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Robusta-Kaffee

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Robusta-Kaffee
Datei:Detail of Coffea canephora branch and leaves.jpg

Robusta-Kaffee (Coffea canephora)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Kaffee (Coffea)
Art: Robusta-Kaffee
Wissenschaftlicher Name
Coffea canephora
Pierre ex A.Froehner
Datei:Coffea canephora 7.JPG
Blühender Zweig
Datei:Carte Coffea robusta arabic.svg
Kaffeeanbaugebiete der Welt: dunkelgrün (r) sind Länder überwiegender, hellgrün (m) teilweiser Produktion von Robusta, gelblich (a) jene überwiegender Produktion von Arabica

Der Robusta-Kaffee oder Tiefland-Kaffee (wissenschaftlich Coffea canephora) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kaffee (Coffea). Sie wurde 1898 im Kongo entdeckt.<ref>P. Tshilenge et al.: Genetic variation in Coffea canephora L. (Var. Robusta) accessions from the founder gene pool evaluated with ISSR and RAPD. In: African Journal of Biotechnology. Vol. 8, Nr. 3, 4. Februar 2009, S. 380–390 (Volltext [abgerufen am 29. September 2021]).</ref>

Laut Schätzungen gibt es Robusta-Kaffee bereits seit ca. 100.000 Jahren. Mittlerweile wird Robusta in vielen Ländern der Welt angebaut, auch außerhalb Afrikas.

Datei:Canephora.jpg
Ungeröstete Kaffeebohnen

Merkmale

Robusta-Kaffee wächst als Strauch oder bis zu acht Meter hoher Baum. In Kultur werden die Pflanzen zwecks besserer Handhabbarkeit deutlich kleiner gehalten. Die Blätter sind länglich-elliptisch, selten auch ei- oder lanzettförmig. Sie sind bis zu 40 Zentimeter lang, weisen eine deutliche Spitze und zuweilen einen leicht gewellten Rand auf. Die Nebenblätter sind dreieckig und zugespitzt bei einer Länge von sechs bis 18 Millimetern. Die Blüten sind fünf- bis sechs-, selten siebenzählig und stehen in achselständigen Haufen zu acht bis dreißig. Die Früchte sind breit, eiförmig-elliptisch und enthalten meist zwei Samen, die sogenannten Kaffeebohnen.<ref>Cultivated Rubiaceae. Abgerufen am 13. März 2013.</ref> Diese sind gelb-braun, rund und besitzen eine gerade Kerbe an der flachen Seite.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Coffea canephora kommt ursprünglich in Afrika in den Ländern Angola, Benin, Cabinda, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Congo, Demokratische Republik Congo, Gabun, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Liberia, Nigeria, Sudan-Süd Sudan, Tansania, Togo und Uganda vor.<ref name="POWO" />

Taxonomie

Coffea canephora wurde 1897 von Albrecht Froehner in Notizblatt des Königlichen Botanischen Gartens und Museums zu Berlin Band 1 Seite 237–238 erstbeschrieben. Froehner übernahm den Namen von Jean Baptiste Louis Pierre.

Anbau

Da Robusta-Kaffee kälteempfindlich ist, beschränkt sich der Anbau auf den 10. Breitengrad (südlich und nördlich) des Äquators. Südostasien und Westafrika bieten darum gute klimatische Bedingungen.

Im Gegensatz zum Arabica-Kaffee wird Robusta vorwiegend im Flachland angebaut, idealerweise unter 700 Höhe über dem Meeresspiegel.

Mit Stand 2015 ist Vietnam der größte Produzent und Exporteur von Robusta.

Nutzung

Mit etwa 40 % der Welt-Kaffee-Ernte ist Robusta nach Arabica-Kaffee die zweitwichtigste Art.<ref>Brewed awakening. Abgerufen am 27. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jose Luis Penarredonda: The disease that could change how we drink coffee. Abgerufen am 27. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese Art ist weniger empfindlich gegen Krankheiten, Hitze und hohe Feuchtigkeit. Dabei trägt sie mehr sowie schneller reifende Früchte. Die Reifezeit beträgt ca. 6 Monate, dadurch sind mehrere Ernten pro Jahr möglich. Mit Stand 2024 kostet ein Pfund Robusta etwa 2,36 US-Dollar. Die Art ist somit etwa zwei Drittel so teuer wie Arabica.<ref>ICO Indicator Prices - Dezember 2024. International Coffe Organisation, Dezember 2024, abgerufen am 17. Dezember 2024.</ref>

Die Früchte werden meist trocken aufgearbeitet. Dabei werden sie als Ganzes mit Fruchtfleisch und Pergamenthülle in der Sonne getrocknet und anschließend in Schälmaschinen verarbeitet, welche die eigentlichen Bohnen extrahieren.

Der Geschmack von Robusta ist erdig bis holzig. Zwar ist Robusta bitterer und besitzt weniger Aromen als Arabica, hat dafür aber einen volleren Körper, weswegen er vor allem für Espresso geschätzt wird.<ref>Coffea canephora. In: Caffè Barone. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 13. März 2013.</ref> Der Koffeingehalt liegt mit zwei bis vier Prozent etwa doppelt so hoch wie bei Arabica-Kaffee, und der Gehalt der Chlorogensäure ist ebenfalls etwa doppelt so hoch. Hochwertige Kaffeemischungen bestehen zwar meist überwiegend aus Arabica, jedoch wird insbesondere bei Espressomischungen oft Robusta zu Arabica beigemischt (z. B. im Verhältnis 20 : 80), um einen höheren Koffeingehalt und ein intensiveres Aroma zu erzielen.

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN">Coffea canephora bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="POWO">Coffea canephora. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Literatur

  • Dirk Selmar, Gerhard Bytof: Biochemische Grundlagen der Nacherntebehandlung: Das Geheimnis eines guten Kaffees. In: Biologie in unserer Zeit. Band 38, 2008, S. 158–167.

Weblinks

Commons: Coffea canephora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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