="StatistMit">Die alten Territorien des Elsaß nach dem Stand vom 1. Januar 1648. Mit Ortsverzeichnis und zwei Kartenbeilagen. Statistische Mittheilungen über Elsaß-Lothringen, Heft 27. Herausgegeben vom Statistischen Bureau für Elsaß-Lothringen. Verlag M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1896, S. 48–49 (Google Books).</ref> Im Jahr 1680 wurde die Ortschaft vom Königreich Frankreich annektiert.<ref name="du Prel">Maximilian du Prel: Die Deutsche Verwaltung in Elsass-Lothringen 1870-1879. Denkschrift mit Benutzung amtlicher Quellen. Karl J. Trübner, Straßburg 1879, S. 7, Ziffer 4 (Google Books).</ref>

Seit 1714 befand sich das Dorf im Besitz des Deutschen Ordens.<ref name="Walter"> Theobald Walter: Zur Geschichte des Deutschritterordens im Oberelsass, in: Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Litteratur Elsass-Lothringens, 14. Jahrgang, Straßburg 1898, S. 3–55, insbesondere S. 44–52 (Google Books); Nachtrag zur Geschichte des Deutschritterordens im Jahrb. XIV, in: 15. Jahrgang, Straßburg 1899, S. 44 (Google Books).</ref><ref name="StatistMit" /> Die hohe Gerichtsbarkeit in Fessenheim übte während dieser Zeit ein Amtmann der Landesregierung mit Hilfe eines Amtsschreibers aus. Die niedere Gerichtsbarkeit dagegen lag bis zur Französischen Revolution in den Händen des Ordens, der hier auch über das Jagdrecht verfügte.<ref>Theobald Walter, ebenda, S. 36 (Google Books).</ref> Nach der Überweisung des umfangreichen Grundbesitzes des Ordens in Fessenheim 1785 an einen Pächter bemächtigte sich die Revolution des gesamten Besitztums; am 26. Pluviose II gelangte anlässlich einer Versteigerung alles Acker- und Wiesenland des Ordens samt drei Häusern mit allem Zubehör zum Preis von 70.500 Livres an die Breisacher Bürger Johann Keck und Johann Meyer.<ref>Theobald Walter, ebenda, S. 52 (Google Books).</ref>

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsass zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Gebiet aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt, und die Ortschaft stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

Bevölkerungsentwicklung

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 481 896 1653 2002 2000 2097 2250 2267

Bauwerke

Gemeindepartnerschaften

Fessenheim unterhält Partnerschaften mit den Gemeinden Schœlcher auf Martinique und Hartheim am Rhein (seit 1993) am gegenüberliegenden Rheinufer im Breisgau.

Zweckverband

Fessenheim ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.<ref>gemeinde-eschbach.de</ref>

Persönlichkeiten

  • Als Pfarrer und Schriftsteller wirkte und verstarb Gregor Rippel (1681–1729), ein katholischer Theologe und Geistlicher, in Fessenheim.
  • Marc Schœlcher, der Vater von Victor Schœlcher (1804–1893) wurde in Fessenheim geboren: Victor Schœlcher setzte die Befreiung der Sklaven in den französischen Kolonien durch (Jahrestag 27. April 1848).<ref>Otmar Faller: Gegen die Sklaverei. badische-zeitung.de, Hartheim, 2. Januar 2015 (5. Juni 2015)</ref> So existierte seit etwa 1985 ein privates Schœlcher-Museum (Maison Schoelcher) am Ort; nach seiner Schließung wurde in einem örtlichen Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert das Museum Victor Schœlcher etabliert (Eröffnung am 7. Juni 2015).<ref>Annette Mahro: Kämpfer für Gerechtigkeit. Der Sonntag, 31. Mai 2015 (5. Juni 2015)</ref> Auch im Musée de la Hardt wird Schœlcher anhand von Exponaten gewürdigt, welche mit seiner Lebensaufgabe zu tun haben.<ref>hcw: Gedenken an einen Kämpfer gegen die Sklaverei. badische-zeitung.de, Lokales, Hartheim, 7. Mai 2011</ref>
  • Der evangelische Theologe und Politiker Theodor Schmidt (1867–1942) wurde in Fessenheim geboren.

Trivia

Bei der Präsidentschaftswahl 2022 erhielt Marine Le Pen in Fessenheim 62 Prozent der Stimmen und Emmanuel Macron 38 Prozent.<ref>Bärbel Nückles: Im Elsass wird der Bruch zwischen Stadt und Land besonders deutlich. In: badische-zeitung.de. 25. April 2022, abgerufen am 26. Februar 2024.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Band 1. Flohic Editions, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 355–359.

Weblinks

Commons: Fessenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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