Zum Inhalt springen

Wotische Sprache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. März 2026 um 11:36 Uhr durch imported>At40mha (Auszeichnungsfehler korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Wotisch (vad’d’a tšeeli)

Gesprochen in

Russland
Sprecher 15<ref>Report for language code: vot. Ethnologue, abgerufen am 17. Oktober 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1
ISO 639-2 vot
ISO 639-3 vot
Datei:Votic language map.png
Dörfer mit wotischsprachiger Bevölkerung 1943 (rot), 1915 (rot & violett) und 1848 (rot, violett & dunkelgelb) neben ischorischen (ingrischen) Dörfern 1943 (blau) und finnischen Dörfern 1943 (grün) in der Oblast Leningrad, Kingiseppski Rajon. Karte des Linguarium-Projektes der Lomonossow-Universität (russisch).

Die wotische Sprache ist eine vom Aussterben bedrohte Sprache der finno-ugrischen Sprachfamilie.

Die Woten, die ursprünglichen Sprecher dieser Sprache, sind die zweite Bevölkerungsgruppe in Ingermanland im heutigen Russland neben den Ingriern. Laut den Angaben von H. Heinsoo aus dem Jahre 1989, von dem die letzten Daten über diese Sprache stammen, gaben 112 Menschen bei der Volkszählung in Russland an, diese Sprache zu sprechen. Die Eigenbezeichnung ist vad’d’alain, deren Bedeutung und Ursprung unbekannt ist.

Man kennt vier Hauptdialekte dieser Sprache, die aber zum Großteil schon ausgestorben sind:

  • Westwotisch
  • Kukkusi-Wotisch (ausgestorben)
  • Ostwotisch (ausgestorben in den 1960er Jahren)
  • Krewinisch in Südlettland (ausgestorben im 19. Jahrhundert)

Es existiert keine Schriftsprache.

Sprachlich ist Wotisch am nächsten mit dem Estnischen verwandt. Wotisch gehört zur südlichen Gruppe der ostseefinnischen Sprachen innerhalb der finno-ugrischen Sprachen und weist deren typische Merkmale auf.

Wotisch verfügt über vierzehn Kasus und als Besonderheit innerhalb der finno-ugrischen Sprachen sechs Tempora, darunter das für finno-ugrische Sprachen völlig untypische Futur.

In der Phonetik des Wotischen fällt auf, dass es zwar sehr reich an Diphthongen ist, aber ein vergleichsweise schwach ausgebildetes Konsonantensystem aufweist, insbesondere der Mangel an stimmhaften Frikativen. Demgegenüber fällt die Häufigkeit von š und auf, die das Ergebnis einer wotischen Lautverschiebung ist. Dabei wurde beispielsweise ostseefinnisches k vor e, ä und i zu , vgl. finnisch kenkä, mäki, kieli, wotisch tšentšä, mätši, tšeeli.

Während andere finno-ugrische Sprachen wie beispielsweise das Wepsische den Stufenwechsel nahezu aufgegeben haben, hat er sich im Wotischen nicht nur erhalten, sondern auch noch weiterentwickelt.

Der Wortschatz des Wotischen weist starke Einflüsse aus dem Russischen auf.

Phonologie

Vokale und Diphthonge

Das Wotische verfügt über 10 Vokale (angegeben in UPA-Lautschrift). Der geschlossene Zentralvokal kommt nur in russischen Lehnwörtern vor.<ref name="Ariste" details="S. 1-2.">Paul Ariste: A Grammar of the Votic Language. Band 68. Indiana University Publications, 1968 (theswissbay.ch [PDF]).</ref>

Vokale der wotischen Sprache<ref name="Ariste" details="S. 1." />
vorne zentral hinten
ungerundet gerundet
geschlossen i ü u
halboffen e ö o
offen ä a

Luuditsa-Wotisch

Der Luuditsa-Dialekt des Wotischen unterscheidet hingegen zwischen 12 Vokalen (angegeben in UPA-Lautschrift). Durch Einflüsse des angrenzenden Ischorischen kam es in den Sprechern der letzten Generation zu einer Verschiebung des ɨ, nur aufkommend in russischen Lehnwörtern, zu i.<ref name="Oxford" details="S. 331." /> Bis auf ɨ und die halboffenen Vokale ə und ə̂ können alle Vokale lang oder kurz sein. Der Längenkontrast in der ersten Silbe stark ausgeprägt, z. B. roka („Kohlsuppe“) und rooka („Essen“).<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Vokale des Luuditsa-Dialektes<ref name="Oxford" details="S. 331." />
vorne hinten
ungerundet gerundet ungerundet gerundet
geschlossen i ü (ɨ) u
halbgeschlossen e ö õ o
halboffen ə ə̂
offen ä a

Diphthonge

Wotisch weist viele Diphthonge<ref name="Ariste" details="S. 2-4." /><ref name="Oxford" details="S. 331.">The Oxford guide to the Uralic languages (= Oxford guides to the world’s languages). Oxford University Press, Oxford 2022, ISBN 978-0-19-876766-4.</ref>, aber keine Triphthonge auf. In seltenen Fällen, wie z. B. pehmiäj („weich“), wird das das finale j wie ein Konsonant behandelt. Der Luuditsa-Dialekt unterscheidet nicht zwischen Diphthongen und Vokalpaaren, welche von einer Silbengrenze separiert werden.<ref name="Oxford" details="S. 331." />

Bis auf ɨ und die halboffenen Vokale ə und ə̂, kann jeder Vokal den ersten Teil eines Diphthongs mit finaler j-Komponente bilden, z. B. harakkoj („Elster“), ämmij („Großmutter“), päjvə („Tag“).

Die meisten Vokale können ebenfalls einen Diphthong endend in -a/-ä oder -u/-ü bilden, z. B. appia („helfen“), peukoлo („Daumen“).

Weniger verbreitete Diphtonge sind beispielsweise mao („Schlange“), suõ („Wolf“), näen („(ich) sehe“), süe („Kohle“) und pietä („(sie) halten“). ea ist ein weiterer Diphthong, welcher nur in Form von Eigennamen auftreten kann, z. B. okkea („Ksenia“, ein weiblicher Name).<ref name="Oxford" details="S. 331." />

Konsonanten

Das Wotische verfügt über 28 Konsonanten.<ref name="Oxford" details="S. 331." /> Sie können entweder einzeln oder als Doppelkonsonanten auftreten. Die Konsonantengeminationim Luuditsa-Wotischen ist wahrscheinlich ein Produkt von Sprachkontakt mit den angrenzenden ischorischen Dialekten. Im heutigen Wotisch treffen keine kurzen Geminaten auf, sie waren jedoc in anderen Wotisch-Varianten beobachtbar.<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Konsonanten des heutigen Wotisch<ref name="Oxford" details="S. 331." />
Labial Alveolar palatalisierter Alveolar Palatal Velar und Laryngal
Plosiv stimmlos p t t' k
stimmhaft b d (d') g
Nasal m n ń
Frikativ stimmlos (f) s ś š (~ šʼ) h
stimmhaft v z ź ž
Affrikat ts
lateraler Approximant l l'
velarisierter, lateraler Approximant л
zentraler Approximant r (ŕ) j

Das Phonem n hat ein Allophon [ŋ], welches normalerweise vor einem velaren Plosiv auftritt, z. B. /panki/ [paŋki] („Eimer“).

Russische Lehnwörtern, dessen Ursprung den palatalisierten Konsonanten šʼ beinhalten, weisen eine freie Variation der Konsonanten šʼ und š auf, z. B. jaššikkə̂ ~ jašʼšʼikkə̂ („Box“).

Der Konsonant f tritt nur in Lehnwörtern auf, z. B. föklə („Rote Beete“).

Ursprünglich trat der Konsonant d' lediglich als Doppelkonsonant auf und wurde größtenteils durch jj ersetzt, z. B. äd'd'ə ~ äjjə („Großvater“). Im heutigen, Luuditsa-Wotisch kann d'd' nur noch in den Wörtern lad'd'ə̂ („breit“) und vad'd'a („Wotisch“) gefunden werden. Als Einzelkonsonant taucht d' nur in russischen Lehnwörtern, wie dem männlichen Namen fed'a, auf.

