Pascale Bruderer
Pascale Bruderer Wyss (* 28. Juli 1977 in Baden; heimatberechtigt in Baar, Baden, Römerswil und Rorschach) ist eine Startup-Unternehmerin und ehemalige Schweizer Politikerin (SP). Im Amtsjahr 2009/10 war sie Nationalratspräsidentin.
Leben
Bruderer wuchs als jüngste von drei Töchtern in Baden (AG) auf. Sie besuchte die obligatorische Volksschule in Baden und die Kantonsschule Wettingen, danach studierte sie an der Universität Zürich und in Växjö (Schweden) Politologie, Staatsrecht sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Das Studium schloss sie 2005 mit dem Lizentiat (Master in Political Science) ab.<ref>Biografie auf der Website von Pascaler Bruderer, abgerufen am 22. Februar 2013 (zurzeit, März 2022, nicht aktiv).</ref>
2002, als sie für die Aargauer SP für den zurückgetretenen Hans Zbinden in den Nationalrat nachrückte, war sie die bis dahin jüngste Nationalrätin. Ein Jahr später wurde sie erstmals in den Nationalrat gewählt. Bei der Wahl 2007 kandidierte sie für einen Ständeratssitz des Kantons Aargau sowie wieder für den Nationalrat. Während sie als Drittplatzierte nicht in den Ständerat einzog, wurde sie als Nationalrätin mit dem dritthöchsten Stimmenanteil unter 15 Gewählten im Amt bestätigt. Am 23. Oktober 2011 wurde Bruderer im ersten Wahlgang zur Ständerätin des Kantons Aargau gewählt und am 18. Oktober 2015 im Amt bestätigt.
Pascale Bruderer politisierte am rechten Flügel der SP und gehörte zur reformorientierten Plattform,<ref>Laryssa Rhyn: «Everybody’s Darling» kehrt der Politik den Rücken. In: Neue Zürcher Zeitung. 10. September 2019, abgerufen am 10. September 2019.</ref> die sozialliberale Parteimitglieder organisiert.<ref>Über uns. Reformplattform. Sozialliberal in der SP Schweiz, abgerufen am 10. September 2019.</ref>
Ihre politischen Schwerpunkte setzte Bruderer besonders bei der Sozial-, Gesundheits- und Energiepolitik. Sie engagierte sich dafür, Jugendliche für die Politik zu begeistern, wofür sie 2008 den Prix Jeunesse erhielt. Zudem setzte sie sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein, war Präsidentin des Behindertendachverbandes Inclusion Handicap sowie der Parlamentarischen Gruppe Gebärdensprache und sass im Co-Präsidium der Parlamentarischen Gruppe für Behindertenfragen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gruppen der Bundesversammlung (Art. 63 ParlG) ( vom 30. Oktober 2011 im Internet Archive). (PDF; 185 kB) Schweizerische Bundesversammlung, 11. Mai 2010, abgerufen am 31. Mai 2010.</ref> Nachdem sie 2008 als Vizepräsidentin des Nationalrates gewählt worden war, wählte das Parlament sie für das Parlamentsjahr 2009/2010 mit 174 von 182 gültigen Stimmen zur Nationalratspräsidentin. In diesem Amt folgte sie der Tessiner CVP-Parlamentarierin Chiara Simoneschi-Cortesi nach.<ref>Pascale Bruderer zur Nationalratspräsidentin gewählt. In: NZZ Online. 23. November 2009.</ref> Am 8. Januar 2011 erhielt Pascale Bruderer den SwissAward in der Sparte Politik.
Bruderer wohnt in Nussbaumen AG und ist Mutter zweier Töchter (* 2011, * 2014<ref>Pascale Bruderer wird zum zweiten Mal Mami. In: Blick. 24. Februar 2014.</ref>). 2016 trennte sie sich von ihrem Ehemann Urs Wyss.<ref>Pascale Bruderer und Ehemann Urs Wyss: «Wir haben uns getrennt». In: Aargauer Zeitung. 3. Februar 2017.</ref> Neben ihrem Ständeratsmandat arbeitete sie als Geschäftsführerin der Krebsliga Aargau und war Mitglied des Stiftungsrats Pro Seniorweb,<ref>Die Stiftung Pro Seniorweb. Website von Seniorweb Schweiz.</ref> der Jury beim Watt d’Or<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Watt d’Or. Jury 2021 ( vom 13. August 2020 im Internet Archive), Bundesamt für Energie (BFE), abgerufen am 8. März 2022.</ref> und des Beirats des Digital Festival.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Über uns. Advisory Board ( vom 17. Januar 2019 im Internet Archive). Website des Digital Festival, 26.-29. September 2019, abgerufen am 8. März 2022.</ref> Sie gehört zur Community der Young Global Leaders (YGL) des World Economic Forum (WEF),<ref>Benita Vogel: Young Global Leaders: Zirkus der Prominenten. In: Handelszeitung. 25. Januar 2012, abgerufen am 19. Dezember 2019.</ref> sitzt im Stiftungsrat der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship, im Advisory Board des Swiss Economic Forum (SEF) sowie des SwissMediaForum.
Am 25. Januar 2018 gab Bruderer bekannt, dass sie per 2019 nicht für eine weitere Ständeratslegislatur kandidieren werde; ihren Rücktritt begründete sie damit, dass sie sich neu zu orientieren gedenke.<ref>SP-Ständerätin Pascale Bruderer verlässt Politbühne. In: Tages-Anzeiger. 25. Januar 2018.</ref>
Sie gab alle politischen Ämter ab, wechselte nach über zwei Jahrzehnten Parlamentsarbeit von der Politik ins Unternehmertum und ist heute als Teilhaberin sowie exekutive Verwaltungsrätin beim IT-Startup Crossiety.<ref>Nach Rücktritt: Pascale Bruderer wird Unternehmerin. In: Aargauer Zeitung. 19. November 2018, abgerufen am 19. Dezember 2019.</ref> Weiter sitzt Bruderer im Verwaltungsrat der Bernexpo, der TX Group<ref>Generalversammlung TX Group: Traktanden verabschiedet – Pascale Bruderer und Christoph Tonini in den Verwaltungsrat gewählt – keine Dividende für das laufende Geschäftsjahr. TX Group, 3. April 2020, abgerufen am 18. April 2020.</ref> und der Galenica.<ref>Markus Häfliger: Was Pascale Bruderer dem Bundesrat vorzieht. In: Tages-Anzeiger, 8. November 2022.</ref>
Politische Ämter
- Dezember 1997 bis Januar 2004: Einwohnerrätin Baden
- April 2001 bis April 2002: Grossrätin Kanton Aargau
- April 2002 bis November 2011: Nationalrätin
- Seit März 2008: Vizepräsidentin der SP Schweiz
- Dezember 2009 bis November 2010: Nationalratspräsidentin
- Dezember 2011 bis November 2019: Ständerätin
Literatur
- Pascale Bruderer, Rudolf H. Strahm, Helmut Hubacher: Für eine moderne Schweiz. Ein praktischer Reformplan. Hrsg.: Simonetta Sommaruga. Nagel & Kimche, München/Wien 2005, ISBN 3-312-00356-3.
- Pascale Bruderer Wyss im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
Weblinks
- Pascale Bruderer auf der Website der Bundesversammlung
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. bei Forschungsstelle Sotomo - Gast: Pascale Bruderer. In: Sendung «Schawinski», SRF 1. 18. Februar 2013 (Video; 28:43 min)
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Nationalräte: Pascale Bruderer | Max Chopard-Acklin | Esther Egger-Wyss | Corina Eichenberger-Walther | Sylvia Flückiger-Bäni | Lieni Füglistaller | Ulrich Giezendanner | Walter Glur | Ruth Humbel Näf | Hans Killer | Geri Müller | Philipp Müller | Luzi Stamm | Doris Stump | Markus Zemp
Ständeräte: Christine Egerszegi-Obrist | Maximilian Reimann
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 48. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 48. Legislaturperiode
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Nationalräte: Max Chopard-Acklin | Corina Eichenberger-Walther | Yvonne Feri | Beat Flach | Sylvia Flückiger-Bäni | Bernhard Guhl | Ulrich Giezendanner | Ruth Humbel Näf | Hans Killer | Hansjörg Knecht | Geri Müller | Philipp Müller | Maximilian Reimann | Luzi Stamm | Cédric Wermuth
Ständeräte: Pascale Bruderer | Christine Egerszegi-Obrist
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 49. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 49. Legislaturperiode
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Nationalräte: Thomas Burgherr | Thierry Burkart | Corina Eichenberger-Walther | Yvonne Feri | Beat Flach | Sylvia Flückiger-Bäni | Jonas Fricker (bis November 2017) | Ulrich Giezendanner | Andreas Glarner | Bernhard Guhl | Irène Kälin (ab November 2017) | Ruth Humbel Näf | Matthias Jauslin | Hansjörg Knecht | Maximilian Reimann | Luzi Stamm | Cédric Wermuth
Ständeräte: Pascale Bruderer | Philipp Müller
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 50. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 50. Legislaturperiode
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bruderer, Pascale |
| ALTERNATIVNAMEN | Bruderer Wyss, Pascale (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politiker (SP) |
| GEBURTSDATUM | 28. Juli 1977 |
| GEBURTSORT | Baden |
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