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Zurückgekehrt, beschickte Dammann noch im selben Jahr die Große Berliner Kunstausstellung. Auf dieser alljährlich veranstalteten Ausstellung war er bis 1913 immer mit mindestens einem Werk vertreten. Ab 1895 arbeitete er als selbstständiger Bildhauer. Neben kleineren Auftragsarbeiten erstellte er den Nachtwächterbrunnen für den Marktplatz in Linden, der am 20. September 1896 enthüllt wurde. Noch im selben Jahr heiratete er Frida Martha Hirschwald (1878–1952). Das Paar hatte einen Sohn namens Fedor.<ref name="wer1828">Wer ist’s? IX. Ausgabe, Verlag Hermann Degener, Leipzig 1928.</ref> 1902 wurden zwei Büsten für die Professoren Ernst Friedrich Gurlt und Carl Heinrich Hertwig fertiggestellt, deren Finanzierung tierärzliche Kreise übernommen hatten. Sie erinnerten an deren Wirken in der Thierarzneischule in Berlin.<ref>Lokales > Marmorbüsten für zwei Tierärzte, von Hans Dammann. In: Königlich privilegierte Berlinische Zeitung, Nr. 132 (Abendausgabe), 19. März 1902, S. 10.</ref>
Zuletzt lebte Dammann in der Schinkelstraße 2<ref>Adressbuch 1942</ref> im Ortsteil Grunewald von Berlin, wo er auch gestorben ist.<ref>Dammann, Hans im Lexikon von Berlingeschichte.de.</ref><ref>Sterberegister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 1096.</ref>
Arbeiten
Friedhofskunst: Grabdenkmäler
Weitere Aufträge für Denkmäler im öffentlichen Raum blieben vorläufig aus, so dass sich Hans Dammann einer Werkstatt für Friedhofskunst in Plauen anschloss, die seine Entwürfe an Interessenten weiter vermittelte. Eines der ersten Modelle aus dieser Kooperation, sein Werk „der Schlaf“, fand auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1899 großes Interesse. Als Trauerfigur fand sie am Grabdenkmal für Dammanns Schwiegereltern Hirschwald auf dem III. Friedhof der Luisengemeinde in Berlin-Charlottenburg Aufstellung. In der Folgezeit schuf er etwa 130 Grabdenkmäler, darunter monumentale Grabbauten auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Berlin-Charlottenburg und auf dem Friedhof Wilmersdorf.<ref>Barbara Leisner, Heiko K. L. Schulze, Ellen Thormann: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Verlag Hans Christians, Hamburg 1990, S. 189.</ref>
In Hamburg schuf Hans Dammann im Bereich des Ohlsdorfer Friedhofs zwischen 1906 und 1936 mindestens 18 Grabmäler.<ref name="wer1828" />
Besondere Anerkennung verschaffte ihm, dass von ihm als ersten und seinerzeit als einzigen deutschen Künstler eine Skulptur auf dem Cimitero Monumentale in Mailand aufgestellt worden war.<ref name="wer1828" />
Johannisfriedhof (Bielefeld), Grab Heidsieck-Scharrnbeck, 1902<ref name="MSG">Martina Samulat-Gede: Der Bildhauer Hans Dammann (1867–1942) und sein künstlerisches Werk in Beispielen. Schriftenreihe des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e. V., Band 9. 2003</ref>
Skulptur „Aux Morts“, vorgestellt auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1904
Luisenstädtischer Friedhof (Berlin), Grab Kühnel, 1904, Galvano<ref>Peter Bloch: Grabmäler in Berlin II / Exempel: Der Luisenstädtische Kirchhof in Kreuzberg. S. 61f.</ref> (Skulptur verschollen)
Nordfriedhof (Wiesbaden), Grab Baum (2004 neu belegt), Marmor, 1906<ref>Hans Georg Buschmann: Der Nordfriedhof Wiesbaden und seine Vorgänger. S. 180f, 481</ref>
Stadtfriedhof Engesohde (Hannover), Grab Weidlich, Galvano, 1908<ref>Inge Kießhauer, Rolf Kießhauer: Bronzenes für Deutschland aus den Gladenbeckschen Gießereien 1851 bis ca. 1926 / Teil III: Der Westen. Friedrichshagener Hefte Nr. 57/III. Antiquariat Brandel, Berlin 2008.</ref>
Friedhof Ohlsdorf (Hamburg), Grab Grell, Galvano, 1910 (weitere Exemplare in Ohlsdorf abgeräumt)<ref>Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf / Geschichte und Grabmäler. Band 2, S. 89f.</ref>
Nordfriedhof (Düsseldorf), vormals Grab Hemmerling, heute Familie Stoehr, Bronze, um 1915<ref>Wulf Metzmacher: Der Düsseldorfer Nordfriedhof. J. P. Bachem Verlag, Köln 2002.</ref>
Waldfriedhof (München), Grab Mohr, Bronze<ref>Inge Kießhauer, Rolf Kießhauer: Bronzenes für Deutschland aus den Gladenbeckschen Gießereien 1851 bis ca. 1926 / Teil II: Der Süden und Südwesten. Friedrichshagener Hefte Nr. 57/II. Antiquariat Brandel, Berlin 2007.</ref>
Georgen- und Parochialfriedhof II (Berlin), Grab Lange, Galvano 1929<ref name="denkmal">Friedhöfe – Gartendenkmale in Berlin. Hrsg.: Jörg Haspel, Klaus von Krosigk, Landesdenkmalamt Berlin. Michael Imhoff Verlag, Petersberg 2008.</ref>
Mausoleum Matzdorf (Maciejowiec, pow. Lwówek Śląski, PL, ehem. Matzdorf, Kr. Löwenberg i. Schlesien), Grab v. Kramsta/v. Gersdorf, Sandstein, ca. 1918 (?)
