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Gallier

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Gallier war eine römische Bezeichnung für die keltischen Stämme auf dem Territorium Galliens (entspricht in etwa dem heutigen Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Westschweiz und Norditalien<ref>Regula Frei-Stolba: Gallia Cisalpina. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. August 2005, abgerufen am 12. Oktober 2020.</ref>).

Nach dem Gallischen Krieg durch Gaius Iulius Caesar (58–51 v. Chr.) wurde unterschieden zwischen:

  • den eigentlichen keltischen Galliern oder Kelten<ref name=":0">Die Kelten und die Gallier. Apromo® Lifestyles, 2026, abgerufen am 11. April 2026.</ref>, zwischen Garonne und Seine-Marne,
  • belgischen Galliern oder Belgern<ref name=":1">Vincent Fuchs: Der Gallische Krieg. In: WASENBOURG. 2022, abgerufen am 11. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, von der Seine und Marne bis zum Rhein (unbestimmte Zuordnung zu Kelten und/oder Germanen) und
  • aquitanischen Galliern oder Aquitaniern<ref name=":1" />, etwa zwischen den Pyrenäen und der Garonne (keine Kelten, sondern Basken oder verwandte Volksgruppen)

Mythologie

Ihre Herkunft leiteten die Gallier angeblich von einem unbekannten – dem römischen Dis Pater gleichgesetzten – Gott der Fülle und des Totenreichs ab.<ref name=":2">Das Leben der Gallier. 23. November 2014, abgerufen am 11. April 2026.</ref> Nach der Interpretatio Romana glichen die Römer die keltischen Götter und Kulte den eigenen an. Teutates steht hierbei als Beiname bei Mars und Mercurius.<ref>Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 553, 599.</ref> Folgende weitere Gottheiten sind bekannt, wobei oft nur die lateinischen Namen von römischen Chronisten überliefert sind:<ref>Marcus Annaeus Lucanus (39–65) nennt in seiner Pharsalia drei gallische Götter – Teutates, Esus und Taranis – die durch Menschenopfer versöhnt werden müssen. Vgl. M. Annaeus Lucanus, Pharsalia 1, 444–446.</ref>

Die Priester, meist als Druiden bezeichnet, beherrschten das geistige Leben der Gallier und lehrten sie, an Cathubodua, die Schlachtkrähe, zu glauben sowie an die Matronae (Matronen), die Schicksals- und Fruchtbarkeitsgöttinnen, die meist in Dreigestalt erschienen.<ref name=":2" /> Der Totenkult nahm eine herausragende Stellung ein, und die Gallier glaubten an ein Leben nach dem Tod in einer anderen, jenseitigen Welt.

Eine gallische Eberstandarte wurde im Jahre 1989 auf einem Strand bei Soulac-sur-Mer gefunden. Der Eber spielt eine große Rolle in der gallischen Mythologie; die Göttin Arduinna wird auf einem Eber reitend dargestellt.<ref>Arduinna - Keltisch-gallische Erdgöttin, Göttin der Naturwesen. In: artedea. 21. Mai 2008, abgerufen am 11. April 2026.</ref> Der gallische Hahn wurde erst zu Zeiten der französischen Revolution popularisiert.<ref>Frankreich-Mobil-Erleben - National-Symbole. In: FME A132/20203101. 2021, abgerufen am 11. April 2026.</ref>

Rezeption

Die Gallier gehören zu den antiken Völkern, die in der Neuzeit eine intensive Rezeption erfahren haben. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert herrschte speziell in Frankreich eine starke Idealisierung vor, die als Keltomanie bezeichnet wird.<ref name=":0" /> Als Symbol des Staates Frankreich gilt der „Gallische Hahn“, was möglicherweise auf die doppelte Bedeutung des lateinischen „gallus“ („Hahn“ und „Gallier“) zurückzuführen ist.<ref>Hahn. In: Cocorico: Elysée-Newsletter. 16. November 2012, abgerufen am 11. April 2026.</ref>

Im Rahmen der modernen Popkultur haben die Gallier insbesondere durch die Comicserie Asterix von Rene Goscinny und Albert Uderzo internationale Bekanntheit mit Übersetzungen in über 100 Sprachen und mehreren Filmen (Zeichentrick und Realverfilmungen) erlangt.<ref>Christine Gundermann: 50 Jahre Widerstand:Das Phänomen Asterix | Zeithistorische Forschungen. Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) e.V., 2026, abgerufen am 11. April 2026.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Eydoux: Hommes et Dieux de la Gaule. 1961.
  • Gaius Iulius Caesar: Commentarii de bello Gallico.

Weblinks

Wiktionary: Gallier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

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