Zum Inhalt springen

Lebesby

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. Februar 2026 um 21:44 Uhr durch imported>CaroFraTyskland (linkfix).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wappen Karte
Wappen der Kommune Lebesby
Lebesby (Norwegen)
Lebesby (Norwegen)
Basisdaten
Staat: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen
Kommunennummer: 5624
Provinz (fylke): Finnmark
Verwaltungssitz: Kjøllefjord
Koordinaten: 70° 55′ N, 27° 14′ OKoordinaten: 70° 55′ N, 27° 14′ O
 {{#coordinates:70,916666666667|27,233333333333|primary
dim=25000 globe= name= region=NO-56 type=adm2nd
  }}
Fläche: 3.460,50 km²
Einwohner: 1.249 (1. Jan. 2026)<ref>07459: Population, by region, contents and year. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 7. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref>
Bevölkerungsdichte: 0,36 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Lage in der Provinz Finnmark
Lage der Kommune in der Provinz Finnmark

Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata

Lebesby (nordsamisch Davvesiida<ref>Lebesby. Kartverket, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) ist eine Kommune im norwegischen Fylke Finnmark. Die Kommune hat 1249 Einwohner (Stand: 1. Januar 2026). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Kjøllefjord. Im Nordosten der Kommune liegt der nördlichste Punkt des norwegischen Festlandes, das Kap Kinnarodden.

Geografie

Foto einer steilen Felswand, die zu einem Meer hin abfällt
Kap Kinnarodden, nördlichster Punkt auf dem norwegischen Festland

Die Kommune Lebesby liegt in Nordnorwegen an der Küste der Barentssee. Die Kommune umfasst das Gebiet westlich, südlich und östlich des Laksefjords, der sich aus dem Norden in das Land einschneidet. Sowohl der östliche als auch der westliche Teil der Kommune liegen auf einer Halbinsel. Im Osten grenzt Lebesby an die Kommune Gamvik, im Südosten und Süden an Tana, im Westen an Porsanger und im Nordwesten an Nordkapp.<ref name="norgeskart" />

Die Grenze zu Gamvik im Osten verläuft durch das Hopseidet, eine schmalen Landenge. Sie verbindet die Nordkinnhalvøya, eine Halbinsel, mit dem Rest des Landes. Auf der Nordkinnhalvøya liegt mit Kjøllefjord die größte Ortschaft der Kommune.<ref name="norgeskart" /> Im Norden der Halbinsel liegt auf der Grenze zwischen Gamvik und Lebesby das Kap Kinnarodden (71° 8′ 1″ N). Es stellt den nördlichsten Punkt des norwegischen Festlandes dar. Das Terrain fällt dort etwa 234 Meter steil zur Barentssee hin ab.<ref>Svein Askheim: Kinnarodden. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Westen der Kommune befindet sich auf der Grenze zu Nordkapp der unter Naturschutz stehende Vogelfelsen Sværholtklubben.<ref>Sværholtklubben naturreservat. In: naturbase.no. Miljødirektoratet, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Etwas westlich von Kjøllefjord befindet sich der nördlichste Birkenwald des Landes. Es handelt sich zudem um den nördlichsten Moorbirkenwald der Welt.<ref>Lars Sandved Dalen: Verdens nordligste skog. In: Forskning. 20. Januar 2013, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In den Laksefjord münden mehrere Flüsse, die durch die Kommune fließen. Aus dem Adamsfjorddalen (nordsamisch Áttánleahki) fließt die Adamsfjordelva (Áttánjohka) aus dem Südosten auf den Fjord zu. Die Storelva (Stuorrajohka) fließt aus dem Südwesten kommend zum Fjord.<ref name="norgeskart">Lebesby kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Süden geht der nördliche Teil der Finnmarksvidda, ein Hochplateau, in das Areal der Kommune ein. Der Abschnitt wird auch als Laksefjordvidda (Lágesduottar) bezeichnet.<ref>Svein Askheim: Laksefjordvidda. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die höchste Erhebung der Kommune Lebesby hat eine Höhe von 1066,31 moh.<ref>Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es handelt sich dabei um den Berg Rásttigáisá auf der Grenze zu Tana. Im Norden der Kommune werden vielerorts keine Höhen von über 500 moh. erreicht.<ref name="norgeskart" />

Einwohner

Foto einer an der Küste gelegenen Ortschaft mit vielen Holzhäusern
Blick auf Kjøllefjord

Die Kommune Lebesby ist sehr dünn besiedelt. Die Bevölkerungsdichte liegt bei unter einem Einwohner pro Quadratkilometer.<ref>Arealbruk i kommunene: Lebesby. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Großteil der Einwohner lebt in der Ortschaft Kjøllefjord an der Westküste der Nordkinnhalvøya. Auch die restlichen Einwohner leben an der Küste des Laksefjords. Dort befinden sich kleinere Ortschaften wie Ifjord, Kunes, Veidnes und Lebesby. Die Gebirgsplateaus im Süden der Kommune sind hingegen vollständig unbewohnt. Bis in die 1950er-Jahre wuchs die Anzahl der Einwohner noch an, seitdem ist sie jedoch rückläufig.<ref name="snl" /> Um die Geburtenrate zu steigern, führte die Kommune im Jahr 2024 Bonuszahlungen für Eltern aus Lebesby ein.<ref>Får 50.000 kroner for barnefødsel i Lebesby kommune. In: NRK. 22. Mai 2024, abgerufen am 27. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Kristina Brekke: Det er ventet babyboom i Lebesby kommune – en av årsakene er fødselstilskudd på opptil 100.000. In: NRK. 24. Juli 2025, abgerufen am 27. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Das Konzept greift: Warum Prämien nur halbe Wahrheit für Babyboom in Norwegen sind. In: Kleine Zeitung. 29. Juli 2025, abgerufen am 27. Januar 2026.</ref>

Kjøllefjord ist der einzige sogenannte Tettsted, also die einzige Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet wird. Zum 1. Januar 2025 lebten dort 846 Einwohner.<ref>Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 20. November 2025 (englisch).</ref>

Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Finnmark Bokmål, die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.<ref>Forskrift om språkvedtak i kommunar og fylkeskommunar (språkvedtaksforskrifta). In: Lovdata. Abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entwicklung der Einwohnerzahl
Jahr Einwohnerzahl<ref>Population. 06913: Population 1 January and population changes during the calendar year (M) 1951 - 2025. In: ssb.no. Abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Veränderung
Anzahl Prozent
1960 2414
1970 2261 −153 −6,3 %
1980 2015 −246 −10,9 %
1990 1754 −261 −13,0 %
2000 1463 −291 −16,6 %
2010 1342 −121 −8,3 %
2020 1290 −52 −3,9 %

Geschichte

Schwarz-Weiß-Foto einer kleinen Holzkirche direkt an der Küste
Alte Kirche von Kjøllefjord, bevor sie 1944 niedergebrannt wurde

Im Jahr 1864 wurde die Kommune Tana von Lebesby abgespalten. Lebesby verblieb nach der Ausgemeindung mit 592 Einwohnern. Tana hatte bei seiner Gründung 1388 Einwohner.<ref>Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: Statistisk sentralbyrå. 1999, abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der Kommune Lebesby wurde in den 1920er-Jahren ein sensationeller Schatzfund in einem Acker gemacht: Der Fund besteht aus einem großen und fünf kleineren Gold-Spiralringen, einem flachen Goldring und einem geflochtenen Silberarmband.<ref>T. Sjøvold: The Iron Age Settlement of Arctic Norway I. Tromsø Museums skrifter X (2). Tromsø 1974. S. 178.</ref> Er wurde bislang auf die Zeit 500–600 n. Chr. datiert und west-europäischen Ursprungs zugeordnet. Inzwischen wird diese Datierung auf Grund des geflochtenen Silber-Armbandes angezweifelt, das typisch für die Wikingerzeit in West-Skandinavien ist.<ref>B. Hård: Silver in the Viking Age: a regional-economic study. Acta archäologica Lundensia 8 Nr. 25. Stockholm 1996.</ref>

In Oksevåg auf der Nordkinnhalvøya befand sich eine Walfangstation, die bis 1903 in Betrieb war.<ref name="snl" /> Im Jahr 1944 wurde Lebesby wie die gesamte Finnmark von den deutschen Besatzern zerstört. Hintergrund war der Rückzug der Deutschen aus der Finnmark und der Befehl, die Kriegstaktik der verbrannten Erde anzuwenden. Die Ortschaften mussten nach dem Krieg wiederaufgebaut werden.<ref>Arne Sørenes: Ho var ti år gammal då Finnmark brann. In: NRK. 26. Oktober 2014, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Foto einer schmalen Straße mit nur einem Auto. Auf einer Straßenseite befindet sich Felsen, auf der anderen kleinere Bäume.
Fylkesvei 98 in Lebesby

Durch den Süden der Kommune führt in Ost-West-Richtung der Fylkesvei 98. Von ihm zweigt im Osten des Laksefjords der Fylkesvei 888 ab. Dieser führt zunächst entlang der Küste und später weiter im Landesinneren Richtung Norden in die Ortschaft Mehamn, die in der Nachbarkommune Gamvik liegt. In der Kommune Gamvik zweigt wiederum der Fylkesvei 894 ab, der nach Kjøllefjord im Westen der Nordkinnhalvøya führt.<ref name="norgeskart" /> Wird im Winter der Fylkesvei 888 gesperrt, so wird auf eine Fährverbindung umgestellt.<ref name="snl" />

Der Hafen von Kjøllefjord wird von der Hurtigruten angelaufen. Kjøllefjord befindet sich auf der Route zwischen den Häfen in Honningsvåg und Mehamn.<ref>Kjollefjord (Norwegen). In: Hurtigruten. Abgerufen am 24. Januar 2026.</ref> Dort liegen mit dem Flughafen Honningsvåg Valan und dem Flughafen Mehamn die beiden nächstgelegenen Flughäfen.<ref name="norgeskart" />

Wirtschaft

Die lokale Wirtschaft wird von der Fischerei und Fischverarbeitung in Kjøllefjord geprägt. Gefangen werden vor allem Kabeljaue. Neben der Küstenfischerei ist auch die Fischzucht von Bedeutung. In Lebesby befinden sich zudem für die Rentierhaltung genutzte Weideflächen.<ref name="snl">Terje Dalfest, Svein Askheim: Lebesby. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In der Kommune befinden sich mehrere Wasserkraftwerke. Das größte ist das Kraftwerk Adamselv. Es nutzt eine Fallhöhe von rund 200 Metern aus und ist seit 1973 in Betrieb. Im Zeitraum von 1991 bis 2020 lag die durchschnittliche Jahresproduktion bei 196,4 GWh.<ref>Adamselv. In: NVE. Abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Südlich von Kjøllefjord liegt der Windpark Kjøllefjord mit 17 Windturbinen. Der Windpark wurde im Jahr 2006 von Statkraft in Betrieb genommen und hat eine Jahresproduktion von rund 119 GWh.<ref>Kjøllefjord wind farm. In: Statkraft. Abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2021 arbeiteten von rund 590 Arbeitstätigen etwa 480 in Lebesby selbst. Jeweils über 20 Personen pendelten in die Kommunen Alta und Gamvik.<ref>Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kirchen

In der Kommune befinden sich zwei Kirchen. Die Kjøllefjord kirke wurde im Jahr 1951 mit Hilfe von Spendengeldern aus Dänemark fertiggestellt. Die alte Kirche war zuvor durch die deutschen Besatzer niedergebrannt worden. Die Kirche hat 300 Sitzplätze.<ref>Kjøllefjord kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In der Ortschaft Lebesby befindet sich die Lebesby kirke aus dem Jahr 1962. Die Holzkirche hat 170 Sitzplätze. Die Vorgängerkirche stammte aus dem Jahr 1880 und war ebenfalls im Jahr 1944 von den Deutschen zerstört worden.<ref>Lebesby kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Name und Wappen

Foto einer Felsformation direkt an der Küste. Es ragen mehrere Spitzen hervor.
Felsformation Finnkirka

Das seit 1988 offizielle Wappen der Kommune zeigt ist in Gold und Schwarz durch Stufengiebelschnitt geteilt. Es soll die Felsformation Finnkirka auf der Nordkinnhalvøya darstellen.<ref name="snl" />

Lebesby wurde im Jahr 1668 als Lybersby und 30 Jahre später als Lybesbye erwähnt. Im Jahr 1558 fand es noch als Daveby i Laxefierden Erwähnung. Beim norwegischen Namen handelt es sich vermutlich um eine Übersetzung des samischen Namens *Læibessiida. Der heutige samische Name ist Davvesiida und setzt sich aus den Bestandteilen „davvi“ (deutsch „Nord-“ oder „äußerst“) und „siida“ (deutsch „Wohnort“) zusammen. Der damalige samische Name ging auf „læibes“ (deutsch „Erle“) zurück.<ref>Lebesby. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 22. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Lebesby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende