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Supinum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Das Supinum (lateinisch für „[an das Verb] zurückgelehntes [Wort]“, zu {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „zurücklehnen“), auch Supin oder deutsch Lagewort, ist eine infinite Verbform. Es ist eine Übersetzung des altgriechischen {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „zurückgelehnt, auf dem Rücken liegend“. In der griechischen Grammatik war dies ursprünglich der Begriff für das Passiv, bis er schließlich durch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ersetzt und in das Lateinische als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} übertragen wurde.<ref name="Lozo2008">Simon Lozo: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Basisgrammatik Latein, 2008, S. 142.</ref>

Das Supinum kommt in verhältnismäßig wenigen Sprachen vor und drückt zumeist eine Absicht oder einen Zweck aus. In der Regel wird das Supinum mit einem Bewegungsverb verwendet. Sprachen, die kein Supinum haben, verwenden stattdessen oft den Infinitiv. Das Supinum gab es vermutlich im Proto-Indogermanischen.

Lateinische Sprache

Im Lateinischen gibt es zwei Supina. Das Supinum I findet sich ausschließlich in Abhängigkeit von Verben der Bewegung und ist formgleich dem Neutrum Singular des Partizips Perfekt Passiv (PPP); die Endung lautet -um. Das Supinum II wird gebildet, indem man bei der Form des Supinum I das -m weglässt (Beispiel: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – Supinum I: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Supinum II: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Das Supinum I wird mit „um zu“ und II mit „zu“ übersetzt. Die Formen sind eher selten.<ref>Seminar für Griechische und Lateinische Philologie der Universität Freiburg: Das lateinische Supinum (PDF, 10 kB).</ref>

Beispielsätze:

Supinum I:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Marcus schickte einen Boten, um Wein zu erbitten.“
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Die Freunde kamen, um Glück zu wünschen.“

Supinum II:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Das ist leicht zu sagen.“
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Es ist angenehm zu erfahren.“
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „schrecklich zu sagen“

Litauische Sprache

Im Litauischen existiert ein Supinum (z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „geh Holz holen/ums Holz!“), jedoch wird oft anstatt des Supinums, das mit der Konditionalform (3. Person) formgleich ist, der Infinitiv verwendet. Das Bewegungsverb kann wegfallen, da schon die Supinumform allein die auszudrückende Bedeutung impliziert.

Rumänische Sprache

Im Rumänischen wird das Supinum mit einer Präposition – meistens {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – und dem Partizip gebildet:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} vom Verb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („arbeiten“)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} vom Verb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („schreiben“)

Es wird oft zusammen mit dem Verb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („haben“) benutzt und drückt die Absicht, die Verpflichtung aus:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „ich habe zu arbeiten, ich muss arbeiten“
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „ich habe zu schreiben, ich muss schreiben“

Es dient auch zur Bildung vieler Komposita, in denen es meistens den Zweck ausdrückt:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Schreibmaschine“, wörtlich: „Maschine zum Schreiben“
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Waschmaschine“,wörtlich: „Maschine zum Waschen“

Schwedische Sprache

Im Schwedischen wird mit Supinum die indeklinable Nebenform des Partizips Perfekt bezeichnet, die gemeinsam mit den jeweiligen Formen des Hilfsverbs {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („haben“) zur Bildung von Perfekt bzw. Plusquamperfekt verwendet wird:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „Ich habe etwas Wasser getrunken.“

Demgegenüber steht das deklinierte und adjektivisch gebrauchte Partizip Perfekt:

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – „das getrunkene Wasser“

Slawische Sprachen

Das Urslawische kannte ein Supinum (vergleiche alttschechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} versus modern {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), es erhielt sich im Altkirchenslawischen. Von den lebenden slawischen Sprachen verfügen das Niedersorbische und das Slowenische über eine entsprechende Form: niedersorbisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „geh schlafen!“,<ref>Heinz Schuster-Šewc: Das Sorbische – eine slawische Sprache in Deutschland. In: Akademie-Journal 2/2001 „Sprachen in Europa“. Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, S. 31–35, hier S. 32–33 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20160707114915

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Supin/Supinum im Deutschen

Das Wort Supin/Supinum wird für eine infinite Verbform in Abgrenzung zum Partizip II benutzt.

Der Philologe Gunnar Bech verwendet den Begriff „Supin“ auch für das verbale Partizip II im Deutschen.<ref>Gunnar Bech: Studien über das deutsche verbum infinitum. Tübingen, Niemeyer, 1955.</ref>

Im Schwäbischen Magazin von gelehrten Sachen zum Jahr 1776 liest man:<ref>Neue Anmerkungen zum zwölften Stück des Schwäbischen Magazins, 1775, in: Schwäbisches Magazin von gelehrten Sachen auf das Jahr 1776, Siebentes Buch, Stuttgart, mit Erhardischen Schriften, S. 627–628 ({{#if: bJIpAAAAYAAJ | {{#if: {{#if: ||1}} {{#if: bJIpAAAAYAAJ ||1}} | <0|&pg={{#if:|RA{{{Band}}}-}}PA627|&pg=627}}{{#if:|&q=}}#v=onepage|{{#if:|&pg=|}}{{#if:|&q=}}}}{{#if:|q=%7B%7B%7BSuchbegriff%7D%7D%7D}}|{{#if:|q=%7B%7B%7BSuchbegriff%7D%7D%7D}}}} {{#if:Ansicht S. 627|{{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Ansicht S. 627}}|eingeschränkte Vorschau}}{{#if:ja|| in der Google-Buchsuche}}{{#ifeq:|US|-USA}}{{#if: bJIpAAAAYAAJ |{{#invoke: Vorlage:GoogleBook|fine |id=bJIpAAAAYAAJ |errN=Parameter „BuchID“ hat falsche Länge |errC=Parameter „BuchID“ enthält ungültige Zeichen |errH=# in der „BuchID“ |errP=Parameterzuweisungen in der „BuchID“ |class=editoronly |cat={{#ifeq: 0 | 0 | Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Google Buch}} |template= Vorlage:Google Buch}} }} | Es darf nur genau einer der beiden Parameter „Suchbegriff“ oder „BuchID“ ausgefüllt werden. Bitte beachte die in der Vorlage:Google Buch befindliche Dokumentation und prüfe die verwendeten Parameter.{{#ifeq: 0 | 0 | }}}} | Es muss mindestens einer der beiden Parameter „Suchbegriff“ oder „BuchID“ ausgefüllt werden. Bitte beachte die in der Vorlage:Google Buch befindliche Dokumentation und prüfe die verwendeten Parameter.{{#ifeq: 0 | 0 | }}}}{{#invoke:TemplatePar|check |all= |opt= Suchbegriff= BuchID= Seite= Band= SeitenID= Hervorhebung= Linktext= Land= KeinText= |cat= {{#ifeq: 0 | 0 | Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Google Buch}} |template= Vorlage:Google Buch |format= }}{{#if:Ansicht S. 627|{{#if:{{#invoke:WLink|isBracketedLink|Ansicht S. 627}}|}}}} bei Google Books).</ref>

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Gerade für die undeklinierbaren sogenannten „Partizipien II“ der echten intransitiven Verben, die keine „Mittelwörter“, sondern „Lagewörter“ sind, ist der Ausdruck „Supinum“ treffender als der Begriff „Partizip“.

Literatur

  • Peter Stein: Die infiniten Verbformen des Rumänischen (infinitiv, supin, gerunzia, participiu) im Kontext der romanischen Sprachen. In: Maria Iliescu, Sanda Sora (Hrsg.): Rumänisch. Typologie, Klassifikation, Sprachcharakteristik. A. Lehmann, Veitshöchheim bei Würzburg 1996, ISBN 978-3-88162-160-1, S. 101–120.
  • Elizabeta Jenko: Grammatik der slowenischen Sprache. Drava, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85435-339-1, S. 66.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />