Klobikau
Klobikau Stadt Bad Lauchstädt
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(550)&title=Klobikau 51° 21′ N, 11° 51′ O
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| Höhe: | 116 m | |||||
| Fläche: | 11,98 km² | |||||
| Einwohner: | ca. 550<ref>Geschichte des Ortsteils Klobikau. In: Webauftritt. Stadt Bad Lauchstädt, abgerufen im Oktober 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2008 | |||||
| Postleitzahl: | 06246 | |||||
| Vorwahl: | 034635 | |||||
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Bild:Klobikau in Bad Lauchstädt.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte poly 392 99 384 92 379 99 372 94 373 84 344 82 330 81 325 46 318 47 312 35 317 33 312 25 319 23 321 32 340 19 344 26 363 14 391 17 410 13 427 18 427 31 441 22 434 76 431 107 417 106 416 99 420 91 395 86 Delitz am Berge poly 341 326 304 337 274 328 242 324 249 302 246 273 239 266 242 252 239 247 241 233 233 217 248 214 245 205 260 198 281 191 284 186 299 183 307 186 315 210 314 211 317 235 329 241 347 297 343 324 Klobikau poly 345 321 351 294 327 238 317 229 316 220 313 212 316 206 307 184 328 191 328 186 376 170 405 169 413 112 401 106 391 97 394 84 419 89 414 98 418 103 429 106 452 149 429 163 435 176 438 182 447 183 470 255 452 258 456 271 441 269 423 278 420 284 426 296 381 305 375 304 356 302 365 313 358 311 360 324 Milzau poly 112 222 95 209 87 198 79 196 35 211 23 179 18 161 6 129 93 97 102 110 164 88 153 80 170 66 196 59 202 57 205 112 219 155 224 157 248 215 212 223 155 217 134 225 Schafstädt poly 244 202 227 153 219 151 210 136 211 114 206 108 202 77 202 54 222 53 221 49 232 45 228 26 268 18 295 3 298 22 310 28 314 31 313 34 317 48 324 48 330 83 371 82 373 94 379 100 382 97 413 119 406 171 376 167 324 180 329 194 299 181 278 190 245 208 Bad Lauchstädt rect 0 236 144 358 Saalekreis desc bottom-left </imagemap>Lage von Klobikau in Bad Lauchstädt
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Klobikau ist eine Ortschaft und ein gleichnamiger Ortsteil der Stadt Bad Lauchstädt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt.
Geografie
Geografische Lage
Klobikau liegt zwischen Halle (Saale) und Erfurt am Geiseltalsee. Im Süden des Ortes wurde über Jahrhunderte Braunkohle abgebaut. Die dabei entstandene Halde Klobikau, eine Abraumhalde mit einer Fläche von über 300 Hektar und einer Höhe von 218 Meter ist saniert und als Erholungsgebiet ausgewiesen.
- Der 2002 errichtete 14,5 m hohe Aussichtsturm Seeblick Klobikauer Höhe steht unweit einer verlassenen Bunkeranlage auf der Halde Klobikau.<ref>Aussichtsturm Klobikau. In: Structurae (in anderen Quellen wird die Höhe mit 15 m bzw. etwa 15 m angegeben).</ref>
- Auf rund 30 Hektar der sanft abfallenden Uferflächen im Norden wurde das Weinbaugebiet Goldener Steiger (mit Straußwirtschaft) angelegt. Die Landschaftspflege wird u. a. von Rotem Höhenvieh betrieben, einer vom Aussterben bedrohten Rasse.
- Oberhalb des Weinbergs befindet sich die „Europäische Begegnungsstätte der Kulturen“.
Ortsgliederung
Der Ortsteil gliedert sich in die Gemeindeteile:
- Niederklobikau
- Oberklobikau
Weiterhin waren 1950 die Ortsteile Wünschendorf, Reinsdorf und Raschwitz ausgewiesen.<ref>Klobikau auf der Homepage von Bad Lauchstädt</ref>
Geschichte
9. bis 13. Jahrhundert
Erstmals wurde der Ort als Cloboco in dem zwischen 881 und 899 entstandenen Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und soll vom Wort „hlubcky“ abstammen, welches mit „tief im Grunde der Schwarzeiche“ übersetzt werden kann.
