Symrise
| Symrise AG
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Symrise wordmark logo.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000SYM9999 |
| Gründung | 2003 |
| Sitz | Holzminden, Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 12.718 (2024)<ref>Creating ONE Symrise. (PDF) Unternehmensbericht 2024. Symrise, 27. März 2025, S. 54, abgerufen am 30. April 2025.</ref> |
| Umsatz | 4,999 Mrd. Euro (2024)<ref>Creating ONE Symrise. (PDF) Unternehmensbericht 2024. Symrise, 27. März 2025, S. 242, abgerufen am 30. April 2025.</ref> |
| Branche | Chemieindustrie |
| Website | www.symrise.com |
Die Symrise AG mit Hauptsitz in Holzminden ist ein börsennotierter Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen, kosmetischen Grund- und Wirkstoffen sowie Inhaltsstoffen. Symrise entstand 2003 durch die Fusion von Dragoco und Haarmann & Reimer.
Geschichte
Haarmann & Reimer (1874–2003)
1874 entwickelten Wilhelm Haarmann und Ferdinand Tiemann ein Verfahren zur Herstellung von Vanillin aus Coniferin.<ref>F. Tiemann, W. Haarmann: Ueber das Coniferin und seine Umwandlung in das aromatische Princip der Vanille. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Jahrgang 7 (1874), S. 608–623. doi:10.1002/cber.187400701193. Digitalisat auf Gallica.</ref> Haarmann errichtete im Jahr 1874 in Holzminden ein Unternehmen zur Herstellung des synthetisch gewonnenen Vanillins, die Vanillinfabrik Dr. Wilhelm Haarmann.<ref>Mitteilung in den Comptes rendus des séances de l'Académie des sciences, Band 79 (1874), S. 635.</ref> Im Jahr 1876 trat Karl Reimer in das Unternehmen ein, das in Haarmann & Reimer umfirmierte. Reimer half bei der Entwicklung eines Verfahrens, das die kostengünstigere Gewinnung von Vanillin aus Eugenol ermöglichte. Das Unternehmen begann zudem mit der Herstellung synthetischer Duftstoffe,<ref name="Cohen">Cohen, Symrise GmbH and Company KG.</ref> darunter Salicylaldehyd mithilfe der Reimer-Tiemann-Reaktion. 1890 stellte Tiemann Eugenol aus Isoeugenol her. Ein Jahr später war die synthetische Produktion von Vanillin damit erstmals profitabel.<ref name="Cohen-Schwedt">Cohen, Symrise GmbH and Company KG. Georg Schwedt: Betörende Düfte, sinnliche Aromen. Wiley-VCH, Weinheim 2008, S. 89–93, ISBN 978-3-527-32045-5.</ref><ref name="Legrum">Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft: Vorkommen, Eigenschaften und Anwendung von Riechstoffen und deren Gemischen. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2011, S. 186 f, ISBN 978-3-8348-1245-2.</ref> Die Synthese von Jonon, dem Duftstoff der Veilchen, erfolgte erstmals 1893.<ref name="Schwedt">Georg Schwedt: Betörende Düfte, sinnliche Aromen. Wiley-VCH, Weinheim 2008, S. 89–93, ISBN 978-3-527-32045-5.</ref> Bis Ende des 19. Jahrhunderts stieg das Unternehmen auch in die Gewinnung natürlicher Pflanzenextrakte ein. Zu diesem Zeitpunkt hielt es rund 30 Patente.<ref name="Cohen" /><ref name="Legrum" /> 1901 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt.<ref>Angaben auf der Website www.albert-gieseler.de, Abruf am 26. Juni 2017.</ref> 1931 übernahmen die Söhne von Wilhelm Haarmann die Führung. Bombentreffer zerstörten im Zweiten Weltkrieg weite Teile der Produktionsanlagen, zudem gingen Auslandsbeteiligungen kriegsbedingt verloren.<ref name="Cohen" /><ref name="Legrum" />
Rudolf Groger verantwortete ab 1946 als Geschäftsführer den Wiederaufbau. 1953 erfolgte die Akquisition durch Bayer. Operativ blieb das Unternehmen jedoch selbständig und expandierte international durch Kauf von Produktionsanlagen und anderer Unternehmen in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Südafrika, Mexiko, Brasilien, Frankreich und Spanien. Der Umsatz des Unternehmens, bei dem mittlerweile über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt waren, stieg bis 1968 auf 80 Millionen DM.<ref name="Cohen-Schwedt" />
1973 gelang die vollsynthetisch-industrielle Herstellung von Menthol.<ref name="Cohen-Schwedt" /> Dieser Erfolg legte den Grundstein für eine eigene Abteilung, die sich mit der Entwicklung und Herstellung von Minz-Stoffen befasste.<ref name="Cohen" /> In den 1990er Jahren erwarb das Unternehmen Mitbewerber wie Créations Aromatique<ref>Zu diesem Hersteller siehe den Eintrag in Nigel Groom (Hrsg.): The New Perfume Handbook. 2. Auflage, Blackie Academic & Professional, London 1997, S. 79, ISBN 978-0-7514-0403-6.</ref> oder Florasynth.<ref>Siehe den Eintrag Haarmann & Reimer in Nigel Groom (Hrsg.): The New Perfume Handbook. 2. Auflage, Blackie Academic & Professional, London 1997, S. 149.</ref> Zudem wurde in neue Anlagen in Mexiko, Brasilien und Kolumbien sowie in ein neues Werk in Nördlingen und in Anlagen im Stammwerk Holzminden investiert.<ref name="Cohen-Schwedt" /> 1999 erfolgte die Übernahme der chinesischen Anteile des Joint Ventures H&R Cosfra Ltd. in Shanghai.<ref name="Cohen" /> Haarmann & Reimer gehörte von 1991 bis 1995 zu einem internationalen Zitronensäure-Kartell, gegen das das FBI seit 1992 ermittelte. 1997 musste Haarmann & Reimer 50 Millionen US-Dollar Strafe an das Justizministerium der Vereinigten Staaten zahlen. Im Dezember 1996 hatte das Unternehmen nach Zivilprozessen 46 Millionen US-Dollar Schadensersatz an geschädigte Kunden überwiesen.<ref>Bayers Absprachen. In: Die Tageszeitung. 31. Januar 1997, abgerufen am 27. Juni 2017.</ref>
2002 übernahm die schwedische Private-Equity-Gesellschaft EQT (Wallenberg-Gruppe) Haarmann & Reimer sowie eine Minderheitsbeteiligung bei Dragoco. Beide Unternehmen wurden 2003 zur Symrise GmbH und Co. KG zusammengeführt.<ref name="Schwedt" /><ref>Neuer Duftstoffgigant heißt Symrise. Fusion von Ex-Bayer-Tochter Haarmann & Reimer und Dragoco kommt gut voran. In: Börsen-Zeitung, 22. Februar 2003.</ref>
Dragoco (1919–2003)
1919 gründeten Carl Wilhelm Gerberding und August Bellmer die Dragoco in Holzminden. Es konzentrierte sich zunächst auf die Produktion von Parfüm- und Seifenkompositionen. Die erste Fabrik entstand 1926. Ab 1930 wurden Geschmacks- und Aromastoffe hergestellt. 1935 übernahm das Unternehmen die Heinrich Haensel GmbH in Pirna.<ref name="Legrum" /> Auch Dragoco war von den kriegsbedingten Zerstörungen durch Luftangriffe auf Holzminden betroffen.<ref name="Cohen-Schwedt" />
1955 nahm die italienische Tochtergesellschaft von Dragoco in Mailand ihre Geschäfte auf, ein Jahr später in den USA. Bis 1972 entstanden in Frankreich, Österreich, Großbritannien und der Schweiz weitere Auslandsgesellschaften, im Verlauf der 1970er Jahre weitere in Brasilien, Hongkong, Japan, Singapur und auf den Philippinen. Horst-Otto Gerberding forcierte die Internationalisierung seit 1981, beispielsweise in Südamerika und Asien.<ref name="Cohen" /> 1993 erfolgte die Umwandlung der Dragoco Gerberding & Co. GmbH in eine Aktiengesellschaft, die Dragoco Gerberding & Co. AG. Noch in den 1990er Jahren betrat das Unternehmen die Märkte in Südafrika und Indien.<ref name="Cohen" />
Entwicklungen seit der Fusion 2003
Hauptanteilseigner von Symrise waren nach dem Zusammenschluss die EQT mit ungefähr 76 Prozent und der ehemalige Mehrheitsgesellschafter der Dragoco, Horst-Otto Gerberding, mit 18 Prozent. Geschäftsführer des Unternehmens war von Februar 2003 bis September 2003 Horst-Otto Gerberding. Ihm folgten von September 2003 bis Februar 2005 James D. Forman<ref>Symrise baut bis zu 500 Stellen ab. In: pharma-food.de. 30. Juni 2004, abgerufen am 7. März 2024.</ref> und ab März 2005 Gerold Linzbach. Von 2009 bis März 2024 stand Heinz-Jürgen Bertram als Vorstandsvorsitzender an der Spitze der Symrise AG. Seit dem 31. März 2024 ist der Geschäftsführer der Symrise AG Dr. Jean-Yves Parisot<ref>Dr. Jean-Yves Parisot übernimmt Vorstandsvorsitz der Symrise AG von Dr. Heinz-Jürgen Bertram. 29. Februar 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>. Der Vertrag von Dr. Jean-Yves Parisot läut zunächst bis Ende September 2028.
Am 16. November 2004 gab die Geschäftsführung den Verzicht auf eine zuvor geplante Produktionsverlagerung nach Polen oder in die Slowakei bekannt. Vor diesem Beschluss hatte sie mit dem Betriebsrat eine Erhöhung der Arbeitszeit auf eine 40-Stunden-Woche und einen Verzicht auf Lohnerhöhungen für 2005 und 2006 vereinbart. An der Betriebsversammlung nahmen auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der Innenminister und ehemalige Bürgermeister der Stadt Holzminden Uwe Schünemann, der aus dem Landkreis stammende Umweltminister Hans-Heinrich Sander und Wirtschaftsminister Walter Hirche teil. Wulff bezeichnete den Erhalt der Arbeitsplätze in Holzminden durch einen der größten Arbeitgeber vor Ort eine Gemeinschaftsleistung und einen „Modellfall für Deutschland“, um ein „Horrorszenario“ einer Produktionsverlagerung abzuwenden. Im Jahre 2005 schloss das Unternehmen zwei Produktionsstätten in Skokie (Illinois) und in Grasse. Im Mai 2006 fasste Symrise die beiden Geschäftsbereiche Fragrances (Düfte) und Sensory Ingredients (ehemals Cosmetic Ingredients und Aroma Chemicals) zum neuen Geschäftsbereich Scent & Care zusammen. Gemessen am Umsatz entstanden dadurch zwei nahezu gleich große Segmente: Scent & Care sowie Flavors. Letzteres wurde im Oktober in die beiden Bereiche Flavors und Nutrition aufgegliedert. Die Informatik (Information Systems) mit weltweit ca. 100 Mitarbeitern und einem Budget von 20 Millionen Euro wurde 2006 an den französischen EDV-Dienstleister Atos Origin verlagert.<ref>Dorothea Friedrich: Outsourcing-Vertrag über 150 Millionen Euro: Symrise lagert IT an Atos Origin aus. In: cio.de. 30. Januar 2006, abgerufen am 7. März 2024.</ref>
2005 erzielte Symrise mit rund 4800 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,15 Mrd. Euro.<ref name="Cohen-Schwedt" /> Am 11. Dezember 2006 ging das Unternehmen an die Börse.<ref>Symrise-Debüt voller Erfolg. In: Spiegel Online. 11. Dezember 2006, abgerufen am 27. Juni 2017. Symrise-Aktien kosten 17,25 Euro - Größter Börsengang des Jahres ist perfekt. In: Allgemeine Zeitung, 11. Dezember 2006.</ref> Im März 2007 wurde die Aktie in den MDAX aufgenommen.<ref>Deutsche Börse: Symrise ersetzt SCHWARZ PHARMA im MDAX. In: www.finanzen.net. 5. März 2007, abgerufen am 27. Juni 2017. Symrise rückt in MDax auf, BB Medtech in den TecDax. In: Handelsblatt, 6. März 2007.</ref>
Das Unternehmen machte in den Folgejahren eine Reihe von Zukäufen.<ref name="hist">Siehe die Angaben von Symrise zur Unternehmensgeschichte, Abruf am 27. Juni 2017.</ref> Dazu gehörten 2006 Kaden Biochemicals,<ref>Symrise aus Holzminden übernimmt Kaden Biochemicals. In: Die Welt, 17. Januar 2006. Duftstoff-Spezialist Symrise plant neue Zukäufe. In: Handelsblatt, 24. Mai 2006.</ref> 2007 der Geschäftsbereich Food Ingredients von Unilever in Großbritannien<ref>Symrise stärkt sich in Großbritannien. In: Börsen-Zeitung, 15. September 2007.</ref> und Aromatics (Frankreich und Madagaskar),<ref>Symrise übernimmt Vanille-Anbieter. In: Neue Westfälische, 29. September 2007.</ref> 2008 die Aromendivision des dänischen Anbieters Chr. Hansen,<ref>Symrise stärkt mit Hansen die US-Präsenz. CEO Linzbach: Zukauf von 50 Mill. Euro Aromenumsatz – Erstmals Dividende von 0,50 Euro je Aktie. In: Börsen-Zeitung, 6. März 2008.</ref> der englische Aromenanbieter Steng<ref>Sweet taste of flavors M&A. In: ICIS. 8. Juni 2007, abgerufen am 28. Juni 2017.</ref> und die amerikanischen Hersteller Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances<ref>Symrise verstärkt sich in den USA. In: Börsen-Zeitung, 27. September 2008.</ref> sowie 2009 Futura Labs.<ref>Jennifer Weil: Symrise Buys Futura Labs. In: Women's Wear Daily. 19. November 2009, abgerufen am 28. Juni 2017.</ref> Im Jahre 2013 folgte der Kauf des amerikanischen Duftherstellers Belmay,<ref>Symrise schluckt Parfümölhersteller. In: Börsen-Zeitung, 5. März 2013.</ref> ein Jahr später dann die Übernahme von Diana, eines französischen Anbieters von sensorischen und funktionalen Lösungen für Nahrungsmittel, Futtermittel, Babynahrung und kosmetische Inhaltsstoffe.<ref>Symrise plant Milliardenübernahme. In: Handelsblatt. 13. April 2014, abgerufen am 27. Juni 2017.</ref><ref>Symrise schließt Kauf von Diana-Gruppe ab. Weitere Kapitalerhöhung – Gewinnbeitrag ab 2015. In: Börsen-Zeitung, 30. Juli 2014.</ref> 2016 übernahm das Unternehmen den amerikanischen Hersteller Pinova<ref>Ludwig Burger, Shubhankar Chakravorty, Arno Schuetze, David Evans: Symrise buys scent ingredients maker Pinova for $397 million. In: Reuters. 21. September 2015, abgerufen am 28. Juni 2017.</ref> und veräußerte Teile dieses Unternehmen anschließend an DRT (Dérivés Résiniques et Terpéniques); die Geschäftseinheit Renessenz verblieb dabei bei Symrise.<ref>Symrise und DRT unterzeichnen Vereinbarung zur Übernahme von Pinova Inc. Pressemeldung der Symrise AG vom 2. November 2016, Abruf am 29. März 2018.</ref> Im Sommer 2017 übernahm das Unternehmen den britischen Obst- und Gemüsesaftlieferanten Cobell Limited<ref>Bernard Marks: Symrise übernimmt Cobell Limited. In: Göttinger Tageblatt. 2. Juni 2017, abgerufen am 29. März 2018.</ref><ref>Symrise setzt bei Duftstoffen auf zweites Halbjahr. In: Börsen-Zeitung, 11. August 2017.</ref> sowie Ende 2017 den brasilianischen Parfümöl-Anbieter Citratus Fragrâncias Indûstria e Comércio.<ref>Symrise expandiert in Brasilien. In: Börsen-Zeitung, 7. Dezember 2017.</ref><ref>Wunschanalyse Symrise. In: Euro am Sonntag, 23. Dezember 2017.</ref> Im Januar 2019 unterzeichnete Symrise eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Unternehmens ADF/IDF, eines führenden Herstellers von Proteinen für Heimtiernahrung.<ref>Christian Wölbert: Symrise kauft für fast eine Milliarde Dollar zu. In: Göttinger Tageblatt. 1. Februar 2019, abgerufen am 9. April 2019.</ref> Ende 2020 übernahm Symrise die Duftsparte des US-Unternehmens Sensient.<ref>NDR (23. November 2020): Symrise kauft Duftstoffgeschäft von US-Firma Sensient hinzu. Abgerufen am 10. März 2021.</ref> Im April 2021 kaufte Symrise das Fragrance und Aroma Chemicals Geschäft des US-amerikanischen Unternehmens Sensient Technologies Corporation.<ref>MDAX Symrise erzielt kräftiges Umsatz- und Ergebniswachstum. In: nebenwerte-magazin.com. 5. August 2021, abgerufen am 28. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach 14 Jahren im MDAX wurde Symrise zum 20. September 2021 in den deutschen Leitindex DAX aufgenommen. Zum Ende des Jahres 2021 vermeldete das Unternehmen zudem die Übernahme von Giraffe Foods Inc., einem kanadischen Hersteller von Saucen, Dips, Dressing, Sirupen und Getränken. Anfang 2022 gab es zwei weitere Zukäufe, mit denen Symrise die Expansion im Bereich der Tiernahrung (Pet Nutrition) vorantreibt. Im Januar 2022 akquirierte das Holzmindener Unternehmen den niederländischen Protein-Spezialisten Schaffelaarbos. Anfang Februar 2022 wurde die Juristin Stephanie Coßmann, die bei Lanxess den Personalbereich verantwortete, in den Vorstand von Symrise berufen.<ref>Stephanie Coßmann ist Personalvorständin bei Symrise. In: humanresourcesmanager.de. 1. Februar 2023, abgerufen am 24. Februar 2023.</ref> Im Februar 2022 folgte der Zukauf von Wing Pet Food, einem chinesischen Hersteller von Geschmackslösungen für Heimtierfutter. Im März 2022 verstärkte Symrise das Feinparfümerie-Geschäft durch zwei weitere Zukäufe französischer Unternehmen mit Sitz in der Region Grasse in Frankreich. Hierbei handelt es sich um R. Romani - Société Française d'Aromatiques (SFA Romani), ein Unternehmen für hochwertige Duftstoffe, und die Neroli Invest DL (Groupe Néroli). Mitte 2022 schloss Symrise Cosmetic Ingredients eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Biotech-Unternehmen evoxx technologies ab. Anfang Februar 2023 erwarb Symrise eine Mehrheitsbeteiligung am Biotech-Unternehmen Synergio. Im selben Monat gründeten Symrise Pet Food und Sunner, einer der Hauptgeflügelverarbeiter in China, einen Joint Venture in China, um hochwertige nachhaltige Eiproteine zu liefern.
Kartellverfahren
2023 wurde bekannt, dass die EU-Kartellbehörde und die Schweizer Wettbewerbsbehörde (Weko) Untersuchungen gegen Symrise und seine größten Konkurrenten Firmenich, Givaudan und International Flavors & Fragrances wegen des Verdachts der illegalen Preisabsprachen einleitete.<ref>Michael Scheppe: Razzia bei Symrise: Dufthersteller stehen unter Kartellverdacht. In: Handelsblatt. 8. März 2023, abgerufen am 9. März 2023.</ref>
Gegenwart
Geschäftsbereiche, Rohstoffe, Produkte, Kunden und Wettbewerb
Das Unternehmen hat sein operatives Geschäft im Jahr 2021 neu strukturiert und in zwei Segmenten organisiert: Taste, Nutrition & Health sowie Scent & Care.<ref>Symrise erweitert Vorstand um zwei Köpfe. Börsen-Zeitung, 22. September 2016.</ref> Die Segmente verfügen über eigene Abteilungen für Forschung und Entwicklung, Einkauf, Produktion und Qualitätskontrolle sowie Marketing und Vertrieb.
- Das Segment Taste, Nutrition & Health umfasst die Bereiche Food & Beverage, Pet Food, Aqua Feed und Probi (Mehrheitsbeteiligung am schwedischen Unternehmen Probi AB). Hier sind auch die Produkte und Lösungen des führenden Proteinspezialisten ADF/IDF, der seit 2019 zu Symrise gehört, integriert.
- Das Segment Scent & Care gliedert sich in die Geschäftsbereiche Fragrance, Cosmetic Ingredients und Aroma Molecules.<ref>Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 104 f.</ref>
Insgesamt bietet das Unternehmen rund 30.000 Produkte an,<ref>Mit klarer Strategie zum Global Player. Symrise-Chef beim Wirtschaftsclub. Neue Westfälische (Höxtersche Kreiszeitung), 25. Februar 2015.</ref><ref>Bienenstöcke für natürliche Vielfalt Symrise AG. Duft- und Geschmackstoffanbieter engagiert sich für intakte Natur. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung – Wirtschaftszeitung (Sonderveröffentlichung), 4. September 2017.</ref> für die es aus mehr als 100 Ländern rund 10.000 Rohstoffe bezieht.<ref>Sielaff, Witter, Tenge: Symrise, S. 275.</ref> Seine über 6.000 Kunden in mehr als 150 Ländern kommen vor allem aus der Parfüm-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkebranche sowie der pharmazeutischen Industrie. Auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und von Heimtiernahrung zählen dazu.<ref>Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 103</ref> Am globalen Markt für Duftstoffe und Aromen hält das Unternehmen einen Anteil von 10 Prozent. Es belegt damit gleich hinter Givaudan und gleichauf mit Firmenich sowie IFF den zweiten Platz.<ref name="AFF-Markt-2016">Informationen gemäß Statista. Abruf, 9. April 2019.</ref>
Firmensitz, Hauptsitze, Produktionsanlagen, Standorte
Firmensitz und zugleich größter Standort der Symrise AG ist Holzminden. Die dortigen Mitarbeiter sind in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb tätig sowie im Corporate Center. Dessen Funktionen wiederum sind Finanzen, Unternehmenskommunikation, Investor Relations, Recht, Steuern, Personal, IT, Group Compliance und Interne Revision.<ref>Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 104.</ref>
Das Unternehmen ist mit mehr als 100 Standorten weltweit vertreten.<ref>Handelsblatt (14. August 2020): Symrise-Chef: „Man muss das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen“. Abgerufen am 10. März 2021.</ref>
Regionale Hauptsitze unterhält das Unternehmen in den USA (Teterboro, New Jersey), Brasilien (São Paulo), Singapur und Frankreich (Rennes). Wichtige Produktionsanlagen befinden sich in Deutschland, Frankreich, Brasilien, Mexiko, Singapur, China und den USA. Entwicklungszentren finden sich insbesondere in Deutschland, Frankreich, Brasilien, China, Singapur und den USA. Darüber hinaus gibt es Vertriebsniederlassungen in über 40 Ländern.<ref>Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 104.</ref>
Aktionärsstruktur
Ende 2006 erfolgte der Börsengang. Seit dem 20. September 2021 wird die Aktie im DAX notiert.
Die Aktien verteilen sich wie folgt (Stand Januar 2025):<ref>Symrise Aktie. Symrise Aktionärsstruktur. Finanzen.net, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref>
- Horst-Otto Gerberding - 5,02 Prozent
- Streubesitz - 94,98 Prozent
Personal
Zum 31. Dezember 2024 beschäftigte Symrise 12.718 Mitarbeiter und darüber hinaus 238 Auszubildende und Trainees. Die größte Gruppe (6.339 Mitarbeiter) ist im Bereich Produktion & Technologie tätig, 2.641 Mitarbeiter im Vertrieb & Marketing und 1.883 Angestellte im Bereich Forschung & Entwicklung. 3.273 Mitarbeiter arbeiten an Standorten in Deutschland, 6.368 in der gesamten Region EMEA. Auf Lateinamerika entfallen 2.065 Angestellte der Konzernbelegschaft und auf die Regionen Asien/Pazifik sowie Nordamerika 1.961 beziehungsweise 2.295 Mitarbeiter. Aufgegliedert nach Unternehmensbereichen sind 3.710 Beschäftigte im Segment Scent & Care tätig, 7.305 Mitarbeiter im Bereich Taste, Nutrition & Health. 1.703 Mitarbeiter nehmen konzernübergreifende Tätigkeiten wahr.<ref>Creating ONE Symrise. (PDF) Unternehmensbericht 2024. Symrise, 27. März 2025, S. 55–56, abgerufen am 30. April 2025.</ref>
Parfümerie-Schulen
Seit 2011 betreibt Symrise eine Parfümerie-Schule in Holzminden. Sie ist die erste ihrer Art in Deutschland.<ref>Michael Robrecht: Erste Parfümerieschule in Deutschland eröffnet. In: Westfalen-Blatt, 17. Mai 2011. Roswitha Hoffmann-Wittenburg: Ein Labor, in dem es nach Maiglöckchen und Rosen duftet. Holzmindener Unternehmen Symrise eröffnet neue Parfümerie-Schule. In: Neue Westfälische 24. Mai 2011</ref> Auch in Indien unterhält das Unternehmen eine eigene Parfümerie-Schule.<ref>Duftstoff-Hersteller Symrise „Die Zwiebel wird unterschätzt“. In: Berliner Zeitung. 30. August 2013, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref>
Rezeption
Kontroverse mit Stiftung Warentest
Im November 2013 wurde bekannt, dass die Stiftung Warentest bei Schokolade des Herstellers Ritter Sport die Deklaration des von Symrise gelieferten Aromastoffes Piperonal in der Zutatenliste als natürlichen Aromastoff als Irreführung bemängelt, da dieser in industriellen Mengen nur chemisch hergestellt werden könne.<ref>Stiftung Ritter Sport entsetzt über Note "mangelhaft". In: Spiegel Online, abgerufen am 21. November 2013.</ref><ref>Zum Rechtsstreit siehe grundsätzlich Klaus Roth: „Quadratisch, praktisch, natürlich?“ In: Chemie in unserer Zeit, Band 49 (2015), Heft 5, S. 336–344, doi:10.1002/ciuz.201500722.</ref> Symrise hat die Herstellungsmethode daraufhin gegenüber den zuständigen Lebensmittelkontrollbehörden vollständig offengelegt. Diese haben die Deklaration nach eingehender Prüfung nicht beanstandet.<ref>Jost Marin: Voll auf die Nuss. In: Die Tageszeitung, abgerufen am 13. September 2014.</ref> Symrise garantierte dem Hersteller zudem, Aromen „ausschließlich natürlichen Ursprungs“ zu liefern, und erklärte, die europäische Aromenverordnung werde eingehalten.<ref>Symrise bestätigt die Einhaltung der europäischen Aromenverordnung. Symrise AG, Pressemitteilung vom 26. November 2013, abgerufen am 29. Juni 2017.</ref> Das zuständige Gericht folgte dieser Einschätzung im Januar 2014 und untersagte der Stiftung Warentest anderslautende Behauptungen.<ref>Henning Peitsmeier: Schwere Niederlage für Warentest gegen Ritter Sport. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, abgerufen am 13. Januar 2014.</ref> Das Urteil wurde rechtskräftig, nachdem das Oberlandesgericht München die Berufung der Stiftung zurückgewiesen hatte.
Literatur
- Stephan Sielaff, Christina Witter und Clemens Tenge: Symrise und Vanille: Tradition, Strategie und umfassendes Engagement. In: Michael D'heur (Hrsg.): CSR und Value Chain Management. Profitables Wachstum durch nachhaltig gemeinsame Wertschöpfung. Springer-Gabler, Berlin, Heidelberg 2014, S. 269–290, ISBN 978-3-642-39888-9.
- M. L. Cohen: Symrise GmbH and Company KG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 89, St. James Press, Farmington Hills, 2008, S. 436–440, ISBN 978-1-55862-908-0.
Weblinks
Einzelnachweise
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