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Dihydroergotamin

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Strukturformel
Datei:Dihydroergotamin.svg
Allgemeines
Freiname Dihydroergotamin
Andere Namen

(5S,10R)-5-Benzyl-12-hydroxy-2-methyl-9,10-dihydroergotaman-3,6,18-trion

Summenformel C33H37N5O5
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 208-123-3
ECHA-InfoCard 100.007.386
PubChem 10531
ChemSpider 10091
DrugBank DB00320
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N02CA01

Wirkstoffklasse

Mutterkornalkaloide

Eigenschaften
Molare Masse 583,68 g·mol−1
Schmelzpunkt
pKS-Wert

6,8<ref name="römpp" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Mesilat
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 312+332
P: 261​‐​271​‐​280​‐​302+352+312​‐​304+340+312​‐​362+364<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Dihydroergotamin (kurz DHE) ist ein vom Mutterkornalkaloid Ergotamin abgeleiteter Arzneistoff, der zur Therapie hypotoner Kreislaufstörungen eingesetzt wurde sowie zur Therapie der Migräne<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Leitlinien zur Therapie der Migräne (Memento vom 8. August 2014 im Internet Archive) der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, abgerufen am 3. August 2014</ref> und des Cluster-Kopfschmerzes<ref name="DG">S1-Leitlinie Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). In: AWMF online (Stand 2015)</ref> eingesetzt wird und der ärztlichen Verschreibungspflicht unterliegt. Der Wirkstoff wurde 1942 von Sandoz patentiert.<ref name="römpp" /> Verwendet werden das Mesilat<ref>Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Dihydroergotamin-Mesilat: CAS-Nr.: Vorlage:CASRN, EG-Nr.: 228-235-6, ECHA-InfoCard: Vorlage:ECHA, GESTIS: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), PubChem: 71171, ChemSpider: 64311, DrugBank: DBSALT000997, Wikidata: Q27126884.</ref> und das Tartrat<ref>Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Dihydroergotamin-Tartrat: CAS-Nr.: Vorlage:CASRN, EG-Nr.: 227-816-1, ECHA-InfoCard: Vorlage:ECHA, GESTIS: 119399, PubChem: 3037136, ChemSpider: 2300960, DrugBank: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Wikidata: Q27126885.</ref> des Alkaloids.<ref name="römpp" />

Wirkmechanismus

Dihydroergotamin ist ein Antagonist oder ein Partialagonist an verschiedenen Subtypen von α1-Adrenozeptoren, α2-Adrenozeptoren, Dopamin-Rezeptoren und Serotonin-Rezeptoren. Seine Migränewirksamkeit wird u. a. mit einem Partialagonismus an Serotonin-5-HT1B/1D-Rezeptoren erklärt.

Anwendung

Dihydroergotamin findet in der Therapie des akuten blutgefäßbedingten (Migräne-)Kopfschmerzes Anwendung, in einigen Ländern auch zur Behandlung von Demenzerkrankungen.<ref name="PR130628">New restrictions on use of medicines containing ergot derivatives; EMA Pressemitteilung vom 28. Juni 2013.</ref> Nicht mehr zulässig ist Dihydroergotamin in der EU zur Prophylaxe von Migränekopfschmerz, zur Behandlung der orthostatischen Hypotonie und zur symptomatischen Behandlung bei venös-lymphatischer Insuffizienz. In einer Risikobewertung basierend auf aktuellen Erkenntnissen urteilte der Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur im Juni 2013,<ref name="PR130628" /> dass in einigen Indikationen das Fibrose- und Ergotismusrisiko den Nutzen der Therapie mit Dihydroergotamin überwiege. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ordnete daraufhin zum 1. Februar 2014 das Ruhen der Zulassung an für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dihydroergotamin, die ausschließlich für die nicht mehr angezeigten Anwendungsgebiete zugelassen waren.<ref name="BfArM">Dihydroergotamin und Dihydroergotoxin: Umsetzung der Durchführungsbeschlüsse der EU-Kommission. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 1. April 2014; abgerufen am 24. April 2014.</ref> Die österreichische AGES Medizinmarktaufsicht empfahl im Juni 2013, Dihydroergotamin in den Anwendungsgebieten mit ungünstigem Nutzen-Risiko-Verhältnis nicht mehr zu verwenden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergot Derivate (diverse Präparate) (Memento vom 6. Dezember 2016 im Internet Archive), Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit#Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 28. Juni 2013.</ref> In der Schweiz wurde der Vertrieb von Arzneimitteln mit Dihydroergotamin 2014 eingestellt.

Die Verabreichung erfolgt(e) oral (als Tabletten, Kapseln oder Tropfen), als Injektion (Ampullen), intranasal (als Nasenspray) oder oral durch Inhalation mittels eines speziellen Inhalators. Bei oraler Inhalation erreicht Dihydroergotamin eine höhere biologische Verfügbarkeit als bei nasaler Applikation, was sich in einer randomisierten Doppelblind-Phase-III-Studie zeigte.<ref>Sheena K. Aurora, Stephen D. Silberstein, Shashidhar H. Kori, Steward J. Tepper, Scott W. Borland, Min Wang, David W. Dodick: MAP0004, Orally Inhaled DHE: A Randomized, Controlled Study in the Acute Treatment of Migraine. In: Headache: The Journal of Head and Face Pain. Band 51, Nr. 4, April 2011, S. 507–517, doi:10.1111/j.1526-4610.2011.01869.x.</ref>

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten unter Dihydroergotamin beobachteten Nebenwirkungen gehören Unruhe, Übelkeit und Kopfschmerz. Ferner können Angina Pectoris und periphere Durchblutungsstörungen auftreten.

Aufgrund schwerer und potenziell tödlicher Nebenwirkungen wie Fibrose in verschiedenen Organen und Geweben und Ergotismus (Vergiftung durch Mutterkornalkaloide) untersagte ein Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Januar 2014 den Einsatz als Prophylaxe bei Migränekopfschmerz, bei orthostatischer Hypotonie und als symptomatische Behandlung bei venös-lymphatischer Insuffizienz.<ref name="BfArM" />

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

Da Dihydroergotamin über das Cytochrom-P450-Enzymsystem verstoffwechselt wird, verstärken Hemmstoffe, wie z. B. Makrolidantibiotika, die Wirkungen und Nebenwirkungen von Dihydroergotamin. Dihydroergotamin darf nicht gleichzeitig mit Triptanen (Mittel gegen Migräne) verabreicht werden.

Handelsnamen

Monopräparate
Dihydergot (A, CH) bis 2014, Ergont (A), Migranal (A)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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