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Claudia Pechstein

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Claudia Pechstein Vorlage:SportPicto
Claudia Pechstein beim Eintrag in das Goldene Buch während des Empfangs der Berliner Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2022 im Roten Rathaus
Nation DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Geburtstag 22. Februar 1972 (54 Jahre)
Geburtsort Ost-BerlinDeutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg DDR
Größe 166 cm
Gewicht 61 kg
Beruf Polizeibeamtin (Bundespolizei)
Karriere
Verein Eisbären Juniors Berlin
Trainer Joachim Franke (bis 2010/11)
André Unterdörfel (von 2011/12 bis 2014/15)
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 5 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
WM-Medaillen 6 × Goldmedaille 22 × Silbermedaille 14 × Bronzemedaille
EM-Medaillen 3 × Goldmedaille 6 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Nationale Medaillen 41 × Goldmedaille 20 × Silbermedaille 7 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Bronze 1992 Albertville 5000 m
Gold 1994 Lillehammer 5000 m
Bronze 1994 Lillehammer 3000 m
Gold 1998 Nagano 5000 m
Silber 1998 Nagano 3000 m
Gold 2002 Salt Lake City 5000 m
Gold 2002 Salt Lake City 3000 m
Gold 2006 Turin Team
Silber 2006 Turin 5000 m
 Mehrkampfweltmeisterschaften
Silber 1996 Inzell Mehrkampf
Silber 1997 Nagano Mehrkampf
Silber 1998 Heerenveen Mehrkampf
Silber 1999 Hamar Mehrkampf
Gold 2000 Milwaukee Mehrkampf
Silber 2001 Budapest Mehrkampf
Bronze 2002 Heerenveen Mehrkampf
Silber 2003 Göteborg Mehrkampf
Silber 2004 Hamar Mehrkampf
Bronze 2005 Moskau Mehrkampf
Silber 2006 Calgary Mehrkampf
 Einzelstreckenweltmeisterschaften
Gold 1996 Hamar 5000 m
Silber 1996 Hamar 3000 m
Silber 1996 Hamar 1500 m
Bronze 1997 Warschau 5000 m
Silber 1998 Calgary 5000 m
Silber 1998 Calgary 3000 m
Bronze 1998 Calgary 1500 m
Silber 1999 Heerenveen 5000 m
Silber 1999 Heerenveen 3000 m
Silber 2000 Nagano 5000 m
Gold 2000 Nagano 3000 m
Gold 2000 Nagano 1500 m
Silber 2001 Salt Lake City 5000 m
Bronze 2001 Salt Lake City 3000 m
Gold 2003 Berlin 5000 m
Silber 2003 Berlin 3000 m
Bronze 2004 Seoul 5000 m
Gold 2004 Seoul 3000 m
Silber 2005 Inzell 5000 m
Silber 2005 Inzell 3000 m
Silber 2007 Salt Lake City 5000 m
Bronze 2007 Salt Lake City Team
Bronze 2008 Nagano Team
Bronze 2011 Inzell 5000 m
Bronze 2011 Inzell Team
Bronze 2012 Heerenveen 5000 m
Bronze 2013 Sotschi 3000 m
Bronze 2013 Sotschi 5000 m
Bronze 2015 Heerenveen 5000 m
Silber 2017 Gangneung 5000 m
 Mehrkampfeuropameisterschaften
Bronze 1996 Heerenveen Mehrkampf
Gold 1998 Helsinki Mehrkampf
Silber 1999 Heerenveen Mehrkampf
Silber 2001 Baselga di Pinè Mehrkampf
Silber 2002 Erfurt Mehrkampf
Silber 2003 Heerenveen Mehrkampf
Silber 2004 Heerenveen Mehrkampf
Bronze 2005 Heerenveen Mehrkampf
Gold 2006 Hamar Mehrkampf
Gold 2009 Heerenveen Mehrkampf
Silber 2012 Budapest Mehrkampf
Platzierungen im Eisschnelllauf-Weltcup
 Debüt im Weltcup 1991
 Weltcupsiege 34
 Gesamt-WC 1500 2. (1997/98, 1998/99,
1999/00, 2001/02,
2002/03)
 Gesamt-WC 3000/5000 1. (2002/03, 2003/04, 2004/05)

2. (2007/08, 2014/15)
3. (2006/07, 2011/12)

 Gesamt-WC Massenstart 2. 2012
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 1500 Meter 6 13 9
 3000 Meter 14 25 8
 5000 Meter 7 11 4
 Teamwettbewerb 4 3 5
 Massenstart 3 2 1
 Kombination 0 1 0
letzte Änderung: 10. Dezember 2017

Claudia Pechstein (* 22. Februar 1972 in Berlin-Marzahn<ref name="kurzvita">Kurzvita von Claudia Pechstein. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2015; abgerufen am 27. Oktober 2015.</ref>) ist eine ehemalige deutsche Eisschnellläuferin und Polizeihauptmeisterin der Bundespolizei. Mit fünf Olympiasiegen in den Jahren 1994, 1998, 2002 und 2006 sowie vier weiteren olympischen Medaillen ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Olympioniken bei Winterspielen. Sie ist die erste Frau, die an acht Olympischen Winterspielen teilnahm.

Pechstein wurde in ihrer Karriere von der Internationalen Eislaufunion (ISU) mit Doping-Vorwürfen konfrontiert, die 2009 zu einer Sperre führten, gegen die sie über viele Jahre gerichtlich vorging. Im März 2025 teilten beide Seiten mit, dass man zu einer Einigung „im Geiste einer Versöhnung“ gelangt sei, ohne Details zu nennen.<ref>Pechstein und Eislauf-Union einigen sich 16 Jahre nach Doping-Sperre. In: rbb24 Inforadio. 5. März 2025, abgerufen am 22. April 2025.</ref> Eine Woche später erklärte sie auf einer Pressekonferenz ihren Rücktritt vom aktiven Sport.<ref>Eisschnelllauf-Olympiasiegerin: Claudia Pechstein beendet ihre Karriere mit 53 Jahren. In: Der Spiegel. 10. März 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 10. März 2025]).</ref>

Seit Juni 2024 ist Pechstein als Stützpunkttrainerin am Bundesstützpunkt Inzell tätig.<ref>Sportredaktion RND: Eislauf-Weltmeisterin Claudia Pechstein beendet ihre Karriere. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 10. März 2025, abgerufen am 22. April 2025.</ref>

Sportlicher Werdegang

Anfänge und bis 2009

Datei:Claudia Pechstein.jpg
Claudia Pechstein (2004)
Datei:Claudia Pechstein 2008.jpg
Claudia Pechstein beim Weltcup in Hamar, 2008

Claudia Pechstein wuchs in Ost-Berlin auf. Bei der Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1985 wurde sie Erste über 1500 Meter.<ref name="OFFIZIELLEHP">Claudia Pechstein – Olympia. Claudia Pechstein, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Februar 2010; abgerufen am 6. Juli 2009.</ref> 1988 wurde sie Vizejuniorenweltmeisterin im Mehrkampf.<ref name="OFFIZIELLEHP" /> Bei den ersten gesamtdeutschen Meisterschaften 1991 gewann Pechstein Silber über 3000 und über 5000 Meter.