Der palatalisierte Alveolar ŕ erscheint oft in Eigennamen, z. B. maŕo, kann jedoch auch aus der Assimilation vom Konsonanten r und dem folgenden i resultieren, z. B. ŕuuku („Pfahl“) < riuku.<ref name="Oxford" details="S. 331." />

Der Frikativ ś taucht in Koseformen von Eigennamen und Lehnwörtern auf, z. B. lišo, vešoлə̂ („fröhlich“).<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Es gibt drei laterale Approximanten in Wotisch. Die zwei Lateralapproximanten l' und л sind phonologisch kontrastiv<ref name="Oxford" details="S. 332." /><ref name="Ariste" details="S. 9." />, z. B. paллo („Klumpen“) und pal'l'o („viele“). Die Verteilung von den Konsonanten l und л hingegen ist vom Vokal abhängig. l tritt vor einem vorderen Vokal auf, z. B. lekko („Flamme“), und л tritt vor einem hinteren Vokal auf, z. B. лukku („Schloss“). Auch vor Konsonanten oder am Ende eines Wortes ist die Wahl des Lateralapproximanten abhängig vom Vokal, z. B. pilvi („Wolke“), põлvi („Knie“). Es handelt sich um Vokalharmonie.<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Palatalisierung ist im heutigen Wotisch sehr häufig. Dabei kann in folgende Arten der Palatalisierung unterschieden werden:

  • Palatalisierung von alveolaren Konsonanten von Kosenamen und expressiven und Onomatopeias, welche nicht durch den phonetischen Kontext ausgelöst wird, z. B. pot'o („kleiner Junge“), ńaukku- („Miau“), vaśo (männlicher Name).
  • Phonetische Palatalisierung verschiedener Konsonanten vor vorderen Vokalen, z. B. pilvi [pʲilvʲi] („Wolke“).
  • Palatalisierung ausgelöst durch die Assimilation eines Konsonanten mit dem folgenden i, z. B. mińńə̂ (< miniä ~ minia) („Schwiegertochter“).
  • Beibehalten der palatalisierten Konsonanten in vielen russischen Lehnwörtern, z. B. pлat't'ə̂ („Kleid“).<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Wortbetonung

Die primäre Wortbetonung liegt auf der ersten Silbe. Die sekundäre Wortbetonung liegt auf einer ungeraden Silbe. Bei Wörtern, die aus Kompositionen oder Lehnwörtern entstammen, kann die Betonung auch auf andere Silben fallen<ref name="Oxford" details="S. 332." /><ref name="Ariste" details="S. 15." />, z. B. pa'rajka („jetzt“) oder di'rektõra („Schulleiter“).<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Phonotaktik, Wort- und Silbenstruktur

Die häufigsten Wortstrukturen sind (C)VCV, (C)VCCV (wobei CC ein Doppelkonsonant oder ein Konsonantencluster ist), (C)VVCV (wobei VV ein langer Vokal oder ein Diphthong ist), und (C)VCVCV.

Konsonantencluster stehen normalerweise nicht am Anfang vom Wort, bis auf Wörter mit lautmalerischen Ursprung und Lehnwörtern. Innerhalb des Wortes sind die Cluster meist eine Kombination von Sonoranten oder h + einen Plosiv, den Affrikat oder den Frikativen v, s, z. Typische Cluster, die mit einem Plosiv beginnen, sind tk, dg, gr, dr und .

Das Wotische demonstriert eine Auslautverhärtung wenn die Konsonanten b, d, g und z am Ende des Wortes vor einer Pause oder einem stimmlosen Konsonanten stehen, z. B. tämä meeb kotto [meep kotto] („er/sie geht nachhause“) und tämä meeb linna [meeb linna] („er/sie geht in die Stadt“).

Der Konsonant л kann am Ende von einem Wort zu einem l werden, wenn das darauffolgende Wort mit einem vorderen Vokal beginnt, z. B. täll on suur koto [täлл on] („er/sie hat ein großes Haus“). Ebenfalls kann ein l am Ende eines Wortes zu einem л werden, wenn das folgende Wort mit einem hinteren Vokal beginnt, z. B. miлл eb õõ suurtə̂ kottoa [mill eb õ] („ich habe nicht ein großes Haus“).<ref name="Oxford" details="S. 332." />

Das Sandhi-Phänomen kann im Wotischen nachgewiesen werden.<ref name="Ariste" details="S. 11-12." /><ref name="Oxford" details="S. 332-333." />

Morphophonologische Phänomene

Vokalharmonie

Wotisch weist Vokalharmonie auf.<ref name="Ariste" details="S. 4." /><ref name="Oxford" details="S. 333." />

Vordere und hintere Vokale sind in der Regel nicht gleichzeitig in einem Wort aufzufinden,<ref name="Oxford" details="S. 333." /> wobei sich zentrale Vokale wie hinteren Vokale verhalten.<ref name="Ariste" details="S. 4." /> Suffixe verfügen größtenteils über zwei Formen, eine mit vorderen und eine mit hinteren Vokalen, und der Vokal im Wortstamm bestimmt, welches der Suffixallomorphe angehängt wird,<ref name="Ariste" details="S. 4." /><ref name="Oxford" details="S. 333." /> z. B. tuлõ-ma („kommen“) und elä-mä („leben“).<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Der Vokal i ist neutral und kann mit vorderen und hinteren Vokalen auftreten,<ref name="Ariste" details="S. 4." /><ref name="Oxford" details="S. 333." /> z. B. pimmiä („dunkel“), pikari („Shotglass“).<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Der Vokal e ist innerhalb des Wortstammes, solange er nicht am Ende steht, neutral, z. B. peлduškə̂ („Ohrring“). Am Ende des Wortstammes oder in Affixen ist e kontrastiv mit õ, z. B. лagõ („(Zimmer-)Decke“) und järve („See“).<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Es existieren ein paar Suffixe, die nur mit hinteren Vokalen auftreten und kein Gegenstück mit vorderen Vokalen aufweisen,<ref name="Ariste" details="S. 5." /><ref name="Oxford" details="S. 333." /> z. B. -kkõjn und -ikko. Sie werden sowohl an Stämme mit hinteren wie auch vorderen Vokalen angehängt. Vordere Vokale im Stamm werden durch den Anhang zu hinteren Vokalen, z. B. süsälikkossə̂ („Eidechse“).<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Onomatopeotika können auch gegen diese Vokalharmonieregeln verstoßen, z. B. räkuma („schreien“).<ref name="Ariste" details="S. 5." />

Stufenwechsel

Der in ostseefinnischen Sprachen beobachtbare Stufenwechsel, bei dem sich Wortstamm in Schrift- und Lautform verändert, ist Teil des Wotischen<ref name="Ariste" details="S. 12-14." /><ref name="Oxford" details="S. 333." />, z. B. лampad und лammaz („Schaf“).<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Die häufigsten Arten des Studenwechsels sind:

  • Alternation von den verdoppelten stimmlosen Plosiven s, š und Affrikaten mit Einzelkonsonanten, wenn sie zwischen Vokalen oder nach l, л, r, m oder n auftreten, z. B. aukko („Loch“), aukod („Löcher“).
  • Alternation stimmloser Einzelkonsonanten zwischen Vokalen mit ihrem stimmhaften Gegenstück, z. B. täti („(die) Tante“), tädi („(der) Tante“). Wenn die Konsonanten in einem Konsonantencluster stimmhafte Gegenstücke habe, dann alternieren alle möglichen Konsonanten, z. B. itkõma („weinen“), idgõma („ich weine“); aлkuma („starten“), aлgub („er/sie startet“).
  • Alternation des stimmlosen Plosivs p mit dem stimmhaften Frikativ v zwischen Vokalen und nach л, l und r, z. B. repo („(der) Fuchs“), revo („(des) Fuchses“).
  • Alternation des stimmlosen Plosivs t und des Affrikats mit nichts zwischen Vokalen und nach h und r, z. B. lehto („Blatt“), lehod („Blätter“).
  • Alternation von einem Cluster bestehend aus den Sonoranten m, n, l, л oder r und p, t oder mit den jeweiligen verdoppelten Sonoranten, z. B. nältšä („Hunger“), nällä („(des) Hungers“).

Andere Arten des Stufenwechsels sind seltener.<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Konsonantengemination

Die meisten Konsonanten können in Dialekten, wenn sie einzeln im Wortstamm vor einem kurzen Vokal stehen, verdoppelt werden, z. B. kaлa und kaллa („Fisch“). Die Konsonantenverdopplung ist beschränkt auf bestimmte morphologische Formen.<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Für Nomen:

Für Verben:

Für Pronomen:

  • negative Form<ref name="Oxford" details="S. 333." />

Die Konsonantenverdopplung kann auch auf russische Lehnwörter angewandt werden, welches stimmhafte Doppelkonsonanten hervorbringt, welche zuvor nicht Teil des wotischen phonologischen Inventars waren, z. B. gribba („Pilz“).<ref name="Oxford" details="S. 334." />

Fusionsprozesse an der Morphemgrenze

Bei der Suffigierung ersetzt der erste Vokal des Suffix entweder den Vokal am Ende des Wortstammes, z. B. ajta- („Zaun“) + -a (Partitiv) → ajta („Zaun“), oder kombiniert mit ihm zu einem Diphthong, z. B. taлo- („Haus“) + -j (Plural) → taлoj („Häuser“).<ref name="Oxford" details="S. 334." />

Assimilation

In ein paar Flexionsformen des Wotischen werden die Konsonanten an der Morphemgrenze assimiliert.

Das t am Anfang der Infinitiv- und 3. Person-Plural-Präsens-Marker wird an den Konsonanten am Wortstammende angepasst, z. B. tuллa („sie kommen“) < tuл+ta.

Das s am Ende des Wortstammes wird stimmhaft vor dem Aktiv-Partizip-Marker, z. B. jooz-nu („rennen“) < joos+nu.

Das n am Anfang des Aktiv-Parizip-Markers wird an das l oder л am Ende des Wortstammes angepasst, z. B. petellü („lügen“) < petel+nü.

Der Konsonant л wird zu l vor einem i, z. B. tuлõ („(des) Feuers“), tuli („Feuer“).<ref name="Oxford" details="S. 334." />

Nomen

Substantive

Die Substantive im Wotischen scheinen nur über zwei morphologische Kategorien, Kasus und Numerus, zu verfügen.<ref name="Ariste" details="S. 17." /><ref name="Oxford" details="S. 334." />

Der Singular wird im Wotischen nicht overt markiert. Die Pluralmarkierung ist im Nominativ -d und in den anderen Fällen -j-, z. B. Nominativ Singular: kana („Huhn“), Nominativ Plural: kana-d<ref name="Oxford" details="S. 334." /><ref name="Ariste" details="S. 37." />, Genitiv Plural: kana-j.<ref name="Oxford" details="S. 334." />

Wotisch wies ursprünglich viele Fälle auf: Nominativ, Genitiv, Partitiv, Illativ, Inessiv, Elativ, Allativ, Adessive, Ablativ, Translativ, Essiv, Abessiv, Komitativ, Terminativ und Exessiv, wie auch verkümmerte Überreste vom Instruktiv, Komitativ II<ref name="Ariste" details="S. 17." />, Prolativ und Lativ.<ref name="Ariste" details="S. 37." /> Im heutigen Luuditsa-Wotisch sind nicht mehr alle Fälle aufzufinden und der Allativ und Adessiv fallen zusammen. Die unproduktiven Fälle sind nur noch in Form von lexikalischen Überresten sichtbar, z. B. takant („von hinten“).<ref name="Oxford" details="S. 334-335." />

Die folgende Tabelle zeigt die überbliebenen Kasus- und Numerusmarker von Luuditsa-Wotisch.<ref name="Oxford" details="S. 335." />

Kasus Singular Plural
Nominativ d
Genitiv j-(j)e
Partitiv tə̂/tə oder a/ä j-(tə̂/tə)
Illativ ∅-(sõ/se) oder hhV-(sõ/se) j-(j)e-(sõ/se)
Inessiv z j-z
Elativ ssə̂/ssə j-ssə̂/ssə
Allativ-Adessiv ллə̂/llə j-ллə̂/llə
Ablativ лtə̂/ltə j-лtə̂/ltə
Translativ ssi j-ssi
Essiv n j-n

Der Komitativ und Abessiv sind auch in Luuditsa-Wotisch aufzufinden. Der Komitativ wird durch das Anhängen des -ka Suffixes an die Genitivform markiert und verhält sich in diesem Dialekt wie eine Mischung aus einem Fall und einer Postposition, z. B. pojga-ka („Junge.GEN-KOM“). Der Abessiv tritt nur noch in Supinumformen auf, z. B. sahha-mõ-ttə̂ („sägen.SPN-ABE“).<ref name="Oxford" details="S. 335." />

Wotisch weist eine vielzahl an Flexionsklassen auf<ref name="Ariste" details="S. 40-51." /><ref name="Oxford" details="S. 335." /> und die deklinierten Formen können dementsprechend sehr unterschiedlich aussehen. Zwei deklinierte Wörter in allen Kasus- und Genusformen sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.

Deklinationsbeispiele<ref name="Oxford" details="S. 336." />
Kasus „Wolf“ „Ehemann“
Singular Plural Singular Plural
Nominativ susi suõd meez mehed
Genitiv suõ susije mehe mehije
Partitiv suttə̂ susij(tə̂) meessə̂ mehij(tə)
Illativ suttõ(sõ) susije mehhe(se) mehije
Inessiv suõz susijz mehez mehijz
Elativ suõssə̂ susijssə̂ mehessə mehijssə
Allativ-Adessiv suõллə̂ susijллə̂ mehellə mehijllə
Ablativ suõлtə̂ susijлtə̂ meheltə mehijltə
Translativ suõssi susijssi mehessi mehijssi
Essiv sutõn susijn mehen mehijn

Eigennamen

In Eigennamen wird im Wotischen nur das letzte Element bei der Flexion verändert.<ref name="Ariste" details="S. 52." />

Deklinationsbeispiel eines Eigennamens in Wotisch<ref name="Ariste" details="S. 52." />
„Paul, der Sohn von Peter“
Nominativ Pedra Pavo
Genitiv Pedra Pavo
Partitiv Pedra Pavua
Allativ Pedra Pavoлe̮

Adjektive

In Wotisch werden Adjektive wie die Nomen flexiert, weisen jedoch weniger Flexionsklassen auf. Obwohl es mehrere abgeleitete Suffixe gibt, welche Adjektive produzieren, z. B. -in/-jn in vaskin („aus Kupfer gemacht“), kuлtõjn („golden“), existiert in den meisten Fällen kein morphologischer Unterschied zwischen Adjektiven und Substantiven.<ref name="Oxford" details="S. 335." />

Beispiele:<ref name="Oxford" details="S. 336." />

mokoma лusti-a tä-llə eb õõ
solche.PART Schönheit-PART 3SG-ADALL NEG.3SG sein.CNG
„Sie hat nicht solche Schönheit“
miä tää-n si-tä лusti-a tüttö-ä
1SG kennen-1SG dieses-PART schön-PART Mädchen-PART
„Ich kenne dieses schöne Mädchen“

Komparation

Komparative werden mit p(i) markiert und wie reguläre Adjektive dekliniert, der Genitivstamm endet dabei immer mit -a/-ä.<ref name="Ariste" details="S. 52." /><ref name="Oxford" details="S. 336." /> Superlative weisen keinen eigenen Marker auf und werden aus einer Kombination des Wortes kõjkka („alle“) und der Komparativform gebildet.<ref name="Ariste" details="S. 53." /><ref name="Oxford" details="S. 336." />

Beispiele:<ref name="Oxford" details="S. 336." />

  • kõrka-pi („größer“, groß-CPR)
  • kõrka-pa (groß-CPR.GEN/PART)
  • kõrka-pi-j-ssə̂ (groß-CPR-PL-ELA)
  • kõjkka kõrkapi („der/die/das größte“)

Zahlwörter

Die folgende Tabelle umfasst die Kardinal- und Ordinalzahlen von eins bis zehn, einhundert und eintausend in Luuditsa-Wotisch. Ein paar Genitivformen der Ordinalzahlen konnten nicht erhoben werden.<ref name="Oxford" details="S. 338." />

Kardinalzahlen Ordinalzahlen
Nominativ Genitiv Partitiv Nominativ Genitiv Partitiv
1 ühs(i) ühe ühtə esimäjn esimäjze esimäjssə
2 kahs(i) kahõ kahtə̂ tõjn tõjzõ tõjssə̂
3 kõлmõd kõлmõ kõлmõttə̂ kõлmajz kõлmõnnõ ~ kõлmõttõma kõлmajssə̂
4 nel'l'e nel'l'e nel'l'ä nel'l'äjz nel'l'enne nel'l'äjssə
5 viis(i) ~ viiz viijje viittə viijjäjz viijjenne viijäjssə
6 kuus(i) ~ kuuz kuuvvõ kuuttə̂ kuuvvajz kuuvvõnnõ kuuvvajssə̂
7 sejtse sejttseme sejttsemä sejttsemäjz sejttsemäjssə
8 kahõsa kahõssõmõ kahõssõmma kahõssõmajz kahõssõmajssə̂
9 ühesä ühesseme ühessemmä ühessemäjz ühessemäjssə
10 tšümme tšümmene tšümmenä tšümmenäjz tšümmenäjssə
100 sata saa satta
1000 tuhattə̂ tuhata tuhatta

Eine Million in Wotisch ist mil'joni.<ref name="Ariste" details="S. 61." />

Ordinalzahlen größer als 10. werden im heutigen Wotisch nicht mehr genutzt und stattdessen entweder mit Kardinalzahlen oder dem Russischen ausgedrückt.<ref name="Oxford" details="S. 338." />

Die Kardinalzahlen können uniform gebildet werden.<ref name="Oxford" details="S. 338." /><ref name="Ariste" details="S. 64." />

  • für elf bis neunzehn werden die jeweiligen Numeralen mit tõjššümed kombiniert, z. B. ühs-tõjššümed („elf“), kahs-tõjššümed („zwölf“).<ref name="Oxford" details="S. 338." />
  • für Vielfache von zehn werden die Kardinalzahlen von zwei bis neun mit tšümmed („zehn“) kombiniert<ref name="Ariste" details="S. 64." /><ref name="Oxford" details="S. 338." />, z. B. kah-tšümmed („zwanzig“), kõлmõt-tšümmed („dreißig“).<ref name="Oxford" details="S. 338." />
  • für Vielfache von hundert werden die jeweiligen Numeralen mit satta („hundert“) kombiniert<ref name="Ariste" details="S. 64." /><ref name="Oxford" details="S. 338." />, z. B. kah-satta („zweihundert“), kõлmõt-satta („dreihundert“).<ref name="Oxford" details="S. 338." />
  • für Vielfache von tausend werden die jeweiligen Numeralen mit der Kardinalzahl von tausend kombiniert.<ref name="Ariste" details="S. 64." />

Bei der Deklination von Zahlwörtern im Wotischen wird der zweite Teil des Wortes flektiert, jedoch kann der erste Teil auch flektiert werden<ref name="Ariste" details="S. 61-64." /><ref name="Oxford" details="S. 338." />, z. B. kõлmõt-tšümmene-z ~ kõлmõ-tšümmene-z ~ kõлmõ-s-tšümmene-z (dreißig.INE)<ref name="Oxford" details="S. 338." />

Pronomen

Pronomen verhalten sich größtenteils bei der Deklination wie die anderen Nomen<ref name="Ariste" details="S. 17." />, jedoch sind einige Unregelmäßigkeiten zu beobachten:<ref name="Oxford" details="S. 336." />

  • Formen mit vorderen und hinteren Vokalen können im gleichen Paradigma beobachtet werden, z.B. miä und minu („ich“)
  • der veraltete Partitivmarker -tä ist zu beobachten<ref name="Oxford" details="S. 336." />, z. B. tšetä („wer“)<ref name="Oxford" details="S. 337." />
  • Personalpronomen im Plural weisen als einzige Nomen Akkusativformen auf<ref name="Ariste" details="S. 17." /><ref name="Oxford" details="S. 336." />, z. B. mejjed („wir“)<ref name="Oxford" details="S. 337." />

Personalpronomen

Wotisch verfügt über zwei 3. Person Pluralformen. Dabei ist nämä(d) das ursprüngliche wotische Wort und hüü ein ischorisches Lehnwort.<ref name="Oxford" details="S. 336." />

Die folgende Tabelle zeigt die Flexionsparadigmen der Personalpronomen in Luuditsa-Wotisch:<ref name="Oxford" details="S. 337." />

Kasus 1. Person 2. Person 3. Person
Singular
Nominativ miä siä tämä
Genitiv minu sinu tämä
Partitiv minnua sinnua tätä ~ tädä
Illativ minnu sinnu tämmä
Inessiv minuz sinuz tämäz
Elativ minussə̂ sinussə̂ tämässə
Allativ-Adessiv miллə̂ siллə̂ tällə
Ablativ miлtə̂ siлtə̂ tältə
Translativ minussi sinussi tämässi
Plural
Nominativ müü tüü nämä(d) hüü
Genitiv mejje tejje näjje hejje
Akkusativ mejjed tejjed näjjed hejjed
Partitiv mejtə tejtə näjtə hejtə
Illativ mejjese ~ mejse ~ mejje tejjese ~ tejse ~ tejje näjjese ~ näjse ~ näjje hejjese ~ hejse ~ hejje
Inessiv mejz tejz näjz hejz
Elativ mejssə tejssə näjssə hejssə
Allativ-Adessiv mejlə tejlə näjlə hejlə
Ablativ mejltə tejltə näjltə hejltə
Translativ mejssi tejssi näjssi hejssi

Interrogativ- und Relativpronomen

Die Interrogativpronomen mikä („was“), tšen („wer “) und milläjn ~ miltäjn („welcher/welche/welches“), wie auch pronomiale Adverbien, besitzen im Wotischen negative Polaritätsformen. In Luuditsa-Wotisch werden sie durch eine Konsonantenverdopplung oder das Anhängen des -a/-ä Markers geformt, z. B. mikä („was“), mikkä (was.NEG); tšen („wer“), tšellə (wer.ADALL), tšellä (wer.ADALL.NEG).<ref name="Oxford" details="S. 336-337." />

Die folgende Tabelle zeigt die Flexionsparadigmen der Interrogativ- und Relativpronomen in Luuditsa-Wotisch.<ref name="Oxford" details="S. 337." /> Der Partitiv Singular von milttsin („welcher, was“) konnte im Korpus nicht gefunden werden und ist eine vermutete Form.<ref name="Oxford" details="S. 336." />

Kasus „wer“ „was“ „welche/r/s“ „welcher, was“ „welcher, was“
Singular
Nominativ tšen mikä kumpə̂ miltäjn milttsin
Genitiv tšene mine ~ migä kumma miltäjze milttse
Partitiv tšetä ~ tšedä mitä ~ midä kumpa miltäjssə (miltseä)
Illativ tšenne minese kumpa miltäjze milttse
Inessiv tšenez minez ~ migäz kummõz miltäjzez milttsez
Elativ tšenessə minessə ~ migässə kummõssə̂ miltäjzessə milttsessə
Allativ-Adessiv tšellə minellə ~ migällə kummõллə̂ miltäjzellə milttsellə
Ablativ tšeltə mineltə ~ migältə kummõлtə̂ miltäjzeltə milttseltə
Translativ tšenessi minessi ~ migässi kummõssi miltäjzessi milttsessi
Plural
Nominativ tšed migäd kummõd miltäjzed milttsed
Genitiv kumpijõ miltäjzije milttsije
Akkusativ
Partitiv kumpij miltäjzij milttsij
Illativ kumpijõ miltäjzije milttsije
Inessiv kumpijz miltäjzijz milttsijz
Elativ kumpijssə̂ miltäjzijssə milttsijssə
Allativ-Adessiv kumpijллə̂ miltäjzijllə milttsijllə
Ablativ kumpijлtə̂ miltäjzijltə milttsijltə
Translativ kumpijssi miltäjzijssi milttsijssi

Indefinitpronomen

Spezifische Pronomen können mit dem -le Affix markiert werden,<ref name="Oxford" details="S. 337." /><ref name="Ariste" details="S. 61." /> z. B. migä-le („etwas“). Das Affix hat keinen festen Platz im Wort und kann vor oder nach dem Lokalfallmarker angehängt werden, z. B. tšene-le-ssə („jemand“).<ref name="Oxford" details="S. 337." />

Unspezifische Pronomen können entweder mit -ittšen(ä) oder -nibut' geformt werden,<ref name="Oxford" details="S. 337." /><ref name="Ariste" details="S. 61." /> z. B. migä-ittšenä / migä-nibut' („irgendwas“).<ref name="Oxford" details="S. 337." />

Reflexiv- und Possessivpronomen

Wotisch besitzt ein reflexives Possessivpronomen: e̮ma / õma („eigen“).<ref name="Oxford" details="S. 337." /><ref name="Ariste" details="S. 56-58." />

Als Possessivpronomen fungieren auch die Genitivformen der Personalpronomen.<ref name="Oxford" details="S. 337." />

Beispiele:<ref name="Oxford" details="S. 337." />

sinu koto
2SG.GEN Haus
„dein Haus“
mejje tüttö
1PL.GEN Tochter
„unsere Tochter“

Das Reflexivpronomen ist ize ~ iźe ~ iźźe. Es ist suppletivisch und weist diese Form nur im Nominativ auf. In den anderen Fällen hat es den Wortstamm ene-,<ref name="Oxford" details="S. 337." /><ref name="Ariste" details="S. 55." /> z. B. ene-llə („sich“).<ref name="Oxford" details="S. 337." /> Es tritt vor allem im Singular auf.<ref name="Ariste" details="S. 55-56." />

Demonstrativpronomen

Die Demonstrativpronomen sind kase („diese/r/s“) und see („diese/r/s, jene/r/s“).<ref name="Oxford" details="S. 337." /><ref name="Ariste" details="S. 58." />

Reziprokpronomen

Wotisch weist das Reziprokpronomen tõjn-tõjssə̂ („einander“) auf. Nur der zweite Teil des Wortes wird flektiert, z. B. tõjn-tõjzõ-ssə̂ (andere-andere-ELA).<ref name="Oxford" details="S. 337-338." />

Verben

Finite Verben

Das System finiter Verbformen in der wotischen Sprache<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Negation in Uralic Languages (= Typological Studies in Language). John Benjamins Publishing Company, 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 490, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>
Polarität Affirmativ Negativ
Tempus↓ Modus → Indikativ Konditional Imperativ Indikativ Konditional Imperativ
Präsens 1SG 1PL 1SG 1PL 1SG 1PL 1SG 1PL
2SG 2PL 2SG 2PL 2SG 2PL 2SG 2PL 2SG 2PL 2SG 2PL
3SG 3PL 3SG 3PL 3SG 3PL 3SG 3PL 3SG 3PL 3SG
Imperfekt 1SG 1PL 1SG 1PL
2SG 2PL 2SG 2PL
3SG 3PL 3SG 3PL
Perfekt 1SG 1PL 1SG 1PL 1SG 1PL 1SG 1PL
2SG 2PL 2SG 2PL 2SG 2PL 2SG 2PL
3SG 3PL 3SG 3PL 3SG 3PL 3SG 3PL
Plusquamperfekt 1SG 1PL
2SG 2PL

Die Konjugation wotischer finiter Verben basiert auf Tempus, Modus, Person, Numerus und Polarität.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Negation in Uralic Languages (= Typological Studies in Language). John Benjamins Publishing Company, 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 489, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>

Nicht-finite Verben

Infinite Verben haben keine Polarität im Wotischen. Die infiniten Formen sind Infinitiv und Supinum (in Infinitivkonstruktionen) und aktive und passive Formen des Partizip Perfekts. Der Gebrauch nicht-finiter Klauseln im Partizip ist sehr begrenzt, stattdessen werden häufiger finite Relativsätze verwendet. Es gibt keine negativen Formen für nicht-finite Verben.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Negation in Uralic Languages (= Typological Studies in Language). John Benjamins Publishing Company, 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 498–499, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>

Die Markierungen des ersten Infinitivs und des aktiven Partizips werden mit dem stammfinalen Konsonanten assimiliert.<ref name=":13">Elena Markus, Fedor Rozhanskiy: The Oxford Guide to the Uralic Languages. Hrsg.: Marianne Bakró-Nagy, Johanna Laakso, Elena Skribnik. 1. Auflage. Oxford University PressOxford, 2022, ISBN 978-0-19-876766-4, S. 340–341, doi:10.1093/oso/9780198767664.001.0001 (oup.com [abgerufen am 20. Oktober 2023]).</ref>

Markierungen infiniter Formen im Partizip Perfekt<ref name=":14">Paul Ariste: A Grammar of the Votic Language. Band 68. Indiana University Publications, 1968, S. 76–77 (theswissbay.ch [PDF]).</ref><ref name=":13" />
Form Morphem(e) Beispiel
Erster Infinitiv / „TA Infinitiv“ -a/-ä, -ā/-ǟ, -vvə̑/-vvə, jjə und

-ta/-tä (oder -tə̑/-tə)

tahto-a („wollen“)
Zweiter Infinitiv / Supinum / „MA Infinitiv“ -mā(sē̮)/-mǟ(sē) (oder -ma/-mä) tahto-ma („wollen“)
Partizip Perfekt aktiv -(n)nu/-(n)nü vii-nü („tragen“)
Partizip Perfekt passiv -(t)tu/-(t)tü tuл-tu („kommen“)

Der erste Infinitiv

Im Westwotischen wird der erste Infinitiv mit -a/-ä, -ā/-ǟ, -vvə̑/-vvə, jjə und -ta/-tä (oder -tə̑/-tə) markiert, z. B.: üpätä („springen“), süvvä („essen“).<ref name=":14" /><ref name=":13" />

Im Ostwotischen wird der velare Stop -G zusätzlich hinzugefügt, z. B.: sȫäG („essen“).<ref name=":14" />

Der erste Infinitiv drückt sowohl das gleichzeitige Geschehen einer Handlung aus als auch die Art, in der die Handlung stattfindet, z. B.: elǟzä en e̮лe̮ nähnü nī üvǟ lehmǟ („während ich gelebt habe“).<ref name=":14" />

Generell stimmt die Verwendung des ersten Infinitivs mit der im Estnischen überein. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen der erste Infinitiv im Wotischen verwendet wird und der zweite im Estnischen, z. B.: aлke̮ tšüsüä („er fing an zu fragen“).<ref name=":14" />

Der erste Infinitiv kann dekliniert werden. Das Auftreten des Infinitivs im Inessiv ist sehr üblich, z. B.: nagrāza („während des Lachens“). Vor der Inessiv-Markierung wird bei Ein-Stamm Verben der Stammvokal verlängert oder -a/-ä wird zu -e-/-e̮- verändert in Zwei-Stamm Verben.<ref name=":14" />

Der zweite Infinitiv

Im Westwotischen wird der zweite Infinitiv/Supinum mit -mā(sē̮)/-mǟ(sē) (oder -ma/-mä) markiert. Das Suffix wird an den Vokalstamm des Verbs angehängt, z. B.: vāttamā („schauen“).<ref name=":15">Paul Ariste: A Grammar of the Votic Language. Band 68. Indiana University Publications, 1968, S. 77–78 (theswissbay.ch [PDF]).</ref>

Typischerweise ist der zweite Infinitiv eigentlich der Illativ, z. B.: meni kaлā pǖtämǟ („Er ging Fische fangen.“).<ref name=":15" />

Der zweite Infinitiv wird aber auch zusammen mit dem Inessiv, Elativ und Abessiv verwendet.<ref name=":15" />

Beispiele<ref name=":15" />:

  • Inessiv: isä on sȫmäzä („Vater ist am Essen.“)
  • Elativ: tulin tšüntämässä („Ich kam vom Pflügen.“)
  • Abessiv: ope̮n on sȫmättä („Das Pferd ist ohne Essen.“)

Zusätzlich wird der zweite Infinitiv auch für den Partitivus cum Infinitivo verwendet. Der Gebrauch dieser Konstruktion ähnelt der Verwendung im dialektalen Estnisch.<ref name=":15" />

Beispiele<ref name=":15" />:

as eb‿näü tšävelemǟ („Es scheint nicht so, als ob er gehen würde.“)

jue̮лti tuлe̮mā tuhkapǟn („Es wurde gesagt, er würde am Montag kommen.“)

Negation

Das negative Auxiliarverb

Das negative Auxiliarverb kongruiert mit dem Subjekt im Bezug auf Numerus und Person, während das Hauptverb Tempus ausdrückt. Das negative Auxiliar wird als Kopf der negativen Phrase (NegP) über der „Tempus-Phrase“ (TP) generiert.<ref name=":16" /> Das Hauptverb kann nicht nach T0 bewegen und die V-Features checken, aber das negative Hilfsverb blockiert die Bewegung des Hauptverbs nach Agr0 und dadurch gibt es keine Kongruenz zwischen dem Hauptverb und dem Subjekt. Anstelle vom Hauptverb bewegt sich das negative Auxiliar nach Agr0.<ref name=":16">Erika Mitchell: The morpho-syntax of negation and the positions of NegP in the Finno-Ugric languages. In: Lingua. Band 116, Nr. 3, März 2006, S. 228–244, doi:10.1016/j.lingua.2004.08.005 (elsevier.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>

Die Kategorie Modus ist beim negativen Auxiliar reduziert, da es nur Imperativ und Indikativ gibt.<ref name=":0" />

Das negative Auxiliar hat 6 indikative Formen und 3 imperative Formen.

Negatives Auxiliar im Indikativ<ref name=":0">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 491, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>
Person Singular Plural
1 en emmə
2 eᴅ ettə
3 evɑ̈ᴅ

Es gibt eine negative Partikel eʙ, welche die lexikalisierte Form des negativen Auxiliars ist.

Negatives Auxiliar im Imperativ<ref name=":0" />
Person Singular Plural
2 elɑ̈ elka
3 elko -

Verwendung von Negation

Alle negativen Verbformen werden analytisch gebildet mit einer persönlichen Form des negativen Auxiliarverbs und einer bestimmten Form des lexikalischen Verbs.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in contemporary Votic. In: Negation in Uralic Languages (= Typological Studies in Language). John Benjamins Publishing Company, 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 489, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 20. Oktober 2023]).</ref>

Standard-Konstruktion der Negationsformen<ref name=":1">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 493, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>
Modus und Tempus 1SG 3PL
Präsens Indikativ en + Indikativ Konnegativ evɑ̈ᴅ + Indikativ Konnegativ
Indikativ Imperfekt en + Aktiv Partizip evɑ̈ᴅ + Passiv Partizip
Indikativ Perfekt en ē̮ + Aktiv Partizip evɑ̈ᴅ ē̮ + Passiv Partizip
Konditional Präsens en + Konditional Konnegativ evɑ̈ᴅ + 3PL Konditional Präsens
Konditional Perfekt en e̮lliz' + Aktiv Partizip evɑ̈ᴅ e̮лtajz' + Passiv Partizip

Alle Formen außer dem 1SG und 3PL unterscheiden sich von der Bildung der 1SG-Form nur durch die Anpassung des negativen Auxiliars.<ref name=":1" />

Im Präsens Indikativ und im Konditional Präsens werden Person und Numerus am negativen Auxiliar ausgedrückt und Tempus und Modus am Hauptverb.<ref name=":17" />

Im negativen Präsens Indikativ wird der Stamm des Hauptverbs verwendet im Konnegativ.<ref name=":17" />

Im negativen Konditional Präsens wird das Hauptverb im konditionalen Konnegativ (3SG Konditional Präsens) verwendet mit der Ausnahme von der dritten Person Plural, für welche die Form der 3PL Konditional Präsens verwendet wird.<ref name=":17" />

Beispiele<ref name=":17">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 492, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>:

siä ku tɑ̈tɑ̈ suva-jajsizi-ᴅ e-ᴅ jɑ̈ttɑ̈.jz'.
2SG wenn 3SG.PAR lieben-COND-2SG NEG-2SG verlassen-CNG.COND
,Wenn du ihn lieben würdest, hättest du (ihn) nicht verlassen.‘
ku minnua suva-ttajz' e-vɑ̈ᴅ jɑ̈te-ttɑ̈jz'.
3PL wenn 1SG.PAR lieben-COND.3PL NEG-3PL verlassen-COND.3PL
,Wenn sie mich lieben würden, hätten sie (mich) nicht verlassen.‘

Im negativen Indikativ Imperfekt, dem negativen Indikativ Perfekt und dem negativen Konditional Perfekt wird das Partizip des Hauptverbs verwendet. Für 3PL wird die passive Form des Partizips verwendet und für alle anderen Formen wird die aktive Form des Partizips benutzt.<ref name=":17" />

Zur Bildung des Perfekts wird zusätzlich zum Partizip und dem negativen Auxiliarverb auch noch die negative Form des Auxiliars e̮ллɑ („sein“) benötigt.<ref name=":17" /> Tempus wird auch am Auxiliar e̮ллɑ („sein“) ausgedrückt.<ref name=":18" />

Der Imperativ hat 4 Formen in affirmativen und 3 in negativen Klauseln. Die Bedeutung der fehlenden Form wird stattdessen durch eine analytische Konstruktion mit dem Partikel лɑ („lassen“) ausgedrückt.<ref name=":1" /> Die negativen Formen werden im Imperativ mit der entsprechenden imperativen Form des negativen Auxiliars und der imperativen Form des Hauptverbs mit gleicher Person und Numerus gebildet.<ref name=":1" />

Konstruktion der Negationsformen im Imperativ<ref name=":18">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 494, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>
Modus und Tempus SG PL
2 Person Imperativ elɑ̈ + 2SG Imperativ elka + 2PL Imperativ
3 Person Imperativ elko + 3SG Imperativ -

Kasus

Die typische finnische Opposition zwischen totalen und partiellen Objekten, in der totale Objekte mit Genitiv, Nominativ und Akkusativ markiert sind und partielle Objekte mit Partitiv markiert sind, ist neutralisiert in negativen Sätzen, da das Objekt in diesen immer mit Partitiv markiert ist.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 507, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Negation in nicht-verbalen Klauseln

In Inklusions-, Attributions- und lokativen Prädikationsklauseln ist die negative Form des Verbs e̮ллɑ („sein“) der einzige Unterschied zwischen der negativen und affirmativen Form.<ref name=":2">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 496, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

  • Inklusion<ref name=":2" />:
ē̮-mmə re̮bɑke̮-ᴅ.
1PL sein.PRS-1PL Fischer-PL.NOM
,Wir sind Fischer.‘
e-mmə ē̮ re̮bɑke̮-ᴅ.
1PL NEG-1PL sein.CNG Fischer-PL.NOM
,Wir sind keine Fischer.‘
  • Attribution<ref name=":2" />:
kɑne tütö-ᴅ e̮л-лɑ лusti-ᴅ.
Diese Mädchen-PL.NOM sein-PRS.3PL schön-PL.NOM
,Diese Mädchen sind schön.‘
kɑne tütö-ᴅ e-väᴅ ē̮ лusti-ᴅ.
Diese Mädchen-PL.NOM NEG-3PL sein.CNG schön-PL.NOM
,Diese Mädchen sind nicht schön.‘
  • Lokativ<ref name=":3">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 497, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>:
sǖmin on лɑvve̮-ллə.
Essen sein.PRS.3SG Tisch-ADALL
,Das Essen ist auf dem Tisch.‘
sǖmin e-ʙ ē̮ лɑvve̮-ллə.
Essen NEG-3SG sein.CNG Tisch-ADALL
,Das Essen ist nicht auf dem Tisch.‘

In existentiellen und possessiven Prädikationsklauseln wird das existentielle oder possessive Objekt unterschiedlich markiert in negativen und affirmativen Konstruktionen. Die Objekte werden mit Nominativ in der affirmativen Form markiert und mit Partitiv in der negativen Form.<ref name=":3" />

  • Existentielle Prädikation<ref name=":3" />:
mettse-z on kɑru.
Wald-INE sein.PRS.3SG Bär[NOM]
,Im Wald gibt es einen Bären.‘
mettse-z e-ʙ ē̮ kɑrru-ɑ.
Wald-INE NEG-3SG sein.CNG Bär-PAR
,Im Wald gibt es keine(n) Bären.‘
  • Possessive Prädikation<ref name=":4">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 498, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>:
mi-ллə on ūs leh'm'ə.
1SG-ADALL sein.PRS.3SG neu[NOM] Kuh[NOM]
,Ich habe eine neue Kuh.‘
mi-ллə e-ʙ ē̮ ūttə leh'mɑ̈.
1SG-ADALL NEG-3SG sein.CNG neu.PAR Kuh.PAR
,Ich habe keine neue Kuh.‘

Nebensätze

In wotischen Nebensätzen wird die Standard-Negationsstrategie verwendet. In finiten Nebensätzen sind negative Formen gleich wie in Hauptsätzen.<ref name=":4" />

Negative Antworten

Es ist im Wotischen üblich, eine Verbform zu verwenden für eine negative Antwort, jedoch nicht spezielle negative Adverbien oder Ausrufe.<ref name=":5" /> Antworten ohne das Hauptverb sind möglich, allerdings steht dann meistens ein negatives Auxiliar vor der ganzen negativen Phrase. Antworten ohne das Hauptverb kommen vor, wenn das negative Auxiliar vor einem negativen Pronomen oder Adverb steht. In dem Fall kongruiert das Auxiliar entweder mit dem ausgelassenen Prädikat oder es hat die 3SG Form und wird als negative Partikel angesehen.<ref name=":5">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 500, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Beispiele<ref name=":5" />:

tɑho-ᴅ tšɑ̄ju-ɑ?
wollen.PRS-2SG Tee-PAR
,Möchten Sie etwas Tee?‘
e-n tɑho.
NEG-1SG wollen.CNG
,Nein.‘ (lit. „Ich möchte keinen“)
kuzɑ siɑ̈ e̮li-ᴅ?
wo 2SG sein.IMPF-2SG
,Wo warst du?‘
e-n kuzzɑ.
NEG-1SG wo.NEG
‘,Nirgendwo.‘

Interrogativadverbien und -pronomen

Interrogativpronomen<ref name=":6">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 501, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>:

  • Mikɑ̈ („Was“)
  • millɑ̈jn/miltɑ̈jn („Welche/s/r“)
  • tšen („Wer“)

Interrogativadverbien<ref name=":6" />:

  • ke̮ns („Wann“)
  • kuza („Wo“)
  • kuhe̮ („Wohin“)
  • kussə („Von wo“)

Interrogativadverbien und -Pronomen haben im Wotischen spezielle negative Formen, welche nur in negativen Sätzen in Verbindung mit dem negativen Hilfsverb auftreten und manchmal zusätzlich mit dem Hauptverb.<ref name=":6" /> Diese Interrogativadverbien und -pronomen haben keine feste Stelle im Satz, an der sie auftreten müssen, sie können sogar manchmal zwischen dem negativen Hilfsverb und dem Hauptverb auftreten.

