RWE
| RWE AG
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | RWE Logo 2020.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0007037129 |
| Gründung | 1898 |
| Sitz | Essen, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 20.120 (2025)<ref name="GB">Geschäftsbericht 2025. Abgerufen am 30. April 2026.</ref> |
| Umsatz | 17,6 Mrd. Euro (2025)<ref name="GB"/> |
| Branche | Energieversorgung |
| Website | rwe.com |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Die RWE AG (bis 1990 Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) mit Sitz in Essen ist ein börsennotierter Energieversorgungskonzern. Am Umsatz gemessen war er zeitweise der zweitgrößte Versorger Deutschlands und gehört zu den großen Vier Energieversorgern. Der Konzern gehört in den Niederlanden seit der Übernahme von Essent zu den führenden Energieversorgern und ist auch in anderen Märkten (beispielsweise Großbritannien, Belgien, Österreich, Tschechien, Osteuropa, Türkei, USA, Taiwan) vertreten.
Geschichte
Bis 2000
1898 wurde RWE als Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG als Stadtwerk in Essen gegründet. Unter Hugo Stinnes expandierte RWE rasch zur Überlandzentrale durch niedrige Preise und Ausweitung des Absatzes. Stinnes’ Erfolgsrezept beruhte auf Verstromung der Steinkohle am Standort, gleichmäßigem Absatz seiner Steinkohle und Verringerung der Lastspitzen seiner Kraftwerke. Unter Beteiligung der Kommunen als Finanzierer und Absatzmarkt stieg RWE bis 1914 zu einem der größten Stromversorger im Kaiserreich auf. 1914 ging RWE mit dem Goldenbergwerk zur Verstromung der Braunkohle im Großkraftwerk über.<ref>Chronik 1898–1920: Die Anfänge. In: rwe.com. RWE AG, abgerufen am 30. April 2026.</ref>
Nach der großen Ausweitung der Kraftwerkskapazitäten im Ersten Weltkrieg expandierte RWE mit dem Verbund zentraler Großkraftwerke weiter. Unter dem Vorstand Arthur Koepchen wurde in den 1920er Jahren die Nord-Süd-Leitung, eine Verbundleitung auf Höchstspannungsebene, gebaut: Tagsüber floss Strom der Wasserkraftwerke nach Norden, nachts Braunkohlestrom nach Süden, um Wasser in die Speicherkraftwerke zu pumpen. 1927/29 wurde das Versorgungsgebiet des RWE im sog. Elektrofrieden mit den anderen Stromversorgern festgelegt und im Energiewirtschaftsgesetz 1935 bestätigt.<ref>Chronik 1921–1948: Expansion und Wiederaufbau. In: rwe.com. RWE AG, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Die Marktstrukturkrise ab 1930 durch die Überdimensionierung der Großkraftwerke der 1920er Jahre löste sich durch die energieintensive Aufrüstung der Wehrmacht. Zum 1. Mai 1933 trat der Vorstand geschlossen der NSDAP bei.
Gegen Wilhelm Ricken, den technischen Direktor und designierten Generaldirektor des RWE, ermittelte seit Herbst 1943 die Staatspolizei Essen wegen „Wehrkraftzersetzung“. Der damalige Oberbürgermeister von Essen, Just Dillgardt, zugleich zweiter Vorsitzender im Aufsichtsrat von RWE, hatte Ricken bei der Staatspolizei angezeigt. Zuvor hatte er einen Hinweis des damaligen kaufmännischen Direktors und Vorstandskollegen Rickens Friedrich Praedel erhalten. Dieser „Vorstandskollege“ des RWE soll Dillgardt zur Anzeige gedrängt haben. Wilhelm Ricken wurde daraufhin am 20. Oktober 1943 verhaftet und am 8. März 1944 vom Volksgerichtshof u. a. wegen seiner Aussage „der Krieg werde enden wie 1918“ zum Tode verurteilt. Am 2. Mai 1944 wurde Wilhelm Ricken in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
An seiner letzten Wirkungsstätte in Essen erinnert heute ein Stolperstein an ihn und sein Schicksal.<ref>Edith Raim: Justiz zwischen Diktatur und Demokratie. Wiederaufbau und Ahndung von Verbrechen in Westdeutschland 1945–1949. Oldenbourg Verlag, München 2013, S. 992 u. Anm. 153f.</ref>
Durch die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg stieg RWE zum mit Abstand größten Energieversorgungsunternehmen der Bundesrepublik auf. Bis Ende der 1960er Jahre setzte RWE weiterhin auf ihre Verbundwirtschaft aus Wasserkraft und Braunkohlestrom. 1975 begann mit der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Biblis A die Nutzung der Kernenergie.<ref>Chronik 1949–1988: Energie für das Wirtschaftswunder. In: rwe.com. RWE AG, abgerufen am 30. April 2026.</ref> Durch die Debatten um das Waldsterben in den 1980er Jahren geriet der Schwefeldioxidausstoß seiner Braunkohlekraftwerke in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. 1990 wurde das operative Geschäft des Mischkonzerns in den fünf Unternehmensbereichen Energie, Bergbau und Rohstoffe, Mineralöl und Chemie, Entsorgung sowie Maschinen-, Anlagen- und Gerätebau von den Führungsgesellschaften RWE Energie, Rheinbraun, RWE Dea, RWE Entsorgung, Rheinelektra und Lahmeyer getätigt. 1990 erwarb RWE in einem Konsortium anteilig großenteils die gesamte ostdeutsche Stromwirtschaft. Der Vertrag wurde im „Stromvergleich“ vor dem Bundesverfassungsgericht revidiert. In den 1990er Jahren war RWE mit RWE Telliance (1997 aufgegangen in o.tel.o) in der Telekommunikationsbranche tätig.
Seit 2000
2000 fusionierte RWE mit seinem Konkurrenten Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW).<ref>Jürgen H. Wintermann: Fusion von RWE und VEW besiegelt. In: Die Welt. 23. November 2000 (welt.de [abgerufen am 30. April 2026]).</ref> Gleichzeitig wurden die Vorzugsrechte kommunaler Anteilseigner erworben. In den darauffolgenden Jahren hat sich RWE von einem Energie- und Wasserversorgungsunternehmen zu einem europäischen Konzern entwickelt. Im Zuge dessen reduzierte RWE langjährige Finanzbeteiligungen an Unternehmen wie Hochtief und Heidelberger Druckmaschinen.<ref>Wachstum mit Hindernissen – Aktie entwickelt Dynamik: RWE beklagt rot-grüne Energiepolitik. In: Handelsblatt. 20. November 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Dezember 2021; abgerufen am 30. April 2026.</ref>
Im Rahmen einer weiteren Konzentration auf Kernkompetenzen kündigte RWE im November 2005 an, das Wassergeschäft von RWE Thames Water in Großbritannien und von American Water in Nordamerika zu veräußern. RWE werde sich ausschließlich auf das Energiegeschäft (Strom und Gas) in Deutschland, Großbritannien, Benelux sowie in Mittel- und Osteuropa fokussieren.<ref>Werner Sturbeck: RWE: Auf Schmusekurs mit den Kapitalmärkten. In: FAZ.NET. 20. November 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Dezember 2021; abgerufen am 30. April 2026.</ref> Mit dem Verkauf der RWE Umwelt im Februar 2005 an Remondis wurde der Ausstieg aus dem Entsorgungs-Geschäft abgeschlossen<ref>Bundeskartellamt untersagt den Erwerb der RWE Umwelt durch Remondis im Bereich Duales System. Bundeskartellamt, 25. Februar 2005, abgerufen am 30. April 2026.</ref> und mit dem Verkauf von Thames Water im Dezember 2006 wurde der Ausstieg aus dem Wasser-Geschäft eingeleitet.<ref>Versorger: RWE verkauft Thames Water für 11,9 Milliarden Euro. In: FAZ.NET. 17. Oktober 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Dezember 2021; abgerufen am 30. April 2026.</ref> Der Börsengang von American Water erfolgte im April 2008.<ref>Lynn Cowan: American Water Works IPO Reaps Lukewarm Interest. In: The Wall Street Journal. 24. April 2008, abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Fokussierung auf die beiden Energieträger Strom und Gas wurde auch durch die Gründung des Bereichs Midstream verdeutlicht, der die Gas-Aktivitäten des Konzerns koordiniert (zum Beispiel Gaseinkauf, Gastransport, Gasspeicherung).<ref>RWE Gas Midstream GmbH, Essen. Abgerufen am 28. Dezember 2021.</ref>
Im Januar 2009 wurde bekannt, dass RWE die Übernahme des niederländischen Energieversorgers Essent plante.<ref>Versorger: RWE vollzieht Übernahme von Essent. Abgerufen am 31. Dezember 2021.</ref> Die Europäische Kommission genehmigte diesen Plan im Juni 2009. Die Übernahme von Essent verzögerte sich bis September 2009, weil Essent zusammen mit dem niederländischen Versorger Delta Miteigentümer des Kernkraftwerks Borssele ist, in dessen Statuten festgelegt war, dass die Kontrolle über die Anlage in öffentlicher Hand verbleiben muss. Essent übertrug seinen wirtschaftlichen Anteil am Kernkraftwerk an RWE, die Kontrolle über das Kernkraftwerk verblieb aber in den Händen der öffentlichen Aktionäre.<ref>Pressemitteilung auf rwe.com (archiviert): Essent und RWE schließen Transaktion ab, 30. September 2009, abgerufen am 7. Januar 2007.</ref> RWE erwarb 100 % der Energy Resources Holding (ERH), die wiederum zu 30 % an der Kraftwerksgesellschaft in Borssele beteiligt ist.<ref>Geschäftsbericht 2011. Abgerufen am 31. Dezember 2021.</ref>
Am 1. Dezember 2015 kündigte RWE an, den Konzern neu zu strukturieren: In Zukunft sollen die Geschäftsfelder erneuerbare Energie, Stromnetze und Vertrieb in einer neuen Gesellschaft gebündelt werden. Als Ziel wurde angegeben, den Bereich mit frischem Eigenkapital durch eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent zu versorgen und an die Börse zu bringen oder an einen Investor zu verkaufen. In der dann deutlich größeren Tochtergesellschaft mit dem Namen „innogy“ sollten rund 40.000 der 60.000 Mitarbeiter beschäftigt sein und rund 40 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielt werden.<ref>Konzernumbau bei RWE: Die Guten ins Töpfchen. In: Spiegel Online. 1. Dezember 2015, abgerufen am 1. Mai 2016.</ref><ref>Marlies Uken: RWE: Die Verzweiflungstat. In: Zeit Online. 1. Dezember 2015, abgerufen am 1. Dezember 2015.</ref><ref>Carsten Knop: Kommentar: Taktiker Terium. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. November 2019]).</ref>
Atomausstieg
RWE war unter Jürgen Großmann als Vorstandsvorsitzender ein Verfechter der Kernenergie in Deutschland und forderte eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rheinische Post vom 13. August 2010 Seite B1: RWE schließt Jobabbau nicht aus ( vom 16. August 2010 im Internet Archive)</ref> Mit dem Atomausstieg nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima wurde die noch im Jahr zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung durch den Bundestag jedoch wieder rückgängig gemacht. Daraufhin reichte RWE im April 2011 beim Verwaltungsgerichtshof Kassel Klage gegen die Abschaltung von Biblis A und B auf Grund des Atom-Moratoriums ein. Der Klage wurde stattgegeben. Daraufhin reichte RWE Klage gegen das Bundesland Hessen und gegen die Bundesregierung ein. RWE verlangte Schadenersatz wegen entgangener Gewinne aus der Stromproduktion der Kernreaktoren.<ref>Markus Balser, Michael Bauchmüller, Susanne Höll: RWE verlangt die Quittung für den Atomausstieg. In: www.sueddeutsche.de. 27. August 2014, abgerufen am 25. November 2019.</ref>
Unter dem Vorstandsvorsitzenden Peter Terium (Juli 2012 bis Oktober 2016) leitete RWE eine Wende in der Unternehmensstrategie ein. So wurde aus finanziellen Gründen beschlossen, nicht nur in Deutschland, sondern auch international aus der mit sehr hohen Kapitalkosten verbundenen Kernenergie auszusteigen und sich an keinen weiteren Neubauprojekten von Kernkraftwerken zu beteiligen. RWE zog sich aus bereits geplanten Kernkraftprojekten in Großbritannien zurück. Stattdessen wolle man nun verstärkt die lange Zeit vernachlässigten erneuerbaren Energien ausbauen, darunter auch die Solarenergie. RWE ist an der Desertec Foundation beteiligt<ref>Markus Balser: Energiekonzern baut keine Atomkraftwerke mehr. In: www.sueddeutsche.de. 18. Juni 2012, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Terium übernimmt Chefsessel: Der vermeintliche Abschied vom „Dinosaurier“ RWE. In: www.handelsblatt.com. 1. Juli 2012, abgerufen am 25. November 2019.</ref>; die meisten Desertec-Gesellschafter stiegen 2014 aber aus.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): Das Aus für Desertec ist beschlossen | DW | 14.10.2014. Abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref> Terium betonte zudem, es sei rückblickend ein Fehler gewesen, die Solartechnik lange Zeit abgelehnt zu haben.<ref>dpa: Energiekonzern: RWE stoppt Bau neuer Atomkraftwerke. In: Die Zeit. 25. Oktober 2012, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 25. November 2019]).</ref>
Im Herbst 2015 berichteten einige Medien, dass die von RWE gebildeten Rückstellungen für den Rückbau der vom Unternehmen betriebenen Kernkraftwerke möglicherweise nicht ausreichend seien. Die Zeitung Rheinische Post berichtete unter Berufung auf „Berliner Kreise“ von einer Finanzierungslücke von 7,5–10 Milliarden Euro. RWE bekräftigte hingegen, dass die Rückstellungen zum Zeitpunkt des Rückbaus voraussichtlich ausreichen werden, um diesen zu finanzieren. Die Diskrepanzen in den Berechnungen waren offenbar zumindest teilweise auf unterschiedliche Annahmen über die Verzinsung der Rückstellungen zurückzuführen.<ref>Akw-Betreiber dementieren Bericht zu Atomrückstellungen. In: www.manager-magazin.de. 15. September 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref> Terium warnte in einem Interview davor, dass im Falle weiterer ungeplanter Belastungen des Unternehmens, insbesondere der von der Bundesregierung angedachten Braunkohleabgabe, RWE nicht mehr genug Geld für den Rückbau haben könnte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RWE-Chef packt aus: Nichts mehr übrig für Atomkraft? ( vom 14. Mai 2015 im Internet Archive)</ref>
Kohleausstieg
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz formulierte im Jahr 2000 das Ziel, bis 2050 80 % des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Welche Rolle die Kohle – insbesondere die Braunkohle – dann noch spielen kann, war umstritten. RWE äußerte im März 2014 bei Verhandlungen mit der Landesregierung von NRW (Kabinett Kraft II, eine rot-grüne Koalition), die Braunkohle könne bis Mitte des Jahrhunderts „einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten“.<ref>Thomas Wels und Theo Schumacher: Braunkohletagebau - zähes Ringen um Garzweiler II. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 30. März 2014, abgerufen am 25. November 2019.</ref>
RWE positionierte sich als Gegner eines Kohleausstiegs und befürwortete ein Festhalten an der Braunkohleverstromung. RWE warnte vor „Strukturbrüchen“, sollte ein Kohleausstieg in Deutschland eingeleitet werden. Nach Ansicht von Kritikern verpasste RWE mit dieser Strategie eine Lenkung des Kohleausstiegs – notwendige Anpassungen würden später umso gravierender ausfallen.<ref>RBB, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kommunalpolitiker fordern geordneten Braunkohle-Ausstieg ( vom 8. Januar 2016 im Internet Archive), 1. Juni 2015.</ref><ref name="Braunkohle, nein danke">Deutschlandfunk, Braunkohle, nein danke, Wochenendjournal (41 min), 28. November 2015.</ref>
Im April 2014 beschloss das Kabinett Kraft II, die Braunkohle werde bis 2030 gebraucht<ref>Kristian Frigelj: Braunkohle: Kraft windet sich im Landtag wegen Kohle-Ausstieg. 9. April 2014 (welt.de [abgerufen am 25. November 2019]).</ref> und entschied, den Tagebau zu verkleinern: etwa 300 Millionen von insgesamt 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle sollten nicht mehr abgebaggert werden.<ref>FAZ, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Garzweiler-Verkleinerung kein Ausstieg aus Braunkohle ( vom 5. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> RWE sah sich 2019 und 2020 mit einer wachsenden Anti-Kohlekraft-Bewegung im Rheinischen Braunkohlerevier konfrontiert.<ref>Michael Bauchmüller: Goliath im Tagebau. In: www.sueddeutsche.de. 17. August 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>n-tv Nachrichten: Braunkohlegegner setzen RWE erheblich zu. 17. August 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Christina Hustedt und Oliver Tripp: Tagebau Hambach: Erneute Proteste von Braunkohle-Gegnern am Tagebau Hambach. In: www.ksta.de. 23. August 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref>
Zur Verringerung der CO2-Emissionen muss die Nutzung von Kohlekraftwerken reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es verschiedene Konzepte: RWE forderte für die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken die Einrichtung eines Kapazitätsmarkts, der durch eine Umlage bezahlt werden sollte.<ref>Andreas Wildhagen: Energieversorger: Große Resignation bei RWE. In: www.wiwo.de. 4. März 2014, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Kraftwerksbranche in Aufruhr: In der Strombranche ist nichts mehr unmöglich. In: www.handelsblatt.com. 8. Oktober 2013, abgerufen am 25. November 2019.</ref> Die Bundesregierung plante für 2015 eine Reform des Strommarkts, wozu auch die Einführung eines Nationalen Klimaschutzbeitrags gehören sollte. RWE sah durch die Abgabe seine Braunkohletagebaue und Braunkohlekraftwerke bedroht und den Anfang eines Kohleausstiegs in Deutschland.<ref>Deutschlandfunk: Hauptversammlung bei RWE Kohleabgabe als Damokles-Schwert, 23. April 2015.</ref><ref>Hauptversammlung bei RWE – Kohleabgabe als Damokles-Schwert. In: www.deutschlandfunk.de. 23. April 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref> Der Klimabeitrag wurde nach kontroverser politischer Diskussion und durch Druck der Gewerkschaften IG BCE und Verdi jedoch nicht eingeführt, stattdessen wurden nun einige Braunkohlekraftwerke oder Kraftwerksblöcke stillgelegt und in eine Sicherheitsbereitschaft überführt. Die Konzerne RWE, E.ON und MIBRAG sollten eine Vergütung von insgesamt 1,6 Milliarden Euro erhalten.