Ihren ersten Erfolg im Profisport erreichte sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 5000 Meter bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville.<ref name="SRBIO">Claudia Pechstein in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum</ref> Trotz des Erfolgs blieb sie jedoch weiter im Schatten von Gunda Niemann, die diesen Wettbewerb gewann.<ref>Speed Skating at the 1992 Albertville Winter Games: Women's 5,000 metres. Sports-Reference.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. April 2014; abgerufen am 6. Juli 2009.</ref> Zwei Jahre später holte sie bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer die Goldmedaille über 5000 Meter und die Bronzemedaille über die 3000 Meter.<ref name="SRBIO" /> Zwei Jahre später trat Pechstein erstmals bei Europa- und bei Weltmeisterschaften an. Bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften 1996 in Hamar trat sie über 1500, 3000 und 5000 Meter an und gewann dabei zweimal Silber sowie Gold über 5000 Meter. Kurz darauf gewann sie bei der Mehrkampfweltmeisterschaft 1996 in Heerenveen eine Bronzemedaille. Sie beendete die Weltcup-Saison 1997/98 über 1500 und über 3000/5000 Meter auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung.

Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano stellte Pechstein über 3000 Meter mit einer Zeit von 4:08,47 min vorübergehend einen olympischen Rekord auf und gewann die Silbermedaille. Über 5000 Meter gelang ihr mit einer Zeit von 6:59,61 min ein neuer Weltrekord und der Gewinn der Goldmedaille. Über 1500 Meter wurde sie am Ende nur Siebte.<ref name="SRBIO" /> Bei der Mehrkampfeuropameisterschaft 1998 gewann sie die Goldmedaille, bevor sie kurz darauf bei der Mehrkampfweltmeisterschaft in Heerenveen Silber erreichte. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann sie über 3000 und über 5000 Meter die Goldmedaille. Auf beiden Strecken stellte sie zudem einen neuen Weltrekord auf. Über die 1500 Meter belegte sie am Ende den sechsten Platz.<ref name="SRBIO" /> Für ihre Leistungen erhielt Pechstein im selben Jahr den Verdienstorden des Landes Berlin.

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin trat sie über 1500 Meter nicht an. Über 3000 Meter belegte sie Platz fünf, über 5000 Meter gewann sie hinter der Kanadierin Clara Hughes die Silbermedaille und zudem die Goldmedaille im Teamwettbewerb mit der deutschen Mannschaft.<ref name="SRBIO" /> Bei der Mehrkampfeuropameisterschaft 2007 kam sie auf den fünften Platz und ein Jahr später auf den vierten Platz, bevor sie bei der Eisschnelllauf-Mehrkampfeuropameisterschaft 2009 wieder die Goldmedaille errang.

Sperre wegen angeblichen Dopings 2009

Im Juli 2009 wurde bekannt, dass Pechstein im Februar 2009 von der ISU für zwei Jahre wegen angeblichen Blutdopings gesperrt worden war. Die ISU sah sie aufgrund von Indizien als des Blutdopings überführt an, nachdem bei der Mehrkampfweltmeisterschaft in Hamar bei einer Reihe von Blutproben der Retikulozytenanteil mit 3,5 Prozent um 1,1 Prozentpunkte über dem von der Internationalen Eislaufunion (ISU) festgelegten Höchstwert lag. Pechstein zählte damit zu den ersten Athleten, denen Doping mithilfe eines indirekten Nachweises, vergleichbar dem „Biologischen Pass“, vorgeworfen wurde. 2025 wurde Pechstein rehabilitiert.<ref name="faz" /><ref name="lto" />

Sportliche Rückkehr

Vier Tage nach Ablauf ihrer zweijährigen Sperre erfüllte Pechstein bei einem Vereinswettkampf in der Erfurter Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle, am 12. Februar 2011 mit einer Zeit von 4:10,05 min über 3000 Meter sowie mit 2:01,22 min über 1500 Meter die geforderten Normzeiten für eine Weltcupteilnahme von 4:15 bzw. 2:03,50 Minuten.<ref>Gerald Müller: Claudia Pechstein in Erfurt mit erfolgreichem Comeback. In: Thüringer Allgemeine. 14. Februar 2011, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Am 18. und 19. Februar 2011 startete sie in Salt Lake City erstmals wieder bei einem Weltcuprennen. Dort lief sie die 5000 Meter in 6:51,62 min<ref>Wolf holt den Sieg, Pechstein schockt Konkurrenz. In: Berlin Online. Abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> – ihre viertschnellste je gelaufene Zeit – sowie 1:55,38 min über 1500 Meter, siegte damit jeweils in der B-Gruppe und qualifizierte sich für das Weltcupfinale in Heerenveen, an dem nur Läufer der A-Gruppe teilnehmen durften, sowie für die Einzelstreckenweltmeisterschaften in Inzell. Beim letzten Weltcup der Saison 2010/11 in Heerenveen am 5. März 2011 lief sie über die 3000-Meter-Distanz in 4:09,60 min auf Rang vier, womit ihr auch für diese Strecke die Weltmeisterschaftsqualifikation gelang. Bei den Weltmeisterschaften in Inzell gewann sie die Bronzemedaille über 5000 Meter in 7:00,90 min, hinter Titelverteidigerin Martina Sáblíková und Stephanie Beckert. Im Team-Wettkampf belegte sie mit Isabell Ost und Stephanie Beckert ebenfalls Platz drei. Sie ist damit die älteste Medaillengewinnerin bei Einzelstreckenweltmeisterschaften.

Mit dem Ziel, sich für die Bahnradsport-Wettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2012 zu qualifizieren, nahm sie an den Deutschen Bahn-Meisterschaften 2011 in Berlin teil. Sie erzielte allerdings im 500-Meter-Zeitfahren und in der 3000-Meter-Einerverfolgung jeweils nur Rang zehn, so dass sie sich nicht für Olympia qualifizieren konnte.<ref>Claudia Pechstein kann sich Olympia abschminken. In: Märkische Oderzeitung. 10. Juli 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015;.</ref>

Bei der Mehrkampf-Eisschnelllauf-Europameisterschaft 2012 in Budapest gewann Pechstein die Silbermedaille hinter Martina Sáblíková.<ref>Windlotterie mit Happy End: Pechstein gewinnt EM-Silber. In: ntv.de. Abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> In der Weltcup-Saison 2011/12 gelangen ihr in Weltcuprennen neun Podestplatzierungen, darunter ein Sieg im Massenstart beim Weltcup in Berlin am 11. März 2012 sowie fünf zweite und drei dritte Plätze. Bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Heerenveen gewann sie Bronze über 5000 Meter hinter Martina Sáblíková und Stephanie Beckert. Auch im folgenden Jahr gewann sie bei diesem Wettbewerb jeweils die Bronzemedaille auf den beiden Langstrecken. Im Jahr 2015 gewann sie erneut Bronze über 5000 Meter.

Bei ihren sechsten Olympischen Spielen wurde sie 2014 in Sotschi Vierte über 3000 Meter und Fünfte über 5000 Meter.

2017 gewann Pechstein bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften in Gangneung/Südkorea über 5000 Meter die Silbermedaille. Sie wurde damit, elf Tage vor ihrem 45. Geburtstag, zur ältesten WM-Medaillengewinnerin der Eisschnelllaufgeschichte. Die Zeit von 6:53,93 Minuten war ihre beste über diese Distanz seit ihrer Zweijahressperre zwischen 2009 und 2011.

Am 19. November 2017 holte Pechstein beim Weltcup in Stavanger über 5000 Meter ihren 33. Weltcupsieg. Mit 45 Jahren ist sie die älteste Weltcupsiegerin der Eisschnelllauf-Geschichte.<ref>Weltcup in Stavanger: Claudia Pechstein sorgt für Paukenschlag, auf sportschau.de, vom 19. November 2017.</ref> Zugleich gelang ihr damit die Qualifikation für ihre siebenten Olympischen Winterspiele 2018. Tage später kam in Calgary im Massenstart ein weiterer Weltcupsieg hinzu. Bei den Olympischen Winterspielen 2018, während derer sie ihren 46. Geburtstag feierte, erreichte sie in vier Wettbewerben das Finale und belegte dort den neunten Platz über 3000 Meter, den achten Platz über 5000 Meter, den sechsten Platz in der Teamverfolgung und den 13. Platz im Massenstartrennen.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Inzell am 29. Oktober 2021 gewann sie über 3000 Meter ihren 40. DM-Titel mit fast fünf Sekunden Vorsprung vor den mehr als 20 Jahre jüngeren Konkurrentinnen. Über 5000 Meter kam der 41. DM-Titel hinzu – mit noch größerem Vorsprung.<ref>Pechstein zeigt es den „jungen Hühnern“ nochmal. Abgerufen am 1. November 2021.</ref>

Mit dem 11. Platz im Massenstart-Finale des Weltcups 2021/2022 in Calgary und nach zwei elften Rängen am Wochenende 4./5. Dezember 2021 in Salt Lake City sicherte sie sich mit 49 Jahren am 12. Dezember 2021 ihre achte Olympiateilnahme bei den XXIV. Olympischen Winterspielen in Peking 2022. Sie ist damit die erste Wintersportlerin, die so oft an olympischen Spielen teilnehmen konnte. Zuvor war dies nur dem Skispringer Noriaki Kasai gelungen.<ref>Achte Olympiateilnahme perfekt – Eisschnellläuferin Claudia Pechstein schreibt Geschichte. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Dezember 2021; abgerufen am 13. Dezember 2021.</ref> Pechstein wurde zusammen mit Francesco Friedrich zur Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft bei der Eröffnungsfeier gewählt.<ref>Olympia, Peking 2022: Pechstein und Friedrich Fahnenträger. Abgerufen am 4. Februar 2022.</ref> Zuvor hatte sie bereits zweimal die Ehre, die Fahne bei der Schlussfeier zu tragen – zum einen bei den Olympischen Winterspielen in Lillehammer 1994 und zum anderen in Turin 2006.

Persönliche Bestleistungen

  • 500 m: 38,99 s (aufgestellt am 18. März 2006 in Calgary)
  • 1000 m: 1:16,00 min (aufgestellt am 24. Februar 2007 in Calgary)
  • 1500 m: 1:54,31 min (aufgestellt am 17. November 2007 in Calgary)
  • 3000 m: 3:57,35 min (aufgestellt am 18. März 2006 in Calgary)
  • 5000 m: 6:46,91 min (aufgestellt am 9. Februar 2002 in Salt Lake City)

Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Winterspielen

Olympische Spiele

Einzelstreckenweltmeisterschaften

  • 1996 Hamar: 1. Platz 5000 m, 2. Platz 3000 m, 2. Platz 1500 m
  • 1997 Warschau: 3. Platz 5000 m, 4. Platz 3000 m, 8. Platz 1500 m
  • 1998 Calgary: 2. Platz 5000 m, 2. Platz 3000 m, 3. Platz 1500 m
  • 1999 Heerenveen: 2. Platz 5000 m, 2. Platz 3000 m, 4. Platz 1500 m
  • 2000 Nagano: 1. Platz 1500 m, 1. Platz 3000 m, 2. Platz 5000 m
  • 2001 Salt Lake City: 2. Platz 5000 m, 3. Platz 3000 m
  • 2003 Berlin: 1. Platz 5000 m, 2. Platz 3000 m
  • 2004 Seoul: 1. Platz 3000 m, 3. Platz 5000 m
  • 2005 Inzell: 2. Platz 5000 m, 2. Platz 3000 m
  • 2007 Salt Lake City: 2. Platz 5000 m, 3. Platz Teamverfolgung, 4. Platz 3000 m
  • 2008 Nagano: 3. Platz Teamverfolgung, 4. Platz 5000 m, 5. Platz 3000 m
  • 2011 Inzell: 3. Platz Teamverfolgung, 3. Platz 5000 m, 8. Platz 3000 m
  • 2012 Heerenveen: 3. Platz 5000 m, 4. Platz 3000 m, 5. Platz Teamverfolgung
  • 2013 Sotschi: 3. Platz 5000 m, 3. Platz 3000 m, 4. Platz Teamverfolgung
  • 2015 Heerenveen: 3. Platz 5000 m, 5. Platz 3000 m, 7. Platz Teamverfolgung, 18. Platz Massenstart
  • 2016 Kolomna: 4. Platz 5000 m, 4. Platz 3000 m, 4. Platz Teamverfolgung, 16. Platz Massenstart
  • 2017 Gangwon: 2. Platz 5000 m, 4. Platz Teamverfolgung, 11. Platz Massenstart
  • 2019 Inzell: 7. Platz 5000 m, 12. Platz Massenstart
  • 2020 Salt Lake City: 8. Platz 5000 m, 9. Platz Massenstart, 11. Platz 3000 m
  • 2021 Heerenveen: 8. Platz Teamverfolgung, 10. Platz Massenstart, 10. Platz 5000 m
  • 2023 Heerenveen: 10. Platz 5000 m, 18. Platz Massenstart

Mehrkampfweltmeisterschaften

Europameisterschaften

Olympische Rekorde

In acht Winterolympiaden von 1992 bis 2022 errang sie neun Medaillen (einmal mit der Mannschaft, achtmal als Einzelstarterin) und damit mehrere individuelle Rekorde:

Rehabilitation

Claudia Pechstein kämpfte gegen die Dopingsperre über einen Zeitraum von 16 Jahren und erreichte letztlich ihre Rehabilitation in Form einer Stellungnahme der Internationalen Eislaufunion.

Internationaler Sportgerichtshof

Pechstein erhob gegen die Sperre Schiedsrekurs vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS),<ref>Olympiasiegerin Pechstein wegen Blutdopings gesperrt. In: Spiegel Online. 25. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Oktober 2012; abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> der diese aber im November 2009 bestätigte:<ref>Pechstein und DESG vs. ISU, Arbitral Award (Urteil des CAS). (PDF; 3,76 MB) 25. November 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2012; abgerufen am 1. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der CAS folgte dabei wesentlichen Argumenten der ISU. Erhöhte Retikulozytenwerte seien ein hartes Indiz für Doping, selbst wenn Hämatokrit- und Hämoglobinwerte nicht auffällig stiegen. Das Schiedsgericht stellte die Teile der Gutachten, insbesondere des Hämatologen Hubert Schrezenmeier aus Ulm, in den Vordergrund, nach denen Pechstein eine exzellente gesundheitliche Verfassung besitze und krankheitsbedingte Veränderungen des Blutbildes nicht eindeutig identifiziert werden konnten. Nach dem Verfahren kritisierte Hubert Schrezenmeier diese Interpretation seines Gutachtens, da er eine erbliche Anomalie für wahrscheinlich hielt.<ref>Claudia Pechstein legt Beschwerde gegen Urteil ein. In: Berliner Morgenpost. 11. Januar 2010, abgerufen am 14. Januar 2015.</ref>

Schweizer Bundesgericht

Pechstein ging auch dagegen gerichtlich vor.<ref>Mike Glindmeier: Sportgerichtshof bestätigt Pechstein-Sperre. In: Spiegel Online. 25. November 2009, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Das Schweizer Bundesgericht gab am 8. Dezember 2009 ihrem Antrag auf vorsorgliche Maßnahmen statt und erlaubte ihr, beim Weltcup am 11. Dezember 2009 in Salt Lake City zu starten. Dort wollte sie sich für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifizieren.<ref>Jörn Sucher, fsc: Pechstein darf in Salt Lake City starten. In: Spiegel Online. 8. Dezember 2009, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Im ersten Rennen nach zehnmonatiger Wettkampfpause lief sie jedoch mit 4:04,59 min über 3000 Meter nur auf den 13. Rang und verfehlte damit den für die Qualifikation nötigen achten Platz deutlich.<ref>Pechstein verpasst Olympia – Wolf mit Weltrekord. In: Eurosport Online. 11. Dezember 2009, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Am 4. März 2010 schließlich durchsuchten BKA-Beamte Pechsteins Haus aufgrund einer Anzeige der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG und der NADA.<ref>Marcel Stein, Michael Behrendt: Doping: BKA durchsucht Haus von Claudia Pechstein. In: Die Welt. 4. März 2010, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref>

Am 15. März 2010 bescheinigten Mediziner der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) Claudia Pechstein eine vererbte Blutanomalie, wonach eine milde Form der Kugelzellenanämie für die veränderten Blutwerte bei ihr verantwortlich sei. Aus medizinischer Sicht sei die Sperre daher haltlos.<ref>Peter Ahrens: Fall Pechstein: Ärzte schließen Doping aus. In: Spiegel Online. 15. März 2010, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref><ref>Gerhard Ehninger: Der Fall Pechstein. Falsches Beuteschema. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. November 2011; abgerufen am 1. April 2010.</ref>

Mit Urteil vom 28. September 2010 wies das Schweizer Bundesgericht Pechsteins zivilrechtliche Beschwerde gegen die Entscheidung des CAS ab und bestätigte die Sperre. Beschwerderechtlich bedeutsam seien nur neue Tatsachen und Beweismittel („echte Nova“), die im vorherigen CAS-Verfahren nicht hätten beigebracht werden können, und nicht solche, die erst später entstanden seien („unechte Nova“). Die neu vorgebrachten Gutachten seien aber erst nach dem Urteil des CAS gefertigt worden. Pechsteins Behauptung, dass sie nicht mehr als zwei Tage nach dem Schiedsurteil des CAS Kenntnis von der „angeblich“ neuen Diagnosemöglichkeit erhalten habe, es ihr während des Schiedsverfahrens jedoch unmöglich gewesen sein soll, sich darauf zu berufen, sei nicht hinreichend. Pechstein habe bereits im Rahmen des Schiedsverfahrens vorgebracht, sie „leide an einer vererbten Blutanomalie“, wobei der Schiedsentscheid des CAS dazu festgehalten habe, selbst eine solche Diagnose vermöge die festgestellten Schwankungen der Blutwerte nicht zu erklären.<ref>Bundesgericht weist Revisionsgesuch der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ab. (PDF; 21 kB) Medienmitteilung des Bundesgerichts. Schweizer Bundesgericht, 1. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. März 2012; abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref>

Am 30. Juni 2011 gab Claudia Pechstein bei einer Pressekonferenz bekannt, dass sie ihre Blutwerte privat habe untersuchen lassen. Dabei seien aufgrund ihrer Blutanomalie in 24 von 75 Fällen erneut erhöhte Werte festgestellt worden. Sie habe deshalb Selbstanzeige erstattet.<ref>Michael Reinsch: Claudias „Retis“. In: faz.net. 30. Juni 2011, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Anfang Dezember 2011 wurde bekannt, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland nach Pechsteins Selbstanzeige kein Verfahren gegen die Eisschnellläuferin eröffnen wird. Pechsteins Retikulozyten-Wert hatte mit 3,06 Prozent weit über dem Grenzwert von 2,4 gelegen, ähnlich hoch wie bei ihrer Sperre im Jahr 2009. Medien werteten dies als Etappensieg im Kampf um ihre Rehabilitation als Sportlerin.<ref>Eisschnelllauf: Kein Verfahren gegen Pechstein nach Selbstanzeige. In: RP online. 1. Dezember 2011, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Auch von juristischer Seite wurden Zweifel laut, ob das beim sportrechtlichen Dopingnachweis angewendete Beweismaß, das eine Verurteilung Pechsteins trotz verbleibender Restzweifel an einem Dopingverstoß erlaubte, angemessen ist oder ob nicht der im staatlichen Sanktionsrecht übliche Grundsatz „in dubio pro reo“ gelten müsse.<ref>Michael Reinsch: Die Zweifel laufen immer noch mit – Zweifel an der Lauterkeit – Zweifel an der Strafe. Claudia Pechstein will den Kreis schließen / Staatsrechtler Röger hält die Beweislage bei ihrer Verurteilung für unzureichend. In: FAZ. 7. Januar 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref>

Landgericht und Oberlandesgericht

Das Landgericht München I wies mit Urteil vom 26. Februar 2014 die Schadenersatzklage Pechsteins gegen den Eislauf-Weltverband ISU und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) ab. Es erklärte zwar die Athletenvereinbarung für unwirksam, das Gericht sei aber bezüglich der Frage, ob die Dopingsperre gerechtfertigt war, an die Ausführungen des CAS gebunden und müsse daher ohne eigene Prüfung davon ausgehen, dass die Sperre rechtmäßig war.<ref>Stefanie Ruhwinkel: Rechtsprechung des Landgerichts München I in Zivilsachen (Kein Schadensersatz für Eisschnellläuferin nach Dopingsperre). Pressemitteilung 03. In: Landgericht München. Justiz in Bayern, 26. Februar 2014, abgerufen am 14. Dezember 2021.</ref><ref>Claudia Pechstein: Gericht weist Schadensersatzklage zurück. n-tv.de, 26. Februar 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.</ref>

Im Berufungsverfahren entschied das Oberlandesgericht München (OLG) ebenfalls, dass die Schiedsvereinbarung unwirksam sei, weil sie gegen zwingendes Kartellrecht verstoße.<ref>Oliver Michaelis, Der Schiedszwang im Profisport – Unter Besprechung der aktuellen Rechtsprechung am Fall Claudia Pechstein, SchiedsVZ 06/2019, 331–341.</ref> Mit Zwischenurteil vom 15. Januar 2015 stellte das OLG fest, dass die vor dem deutschen Zivilgericht erhobene Klage zulässig ist, und hob die Entscheidung des Landgerichts auf, da die Dopingsperrenentscheidung des CAS für deutsche Gerichte nicht bindend sei. Über den Schadensersatz entschied das OLG aber nicht, sondern gab den Parteien zunächst die Möglichkeit, gegen das Zwischenurteil Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.<ref>Wilhelm Schneider: Oberlandesgericht München erklärt die zwischen Claudia P. und dem Internationalen Fachverband für Eisschnelllauf (ISU) 2009 getroffene Schiedsvereinbarung für unwirksam und erkennt den Spruch des Court of Arbitration for Sports (CAS) nicht an. Pressemitteilung 2. In: Oberlandesgericht München. Justiz in Bayern, 15. Januar 2015, abgerufen am 14. Dezember 2021.</ref><ref>Claudia Pechstein: Gericht lässt millionenschwere Schadenersatzklage zu. Handelsblatt, 15. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Januar 2015; abgerufen am 21. Januar 2015.</ref><ref>Oberlandesgericht München lässt Millionen-Klage zu. In: N24. 15. Januar 2015, abgerufen am 15. Januar 2015.</ref><ref>Axel Brunk: Der Sportler und die institutionelle Sportschiedsgerichtsbarkeit (= Lausanner Studien zur Rechtswissenschaft. Band 15). Nomos Verlagsgesellschaft, Lausanne 2016, ISBN 978-3-8487-2637-0.</ref>

Zwei Wochen nach der Entscheidung des OLG bestätigte eine seit Oktober 2014 tätige Expertenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes, dass die medizinische Bewertung als Grundlage des Dopingurteils „falsch war“. Alle Gutachter kamen zum Schluss, dass „anhand der Blutbildverläufe und Erythrozyten-Merkmale ein Doping-Nachweis nicht geführt werden kann“. Der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, entschuldigte sich daraufhin persönlich bei Pechstein.<ref>DOSB-Kommission: Fehlurteil zu Pechstein. In: Welt Online. 29. Januar 2015, abgerufen am 9. Oktober 2018.</ref>

Bundesgerichtshof

Am 7. Juni 2016 hob der Bundesgerichtshof die Zwischenentscheidung des OLG München auf und stufte die CAS-Entscheidung doch als bindend ein.<ref>Urteil des Kartellsenats vom 7.6.2016 – KZR 6/15 –. In: juris.bundesgerichtshof.de. Abgerufen am 17. Juni 2016.</ref> Pechsteins Aussage vor Gericht „Wir Sportler sind scheinbar Menschen zweiter Klasse. (...) Jeder Flüchtling, der in Deutschland einreist und registriert wird, genießt Rechtsschutz, wir Sportler nicht“ wurde anschließend medial kontrovers rezipiert.<ref>Johannes Aumüller: Pechstein: Flüchtlinge haben mehr Rechte als Sportler. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Juni 2016, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref><ref>Claudia Pechstein erleidet Niederlage im Prozess. In: Sport1. 7. Juni 2016, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref>

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Am 2. Oktober 2018 landete Pechstein vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einen letztlich für ihre Rehabilitierung entscheidenden Teilerfolg. Zwar wies der EGMR die Individualbeschwerde Pechsteins gegen die Schweiz weitgehend zurück, deren Bundesgericht das Urteil des CAS bestätigt hatte. Der EGMR urteilte, dass der CAS ein unabhängiges und unparteiisches Gericht im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention sei. Dennoch beschied das Gericht einstimmig (7:0 Richterstimmen), dass der CAS gegen die Genfer Konventionen für Menschenrechte verstoßen habe, da er keine Öffentlichkeit zum Verfahren zugelassen hatte. Damit sei Pechstein das Recht auf ein faires Verfahren verweigert worden. Ihr wurde eine Entschädigung in Höhe von 8.000 Euro zugesprochen.<ref>Urteil des Gerichts. (PDF) 2. Oktober 2018, abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref>

Bundesverfassungsgericht

Am 3. Juni 2022 hob das Bundesverfassungsgericht das Urteil des Bundesgerichtshofs auf. Es begründete sein Urteil mit dem Richterspruch des EGMR, in dem geurteilt worden war, dass der CAS gegen die Genfer Menschenrechtskonvention verstoßen habe, als er Claudia Pechstein durch den Ausschluss der Öffentlichkeit das Recht auf eine faires Verfahren verweigert hatte. Das Bundesverfassungsgericht erklärte damit die Schadensersatzklage Pechsteins gegen den Weltverband ISU für zulässig. Im Ergebnis hatte sich damit die Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts München durchgesetzt.<ref>Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Juni 2022, Aktenzeichen 1 BvR 2103/1. Abgerufen am 7. September 2022.</ref>

Oberlandesgericht

Damit war der Fall wieder vor dem Oberlandesgericht München anhängig. Anfang 2023 forderte Pechstein nach dem Durchlauf durch die Instanzen BGH, Europäischem Menschenrechtsgerichtshof und Bundesverfassungsgericht einen auf rund acht Millionen Euro erhöhten Schadensersatz. Die ISU focht erfolglos die Zuständigkeit des Gerichtes an und zeigte sich im Gegensatz zu Pechstein für jegliche Kompromissvorschläge unzugänglich, obwohl das Gericht im Verlaufe der Verhandlung Verständnis für die Position Pechsteins hatte erkennen lassen und die Parteien zu Kompromissverhandlungen aufforderte. Im Rahmen des Gerichtsverfahrens wurde die ererbte Blutanomalie durch ein weiteres Gutachten über Pechstein und ihren Vater nochmals bestätigt.<ref name="FAZ">https://www.faz.net/aktuell/sport/wintersport/claudia-pechstein-beendet-eisschnelllauf-karriere-mit-53-ich-bin-frei-110347050.html</ref><ref>Für Pechstein geht es heute um acht Millionen Euro. In: welt.de. Abgerufen am 9. Januar 2025.</ref><ref>Christoph Schneider: Pechstein-Prozess: Entscheidung im Februar? In: zdf.de. Abgerufen am 9. Januar 2025.</ref>

Am 27. Februar 2025 endete der Prozess mit einem Vergleich. Der Weltverband ISU würdigte darin „die sportlichen Leistungen von Frau Pechstein und begrüßt(e) ihren künftigen Beitrag zur Entwicklung der Athleten und des Eisschnelllaufsports“. Dies stellt eine Rehabilitierung von Pechstein dar. Weitere Details der gütlichen Einigung sind öffentlich nicht bekannt.<ref name="faz">Christoph Becker: Claudia Pechstein beendet Eisschnelllauf-Karriere mit 53: „Ich bin frei“. In: FAZ.net. 10. März 2025, abgerufen am 11. März 2025.</ref><ref name="lto">Nach 16 Jahren: Pechstein beendet Millionenstreit mit Weltverband. In: Legal Tribune Online. Wolters Kulwer Deutschland, 4. März 2025, abgerufen am 4. März 2025.</ref>

Leben und Beruf

Claudia Pechstein wuchs im Berliner Stadtbezirk Marzahn auf.

Im Rahmen der Förderung von Spitzensportlern begann sie 1993 die Grundausbildung beim Bundesgrenzschutz, Ende der 1990er Jahre wurde sie verbeamtet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Sächsische Zeitung. 27. Mai 2010.</ref>

Im Juli 2010 gab Claudia Pechstein über ihr Management die Trennung von ihrem Ehemann bekannt, den sie 1998 geheiratet hatte.<ref>Pechstein trennt sich von Eheman (sic!). In: Sport1.de. 16. Juli 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2013; abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Die Scheidung erfolgte im März 2014.<ref>Claudia Pechstein: Scheidung in Suhl. In: inSüdthüringen.de. 13. März 2014, abgerufen am 18. März 2015.</ref> Seit 2010 ist sie mit Matthias Große liiert, der sie auch sportlich betreute.<ref>Pechstein hat einen neuen Freund. In: bz-berlin.de. 22. Juli 2010, abgerufen am 24. Februar 2021.</ref>

Im August 2010 wurde ein Disziplinarverfahren durch die Bundespolizeiakademie gegen die Polizeihauptmeisterin wegen des Verdachts auf Blutdoping eingestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Bundesministerium des Innern, 16. August 2010.</ref>

Politisches Engagement

Bei der Wahl des Bundespräsidenten 2004 war sie Mitglied der Bundesversammlung.

Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte sie für die CDU Berlin als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Berlin-Treptow – Köpenick.<ref>Ambitionierter Plan: Pechstein will für die CDU in den Bundestag. Meldung bei t-online vom 15. April 2021.</ref> Sie unterlag dem Kandidaten der Linken, Gregor Gysi.<ref>Ullrich schafft es in den Bundestag, Pechstein nicht. Abgerufen am 30. Oktober 2021.</ref>

Rede auf dem CDU-Grundsatzkonvent

Im Juni 2023 hielt Pechstein auf dem CDU-Grundsatzkonvent eine Rede in Polizeiuniform. Darin forderte sie die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, deren Zahl sie mit 300 000 angab (vgl. die Bezifferung des Statistische Bundesamts zum Stichtag 31. Dezember 2022 auf 254 710)<ref>Schutzsuchende nach Schutzstatus und Berichtsjahren. In: Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 10. Juli 2023.</ref>. Diese Forderung setzte sie in den Zusammenhang des von ihr wahrgenommenen Sicherheitsempfindens älterer Menschen und Frauen, zu deren „Alltagsproblemen“ es gehöre, nicht mehr „die öffentlich-rechtlichen Verkehrsmittel [sic] nutzen zu können, ohne ängstliche Blicke nach links und rechts werfen zu müssen“.<ref>Florian Naumann, Sandra Kathe: Pechstein fordert in Uniform Abschiebungen - de Maizière meldet Zweifel an. In: Frankfurter Rundschau. 18. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Darauf solle Pechstein zufolge ein stärkeres Augenmerk der Politik liegen statt der Frage, „ob wir ein Gender-Sternchen setzen, oder ob ein Konzert noch deutscher Liederabend heißen darf, oder ob es noch erlaubt ist, ein Zigeunerschnitzel zu bestellen.“<ref>Felix Huesmann: Claudia Pechstein bei der CDU: Gewerkschaft der Polizei kritisiert Auftritt in Uniform. In: RND Redaktionsnetzwerk Deutschland. 19. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref>

Pechstein wurde daraufhin die Verletzung der Neutralitätspflicht sowie des beamtenrechtlichen Mäßigungsgebotes vorgeworfen;<ref>Pechstein-Auftritt erntet Kritik. In: sport1. 18. Juni 2023, abgerufen am 15. Juni 2023.</ref> die Bundespolizei leitete eine dienstrechtliche Prüfung ein.<ref>Claudia Pechstein bei CDU-Konvent: Bundespolizei prüft umstrittenen Auftritt. In: Der Spiegel. 18. Juni 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. Juni 2023]).</ref> Pechstein selbst wies Kritik an ihrem Auftritt in Polizeiuniform zurück: „Ein ausdrückliches Verbot des Uniformtragens auf Parteiveranstaltungen besteht nicht.“<ref name=":0" /> Dem gegenüber steht die Einschätzung der Bundespolizei, wonach das Tragen der Uniform auf politischen Veranstaltungen per Dienstvorschrift verboten sei.<ref>BR24 Redaktion: Bericht: Disziplinarverfahren gegen Pechstein. In: Bayerischer Rundfunk. 5. Juli 2023, abgerufen am 7. Juli 2023.</ref> Laut Pechstein hätte ihr ein „Gewerkschaftsvertreter der Bundespolizei“ und ein Vorgesetzter das Tragen der Uniform freigestellt.<ref name=":0">Wirbel um CDU-Rede in Polizeiuniform – Jetzt äußert sich Spitzensportlerin Claudia Pechstein. In: t-online.de. 19. Juni 2023, abgerufen am 19. Juni 2023.</ref> Dem widersprach das Bundesinnenministerium: „Frau Pechstein hat ihren Auftritt den aktuell zuständigen Vorgesetzten gegenüber nicht angezeigt, das heißt weder der Hundertschaftsführung noch der Abteilungsführung.“<ref>Markus Decker: Pechstein: Innenministerium widerspricht Aussage zur Polizeiuniform. In: RND Redaktionsnetzwerk Deutschland. 1. Juli 2023, abgerufen am 2. Juli 2023.</ref> Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums Dieter Romann wies in einem Mitarbeiterbrief auf § 60 Bundesbeamtengesetz hin und schloss mit den Worten „Lasst Euch nicht anstecken ...“, was als Bezugnahme auf Pechsteins Auftritt gesehen wird.<ref>Claudia Pechstein: Rüffel vom Präsident der Bundespolizei. In: Der Spiegel. 26. Juni 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 27. Juni 2023]).</ref>

Die Reaktionen auf den Inhalt der Rede fielen unterschiedlich aus: Einerseits wurde die Rede als rassistisch<ref>Juri Sternburg: Auftritt von Claudia Pechstein bei CDU: Deutschland pur. In: Die Tageszeitung: taz. 19. Juni 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Juni 2023]).</ref> bzw. als Beispiel für Alltagsrassismus bezeichnet;<ref>Christian Bangel: Claudia Pechstein – Politik für manche. In: Zeit Online. 19. Juni 2023, abgerufen am 27. Juni 2023.</ref> kritische Reaktionen, die die Rede als „pauschal und populistisch“ einstuften, kamen auch aus den Reihen der CDU.<ref>Claudia Pechstein: CDU-Politikerinnen Yvonne Magwas und Karin Prien kritisieren Rede. In: Der Spiegel. 19. Juni 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 27. Juni 2023]).</ref> Ihr Bundesvorsitzender Friedrich Merz bezeichnete indes den Auftritt Pechsteins als „brillant“ und ergänzte: „Der war wirklich interessant und der hat uns auch ein Stück motiviert, in diese Richtung weiterzuarbeiten.“<ref>Bundespolizei prüft Pechsteins Auftritt in Uniform. In: rbb24. 19. Juni 2023, abgerufen am 25. Juni 2023.</ref> Das Disziplinarverfahren gegen Pechstein wurde im April 2024 gegen eine Geldbuße von 500 Euro beendet.<ref>Claudia Pechstein muss nach CDU-Auftritt in Uniform Geldbuße zahlen. In: Spiegel Online. 15. April 2024, abgerufen am 15. April 2024.</ref>

Auszeichnungen

Werke

  • mit Ralf Grengel: Von Gold und Blut – Mein Leben zwischen Olymp und Hölle. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-989-8.

Trivia

Pechstein war Protagonistin im Lied „Auf Eis“ der Band Von Wegen Lisbeth.<ref>Von Wegen Lisbeth – Auf Eis (Lyrics). Abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Nach Pechsteins Rede auf dem CDU-Grundsatzkonvent beschloss die Band jedoch, das Lied fortan mit dem Namen eines anderen Eisläufers zu singen,<ref>Eugen Epp: Nach umstrittenem CDU-Auftritt: Band will Song über Claudia Pechstein abwandeln. In: Stern.de. 23. Juni 2023, abgerufen am 22. Juli 2023.</ref> und erklärte: „Wir möchten einer Person, die in Polizeiuniform eine Parteitagsrede hält und dabei unter anderem rassistische Ressentiments verbreitet, nun wirklich kein musikalisches Denkmal auf der Bühne bauen.“<ref>Dominik Mai: Von wegen Lisbeth: Berliner Band spielt einen ihrer Songs nicht mehr – wegen Claudia Pechstein. In: Der Tagesspiegel Online. 23. Juni 2023, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 22. Juli 2023]).</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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Sommer
Deutsches Kaiserreich Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg

1896–1904 keine Fahnenträger1906 Georg Hax1908 Wilhelm Kaufmann1912 Karl Halt

Deutsches Reich Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg

1920/24 keine Teilnahme1928 Ernst Paulus1932 Georg Gehring

Deutsches Reich Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg

1936 Hans Fritsch (E) / Toni Merkens (S)

Unter alliierter Besatzung Deutschland 1946Datei:Flag of Germany (1946-1949).svg

1948 keine Teilnahme

Deutschland Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg

1952 Friedel Schirmer (E) / Herbert Klein (S)

Saarland Saarland 1947Datei:Flag of Saar (1947–1956).svg

1952 Toni Breder (E) / Herbert Kesel (S)

Gesamtdeutsche Mannschaft Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956Datei:Flag of Germany.svg

1956 Karl-Friedrich Haas (E) / Klaus Richtzenhain (S) • Reiterspiele: Fritz Thiedemann (E) + (S)

Gesamtdeutsche Mannschaft Deutschland Mannschaft GesamtdeutschDatei:Flag of the German Olympic Team (1960-1968).svg

1960 Fritz Thiedemann (E) / Ingrid Krämer (S) • 1964 Ingrid Engel-Krämer (E) / Bernhard Britting (S)

BR Deutschland Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg

1968 Wilfried Dietrich (E) / Ingrid Becker (S) • 1972 Detlef Lewe (E) / Carsten Keller (S) • 1976 Hans Günter Winkler (E) / Annegret Richter (S) • 1980 keine Teilnahme1984 Willi Kuhweide (E) / Ulrike Meyfarth (S) • 1988 Reiner Klimke (E) / Anja Fichtel (S)

DDR Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg

1968 Karin Balzer (E) / Dieter Schubert (S) • 1972 Manfred Wolke (E) / Renate Stecher (S) • 1976 Hans-Georg Reimann (E) / Ruth Fuchs (S) • 1980 Kristina Richter (E) / Waldemar Cierpinski (S) • 1984 keine Teilnahme1988 Ulf Timmermann (E) / Olaf Heukrodt (S)

Deutschland DeutschlandDeutschland

1992 Manfred Klein (E) / Nicole Uphoff (S) • 1996 Arnd Schmitt (E) / Birgit Fischer (S) • 2000 Birgit Fischer (E) / Heike Drechsler (S) • 2004 Ludger Beerbaum (E) / Kathrin Boron (S) • 2008 Dirk Nowitzki (E) / Katrin Wagner-Augustin (S) • 2012 Natascha Keller (E) / Kristof Wilke (S) • 2016 Timo Boll (E) / Sebastian Brendel (S) • 2020 Laura Ludwig, Patrick Hausding (E) / Ronald Rauhe (S) • 2024 Anna-Maria Wagner, Dennis Schröder (E) / Laura Lindemann, Max Rendschmidt (S)

Winter
Deutsches Reich Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg

1924 keine Teilnahme1928 Karl Neuner1932 Martin Schröttle

Deutsches Reich Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg

1936 Georg von Kaufmann (E) / nicht überliefert (S)

Unter alliierter Besatzung Deutschland 1946Datei:Flag of Germany (1946-1949).svg

1948 keine Teilnahme

Deutschland Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg

1952 Helmut Böck (E) / Andreas Ostler (S)

Saarland Saarland 1947Datei:Flag of Saar (1947–1956).svg

1952 keine Teilnahme1956 Gesamtdeutsche Mannschaft

Gesamtdeutsche Mannschaft Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956Datei:Flag of Germany.svg

1956 Andreas Ostler (E) + (S)

Gesamtdeutsche Mannschaft Deutschland Mannschaft GesamtdeutschDatei:Flag of the German Olympic Team (1960-1968).svg

1960 Helmut Recknagel (E) / Georg Thoma (S) • 1964 Georg Thoma (E) / Ortrun Enderlein (S)

BR Deutschland Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg

1968 Hans Plenk (E) / Franz Keller (S) • 1972 Walter Demel (E) / Wolfgang Zimmerer (S) • 1976 Wolfgang Zimmerer (E) / Rosi Mittermaier (S) • 1980 Urban Hettich (E) / Irene Epple (S) • 1984 Monika Pflug (E) / Peter Angerer (S) • 1988 Peter Angerer (E) / Fritz Fischer (S)

DDR Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg

1968 Thomas Köhler (E) / Klaus-Michael Bonsack (S) • 1972 Klaus-Michael Bonsack (E) / Wolfgang Scheidel (S) • 1976 Meinhard Nehmer (E) / Ulrich Wehling (S) • 1980 Jan Hoffmann (E) / Frank Ullrich (S) • 1984 Frank Ullrich (E) / Karin Enke (S) • 1988 Frank-Peter Roetsch (E) / Christa Rothenburger (S)

Deutschland DeutschlandDeutschland

1992 Wolfgang Hoppe (E) / Antje Misersky (S) • 1994 Mark Kirchner (E) / Claudia Pechstein (S) • 1998 Jochen Behle (E) / Gunda Niemann (S) • 2002 Hilde Gerg (E) / Georg Hackl (S) • 2006 Kati Wilhelm (E) / Claudia Pechstein (S) • 2010 André Lange (E) / Magdalena Neuner (S) • 2014 Maria Höfl-Riesch (E) / Felix Loch (S) • 2018 Eric Frenzel (E) / Christian Ehrhoff (S) • 2022 Claudia Pechstein, Francesco Friedrich (E) / Thorsten Margis (S) • 2026 Katharina Schmid, Leon Draisaitl (E) / Tobias Wendl, Tobias Arlt (S)

(E) = Eröffnungsfeier, (S) = Schlussfeier
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1936: Kit Klein | 1937: Laila Schou Nilsen | 1938: Laila Schou Nilsen | 1939: Verné Lesche | 1947: Verné Lesche | 1948: Marija Issakowa | 1949: Marija Issakowa | 1950: Marija Issakowa | 1951: Eevi Huttunen | 1952: Lidija Selichowa | 1953: Chalida Schtschegolejewa | 1954: Lidija Selichowa | 1955: Rimma Schukowa | 1956: Sofja Kondakowa | 1957: Inga Artamonowa | 1958: Inga Artamonowa | 1959: Tamara Rylowa | 1960: Walentina Stenina | 1961: Walentina Stenina | 1962: Inga Woronina | 1963: Lidija Skoblikowa | 1964: Lidija Skoblikowa | 1965: Inga Woronina | 1966: Walentina Stenina | 1967: Stien Kaiser | 1968: Stien Kaiser | 1969: Lāsma Kauniste | 1970: Atje Keulen-Deelstra | 1971: Nina Statkewitsch | 1972: Atje Keulen-Deelstra | 1973: Atje Keulen-Deelstra | 1974: Atje Keulen-Deelstra | 1975: Karin Kessow | 1976: Sylvia Burka | 1977: Wira Bryndsej | 1978: Tatjana Awerina | 1979: Beth Heiden | 1980: Natalja Petrusjowa | 1981: Natalja Petrusjowa | 1982: Karin Busch | 1983: Andrea Schöne | 1984: Karin Enke | 1985: Andrea Schöne | 1986: Karin Kania | 1987: Karin Kania | 1988: Karin Kania | 1989: Constanze Moser-Scandolo | 1990: Jacqueline Börner | 1991: Gunda Kleemann | 1992: Gunda Niemann | 1993: Gunda Niemann | 1994: Emese Hunyady | 1995: Gunda Niemann | 1996: Gunda Niemann | 1997: Gunda Niemann | 1998: Gunda Niemann-Stirnemann | 1999: Gunda Niemann-Stirnemann | 2000: Claudia Pechstein | 2001: Anni Friesinger | 2002: Anni Friesinger | 2003: Cindy Klassen | 2004: Renate Groenewold | 2005: Anni Friesinger | 2006: Cindy Klassen | 2007: Ireen Wüst | 2008: Paulien van Deutekom | 2009: Martina Sáblíková | 2010: Martina Sáblíková | 2011: Ireen Wüst | 2012: Ireen Wüst | 2013: Ireen Wüst | 2014: Ireen Wüst | 2015: Martina Sáblíková | 2016: Martina Sáblíková | 2017: Ireen Wüst | 2018: Miho Takagi | 2019: Martina Sáblíková | 2020: Ireen Wüst | 2022: Irene Schouten | 2024: Joy Beune | 2026: Ragne Wiklund Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1996: Annamarie Thomas | 1997: Gunda Niemann | 1998: Anni Friesinger | 1999: Emese Hunyady | 2000: Claudia Pechstein | 2001: Anni Friesinger | 2003: Anni Friesinger | 2004: Anni Friesinger | 2005: Cindy Klassen | 2007: Ireen Wüst | 2008: Anni Friesinger | 2009: Anni Friesinger-Postma | 2011: Ireen Wüst | 2012: Christine Nesbitt | 2013: Ireen Wüst | 2015: Brittany Bowe | 2016: Jorien ter Mors | 2017: Heather Bergsma | 2019: Ireen Wüst | 2020: Ireen Wüst | 2021: Ragne Wiklund | 2023: Antoinette Rijpma-de Jong | 2024: Miho Takagi | 2025: Joy Beune Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1996: Gunda Niemann | 1997: Gunda Niemann | 1998: Gunda Niemann-Stirnemann | 1999: Gunda Niemann-Stirnemann | 2000: Claudia Pechstein | 2001: Gunda Niemann-Stirnemann | 2003: Anni Friesinger | 2004: Claudia Pechstein | 2005: Cindy Klassen | 2007: Martina Sáblíková | 2008: Kristina Groves | 2009: Renate Groenewold | 2011: Ireen Wüst | 2012: Martina Sáblíková | 2013: Ireen Wüst | 2015: Martina Sáblíková | 2016: Martina Sáblíková | 2017: Ireen Wüst | 2019: Martina Sáblíková | 2020: Martina Sáblíková | 2021: Antoinette de Jong | 2023: Ragne Wiklund | 2024: Irene Schouten | 2025: Joy Beune Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1996: Claudia Pechstein | 1997: Gunda Niemann | 1998: Gunda Niemann-Stirnemann | 1999: Gunda Niemann-Stirnemann | 2000: Gunda Niemann-Stirnemann | 2001: Gunda Niemann-Stirnemann | 2003: Claudia Pechstein | 2004: Clara Hughes | 2005: Anni Friesinger | 2007: Martina Sáblíková | 2008: Martina Sáblíková | 2009: Martina Sáblíková | 2011: Martina Sáblíková | 2012: Martina Sáblíková | 2013: Martina Sáblíková | 2015: Martina Sáblíková | 2016: Martina Sáblíková | 2017: Martina Sáblíková | 2019: Martina Sáblíková | 2020: Natalja Woronina | 2021: Irene Schouten | 2023: Irene Schouten | 2024: Joy Beune | 2025: Francesca Lollobrigida Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1970: Nina Statkewitsch | 1971: Nina Statkewitsch | 1972: Atje Keulen-Deelstra | 1973: Atje Keulen-Deelstra | 1974: Atje Keulen-Deelstra | 1981: Natalja Petrusjowa | 1982: Natalja Petrusjowa | 1983: Andrea Schöne | 1984: Gabi Schönbrunn | 1985: Andrea Schöne | 1986: Andrea Ehrig | 1987: Andrea Ehrig | 1988: Andrea Ehrig | 1989: Gunda Kleemann | 1990: Gunda Kleemann | 1991: Gunda Kleemann | 1992: Gunda Niemann | 1993: Emese Hunyady | 1994: Gunda Niemann | 1995: Gunda Niemann | 1996: Gunda Niemann | 1997: Tonny de Jong | 1998: Claudia Pechstein | 1999: Tonny de Jong | 2000: Anni Friesinger | 2001: Anni Friesinger | 2002: Anni Friesinger | 2003: Anni Friesinger | 2004: Anni Friesinger | 2005: Anni Friesinger | 2006: Claudia Pechstein | 2007: Martina Sáblíková | 2008: Ireen Wüst | 2009: Claudia Pechstein | 2010: Martina Sáblíková | 2011: Martina Sáblíková | 2012: Martina Sáblíková | 2013: Ireen Wüst | 2014: Ireen Wüst | 2015: Ireen Wüst | 2016: Martina Sáblíková | 2017: Ireen Wüst | 2019: Antoinette de Jong | 2021: Antoinette de Jong | 2023: Antoinette Rijpma-de Jong Vorlage:Klappleiste/Ende

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