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Pauluskirche (Ludwigshafen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Ludwigshafen-Friesenheim-Pauluskirche.jpg
Pauluskirche

Die Pauluskirche ist eine evangelische Kirche im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim. Sie wurde zwischen 1901 und 1902 nach den Plänen von Franz Schöberl erbaut.

Geschichte

Der Ortsteil Friesenheim wurde erstmals 771 erwähnt, eine Kirche erstmals 1238. Kurfürst Ottheinrich führte 1556 in der Kurpfalz die Reformation ein. Bei der Pfälzischen Kirchenteilung 1705 wurde die Kirche jedoch den Katholiken zugeschlagen. Zwischen 1771 und 1780 baute die reformierte Gemeinde eine eigene Kirche. An deren Stelle entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts die heutige Pauluskirche. Am 12. Oktober 1902 konnte deren Einweihung gefeiert werden. Nach Beschädigungen durch die Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes der BASF 1921 wurde Kirche bis 1923 restauriert.

Im Zweiten Weltkrieg trafen Phosphorbomben 1944 die Kirche, setzten den Turm in Brand und brachten das Gebäude zum Einsturz. Nach dem Krieg erfolgte ein notdürftiger Wiederaufbau und eine neue Einweihung am 7. März 1948. Im Juli zerstörte wieder eine Explosion bei der BASF - Explosion in der nahegelegenen Chemiefabrik BASF - Dach und Fenster. 1951 setzte eine defekte Gasheizung die Kirche in Brand. Der Wiederaufbau nach den Plänen von Helmut Fücker schloss mit der Einweihung am 12. Oktober 1952 ab. Zwischen 1977 und 1979 fanden Renovierungsarbeiten statt.

Beschreibung

Datei:Ludwigshafen-Friesenheim-Pauluskirche-Portal.JPG
Inschrift Hauptportal

Die Pauluskirche steht im historischen Ortskern Friesenheims beim Rathaus. Der Architekt Franz Schöberl errichtete eine neugotische Kirche. Nach dem Krieg wurde die Spitze des 45,40 Meter hohe Turms jedoch in veränderter Form wiederaufgebaut. Der Sandsteinquaderbau ist mit einem Walmdach bedeckt. Die Hallenkirche besitzt zwei Schiffe. Der gewölbte Chor ist eingezogen und hat einen rechteckigen Grundriss.

Im Tympanon des Hauptportals findet sich ein Zitat Martin Luthers: „Ein feste Burg ist unser Gott“. Die Kirchenfenster stellen in einem Bilderzyklus Geschichten aus der Bibel und der Pauluskirche dar. Das Geläut besteht aus sechs Glocken der Gießerei Albert Junker:

Jahr kg Ton
1954 1.801 cis1
1954 1.090 e1
1954 501 gis1
1954 420 h1
1954 300 cis2
1954 207 dis2

Orgel

Die Orgel wurde 1997 von Orgelbau Mühleisen unter Beratung von Gero Kaleschke mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur gebaut. Sie verfügt über 30 Register auf drei Manualen und Pedal. Ihre Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Die Disposition lautet:<ref>Eintrag zur Mühleisen-Orgel. In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>

I. Hauptwerk C–g3
1. Principal 8′
2. Gamba 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Octave 4′
5. Spitzflöte 4′
6. Quinte 223
7. Octave 2′
8. Mixtur III-V 113
9. Trompete 8′
II. Schwellwerk C–g3
10. Bourdon 16′
11. Flöte 08′
12. Salicional 08′
13. Fugara 04′
14. Rohrflöte 04′
15. Flute Harmonique 02′
16. Mixtur IV-V 02′
17. Oboe 08′
Tremulant
III. Récit C–g3
18. Gedackt 8′
19. Kleingedackt 4′
20. Nasat 223
21. Flöte 2′
22. Terz 135
23. Vox Humana 8′
Tremulant
Pedal C–f1
24. Violenbass 16′
25. Subbass 16′
26. Octavbass 08′
27. Violonbass 08′
28. Choralbass 04′
29. Posaune 16′
30. Trompete 08′
  • Koppeln: III/I, III/II, II/I, I/P, II/P

Literatur

  • Friedhelm Borggrefe: Unterwegs zum Hafen der Hoffnung: 150 Jahre Protestantische Kirche in Ludwigshafen am Rhein. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-31-4.
  • Friedrich Schmitt: Ludwigshafener Kirchenbau. Ludwigshafen/Rhein 1985.
  • Hans Caspary (Bearb.), Georg Dehio (Begr.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland. München 1984, ISBN 3-422-00382-7.
  • Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Stefan Mörz, Klaus Jürgen Becker (Hrsg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 1. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7.

Weblinks

Commons: Pauluskirche (Ludwigshafen-Friesenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 29′ 53,1″ N, 8° 24′ 40,8″ O

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