<ref>Ärger an der Tagebaukante. In: www.sueddeutsche.de. 4. November 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Andreas Mihm, Berlin: Gesetzentwurf: Beim Strom setzt Gabriel jetzt auf den Markt. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. November 2019]).</ref> Die Blöcke P und Q des Kraftwerks Frimmersdorf wurden am 1. Oktober 2017 in die Bereitschaft überführt und sollten am 30. September 2021 stillgelegt werden. Die Blöcke E und F des Kraftwerks Niederaußem wurden am 1. Oktober 2018 in die Bereitschaft überführt und sollten am 30. September 2022 stillgelegt werden. Der Block C des Kraftwerks Neurath wurde am 1. Oktober 2019 in die Bereitschaft überführt und sollte am 30. September 2023 stillgelegt werden. RWE sollte somit 1.448 MW vom Netz nehmen. Es wurde vermutet, dass die Braunkohlekraftwerke in Frimmersdorf und Niederaußem sowieso voraussichtlich um 2020 abgeschaltet worden wären. Demnach würden zusätzlich durch die Sicherheitsbereitschaft nur 292 MW des Blocks C in Neurath stillgelegt.<ref>Marlies Uken: Energiewende: Hoher Preis für den Einstieg in die Dekarbonisierung. In: Die Zeit. 4. November 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 25. November 2019]).</ref><ref>RWE streicht Tausend Stellen wegen Braunkohleausstieg. In: www.manager-magazin.de. 26. Oktober 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verständigung zwischen der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland und RWE Power AG ( vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive), Vertrag zur Überführung von Braunkohlekraftwerksblöcken in die Sicherheitsbereitschaft vom 2. November 2015.</ref>
Laut einer im Auftrag von Greenpeace angefertigten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dürfe man in Deutschland „nur noch maximal 280 Millionen Tonnen Braunkohle“ fördern, falls das Land die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris erfüllen wolle. RWE prognostizierte im Mai 2020 eine Fördermenge von 630 Millionen Tonnen Braunkohle.<ref>WDR: Greenpeace-Studie zum Braunkohle-Abbau im Rheinischen Revier. 22. Mai 2020, abgerufen am 22. Mai 2020. (offline)</ref>
Im November 2021, nach der Bundestagswahl 2021 und der UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021, kündigte RWE an, seinen Umbau in Richtung erneuerbarer Energien zu beschleunigen. Dies könne einen schnelleren Ausstieg aus der Kohle ermöglichen. Der Vorstandsvorsitzende Markus Krebber sagte, er schließe einen vorzeitigen Ausstieg aus der Kohleverstromung nicht aus.<ref>Helmut Bünder: Bis 2030: RWE will 50 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren. In: FAZ.net. 15. November 2021, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. November 2021]).</ref>
Am 4. Oktober 2022 kündigte RWE an, die Braunkohleverstromung bis 2030 zu beenden, um die deutschen Klimaschutzziele zu unterstützen und die Energiewende voranzutreiben. Diese Entscheidung wurde angesichts der Energiepreiskrise seit 2021 getroffen, um die Versorgungssicherheit kurzfristig zu stärken, während langfristig ein sozialverträglicher Personalabbau geplant ist. Die Vereinbarung mit der Bundesregierung (Kabinett Scholz) ermöglicht zudem Investitionen in erneuerbare Energien, um den Übergang zu beschleunigen.<ref name=":0">Verständigung auf Kohleausstieg 2030 und Stärkung der Versorgungssicherheit in der Energiekrise. In: rwe.com. RWE, 4. Oktober 2022, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref>
Der niederländische Staat wollte bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen und verpflichtete sich, die CO2-Emissionen um 25 Prozent gegenüber 1990 zu senken.<ref>Nederland kijkt naar einde kolencentrales. In: www.nrc.nl. 14. November 2015, abgerufen am 25. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> RWE zog im November 2023 eine Klage gegen die Niederlande zurück.<ref>Tobias Müller: RWE gegen Niederlande: „Ein wichtiger Sieg für den Staat“. In: Die Tageszeitung: taz. 2. November 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 29. Juli 2025]).</ref> RWE hatte die Niederlande vor dem ISCID auf 1,4 Milliarden Euro verklagt.<ref>RWE zieht Schiedsklage wegen Kohleausstiegs zurück</ref>
Organisation
Konzernstruktur
Das operative Geschäft der RWE AG ist in sechs Bereiche gebündelt:<ref>Die RWE Gesellschaften. RWE, abgerufen am 18. Januar 2024.</ref>
- RWE Renewables Europe & Australia GmbH – Energieerzeugung an Land in Europa und Australien aus erneuerbaren Energien mit Sitz in Essen
- RWE Offshore Wind GmbH – Energieerzeugung aus Offshore Wind in Europa, Amerika und Asien mit Sitz in Essen
- RWE Clean Energy, LLC – Energieerzeugung an Land aus erneuerbaren Energien in den USA, Mexiko und Chile mit Sitz in Austin
- RWE Generation SE – Energieerzeugung aus Gas, Steinkohle, Wasser und Biomasse mit Sitz in Essen
- RWE Power AG – Konventionelle Energieerzeugung (Braunkohle) und Kernenergie mit Sitz in Essen
- RWE Supply & Trading GmbH – Beschaffung, Handel, Optimierung und Vermarktung mit Sitz in Essen. Auch Direktvermarktung erneuerbarer Energien und Emissionsrechtehandel.
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Sitz des RWE-Konzerns im Nordviertel in Essen (RWE Platz 1)
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RWE Turm, Hauptverwaltung Westenergie am Opernplatz 1
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Ehemaliger Hauptsitz RWE Deutschland AG in der Kruppstraße 5
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RWE Tower, ehemaliger Hauptsitz RWE Vertrieb in Dortmund Innenstadt
Unternehmensleitung
Der Vorstand besteht seit Mai 2021 aus drei Mitgliedern: Dem Vorstandsvorsitzenden Markus Krebber, dem Finanzvorstand Michael Müller und der Personalvorständin und Arbeitsdirektorin Katja van Doren.<ref>Der Vorstand der RWE AG. RWE, abgerufen am 4. Oktober 2023.</ref>
Vorsitzender des 20-köpfigen Aufsichtsrats ist Frank Appel. Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Michael Vassiliadis (Stellvertretender Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie).<ref>Aufsichtsrat RWE AG. RWE, abgerufen am 31. Juli 2025.</ref>
Aktie und Anteilseigner
Das Grundkapital der Gesellschaft ist eingeteilt in rund 744 Millionen Stammaktien.<ref>RWE: Die Aktie im Überblick. In: rwe.com. Oktober 2022, abgerufen am 21. März 2023.</ref> Nach Beschluss der Hauptversammlung im Mai 2019<ref>RWE-HV beschließt Aktienumwandlung – Dividende 2018 bei 0,70 Euro. In: finanznachrichten.de. 3. Mai 2019, abgerufen am 6. Mai 2019.</ref> wurde der Handel mit Vorzugsaktien mit Ablauf des 28. Juni 2019 eingestellt und alle Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt.<ref>RWE wandelt Vorzugsaktien in Stammaktien um. In: finanznachrichten.de. 28. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.</ref> Die Stammaktien sind seit 1988 Bestandteil des DAX. Der rund 4,8-%-Anteil des kommunalen Anteilseigners Dortmund wird als Festbesitz angesehen. Neben den meldepflichtigen Anteilseignern besitzen weitere knapp 80 Städte und Kreise einen Anteil am Grundkapital. Diese waren aus der Historie in zwei kommunalen Aktionärsverbänden aus Westfalen und dem Rheinland organisiert. Seit Juli 2021 sind alle Mitglieder im Verband Kommunaler Aktionäre (VKA) Rheinland gebündelt. Zusammen hielten sie rund 23 Prozent aller RWE-Aktien.<ref>Anne-Kathrin Meves: RWE: Kommunale Aktionäre formieren sich neu. In: Der Neue Kämmerer. 24. Juni 2021, abgerufen am 16. Juli 2021.</ref><ref>ROUNDUP 2: Kohle belastet RWE – Konzern stellt Weichen für Umbruch. In: boerse-frankfurt.de. 14. März 2019, abgerufen am 5. April 2019.</ref>
Im Jahr 2022 wurde die Übernahme von Con Edison Clean Energy Businesses zum Teil durch die Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe im Nennwert von knapp 2,5 Mrd. Euro refinanziert, welche die Qatar Holding zeichnete. Nach deren Wandlung in neue Inhaberstückaktien der RWE wurde das Emirat Katar über seinen Staatsfonds Qatar Investment Authority zum größten Aktionär von RWE.<ref>Katar wird größter RWE-Aktionär. In: Spiegel Online. 2. Oktober 2022, abgerufen am 15. Januar 2023.</ref><ref>Katar wird größter Aktionär von RWE. In: FAZ.net. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 2. Oktober 2022]).</ref>
Aktionäre mit meldepflichtigen Anteilen zum Oktober 2025:<ref>Aktionärsstruktur. Geschäftsbericht 2025 RWE (Seite 18), abgerufen am 23. März 2026.</ref>
| Anteil | Anteilseigner |
|---|---|
| 9 % | Qatar Investment Authority |
| 6 % | BlackRock |
| 1 % | Belegschaft |
| 70 % | Andere Institutionelle Aktionäre |
| 14 % | Andere Private Aktionäre |
Unternehmenskultur
Die gewachsene, traditionelle Unternehmenskultur von RWE ist stark von der Verwurzelung im rheinischen Bergbau und der Montanmitbestimmung geprägt. Sie ist konsensorientiert und bürokratisch.<ref>Wirtschaftswoche: Energiekonzerne: RWE-Mitarbeiter hadern mit ihrem eigenen Chef. 16. April 2009, abgerufen am 25. November 2019.</ref> Charakteristisch für den Konzern ist die wechselseitige Einflussnahme durch und auf kommunale Anteilseigner. Diese ist durch nach Aktiengesetz nicht vorgeschriebene<ref name="KJ">Werner Rügemer: Die deutsche Justiz und die Korruption, KJ 1997, S. 466 (PDF)</ref> Regionalbeiräte institutionalisiert, in denen lokale Politiker, Vertreter städtischer Energieerzeuger und weitere Interessenvertreter sitzen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RWE, Regionalbeiräte ( vom 26. November 2013 im Internet Archive)</ref> Diese erhalten von RWE eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jährlich 6650<ref name="sueddeutsche-beiraete">Beiräte – „absolut üblich“, Süddeutsche Zeitung, 10. Mai 2010; abgerufen am 10. November 2013.</ref> bis 7400 Euro.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RWE, Regionalbeiräte, Vergütung ( des Vorlage:IconExternal vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Das Kopfnicken mit Büffet bezeichnen Kritiker des Konzerns als „legalisierte Korruption“.<ref name="KJ" /><ref name="sueddeutsche-beiraete" /><ref>Nicht mehr haltbar, Der Spiegel vom 9. Juli 1979.</ref> Nach einem Rechtsstreit des Beirats Herbert Napp vor dem Bundesverwaltungsgericht müssen seit 2011 die kommunalen Beiräte die Vergütung abführen.<ref>BVerwG, Urteil vom 31. März 2011, 2 C 12.09</ref>
Auch kam es in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit immer wieder zu direkten Zuwendungen an Kommunal- und Landespolitiker; so wurde im November 2004 bekannt, dass RWE unter anderem an Hermann-Josef Arentz 60.000 Euro jährlich bezahlt und kostenlos Strom geliefert hat. Ebenso wurden an den CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer 81.800 Euro gezahlt und kostenlos Strom geliefert. Der Konzern begründete die Zahlungen mit einem „Kommunikationsfehler“. Durch diese sog. RWE-Affäre geriet RWEs Lobbyismuspolitik generell in die Kritik.
Lobbyisten des RWE-Konzerns beziehen über die SPD Hausausweise des deutschen Bundestags, mit denen sie direkten Zugang zum Gebäude haben.<ref>Robert Roßmann: Bundestag verweigert Herausgabe von Lobbyisten-Namen. In: www.sueddeutsche.de. 22. Oktober 2015, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Bundestag: SPD veröffentlicht Lobbyisten-Liste. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. November 2019]).</ref>
Produktionsanlagen
Energieträger und Kraftwerke
RWE betreibt zahlreiche Kraftwerke; zum größten Teil erfolgt RWEs Energieproduktion durch konventionelle fossile Kohle- und Gaskraftwerke. Der Konzern erzeugte im Jahr 2022 33,7 % seines Stroms aus Gas, 32,7 % aus Braunkohle, 21,0 % aus Erneuerbaren, 7,8 % aus Kernenergie, 4,7 % aus Steinkohle und 0,1 % aus Pumpwasser-, Öl und sonstigen Kraftwerken.<ref>Stromerzeugung der RWE AG nach Energieträger 2022. In: statista.com. August 2023, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref>
