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Dębno

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Ort in Polen Dębno (Vorlage:DeS Neudamm) ist eine Stadt im Powiat Myśliborski (Kreis Soldin) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der Neumark, 17 Kilometer nordöstlich von Küstrin (Kostrzyn nad Odrą), an der Mietzel (poln. Myśla), einem Nebenfluss der Oder.

Datei:Brandenburg Kr Königsberg.png
Neudamm an der Miezel nördlich der Stadt Küstrin an der Oder auf einer Landkarte von 1905

Geschichte

Datei:Debno Merian.jpg
Neudamm um 1650 nach Matthäus Merian
Datei:Plan Dębna 1772.jpg
Flurplan von 1772
Datei:Dębno, kościół Apostołów Piotra i Pawła.jpg
Stadtkirche

Erstmals erwähnt wurde das Dorf Damm in der Neumark, als es während der gemeinsamen Regentschaft der Markgrafen Johann I. und Otto III. im Jahr 1262 (1261) an den Templerorden übergeben wurde.<ref>Encyklopedia PWN – Dębno [1]</ref><ref>Sztetl – Dębno – historia [2]</ref> 1540 erwarb Markgraf Hans von Cüstrin den Ort im Tausch gegen andere Ländereien von den Johannitern, die das Dorf seit 1337 besaßen, zurück und machte ihn seiner Frau Katharina zum Geschenk (das Aufbauen des Rathauses.<ref>Karty z dziejów Dębna. Dębno: PPH „Zapol“ Dmochowski Sobczyk, 2005, ISBN 83-60140-35-9, S. 47.</ref>) Katharina von Braunschweig gestattete auf dem zum Gutshof gehörigen Land holländischen Tuchmachern, die wegen ihres protestantischen Glaubens die Heimat verlassen mussten, die Ansiedlung und ließ eine Kirche und Schule errichten. 1562 erhielt die Exulantensiedlung Neudamm Stadtrechte verliehen, während Damm ein eigenständiges Dorf blieb.<ref>Dębno – panorama miasta Vorlage:Webarchiv</ref> Christoph Runge gründete eine Papiermühle, zu deren Kunden Leonhard Thurneysser zählte, und betrieb ab 1568 eine Buchdruckerei.

Neudamm besaß drei Stadttore, jedoch keine Stadtmauer. Zum Schutz der Stadt dienten ein Wall und mehrere Gräben. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Neudamm stark zerstört. Seit 1731 war Neudamm Immediatstadt.<ref>Dębno – historia Vorlage:Webarchiv</ref> Im Laufe des 18. Jahrhunderts nahm die Textilherstellung einen weiteren Aufschwung; neben der Tuchmacherei spielte auch die Wollweberei eine immer größere Rolle. 1794 waren in diesem Gewerbe 146 Meister in der Stadt ansässig.

Die Stadt gehörte bis zu dessen Auflösung 1836 zum Kreis Cüstrin, danach bis 1945 zum Landkreis Königsberg Nm. Die Kirche aus dem 16. Jahrhundert wurde 1845 abgerissen. 1852 wurde die Verkehrsanbindung durch den Bau einer Chaussee verbessert, 1882 erfolgte die Inbetriebnahme der Eisenbahn von Küstrin über Neudamm, Soldin nach Glasow bei Pyritz, die heute für den Personenverkehr geschlossen ist und lediglich zwischen Barnówko (Berneuchen) und Kostrzyn nad Odrą (Küstrin) für Güterverkehr betrieben wird.

Datei:Willa obecnie ratusz, Dębno.jpg
Rathaus Dębno
Datei:Biblioteka w Dębnie.jpg
Stadtbibliothek
Datei:Wodociągowa wieża ciśnień Dębno.jpg
Wasserturm

1880 entstand in der Stadt die erste Hut­fabrik. Die Filzhüte aus Neudamm hatten einen guten Ruf und wurden auch außerhalb Deutschlands gern gekauft. 1927 arbeiteten fünf Hutfabriken und neun Tuchfabriken. Ein bekanntes Unternehmen war auch der 1872 von Julius Neumann gegründete Neumann Verlag. Etwa dreieinhalb Kilometer vor dem Ort, in Richtung der nach Küstrin führenden Chaussee, fand sich rechts des Weges die Versuchsstation Neumannswalde, die um den Jahreswechsel 1899–1900 von der Deutschen Jägerzeitung und deren Verleger Julius Neumann eingerichtet wurde.<ref>Versuchsstation Neumannswalde: Schuss und Waffe, Neudamm, Ausgabe Nr. 1, Oktober 1907, Online bei Archive.org</ref>

Während des Zweiten Weltkriegs wurde in der Stadt ein Außenlager des KZ Sachsenhausen eingerichtet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte Anfang Februar 1945 die Rote Armee Neudamm. Auf sowjetische Anordnung mussten am 13. Februar die Einwohner die Stadt verlassen, die einen Gebäudeverlust von etwa 30 bis 35 % erlitten hatte. Nach einem Aufenthalt bei Soldin durften die Bewohner Anfang Mai wieder nach Neudamm zurückkehren, wo wichtige Betriebe demontiert worden waren. Nach Einstellung der Kampfhandlungen 1945 wurde die Stadt seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen, die Neudamm in „Dębno“ umbenannte.

Am 28. Juni 1945 wurden alle deutschen Einwohner aus Neudamm vertrieben. Es begann die Zuwanderung polnischer Migranten, die zu mehr als der Hälfte aus Gebieten östlich der neuen polnischen Ostgrenze kamen. Gut ein Viertel kam aus Zentralpolen, weniger als ein Zehntel waren Rückwanderer aus Deutschland und Frankreich. Die polnischen Neuankömmlinge stammten größtenteils aus ländlichen Gegenden; nur ein Drittel von ihnen hatte zuvor in einer Stadt gelebt.<ref>Zur Herkunft der Siedler siehe Tadeusz Białecki (red.): Z Dziejów Ziemi Chojeńskiej. Instytut Zachodniopomorski, Szczecin 1969, S. 226.</ref>

Noch im Jahr 1945 funktionierte die städtische Infrastruktur, und erste Betriebe konnten produzieren. Im November 1945 wurde der ehemalige preußische Landtagsabgeordnete Jan Baczewski Bürgermeister von Dębno.

Zwischen 1950 und 1975 war die Stadt Kreisstadt in der ehemaligen Woiwodschaft Stettin; der Sitz des Powiats war jedoch in Chojna (Königsberg (Neumark)). Von 1975 bis 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Gorzów.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1750 1550 <ref name="RS">W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 412–413.</ref>
1801 2178 darunter fünf Judenfamilien mit 42 Individuen<ref name="Bratr">Friedrich Wilhelm August Bratring: Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3: Die Neumark Brandenburg, Berlin 1809, S. 103 (online).</ref>
1850 3081 <ref name="HB"> Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz. Band 3, Brandenburg 1856, S. 401–402</ref>
1858 3296 darunter 16 Katholiken und 54 Juden<ref name="RS" />
1867 3259 am 3. Dezember<ref name="KSB">Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg, Berlin 1873, S. 118–119, Nr. 6 (online).</ref>
1871 3357 am 1. Dezember, davon 3260 Evangelische, 26 Katholiken und 71 Juden<ref name="KSB" />
1875 3380 <ref name="Vwg">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 3775 <ref name="Vwg" />
1890 4079 darunter 35 Katholiken und 52 Juden<ref name="Vwg" />
1905 8274 meist Evangelische<ref name="MKL14S542">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 542 (online).</ref>
1910 7910 am 1. Dezember, davon 7827 in der Stadt, 83 auf Gut Neudamm<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
1933 7617 <ref name="Vwg" />
1939 7488 <ref name="Vwg" />
Datei:Neudammeinw.jpg
Einwohnerentwicklung seit 1790

Sehenswürdigkeiten

Gemeinde

Das Gebiet der Stadt- und Landgemeinde hat eine Fläche von 318,78 km², auf denen etwa 21.000 Einwohner leben. Sie umfasst 18 Schulzenämter:

In Berneuchen (Barnówko) entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Berneuchener Bewegung, eine kirchliche Reformbewegung.

Bei Barnówko und Różańsko nordöstlich von Dębno wurde 1996 ein Vorkommen von 64 Millionen Tonnen Erdöl und 29 Milliarden Kubikmeter Erdgas entdeckt. Wegen seines hohen Sulfat­gehalts ist das Erdgas nur zur industriellen Verarbeitung nutzbar; seit 2004 wird es zum Betrieb einer Gasturbine im Heizkraftwerk Gorzów Wielkopolski genutzt. Die Stadt erhielt deswegen im Volksmund die Bezeichnung „Polnisches Kuweit“.

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Literatur

  • Gustav Ehrich: Chronik der Stadt Neudamm nebst Mitteilungen aus alten Schöppen- und Grundbüchern der Dorfschaften Wittstock, Nabern, Darrmietzel, Zicher, Damm und Batzlow. Neumann, Neudamm 1896 (Digitalisat).
  • Neudamm, N.-M. In: Möckel’s Adreß- und Auskunftsbücher. Emil Reis, Leipzig 1894–1898 (mit Karte).
  • Magistrat der Stadt Neudamm: Neudamm, die Industrie- und Handelsstadt in der nordwestlichen Neumark. Neumann, Neudamm 1927.
  • Roman Jachimowicz: Neudamm – Dębno: przeszłość i teraźniejszość. Biblioteka Publiczna Miasta i Gminy, Dębno 1999, ISBN 83-88135-75-9.
  • Karty z dziejów Dębna. PPH „Zapol“ Dmochowski Sobczyk, Dębno 2005, ISBN 83-60140-35-9.
  • Tadeusz Białecki (red.): Z Dziejów Ziemi Chojeńskiej. Instytut Zachodniopomorski, Szczecin 1969.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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