Unter-Widdersheim
Unter-Widdersheim Stadt Nidda
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(310)&title=Unter-Widdersheim 50° 26′ N, 8° 55′ O
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| Höhe: | 140 (136–152) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,37 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 310 (2023)<ref name="EW2022">Die Großgemeinde im Überblick. Stadt Nidda, abgerufen am 23. März 2026.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 92 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 63667 | |||||
| Vorwahl: | 06402 | |||||
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Unter-Widdersheim ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis. Das Dorf liegt in der nördlichen Wetterau nordwestlich von Nidda. Am westlichen Ortsrand verläuft die Landesstraße 3188.
Geschichte
Ortsgeschichte
Ein in der Nähe des Neubaugebietes vorhandener 2,30 m großer Menhir – der sog. Kindstein – weist auf eine Besiedlung zur Zeit der Megalithkultur, also dem 3. Jahrtausend v. Chr., hin. In der Nähe des Ortes verlief der Limes, flankiert von einem Kleinkastell, das sich auf dem Gewann „Die Burg“ südwestlich des Ortes befand. Weiter nördlich befand sich das Kleinkastell "Massohl", aber schon in der Gemarkung Hungen-Steinheim.<ref>Der römische Limes in Nidda. Abgerufen am 14. März 2026.</ref>
Westlich des Dorfs liegt der Burgköppel, der vermutliche Rest einer Sumpfburg; es ist ein Bodendenkmal im Flächennutzungsplan der Stadt Nidda.<ref>Flächennutzungsplan der Stadt Nidda, Juli 2007</ref>
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Unter-Widdersheim erfolgte im Jahr 1260 unter dem Namen Niedyrn-Wetridesheim.<ref>Geschichte. In: www.unter-widdersheim.de. www.unter-widdersheim.de, abgerufen im Mai 2020.</ref> Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Unter-Widdersheim:
„Unterwiddersheim (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; auch Niederwiddersheim; liegt unweit der Horloff, 2 St von Nidda, hat 1 Kirche, 49 Häuser und 263 evangelische Einwohner. Hierher gehört 1 Mühle und der Schwalheimer Hof mit einem Sauerbrunnen, der nicht mit dem Mineralbrunnen bei dem Churhessischen Dorfe Schwalheim verwechselt werden darf. Der Brunnen beim Schwalheimer Hof wurde 1769, als in dieser Gegend nach Salzquellen gesucht wurde, entdeckt. Er wurde gefaßt von zahlreichen Gesellschaften besucht, und das beliebt gewordene Wasser nicht allein in der Nachbarschaft stark verwendet, sondern auch in die Ferne verfahren. Der Eigenthümer der Wiese, auf welcher sich der Brunnen befand, sahe es mit Mißgunst, daß andere auf seinem Eigenthum nicht unbedeutende Geschäfte machten, und warf den Brunnen zu. Erst, nachdem die Erben das Wiesenstück verkauft hatten, gelang es dem neuen Besitzer den 11. November 1806 den Brunnen wieder zu entdecken. Er wurde neu gefaßt, mit zwei Röhren versehen und mit Pappeln und Gesträuchen umpflanzt. – Unterwiddersheim kommt in Urkunden von 1303 und 1306 vor.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde kraft Landesgesetz zum 1. August 1972 die bis dahin selbständige Gemeinde Unter-Widdersheim in die Stadt Nidda eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 9 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 101 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Nidda, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Unter-Widdersheim angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nidda, Amt Nidda
- ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda<ref name="Nidda" />
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Stornfels<ref name="Amt Schotten" />
- ab 1584: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Stornfels<ref name="Amt-2">Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Oberfürstentum Hessen, Amt Schotten und Stornfels
- ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt Schotten und Stornfels<ref name="PR" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Schotten und Stornfels
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Nidda
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, stadt Nidda
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Unter-Widdersheim 303 Einwohner. Darunter waren 9 (3,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 114 waren zwischen 18 und 49, 72 zwischen 50 und 64 und 76 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 132 Haushalten. Davon 45 Singlehaushalte, 36 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 72 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| • 1791: | 207 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" /> |
| • 1800: | 212 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 201 Einwohner, 46 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 263 Einwohner, 49 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 264 Einwohner, 52 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| • 1875: | 295 Einwohner, 49 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Unter-Widdersheim: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 207 | |||
| 1800 | 212 | |||
| 1806 | 201 | |||
| 1829 | 263 | |||
| 1834 | 258 | |||
| 1840 | 245 | |||
| 1846 | 322 | |||
| 1852 | 250 | |||
| 1858 | 271 | |||
| 1864 | 250 | |||
| 1871 | 267 | |||
| 1875 | 295 | |||
| 1885 | 305 | |||
| 1895 | 277 | |||
| 1905 | 278 | |||
| 1910 | 296 | |||
| 1925 | 248 | |||
| 1939 | 267 | |||
| 1946 | 367 | |||
| 1950 | 371 | |||
| 1956 | 334 | |||
| 1961 | 312 | |||
| 1967 | 297 | |||
| 1970 | 293 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 1996 | 348 | |||
| 2000 | 372 | |||
| 2006 | 356 | |||
| 2010 | 328 | |||
| 2011 | 303 | |||
| 2016 | 303 | |||
| 2019 | 310 | |||
| 2022 | 305 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Nidda<ref name="EW" /><ref name="EW2022" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 263 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 280 evangelische (= 89,74 %) und 30 katholische (= 9,62 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Ortsvorsteher ist Klaus-Dieter Kammer (Stand April 2024).<ref>Ortsbeirat Unter-Widdersheim. Stadt Nidda, abgerufen im April 2024.</ref>
Kulturdenkmäler
Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Unter-Widdersheim
Infrastruktur
- Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen GmbH im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sicher.
- Der Deutsche Limes-Radweg führt durch den Ort. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.
- Im Ort gibt es
- ein Bürgerhaus und
- einen Sportplatz.
- Ferner befindet sich im Ort ein aus Backofensteinen bestehender historischer Backofen aus Michelnauer Tuff, der noch im Betrieb ist.
- Mehrere Ortsbürger sind Mitmärker im Markwald Berstadt.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 208 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 229 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 277 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Amt Schotten"> Die Zugehörigkeit des Amtes Schotten anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="EW"> Nidda in Zahlen. In: Webauftritt (aus Webarchiv). Stadt Nidda, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Oktober 2011; abgerufen im April 2024. </ref> <ref name="lagis"> Unter-Widdersheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum (= Niddaer Geschichtsblätter. Nr. 9). Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021; abgerufen im März 2021. </ref> </references>
Literatur
Weblinks
- Stadtteil Unter-Widdersheim. In: Webauftritt der Stadt Nidda.
- Unter-Widdersheim. Geschichte, Ortsbeirat, Vereine, Info. In: www.www.unter-widdersheim.de. Ortsbeirat Unter-Widdersheim
- Unter-Widdersheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
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