Der CO2-Ausstoß des Unternehmens wurde von 2022 bis 2023 um 27 Prozent auf 60,6 Millionen Tonnen gesenkt.<ref>RWE baut grünes Portfolio im Geschäftsjahr 2023 deutlich aus und senkt gleichzeitig CO2-Emissionen um 27 Prozent. Abgerufen am 29. Juli 2025.</ref> und von 2023 bis 2024 um 13 Prozent auf 52,6 Millionen Tonnen.<ref>Geschäftsbericht 2024. Abgerufen am 29. Juli 2025.</ref>
RWE importierte im Jahr 2013 Kohle beispielsweise aus der Mine El Cerrejón in Kolumbien.<ref name="handelsblatt-kohle">Umweltorganisationen: RWE wegen Kohleimporten in der Kritik. In: www.handelsblatt.com. 17. April 2013, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Sterben für deutschen Kohlestrom. In: www.zeit.de. Die Zeit, 16. April 2013, abgerufen am 29. November 2013.</ref> Dort kommt es zu Interessenskonflikten mit dem Wayúu-Volk.<ref>Guido M. Hartmann: Ein Häuptling gegen RWE. 21. April 2013 (welt.de [abgerufen am 25. November 2019]).</ref><ref name="Bitter Coal">Bitter Coal (PDF; 1,4 MB): Ein Dossier über Deutschlands Steinkohleimporte, FIAN und Urgewald, April 2013.</ref> RWE hat gemeinsam mit den europäischen Kohleimporteuren E.ON, Vattenfall, Électricité de France, GDF Suez, Enel und Dong Energy 2010 die Initiative „Better Coal“ ins Leben gerufen. Diese soll dafür sorgen, dass der Kohleabbau mit Verantwortungsübernahme für die Umwelt abläuft. Die Initiative wird als Greenwashing kritisiert.<ref name="Bitter Coal" />
→ Listen der RWE-Kraftwerke unter RWE Generation (Kern- und konventionelle Kraftwerke incl. Wasserkraft)
| Windpark auf See |
Meer |
Land |
Kapazität (MW) |
Beteiligung |
Betrieb |
|---|---|---|---|---|---|
| Alpha ventus | Nordsee | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | 60 | 26,25 % | 2009 |
| Amrumbank West | Nordsee | 302,4 | 100 % | 2015 | |
| Arkona-Becken Südost | Ostsee | 378 | 50 % | 2019 | |
| Nordsee Ost | Nordsee | 295,2 | 100 % | 2015 | |
| Nordsee One | Nordsee | 332,1 | 15 % | 2017 | |
| Kaskasi | Nordsee | 342 | 100 % | 2022 | |
| Galloper | Nordsee | Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich | 352,8 | 25 % | 2018 |
| Greater Gabbard | Nordsee | 504 | 50 % | 2012 | |
| Gwynt y Mor | Irische See | 576 | 50 % | 2015 | |
| Humber Gateway | Nordsee | 219 | 51 % | 2015 | |
| London Array | Nordsee | 630 | 30 % | 2012 | |
| Rampion | Ärmelkanal | 400,2 | 50 % | 2018 | |
| Rhyl Flats | Irische See | 90 | 50,1 % | 2009 | |
| Robin Rigg | Irische See | 174 | 100 % | 2010 | |
| Scroby Sands | Nordsee | 60 | 100 % | 2004 | |
| Triton Knoll | Nordsee | 857,25 | 59 % | 2022 | |
| Thorntonbank | Nordsee | Datei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien | 325 | 26,7 % | 2013 |
| Nysted (Rødsand) 2 | Ostsee | Datei:Flag of Denmark.svg Dänemark | 207 | 20 % | 2010 |
| Kårehamn | Ostsee | Datei:Flag of Sweden.svg Schweden | 48 | 100 % | 2013 |
| Planung | |||||
| Nordseecluster | Nordsee | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | 1560 | 51 % | 2026 |
| Windbostel | Nordsee | 4000 | 50 % | 2032 | |
| Sofia | Nordsee | Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich | 1400 | 100 % | 2026 |
| Thor | Nordsee | Datei:Flag of Denmark.svg Dänemark | 1000 | 51 % | 2027 |
| OranjeWind | Nordsee | Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande | 795 | 50 % | 2028 |
Netze
Mit den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes und der EU und nachdem das von der deutschen Energiewirtschaft zunächst favorisierte Modell des verhandelten Netzzugangs zugunsten des staatlich regulierten Netzzugangs umgesetzt wurde, kam es ab 2003 zur rechtlichen Entflechtung der Übertragungs-(bzw. Fernleitungs-) und Verteilungsnetze für Strom und Gas mit der Schaffung eigens zuständiger Tochtergesellschaften.
Übertragungsnetz Strom
2003 wurde Amprion (ursprünglich RWE Transportnetz Strom GmbH) als Tochterunternehmen im RWE-Konzern gegründet. Amprion mit Sitz in Dortmund ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland. Der Verkauf von 74,9 % der Amprion-Anteile durch RWE für einen Kaufpreis von 1 Mrd. Euro an ein Commerz-Real-Konsortium aus Infrastrukturfonds wurde im Juni 2011 angekündigt und im September 2011 abgeschlossen.<ref>RWE verkauft Stromnetz an Versicherer. In: Handelsblatt. 13. Juli 2011, abgerufen am 7. September 2019.</ref>
Fernleitungsnetz Gas
2004 wurde die Thyssengas (ursprünglich RWE Transportnetz Gas GmbH) als Tochterunternehmen Fernleitungsnetzbetreiber im RWE-Konzern geschaffen. Im April 2007 leitete die EU-Kommission ein Missbrauchsverfahren gegen RWE ein unter dem Verdacht, sie habe über die RWE Transportnetz Gas Konkurrenten den Zugang zum Erdgasmarkt erschwert.<ref>europa.eu</ref> Die EU-Kommissarin für Wettbewerb Neelie Kroes kam zu der Beurteilung, dass RWE auf den Gastransportmärkten in Nordrhein-Westfalen den Markt beherrsche. Nach Androhung eines Bußgeldes in dreistelliger Millionenhöhe bot RWE im Mai 2008 an, sein Gastransportnetz in Deutschland innerhalb von zwei Jahren an einen unabhängigen Dritten zu verkaufen.<ref>RWE-Chef zum Wettbewerbsverfahren. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Juni 2008, abgerufen am 25. November 2019.</ref> Nach langer Prüfung gab die EU-Wettbewerbsbehörde Mitte März 2009 bekannt, dass das Verfahren bei einem Verkauf des Gasübertragungsrechtes eingestellt werde. Im Dezember 2010 wurde schließlich ein Vertrag zum Verkauf der Thyssengas abgeschlossen. Der Verkauf wurde im Februar 2011 nach Genehmigung durch die Kartellbehörden vollzogen.<ref>RWE schließt Verkauf von Thyssengas ab. 28. Februar 2011, abgerufen am 2. Februar 2022.</ref>
Verteilungsnetze
Zum 1. Januar 2013 hat RWE sein Verteilnetzgeschäft für Strom, Gas, und Wasser in eine neue Gesellschaft ausgegliedert. Verteilnetzbetreiber ist Westnetz, ein Tochterunternehmen von Innogy mit Sitz in Dortmund.<ref>Jens Helmecke: „Westnetz“ - RWE stärkt den Standort Dortmund. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 18. September 2012, abgerufen am 7. September 2019.</ref> Nach Veräußerung von Innogy gehören diese seit September 2019 zu E.ON.<ref name="Abschluss">DGAP-News: E.ON SE vollzieht Erwerb der innogy-Anteile von RWE. In: www.finanznachrichten.de. 18. September 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref>