Der Ort gehörte im Jahr 906 zum Erbe der Hatheburg von Merseburg, welches durch ihre Hochzeit in diesem Jahr an Heinrich I. fiel. Sofort entbrannte ein Streit zwischen der Kirche und den Liudolfingern um das gesamte Erbe der Hatheburg, weil diese vor der Hochzeit mit Heinrich I. verwitwet und Nonne gewesen war. Am 5. Oktober 908 verzichtete Heinrichs Vater Otto der Erlauchte, Herzog von Sachsen, darauf, seine Position als Laienabt im bedeutenden Reichskloster Hersfeld weiterzuvererben, worauf das Erbe der Hatheburg mit „Cloboco“ endgültig an die Liudolfinger fiel. 909 trennte sich Heinrich I. dennoch von Hatheburg, welche wieder (diesmal standesgemäß als Äbtissin) in ein Kloster ging. 912 starb Otto der Erlauchte. An seiner Stelle wird wieder ein Kleriker Abt (Diethard I.). Am 2. Juli 936 starb Heinrich I. als König in der nahen Pfalz Memleben und vererbte „Cloboco“ an seinen Sohn Otto I., der es bis zu seinem Tod am 7. Mai 973 (ebenfalls auf der Pfalz Memleben) behielt. Erbe wurde sein Sohn Otto II.
Am 20. Mai 979 tauschte Kaiser Otto II. in Allstedt mit dem Abt Gozbert von Hersfeld diesen Ort, den Hof Muffendorf und die Ortschaften Benkendorf, Salzmünde und Müllendorf samt Zubehör gegen den Zehnten im Friesenfeld und Hessengau sowie in allen dazu gehörigen Burgen und Kastellen. Diesen Zehnten übertrug er dem Benediktinerkloster Memleben, das er kurz zuvor mit seiner Frau Theophanu zum Gedächtnis an seinen Vater Otto I. gegründet hatte. Die Abtei Hersfeld war erst 966 unter Abt Egilolf direkt dem Papst unterstellt worden, Abt Gozbert (ab 970) gründete dort eine Bibliothek. 985 (nach anderen Quellen 984) starb Abt Gozbert und Abt Bernhar trat auch als neuer Herr über Klobikau die Nachfolge an. Am 23. oder 24. Januar 1002 starben mit Otto III. die sächsischen Ottonen im Mannesstamm aus, und am 7. Juni 1002 wurde mit Heinrich II. ein Vertreter der bayrischen Nebenlinie der Ottonen zum ostfränkischen König gewählt. Hierdurch ergaben sich gänzlich neue Schwerpunkte in der damaligen Politik. Am 30. Mai 1003 sprach Heinrich II. der Abtei Hersfeld mit dem Reichsforst Eherinevirst ein geschlossenes Gebiet um Hersfeld zu, wodurch auch der territorielle Zusammenhang mit dessen thüringischen Besitzungen hergestellt wurde. Mit der Veste Wachsenburg (eine der „Drei Gleichen“) besaß die Abtei Hersfeld bereits seit etwa 930 einen Schutz ihrer thüringischen Güter. Sowohl der Abt Gozbert als auch der Abt Bernhar ließen die Benediktinerregeln verkommen und lebten wie Kanoniker in eigenen Häusern und mit Privatvermögen – u. a. auch auf Kosten der damaligen Klobikauer. Deshalb setzte im Jahre 1005 Heinrich II. Godehard aus dem Reformkloster Niederalteich als neuen Abt in Hersfeld und damit Herren von Klobikau ein. Anstatt die Regula Benedicti zu befolgen, verließen 50 Mönche lieber die Abtei Hersfeld vollends.
Am 1. November 1007 begann in Frankfurt am Main eine Reichssynode, auf der Heinrich II. die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen der Bistümer Würzburg und Eichstätt erwirkte. Hierdurch wurde die Kirchenlandschaft Deutschlands erheblich verändert, mit Folgen auch für Klobikau und sogar Memleben. Im Jahre 1012 wurde Arnold, ebenfalls aus Niederalteich, neuer Abt von Hersfeld und neuer Herr über Klobikau. Godehard wurde später Bischof von Hildesheim. Am 26. Januar 1015 restituierte Kaiser Heinrich II. in Frankfurt dem Kloster Hersfeld „auf Bitten und Beschwerde des Abtes Arnold, der Mönche und der Ritterschaft jene einträglichen Zehentrechte“ (Regesta Imperii), welche zugunsten des Klosters Memleben abgetreten werden mussten, und nahm Klobikau und eine weitere Besitzung zurück. Bereits am 5. Februar 1015 tauschte er ebenfalls in Frankfurt Klobikau zusammen mit Besitzungen in Wanfried und Liutfrideshusun wieder mit dem Abt Arnold von Hersfeld gegen die Höfe Rodheim, Welbhausen, Schnackenwerth und Wonfurt, die er gleich dem neu geschaffenen Bistum Bamberg übertrug. Bei dieser Gelegenheit wurde Klobikau („Cloboco“) als im Hassegau („Hassegowe“) liegend bezeichnet.
Klobikau blieb also weiterhin wie seit 979 im Besitz der Abtei Hersfeld, welcher jetzt sogar das zuvor bedeutende Kloster Memleben als Propstei unterstellt wurde. Heinrich II. ging es vor allem darum, seine Neustiftung von 1007, das Bistum Bamberg, möglichst reich auszustatten. Die neue wirtschaftliche Macht setzte Abt Arnold von Hersfeld in die Lage, eine Benediktinerpropstei auf dem Johannesberg aufzubauen, deren ehemaliges Amtshaus heute noch bewohnt ist (von der Klosterkirche und dem Dormitorium zeugen noch Ruinen). Von der einstigen Macht und dem Reichtum der Abtei Hersfeld zeugt noch heute die ehemalige Stiftskirche von Hersfeld als die größte romanische Kirchenruine Europas, damals die „Hauptstadt“ von Klobikau.
Zwischen 1073 und 1074 zog König Heinrich IV. ein Heer bei Bebra-Breitenbach zusammen, um einen Aufstand der Sachsen und Thüringer niederzuschlagen. Diese Auseinandersetzungen erschütterten die Stellung Hersfelds in Thüringen nachhaltig, weswegen sich Abt Friedrich (1091–1100) hauptsächlich auf der Wachsenburg (bei Arnstadt) aufhielt, wo er auch starb. Im Hassegau hatte inzwischen Graf Hoyer von Mansfeld als Günstling von Heinrich IV. das Komitat erworben. Aus der aufgegebenen Wimmelburg stiftete er ein Kloster, das unter anderem mit Besitzungen in Klobikau ausgestattet wird. Das Jahr des Übergangs ist nicht belegt. 1107 wurde in Halberstadt der Wormser Kanoniker und Propst Reinhard von Blankenburg zum Bischof gewählt. Dieser widmete sich den Kloster- und Stiftungsreformen, wodurch es ihm gelang, die Klöster wirtschaftlich zu sichern und das geistliche Leben zu stärken. 1121 bestätigte er das Kloster Wimmelburg bei Eisleben in seinen Besitzungen in Clobiche und verschiedenen Hufen und anderen Gerechtsamen. 1250 wies Meinhard von Kranichfeld, 1241 bis 1252 Bischof von Halberstadt, dem Kloster Wimmelburg weitere Rechte über die Kirche Klobikau zu.
Um 1320 findet man im Merseburger Güterverzeichnis als Ortsbezeichnung den Namen „Klobeck“ (vgl. Neue Mittheilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschungen. Im Namen des mit der Königl. Universität Halle-Wittenberg verbundenen Thüringisch=Sächsischen Vereins für die Erforschung des Vaterländischen Alterthums und Erhaltung seiner Denkmale, herausgegeben von dem Secretair desselben Dr. K. Ed. Foerstemann. Zweiter Band. Drittes und viertes Heft. Halle, im Bureau des Thüringisch = Sächsischen Vereins, und Nordhausen, in Comission bei Hermann Förstemann, 1836, Kapitel XV., Güter=Verzeichniß des Merseburger Hochstifts aus dem XIV. Jahrhundert, mitgetheilt von Dr. K. Ed. Förstemann, S. 385).
14. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Die heutigen fünf Ortsteile der Ortschaft Klobikau gehörten zum Hochstift Merseburg, welches seit 1565 unter kursächsischer Hoheit war und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte. Wünschendorf, Ober- und Niederklobikau gehörten als Exklave bis 1815 zum Amt Merseburg, Reinsdorf und Raschwitz zum Amt Lauchstädt.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f.</ref> Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die Orte zu Preußen und wurden dem Kreis Merseburg<ref>Der Landkreis Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2024; abgerufen am 7. August 2025.</ref> im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.
Der berühmte Orgelbauer Friedrich Ladegast schuf 1850 oder 1852 eine kleine Orgel für die Dorfkirche Raschwitz. Nachdem die Kirche verfiel, wurde die Orgel ausgebaut, 1993 restauriert und im Merseburger Dom aufgestellt.<ref>https://deutsche-liszt-gesellschaft.de/images/archiv/liszt-nachrichten/ausgaben/LN_5_10-2005_1c_Liszt_u_d_Orgel.pdf</ref>
Am 30. September 1928 wurden der Gutsbezirk Raschwitz und die Landgemeinden Raschwitz, Reinsdorf und Wünschendorf zur Gemeinde Wünschendorf vereinigt, die am 1. April 1937 nach Niederklobikau eingemeindet wurde.<ref>Wünschendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Am 1. Juli 1950 entstand die Gemeinde Klobikau aus den bis dahin selbständigen Orten Oberklobikau und Niederklobikau mit Wünschendorf, Raschwitz und Reinsdorf.<ref>Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref>
Seit 2002 steht der 14,5 m hohe Aussichtsturm Seeblick Klobikauer Höhe 2 km südlich von Klobikau auf der Halde Klobikau unweit einer verlassenen Bunkeranlage.
Seit dem 1. Januar 2008 ist die ehemals selbständige Gemeinde Klobikau ein Ortsteil der Stadt Bad Lauchstädt.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008</ref>
Gedenkstätte
- Grabstätte auf dem Ortsfriedhof für eine namentlich bekannte sowjetische Frau, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und ein Opfer von Zwangsarbeit wurde
Politik
Ortsbürgermeisterin
Die ehrenamtliche Ortsbürgermeisterin Christine Murre war vom 6. Mai 2001 bis zur Eingemeindung am 1. Januar 2008 bereits Bürgermeisterin der Gemeinde.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
- Der Ort liegt unweit der Bundesautobahn 38, die Ausfahrt Merseburg-Nord (24) ist ca. 6 Kilometer entfernt.
Persönlichkeiten
- Samuel Mohn (1762–1815), Glasmaler
- August Ferdinand Richter (1822–1903), Theologe und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
- Friedrich Eduard Neubarth (1833–1908), Politiker und Reichstagsabgeordneter
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Steffan Bruns: Ortschronik Klobikau: inkl. Nieder- und Oberklobikau, Wünschendorf, Reinsdorf (Sachsen-Anhalt, Saalekreis, Schwarzeichetal), mit dem Ortsfamilienbuch der Gemeinden. Vollständige Auswertung der Kirchenbücher für die Jahre 1580–1879. Plaidt: Cardamina 2014, ISBN 978-3-86424-193-2
Weblinks
- Website der Stadt Bad Lauchstädt
- Urkunde vom 20. Mai 979 RI II,2 n. 782, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 28. Januar 2015)
- Urkunde vom 26. Januar 1015 RI II,4 n. 1857, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 28. Januar 2015)
- Urkunde vom 5. Februar 1015 RI II,4 n. 1859, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 28. Januar 2015)
- Eintrag in das Güterverzeichnis Hochstift Merseburg um 1320 (S. 385) (Abgerufen am 28. Januar 2015)
Delitz am Berge: Delitz am Berge. Klobikau: Niederklobikau | Oberklobikau | Wünschendorf. Bad Lauchstädt: Großgräfendorf | Kleinlauchstädt | Schotterey. Milzau: Bischdorf | Burgstaden | Kleingräfendorf | Krakau | Netzschkau | Oberkriegstedt | Schadendorf | Unterkriegstedt. Schafstädt: Schafstädt.