Friedhof Ohlsdorf (Hamburg), Grab Lindemann, vor 1924<ref name="O113">Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf / Geschichte und Grabmäler. Band 2, S. 113.</ref>
Am 7. Juni 1903 wurde das von ihm geschaffene Kriegerdenkmal des 4. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 72<ref>IR 72 bei wiki.genealogy.net</ref> an der Straße zwischen Gorze und Rezonville (in den damaligen Reichslanden Elsaß-Lothringen) feierlich enthüllt.
1903 erhielt er den Auftrag für seinen zweiten Brunnen, der in Bad Salzuflen vor dem Hoffmannstift, einem Krankenhaus der Hoffmann’s Stärkefabriken, aufgestellt wurde. Er verzichtete bei diesem Projekt auf sein Künstlerhonorar. 1904 erhielt er den Auftrag für die Figur eines Schmiedes für den zweiten Brüstungspfeiler des Rathausbalkons in Bielefeld.
1906 erstellte er die Genien „Morgen“ und „Abend“, die links und rechts neben der großen Uhr am Neuen Rathaus in Hannover aufgestellt wurden.
Als freie Arbeit entstand die Skulpturengruppe „Durst“ (nackte Sitzende, zwei Panther tränkend), die Dammann auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1910 der Öffentlichkeit vorstellte. Nach diesem Modell wurde 1914 ein Brunnen in Untersberger Marmor und Bronze im Kaiserjubiläumspark in Bad Homburg vor der Höhe aufgestellt.<ref>Deutsche Bauzeitung. 48. Jahrgang 1914, Nr. 33 (vom 25. April 1914), S. 324. (Notiz zur bevorstehenden Aufstellung).</ref> Für diese Leistung zeichnete ihn Kaiser Wilhelm II. mit dem Titel Professor aus.
Soldatengrabmale und Kriegerdenkmäler
Da Hans Dammann Reserveoffizier war, wurde er gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges eingezogen. Schon nach wenigen Wochen kehrte der Hauptmann der Reserve verwundet nach Hause zurück. Er erweiterte das Repertoire seiner Grabdenkmäler um das Sujet des Soldatengrabmals. Genau wie bei seinen zivilen Grabdenkmälern wurden viele seiner Entwürfe teilweise leicht modifiziert oder mehrfach verwendet.
Gerade die Modelle seiner Soldatengrabmäler, die er ab 1916 erstellte, fanden in der Weimarer Republik als Kriegerdenkmäler eine Wiederverwendung. Sein letztes ziviles Werk war der Brunnen über der Elisabethquelle im Kurpark von Bad Homburg vor der Höhe (enthüllt 1918). 2006 erfolgte die Aufstellung einer bronzenen Trauerfigur Dammanns in Zweitverwendung als Denkmal der Hl. Elisabeth auf dem Elisabethplan unterhalb der Wartburg in Eisenach.
Nach dem Ersten Weltkrieg entwarf er weitere Grabdenkmäler, bis er ab 1922 fast ausschließlich Kriegerdenkmäler schuf, von denen gegenwärtig etwa 70 nachweisbar sind. Ab 1933 entstanden aufgrund seines vorgerückten Alters seine Arbeiten unter Mitarbeit von Heinrich Rochlitz.
Wenn ihm auch in einer Zeit, die reich an Denkmälern war, die öffentliche Anerkennung durch Aufsehen erregende Denkmalprojekte verwehrt blieb, so galt er dafür im Bereich der Grabdenkmäler und der daraus hervorgegangenen Kriegerdenkmäler als ein bedeutender Bildhauer.
Letzte Werke
In seinen letzten Jahren wandte sich Dammann wieder zivilen Werken zu, so dem vom preußischen Polizeioffizierkorps gestifteten Denkmal für die beiden Berliner Polizisten Paul Anlauf und Franz Lenk, die 1931 in Ausübung ihres Berufes von Erich Mielke und anderen Angehörigen des M-Apparats der KPD auf dem Bülowplatz in Berlin ermordet wurden. Das am 29. September 1934 am Tatort enthüllte Denkmal wurde im Zweiten Weltkrieg anlässlich der Metallspende des deutschen Volkes eingeschmolzen. Den Sockel ließ Mielke, inzwischen Staatssekretär im Ministerium für Staatssicherheit der DDR, Anfang 1950 abbauen.<ref>Michael Stricker: Letzter Einsatz. Im Dienst getötete Polizisten in Berlin von 1918 bis 2010. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-86676-141-4, S. 103.</ref>
1937 entstand für den auf dem Friedhof Radebeul-Ost beerdigten Fabrikbesitzer Karl Richard Kelling ein „Grabmal aus Granitblock und Bronzefigur einer Knieenden mit Lorbeerkranz“.<ref></ref> 1942 war Dammann auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München mit der Marmor-Halbfigur Badende vertreten, die Heinrich Himmler für 4000 RM erwarb.<ref>Badende (Halbfigur). In: gdk-research.de. Zentralinstitut für Kunstgeschichte, abgerufen am 15. September 2025.</ref>
Werdau (Sachsen); errichtet um 1922, nicht erhalten
Kriegerdenkmäler für die Gefallenen der Alten Armee
Neben den vorgenannten, sind nach Entwürfen von Hans Dammann auch Kriegerdenkmäler für die Gefallenen verschiedener Truppenteile oder Waffengattungen der so genannten Alten Armee entstanden:
Allenstein (Ostpreußen) – Kriegerdenkmal 1914–18 des 1. Ermländischen Infanterie-Regiments Nr. 150
1927: Berlin-Tiergarten, für die 800 Reserve- und Landwehroffiziere des Landwehroffizierskorps
Weitere Werke
um 1905: Flachrelief der Kaiserin Auguste Viktoria.<ref>Weltrundschau zu Reclams Universum. 8.–14. Januar 1905.</ref>
1910: Wettbewerbsentwurf für ein Bismarck-Nationaldenkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück (nicht prämiert)<ref>Max Schmid (Hrsg.): Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen. Düsseldorfer Verlagsanstalt, Düsseldorf 1911. (n. pag.)</ref>
1931: Grabanlage für den verstorbenen Spinnereibesitzer Karl Ferdinand Wagner aus Naunhof auf dem Alten Friedhof in Naunhof
Grabstätte für Familie Paul Arnold (Kommerzienrat)<ref>Gottfried Rudolf: Grabanlage Familie Paul Arnold. In: greiz-gruenderzeit.de. 24. August 2019, abgerufen am 15. September 2025.</ref> und für Kommerzienrat Carl Werner Günther auf dem Neuen Friedhof Greiz<ref>Lisa Weisner: Neuer Friedhof Greiz – Möglichkeiten einer denkmalgerechten Weiterentwicklung. Masterarbeit. Fachhochschule Erfurt 2020</ref> Datei:Grab Paul Arnold 1.jpgGreiz, Thüringen Grabmal Paul Arnold auf dem Neuen Friedhof
Walter Nickel: Die öffentlichen Denkmäler und Brunnen Breslaus. Breslau 1937.
Peter Bloch, Sibylle Einholz, Jutta von Simson (Hrsg.): Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914. (zweibändiger Ausstellungskatalog) Berlin 1990.
Sparkasse Celle (Hrsg.): Erinnerungs- und Gedenkstätten. (Jahreskalender) Celle 1989.
Stefanie Endlich, Bernd Wurlitzer: Skulpturen und Denkmäler in Berlin. Berlin 1990.
Martina Samulat-Gede: Der Bildhauer Hans Dammann (1867–1942) und sein künstlerisches Werk in Beispielen (= Schriftenreihe des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof e. V. Band 9.) Hamburg 2003.
Hans-Jürgen Mende (Hrsg.): Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, Berlin 2006.
Katrin Lesser, Jörg Kuhn, Detlev Pietzsch u. a. (Bearb.): Gartendenkmale in Berlin. Friedhöfe. Michael Imhof, Petersberg 2008.