Armenspeisung
Vorlage:Hinweisbaustein Die Armenspeisung ist ein Brauch aus früheren Zeiten,<ref>Vgl. etwa Robert Jütte: Die „Küche der Armen“ in der frühen Neuzeit am Beispiel von Armenspeisungen in deutschen und westeuropäischen Städten. In: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte. Band 16, 1987, S. 24–47.</ref> bei dem die Bettler und die Armen einer Stadt mit Nahrung, Kleidung und manchmal auch mit Geld versorgt wurden. Die Armenspeisung bezeichnete ursprünglich eine organisierte Form der Versorgung bedürftiger Menschen mit Nahrung und ist der historische Vorläufer dessen, was man heute meist Armenküche oder Suppenküche nennt. Der Brauch lebt bis heute durch Initiativen wie Tafeln, Suppenküchen, Volxküchen, Vesperkirchen und öffentliche Kleiderkammern fort.
Bereits im Mittelalter waren Armenspeisungen ein fester Bestandteil christlicher Nächstenliebe und zählte zu den sieben Werken der Barmherzigkeit. Klöster, Stifte und Kirchengemeinden sahen es als religiöse Pflicht an, Arme, Kranke, Pilger und Reisende zu versorgen. Die Speisungen fanden oft an bestimmten Tagen statt, etwa an christlichen Feiertagen, Totengedenktagen oder im Rahmen von Stiftungen wohlhabender Bürger.
Mit dem Bevölkerungswachstum und der Urbanisierung in der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert verschärfte sich das Armutsproblem. Städte und Gemeinden übernahmen zunehmend die Organisation von Armenspeisungen. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden städtische Armenspeiseanstalten, Volksküchen oder wohltätige Einrichtungen bürgerlicher Vereine. Ziel war nicht nur das Stillen des Hungers, sondern auch die Erziehung zu Ordnung und Moral.
Im 20. Jahrhundert wandelte sich der Begriff. Die Armenküche (auch Suppenküche) wurde zum gängigen Ausdruck, besonders in Zeiten großer Not, während der Weltkriege, in der Weltwirtschaftskrise und nach 1945. In den Jahren zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg betrieben die Frauenvereine des Roten Kreuzes „Volksküchen“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bewahrte die Schwedenspeisung viele Großstadtkinder vor dem Verhungern.
Heutige Armenküchen werden häufig betrieben von Wohlfahrtsverbänden (z. B. Caritas-Verbände, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz), kirchlichen Initiativen<ref>Suppenküchen der Franziskaner in Berlin, München und Düsseldorf, auf franziskaner-helfen.de</ref> und gemeinnützigen Vereinen, diese zumeist mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und durch Spenden finanziert.
Siehe auch
Weblinks
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Einzelnachweise
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