Marktstellung in Deutschland
RWE gehört zu den weltgrößten Strom- und Gasversorgern. Im Jahr 1999 befürchtete das Bundeskartellamt bei der Fusion von RWE und VEW ein wettbewerbsloses Duopol im Elektrizitätsmarkt,<ref>Bundeskartellamt: Das Untersagungskriterium in der Fusionskontrolle – Marktbeherrschende Stellung versus Substantial Lessening of Competition? Diskussionspapier für die Sitzung des Arbeitskreises Kartellrecht am 8. und 9. Oktober 2000, S. 18f. (PDF); Entscheidung der Kommission vom 13. Juni 2000 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und mit dem EWR-Abkommen (KOME 2001/519/EG VEBA/VIAG)Vorlage:Abrufdatum</ref> denn zeitgleich beantragten Veba und Viag den Zusammenschluss zur E.ON. Die beiden Fusionen wurden 2000 unter weitreichenden Auflagen genehmigt.<ref>Bundeskartellamt: Bundeskartellamt gibt Fusion RWE/VEW mit Auflagen frei, Pressemitteilung vom 4. Juli 2000; BkartA: Beschluss im Zusammenschlussverfahren – Az. B8-309/99, „RWE/VEW“ (PDF)</ref> 2003 stellte das Bundeskartellamt in einem Untersagungsbeschluss fest, der 2008 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde,<ref>BGH, Beschluss vom 11. November 2008, KVR 60/07, E. ON/Stadtwerke Eschwege</ref> dass E.ON und RWE ein „marktbeherrschendes Duopol“ bilden.<ref>BKartA, Beschluss vom 12. September 2003, B 8 – 21/03 – E.ON/Stadtwerke Eschwege (PDF)</ref> In seinem Sektoruntersuchungsbericht 2011 geht das Kartellamt auf Basis von Daten der Jahre 2007/08 unter Annahme keiner grundlegenden Veränderungen bis 2010 davon aus, dass im Bereich Stromerzeugung und -großhandel „mehrere Anbieter (RWE, E.ON, Vattenfall und gegebenenfalls auch EnBW) individuell über eine marktbeherrschende Stellung verfügen.“<ref>Bundeskartellamt: Stromerzeugung und -großhandel. Abschlussbericht gemäß § 32e GWB – Januar 2011, S. 20 (PDF); Heinz-J. Bontrup, Ralf-M. Marquardt: Chancen und Risiken der Energiewende. Arbeitspapier 252 der Hans-Böckler-Stiftung vom März 2012, S. 15 (PDF)</ref> Die Monopolkommission befand in ihrem Sondergutachten 2013, dass die individuelle Marktmacht in den derzeitigen Marktverhältnissen nicht mehr bestehe.<ref>Energie 2013: Wettbewerb in Zeiten der Energiewende. (PDF; 6,1 MB) Sondergutachten 65. Monopolkommission, September 2013, S. 89, abgerufen am 16. März 2018: „… die Verhältnisse im Jahr 2012 dergestalt verschoben haben, dass die großen Energieversorgungsunternehmen im Moment nicht mehr über individuelle Marktmacht verfügen…Für eine darüber hinausgehende Abstimmung im Rahmen kollektiver Marktbeherrschung sind derzeit ebenfalls keinerlei Anhaltspunkte erkennbar.“</ref>
2006 wurde RWE durch das Bundeskartellamt abgemahnt, da es kostenlos zugeteilte CO2-Zertifikate gegenüber seinen Industriekunden als Kosten geltend gemacht hatte.<ref>Nach Kundenbeschwerden: Hohe Strompreise - Kartellamt mahnt RWE ab. Der Spiegel (online), 20. Dezember 2006, abgerufen am 25. November 2019.</ref><ref>Bundeskartellamt mahnt Stromversorgungsunternehmen wegen überhöhter Strompreise im Hinblick auf CO2-Zertifikatehandel ab. Bundeskartellamt, 20. Dezember 2006, abgerufen am 25. November 2019.</ref>
Die Europäische Kommission für Wettbewerb genehmigte im Februar 2019 nach einer Fusionskontrolle die Übernahme der E.ON-Stromerzeugung durch RWE. Im Rahmen des Austausches von Vermögenswerten hat RWE den Großteil der E.ON-Vermögenswerte zur Erzeugung von erneuerbarem Strom und von Atomstrom sowie eine Minderheitsbeteiligung von 16,67 Prozent an E.ON als Teilzahlung für die Vermögenswerte, die RWE im Rahmen des Austauschs an E.ON veräußert, erworben.<ref>Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von E.ON-Vermögenswerten der Stromerzeugung durch RWE. Europäische Kommission, 26. Februar 2019, abgerufen am 11. April 2022.</ref> Im September 2019 gab die Europäische Kommission auch die Übernahme von Innogy durch E.ON unter Auflagen frei.<ref>EU-Wettbewerbshüter geben Übernahme von Innogy durch E.ON unter Auflagen frei. Europäische Kommission, 17. September 2019, abgerufen am 11. April 2022.</ref><ref>EU-Kommission erlaubt Milliardendeal von RWE und Eon. In: wdr.de. 17. September 2019, abgerufen am 11. April 2022.</ref> Damit geht eine vollständige Geschäftsfeldaufteilung zwischen den beiden Energiekonzernen E.ON und RWE einher.<ref>Kurt Berlo, Oliver Wagner: Der Eon/RWE-Deal: Marktbeherrschung und Shareholder Value-Politik mit behördlicher Zustimmung. (PDF) Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, 2019, abgerufen am 11. April 2022.</ref> E.ON konzentriert sich auf den Vertrieb und das Verteilnetz. RWE bündelt die Stromerzeugung aus konventionellen und erneuerbaren Quellen. Gegen beide Freigaben klagten verschiedene Wettbewerber (u. a. Mainova, Naturstrom AG und Stadtwerke) vor dem Gericht der Europäischen Union: Die Aufteilung des Energiemarktes zwischen zwei Unternehmen sei schädlich für den Wettbewerb und damit schädlich für die Verbraucher.<ref>Energieversorger wollen Eon-RWE-Deal verhindern. Nichtigkeitsklage gegen Kartellfreigabe. In: Legal Tribune Online. 27. Mai 2020, abgerufen am 11. April 2022.</ref><ref>Zweite Klage gegen RWE-E.ON-Fusion. In: Stadt und Werk. K21 media, 1. Februar 2021, abgerufen am 11. April 2022.</ref> Der Verband kommunaler Unternehmen unterstützte die Klagen. Diese hatten keinen Erfolg.<ref>EuG, Urteile vom 17. Mai 2023, T-312/20, T-313/20, T-314/20, T-315/20, T-316/20, T-317/20, T-318/20, T-319/20, T-320/20, T-321/20, T-322/20</ref>
Im Marktmachtbericht zur Stromerzeugung 2021 des Bundeskartellamtes stellt die Behörde fest, dass der Kraftwerkspark des unverändert größten Stromerzeugers RWE erwartungsgemäß in einer deutlich größeren Anzahl von Stunden unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage sei. Nach den Ermittlungen liege RWE damit über der Schwelle für eine marktbeherrschende Stellung.<ref>Marktmachtbericht zur Stromerzeugung 2021 des Bundeskartellamtes. Bundeskartellamt, 17. Februar 2022, abgerufen am 9. April 2022.</ref>
Ausgewählte Transaktionen
- Ausgewählte Akquisitionen (ab 2000)
- 2000 – Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW)
- 2001 – Thames Water, Großbritannien
- 2002 – RWE Transgas, Tschechien
- 2002 – Innogy Holdings, Großbritannien
- 2003 – American Water Works Company, USA
- 2009 – Favorit Unternehmens-Verwaltungsgesellschaft (deutsches Nah- und Fernwärmegeschäft der ExxonMobil)<ref>Lundquist Neubauer: RWE übernimmt deutsches Wärmegeschäft von ExxonMobil. Verivox, 20. Januar 2009, abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref>
- 2009 – Essent, Niederlande
- 2022 – Con Edison Clean Energy Businesses, USA<ref>RWE: RWE erwirbt Con Edison Clean Energy Businesses, Inc. und wird zu einem der führenden Unternehmen für Erneuerbare Energien in den USA. Abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
- Ausgewählte Desinvestitionen (ab 2000)
- 2002 – RWE Dea Downstream-Geschäft (Tankstellen)
- 2003 – Consol Energy (Steinkohle), USA
- 2004 – Hochtief (Bau)
- 2004 – Heidelberger Druckmaschinen
- 2010 – Thyssengas
- 2011 – Amprion (74,9 %)
- 2012 – VSE (19 %)
- 2012 – Berliner Wasserbetriebe (24,95 %)
- 2012 – Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG (57,5 %)
- 2014 – RWE DEA Upstream-Geschäft
- 2019 – Innogy Verkauf an E.ON<ref name="Abschluss"/>
Kritik
Klimawandelleugnung
Noch bis Mitte der 2000er Jahre leugnete der Konzern den menschengemachten Klimawandel. So schrieben RWE-Anwälte noch 2006, als längst der wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel herrschte, in einem Kölner Oberlandesgericht eingereichten Schriftstück, eine „angenommene Gefahr“ sei „weder konkret noch gegenwärtig. Ob es Klimaveränderungen geben wird, ist wissenschaftlich nicht bewiesen, Kausalzusammenhänge zwischen den einzelnen menschlichen Einflussnahmen auf die Umwelt und Klimaphänomene sind offen.“<ref>Christian Stöcker: Männer, die die Welt verbrennen. Berlin 2024, S. 188.</ref>
Energiemix
Kritiker warfen 2009 RWE vor, an den konventionellen Energien, insbesondere der Kohle, festzuhalten und die erneuerbaren Energien nicht ausreichend zu fördern.<ref>Samuel Jackisch: Greenwashing: Das Märchen vom grünen Riesen. In: Spiegel Online. 17. Dezember 2009 (spiegel.de [abgerufen am 25. November 2019]).</ref> RWE steigerte 2023 die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien um 27 % auf 45,2 Terawattstunden (TWh) gegenüber 35,5 TWh im Jahr 2022<ref>https://www.rwe.com/presse/rwe-ag/2024-03-14-rwe-baut-gruenes-portfolio-im-geschaeftsjahr-2023-deutlich-aus/</ref> und 2024 um 7,9 % auf 48,8 TWh.<ref>https://www.rwe.com/-/media/RWE/documents/05-investor-relations/finanzkalendar-und-veroeffentlichungen/2024-gj/2025-03-20-rwe-geschaeftsbericht-2024.pdf</ref>
RWE ist selbst größter Nutzer von Braunkohle in Deutschland: Das Unternehmen baut im Rheinischen Braunkohlerevier in den Tagebauen Garzweiler, Hambach und Inden die Kohle ab. RWE steht in der Kritik, dort für die Absenkung des Grundwassers und für Bergschäden verantwortlich zu sein.<ref>Bergschäden durch Braunkohle. In: www.bund-nrw.de. Landesverband Nordrhein-Westfalen, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref><ref>Schäden durch Braunkohle-Tagebau – Zeitgeschichtliches Archiv – WDR.de</ref> Weiterhin wurde die Zerstörung von Ortschaften und Natur durch das Abbaggern kritisiert.<ref>Verheizte Heimat. In: www.bund-nrw.de. Landesverband Nordrhein-Westfalen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Oktober 2016; abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref> Beispiele sind die Aktion Ende Gelände 2015, der im Januar 2018 eingeleitete Abriss des fast 1000 Jahre alten Dorfes Immerath<ref>Immerather Mühle wegen Tagebau abgerissen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref>, die rechtswidrige Räumung des Hambacher Forsts 2018<ref>Verwaltungsgericht Köln: Brandschutz nur vorgeschoben: Räumung und Abriss von Baumhäusern im Hambacher Forst im Jahr 2018 rechtswidrig. Abgerufen am 17. Juni 2022.</ref> und der im Januar 2023 erfolgte Abriss Lützeraths zur Ausdehnung des Tagebaus Garzweiler.
Siehe auch
Literatur
- Helmut Maier (Hrsg.): Elektrizitätswirtschaft zwischen Umwelt, Technik und Politik: Aspekte aus 100 Jahren RWE-Geschichte 1898–1998. TU Bergakademie, Freiberg 1999, ISBN 3-86012-087-5.
- Hans Pohl: Vom Stadtwerk zum Elektrizitätsgroßunternehmen. Gründung, Aufbau und Ausbau der „Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke AG“ (RWE) 1898–1918. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-05727-7.
- Lutz Mez, Rainer Osnowski: RWE – Ein Riese mit Ausstrahlung. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1996, ISBN 3-462-02550-3.
- Thomas P. Hughes: Networks of Power. Electrification in Western Society. 1880–1930, London 1983.
- Gerald D. Feldman: Hugo Stinnes. Biographie eines Industriellen 1870–1924. C.H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43582-3.
- Dieter Schweer, Wolf Thieme (Hrsg.): RWE – ein Konzern wird transparent. Der gläserne Riese. Gabler, Wiesbaden 1998, ISBN 3-409-01898-0. (in Auftrag gegeben von RWE zum 100-jährigen Firmenjubiläum)
Weblinks
- Literatur zum Thema RWE im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zu RWE in den Historischen Pressearchiven der ZBW
- RWE
- Udo Leuschner: Energie-Chronik: Link-Liste zum RWE-Konzern
- WDR Reportage, Riese ohne Power – RWE und die bitteren Seiten der Energiewende, (44:27 Min.)
- RWE-Chefin verwirft Kohle-Kritik „Unsere Zahlen bestätigen die grüne Transformation“, n-tv.de, 18. August 2023
Einzelnachweise
<references responsive />
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- RWE
- Energieversorger (Deutschland)
- Wasserversorger (Deutschland)
- Unternehmen (Essen)
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- Gasversorger (Deutschland)
- Elektrizitätsversorger (Deutschland)
- Klimawandelleugnung und -skepsis
- Unternehmensgründung 1898