Im Luuditsa-Dialekt (welcher wahrscheinlich unter Einfluss der ischorischen Sprache entstanden ist) des Wotischen können die negativen Formen der Interrogativadverbien und -Pronomen auf drei verschiedene Arten gebildet werden<ref name=":7">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 502, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>:

  1. Gemination von Konsonanten im Stamm
  2. Die Addition oder Ersetzung des wortfinalen Vokals (mit) ɑ/ɑ̈
  3. Beibehaltung der gleichen Form für beide Polaritäten
Positive und negative Formen des Interrogativpronomens tšen („Wer“)<ref name=":7" />
Kasus und Markierung Positive Form Beide Polaritäten Negative Form
NOM (Ø) tšen tšenni
GEN (Ø) tšene tšene / tšenne
PAR (-tə/-ɑ/-ɑ̈) tšenɑ̈ tšettɑ̈
ILL (Ø) tšenne
INESS (-z) tšenez
ELA (-ssə) tšenessə
ADALL (ллə/-llə) tšellə tšellɑ̈
ABL (лtə/ltə) tšeltə tšeltɑ̈
TRA (-ssi) tšenessi
COM (-ka) tšene-kɑ tšene-kɑ / tšenne-kɑ

Die negativen Formen werden nicht anhand des „Stamm + Suffix“-Prinzips gebildet. Die Gemination dient als unabhängige morphologische Operation und nicht als morphophonologischer Prozess, der mit dem Anhängen eines Suffixes einhergeht.

Abessive/karitive Negation

Um Bedeutungen wie „ohne“ oder „un-“ auszudrücken, wurde in der wotischen Sprache das karitive Suffix -tojn verwendet, welches Adjektive aus Nomen und Verben deriviert.<ref name=":8">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 505, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Beispiel: e̮nne̮tojn („unglücklich“) von e̮nni („Glück“/„Glücklichkeit“)

Dieses Suffix ist allerdings nicht mehr produktiv und kommt nur noch in einer begrenzten Anzahl von Adjektiven vor.

Die abessive Form kann nur im Zusammenhang mit dem Supinum gebildet werden. Das abessive Suffix -ttə wird an die Markierung -mɑ/-mɑ̈ des Supinums angehängt, wobei der Vokal sich beim Supinum zu e oder verändern kann durch Vokalharmonie. Es ist jedoch üblicher, den gleichen Inhalt mit der normalen Negationsstrategie wiederzugeben.<ref name=":9">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 504, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Beispiel<ref name=":9" />:

kɑse pe̮лto on tšünte-me-ttə.
Dieses Feld sein.PRS.3SG pflügen-SUP-ABE
,Dieses Feld ist nicht gepflügt.‘ (lit. „ohne Pflügung“)

In der gesprochenen wotischen Sprache kommen abessive Formen von Nomen nicht vor. Stattdessen wird eine Präpositionalphrase mit iлmə („ohne“) und der partitiven Form des Nomens verwendet.

Beispiel<ref name=":8" />:

nɑ̈mɑ̈ᴅ tuл-ti iлmə tɑ̈ttoj.
3PL kommen-IMPF.3PL ohne Vater.PL.PAR
,Sie kamen ohne ihre Väter.‘

Skopus der Negation

Wenn die 3SG-Form des negativen Auxiliars als negative Partikel verwendet wird, kann diese den Skopus der Negation eingrenzen (dies kommt durch Einflüsse vom Russischen). In Infinitiv-Sätzen kann der Skopus eingegrenzt werden durch das Einfügen des Partikels vor dem Infinitiv.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 505 - 506, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Negative Polaritätselemente

Interrogativadverbien und -Pronomen, Adverbien wie ennɑ̈ („nicht mehr“) und Verben wie kehtɑmɑ („Lust haben etwas zu tun“) werden so gut wie nie in affirmativen Konstruktionen verwendet.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 507, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Negative Konjunktionen

Einfache Konjunktion<ref name=":10">Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 508, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>:

  • ni
  • e(p)-ku / e(p)-ko

Doppelte Konjunktion<ref name=":10" />:

  • ni … ni
  • e(p)-ko … e(p)-ko / e(p)-ku … e(p)-ku („weder … noch“)

Ni ist vom Russischen geliehen, die anderen beiden Formen sind original wotisch.

Diese Konjunktionen drücken nicht alleine Negation aus, sondern sie müssen von der negativen Form des Verbs begleitet werden.

Ni (einfach und doppelt) kann verwendet werden um Infinitiv-Sätze zu bilden und Sätze die aus koordinierenden Konjunktionen entstehen. Ni kann jedoch nicht verwendet werden, um zwei Hauptprädikate zu verbinden.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 509, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

E(p)-ku / E(p)-ko funktionieren ähnlich, jedoch sind sie besonders, da ihr erster Teil eigentlich das negative Hilfsverb ist, welches konjugiert wird. Außerdem können einfache und doppelte Konjunktionen mit diesen Formen Hauptprädikate verbinden. In diesem Fall ist das negative Auxiliar, welches das Hauptprädikat formt, und ep-ku/ep-ko ist eine einfache Konjunktion. Als Alternative kann als erster Teil der doppelten Konjunktion interpretiert werden, bei dem die Partikel ku/ko weggelassen wurde, und die Konjunktion fungiert als das negative Auxiliar.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 509 - 511, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Wenn die Konjunktion Subjekte voneinander trennt, kongruiert das negative Auxiliar normalerweise in Numerus und Person mit der Nominalphrase, die auf das Verb folgt, und manchmal mit der Nominalphrase, die dem Verb vorangeht. Wenn die Konjunktion Objekte voneinander trennt, kongruiert das negative Auxiliar mit dem Subjekt. Wenn der Satz kein Subjekt im Nominativ enthält, dann wird die 3SG-Form des negativen Auxiliars verwendet.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 509–510, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Die Partikeln ko und ku können weggelassen werden vom ersten Teil einer doppelten Konjunktion ohne Verlust der Bedeutung.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages. In: Typological Studies in Language. Band 108. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 511, doi:10.1075/tsl.108.01 (benjamins.com [abgerufen am 16. Oktober 2023]).</ref>

Derivationelle Morphologie

Die wotische Sprache ist reich an derivationellen Suffixen, da der grundlegende Derivationsmechanismus die Suffigierung ist.<ref name=":11" /> Eine weitere übliche Methode ist die Bildung von Komposita.<ref name=":12">Ariste Paul: A Grammar of the Votic Language. Band 68. Indiana University Publications, 1968, S. 115–121 (theswissbay.ch [PDF]).</ref>

Komposita

In der gesprochenen wotischen Sprache wird beim Großteil der Komposita die Verbindung der Wörter nicht strikt ausgeführt. Es gibt demnach Komposita wie rehenneüZ („Eingangshalle“), welche komplett verbunden sind, und Komposita wie einä-re̮ukko („Heuhaufen“), in denen eine mentale Trennung der Wörter stattfindet.<ref name=":12" />

Komposita können aus mehr als zwei Teilen bestehen, z. B.: kuлta-sarvi-pe̮dra („goldener gehörnter Elch“).<ref name=":12" />

Nicht nur das komplexe Wort, sondern auch dessen individuelle Teile können ihre Form verändern/dekliniert werden. Normalerweise wird aber nur der letzte Teil verändert.<ref name=":12" />

Es findet auch oft Apokope (Abfall eines Auslauts) statt beim ersten Teil eines Kompositums, z. B.: raut-ampäD („Eisen-Zähne“) (rauta = „Eisen“)<ref name=":12" />

Wörter, welche die Endung -n/-ne/-ne̮ im Nominativ haben und -zē/-zē̮ im Genitiv, haben den Konsonantenstamm in einem Kompositum.<ref name=":12" />

Die Wörter, die verbunden werden, sind normalerweise im Nominativ, allerdings kann der erste Teil des Kompositums auch in einem anderen passenden Obliquus/schiefen Kasus vorkommen. So zum Beispiel in aigassaika („Jahr“), wo der erste Teil des Wortes im Elativ ist.<ref name=":12" />

Wörter, die im Genitiv kombiniert werden, sind auch relativ häufig, z. B.: rehenneüZ („Eingangshalle“).<ref name=":12" />

Auch wenn viele Komposita in der wotischen Sprache nicht strikt zusammengefügt werden, gibt es aber manche Wörter die eindeutig verbunden sind, z. B.: e̮unappū („Apfelbaum“; e̮una + pū).<ref name=":12" />

Es gibt auch Wörter, bei denen es den Sprechern nicht mehr oder nur teilweise bewusst ist, dass sie aus mehreren Teilen bestehen, z. B.: ähüpǟ („Bereich oben auf dem Ofen“ (obere Oberfläche)) → ahjo („Ofen“) + („Kopf“, „Ende“)<ref name=":12" />

Transpositionelle Derivation

Adverbien der Art und Weise abgeleitet aus<ref name=":12" />
Adjektiv
Morphem Beispiel
-ssi kehno → kehnossi

(miserable, poor → miserably, poorly)

-ttā saлamittā

(secretly)

Nomen abgeleitet aus<ref name=":12" />
Adjektiv Verb
Morphem Beispiel Morphem Beispiel
-uZ/-üZ nōri → nōruZ

(jung → Jugend)

-me/-me̮ ve̮ttā → ve̮ttimē̮

(nehmen → Schlüssel)

-eлmo/-e̮лmo ahaZ → ahe̮лmo

(eng → eine enge Stelle)

-e/-e̮

(mit „G“ am Ende des Suffix im Ostwotischen)

tiлkkua → tiлke̮

(tropfen → Eiszapfen)

-o mahsā → mahso

(bezahlen → Bezahlung)

-u/-ü nagrā → nagru

(lachen → Gelächter)

-ri jōmā → jōmari

(trinken → Säufer)

-eлmo/-e̮лmo katke̮mā → kadge̮лmo

(abbrechen → Bruchstück)

Verben abgeleitet aus<ref name=":12" />
Nomen Adjektiv
Morphem Anwendung Beispiel Morphem Anwendung Beispiel
-tta/-ttä für kausative Verben

abzuleiten

api → avittä

(Hilfe → helfen)

-u-/-ü- für reflexive und intransitive

Verben abzuleiten

itšävä → itšävüä

(langweilig → sich langweilen)

-ttsā eлkko → eлkottsā

(Blüte → blühen)

-tta/-ttä für kausative Verben

abzuleiten

tühjä → tühjettä

(leer → entleeren)

Adjektive abgeleitet aus<ref name=":12" />
Nomen
Morphem Beispiel
-kaZ veri → verekaZ

(Blut → blutig)

-va/vä vätši → vätševä

(Stärke/Kraft → stark/mächtig)

-za rutto → ruttoza

(Schnelligkeit → schnell)

-in e̮лltši → e̮лtšin

(Stroh → aus Stroh gemacht)

-llin/llīn armo → armollin

(Gnade → gnädig)

-tō leipä → leivätō

(Brot → brotlos)

Diminuitiva und Superlative

Diminuitiva

Nomen abgeleitet aus<ref name=":12" />
Nomen
Morphem Beispiel
-(i)kko tšiutto → tšiutikko

(Hemd → kleines Hemd)

-ikka sauna → saunikka

(Badehaus → kleines Badehaus)

-kke̮in tšivi → tšivikke̮in

(Stein → kleiner Stein)

-uD/-üD

(Verwendung vor allem in Volksliedern)

velli → vellüD

(Bruder → Bruder (dim.))

-ška/-ško

(abwertende/humorvolle Anwendung; auch aus Verben ableitbar)

kantā → kandaška

(tragen → Schatz-bringender Goblin)

-jain лaukopäivä → лaukojain

(Samstag (Waschtag) → Waschfrau (dim.))

-o pojo

(Junge)

Superlative

Superlative werden gebildet, wenn ein alliteratives Pseudoaffix vor einem Adjektiv steht.<ref name=":12" />

Z. B.: upi-ūsi („komplett neu“); puri-puhaZ („komplett sauber“)

Sonstige Derivationen

Adverb abgeleitet aus Adverb<ref name=":12" />
Morphem Beispiel
-lēʙ kuilēʙ (irgendwie)
Nomen abgeleitet aus Nomen<ref name=":12" />
Morphem Beispiel
-(u)Z/-(ü)Z/-Z se̮rmi → se̮rmuZ

(Finger → Ring)

-лain/-läin sōmē̮ → sōmaлain

(Finnisch →ein Finne)

-llīn tšihla → tšihлollīn

(Verlobung → Verlobte(r))

-nikka kaлa → kaлanikka

(Fisch → Fischer)

-ntima/-ntimä

(=„Stief-“)

emä → emintimä

(Mutter → Stiefmutter)

-(i)kko tšēli → tšēlikko

(Zunge → Petze/Verräter)

-ri лammaZ → лampuri

(Schaf →Schafhirt)

-zikko kahtši → kahtšizikko

(Birke → Birkenwald)

Verben abgeleitet aus Verben<ref name=":12" />
Morphem Anwendung Beispiel
-e̮лe̮-/-ele- für frequentative Verben abzuleiten, aber

das Affix drückt größtenteils nicht mehr frequentative Handlungen aus

se̮лe̮n

(Ich niese)

-hta-/-htä- für momentane Verben abzuleiten örtšähtǟ

(aufwachen)

-tta/-ttä für kausative Verben abzuleiten tiлkkua → tiлkuttä

(tropfen → etwas tropfen lassen)

-goittā für kausative Verben abzuleiten se̮isue → se̮itagoittā

(stehen → jmd./etwas stoppen)

-u-/-ü- für reflexive und intransitive Verben anzuleiten te̮mmata → te̮mpaun

(ziehen → Ich werde gezogen)

Adjektive abgeleitet aus Adjektiven<ref name=":12" />
Morphem Beispiel
-(k)ke̮in ümpäri → ümmärke̮in

(ringsherum → rund)

-лain/-läin e̮ma → e̮maлain

(eigener/s → jemandem sein/ihr eigenes)

-mein/-me̮in takume̮in

(letzte(r))

-e̮a/-iä pimiä (dunkel)

ke̮rke̮a (hoch)

Wortstellung

Die grundlegende Wortstellung im Wotischen ist SVO, sowohl in negativen als auch in affirmativen Konstruktionen. Die Wortfolge ist jedoch relativ frei, da sie aus Gründen der Informationsstruktur verändert werden kann.<ref>Matti Miestamo, Anne Tamm, Beáta Wagner-Nagy: Negation in Uralic languages – Introduction. In: Negation in Uralic Languages (= Typological Studies in Language). John Benjamins Publishing Company, 2015, ISBN 978-90-272-0689-3, S. 494, doi:10.1075/tsl.108.01int (benjamins.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>

Adjektive stehen vor Nomen. Adverbien und Pronomen werden oft zwischen Teilen einer analytischen Verbkonstruktion eingefügt. In negativen Sätzen stehen Pronomen beispielsweise oft zwischen dem negativen Auxiliar und dem Hauptverb.<ref name=":11">The Oxford Guide to the Uralic Languages. 1. Auflage. Oxford University PressOxford, 2022, ISBN 978-0-19-876766-4, S. 343, doi:10.1093/oso/9780198767664.001.0001 (oup.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>

In polaren Fragen mit dem -ko Klitikon steht das Verb normalerweise an erster Stelle, ohne Klitikon bleibt die Wortstellung jedoch gleich wie in affirmativen Sätzen.<ref>The Oxford Guide to the Uralic Languages. 1. Auflage. Oxford University PressOxford, 2022, ISBN 978-0-19-876766-4, S. 343, doi:10.1093/oso/9780198767664.001.0001 (oup.com [abgerufen am 15. Oktober 2023]).</ref>

Literatur

  • Paul Ariste: A Grammar of the Votic Language. Curzon Press, Bloomington(?) 1997.
  • Dmitri Tsvetkov: Vadja keele grammatika. Eesti Keele Sihtasutus, Tallinn 2008, ISBN 978-9985-79-216-2.
  • Vadja keele sõnaraamat. Band 1. Eesti Keele Institut, Tallinn 1990, ISBN 978-9985-79-303-9.
  • Eberhard Winkler: Wotisch. (PDF; 113 kB). In Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt 2002. (= Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens 10).

Weblinks

Commons: Wotische Sprache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

<references responsive=""> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein