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Vesperkirche

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Datei:Vesperkirche RV.jpg
Vesperkirche in der Evangelischen Stadtkirche Ravensburg, 2013 (im Seitenschiff im Bildhintergrund)

Unter dem Namen Vesperkirche führen mehr als 70 überwiegend evangelische Kirchengemeinden in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen soziale Projekte durch. Diese finden in den Wintermonaten statt, zugunsten von Armen und Bedürftigen. Kern des Angebots ist ein warmes Mittagessen, das zu einem eher symbolischen Preis angeboten wird. Die weiteren Angebote sind je nach Ort unterschiedlich; angeboten werden zum Beispiel Vesperpakete für die Nacht, medizinische Betreuung, kostenloser Frisör, Gespräche zur Krisenbewältigung, Berufsberatung, eine Spielecke für Kinder oder Konzerte und Vorträge.<ref>Vesperkirche Ravensburg: Vepserkirche Angebote</ref>

Der Begriff „Vesper“ bezieht sich dabei weniger auf mittelhochdeutsch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), das mit der Abendzeit gleichgesetzt wird (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), oder die Vesper, die abendliche Hore des kirchlichen Stundengebets, sondern mehr auf den alemannisch-schwäbischen Begriff, der früher mit einer Zwischen-, heute mit einer Hauptmahlzeit gleichgesetzt wird.<ref>Die schwäbische Küche - Vesper und Zwischenmahlzeiten, abgerufen am 28. Februar 2018.</ref><ref>evangelisch.de: Vesper und Vesperkirche, abgerufen am 28. Februar 2018.</ref>

Die Einrichtung von Vesperkirchen bringt zum Ausdruck, dass Kirchengemeinden Partei ergreifen für Menschen, die „am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können, weil ihnen das Geld dazu fehlt“. Der evangelische Landesbischof Frank Otfried July befürwortet die Idee der Vesperkirche und sieht sie als wichtiges Signal in der Gegenwart, mahnt gleichzeitig politische Reformen zur Verbesserung der Lage der Bedürftigen an.<ref>Landesbischof Frank Otfried July, zit. nach Idea Spektrum, Nr. 2 vom 11. Januar 2012, Art. Vesperkirchen werden immer beliebter. S. 33.</ref>

Geschichte

Vesperkirche Stuttgart

Datei:Stuttgart Leonhardskirche05.JPG
Die Stuttgarter Leonhardskirche

Das erste Projekt dieser Art startete 1995 in der Stuttgarter Leonhardskirche. Die Idee zu diesem Projekt hatte Diakoniepfarrer Martin Friz. Die Vesperkirche Stuttgart wird jährlich von Januar bis März vom Stuttgarter Diakoniepfarramt und Hunderten Ehrenamtlichen aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen veranstaltet. Ihnen kommt es darauf an, dass die Hilfesuchenden nicht nur Essen erhalten, sondern als Menschen akzeptiert werden und Freunde finden können. Kamen am Anfang circa 70 Hilfsbedürftige pro Tag, sind es mittlerweile rund 600 (Stand: 2018).<ref>Stuttgarter Zeitung, 1. März 2018: Das Zuhause auf Zeit schließt, abgerufen am 4. März 2018.</ref>

Finanziert wird die Vesperkirche durch private Spenden. Außerdem engagieren sich verschiedene Firmen und Einrichtungen durch kostenlose oder stark verbilligte Überlassung von Medikamenten, Backwaren oder Heißgetränken. Die Schwäbische Tafel Stuttgart beliefert die Vesperkirche billig mit Lebensmitteln. Die Gesamtkosten pro Saison in Stuttgart belaufen sich auf etwa 250.000 Euro (Stand: 2018).<ref>Vesperkirche Stuttgart: Die Vesperkirche lebt von Spenden</ref>

Im Jahre 2007 erhielt die Vesperkirche Stuttgart den Hans-Peter-Stihl-Preis und bringt eine eigene „Vesperkirchen-Zeitung“ heraus.<ref>Vesperkirche Stuttgart: Vesperkirchen Zeitung</ref>

COVID-19

Die Vesperkirche, die üblicherweise in einer Kirche oder einem Gemeindegebäude stattfindet, wurde während der COVID-19-Pandemie vielfach im Freien abgehalten. In Freudenstadt wurde eine Sommervesperkirche veranstaltet, bei der es wöchentlich ein reduziertes Essen gab, das leicht mit der Hand gegessen werden konnte,<ref>Die neue Welle, 29. Juli 2020: Sommervesperkirche in Freudenstadt gestartet, abgerufen am 4. Juli 2020.</ref> andere Vesperkirchen gaben Essenspakete aus.

Veranstaltungsorte

Folgende Kirchengemeinden haben die Idee aufgegriffen, nehmen zum Teil nicht jedes Jahr teil, oft nur im Winter:

Baden-Württemberg

Vesperkirche findet noch zwei Mal statt, abgerufen: 27. Februar 2018</ref>

Bayern

In Bayern bekommt jede Gemeinde, die eine neue Vesperkirche gründet, 15.000 € als Startkapital von der Landeskirche.<ref>Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, 21. Februar 2018: 100.000 Euro für den Start neuer Vesperkirchen in Bayern, abgerufen: 4. März 2018</ref>

Brandenburg

Hamburg

Rheinland-Pfalz

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Ähnliche Konzepte

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />