Nuthe-Urstromtal
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:DEU Nuthe-Urstromtal COA.svg |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 52° 8′ N, 13° 10′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|12072312}}
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}} |
| Bundesland: | Brandenburg | |||||
| Landkreis: | Teltow-Fläming | |||||
| Höhe: | 43 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|12072312}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 14947 | |||||
| Vorwahlen: | 03371, 033732 (Berkenbrück, Hennickendorf, Nettgendorf), 033733 (Dümde, Holbeck, Lynow, Schönefeld, Stülpe) | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | TF, JB, LUK, ZS | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 72 312 | |||||
| LOCODE: | DE NML | |||||
| Gemeindegliederung: | 23 Ortsteile | |||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Frankenfelder Straße 10 14947 Nuthe-Urstromtal | |||||
| Website: | nuthe-urstromtal.de | |||||
| Bürgermeister: | Stefan Scheddin (parteilos) | |||||
| Lage der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Landkreis Teltow-Fläming | ||||||
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Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Nuthe-Urstromtal ist eine Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Mit einer Fläche von 341,31 km² ist Nuthe-Urstromtal die flächengrößte Gemeinde ohne Stadtrecht in Deutschland.
Geografie
Die Gemeinde liegt westlich und östlich der Bundesstraße 101 zwischen Trebbin, Luckenwalde und Jüterbog. Namensgeber für die Gemeinde sind der Fluss Nuthe und das Baruther Urstromtal, das sich in der letzten Eiszeit bildete und die nördlich gelegenen Platten Zauche und Teltow vom südlich gelegenen Fläming trennt.
Mit 341,31 km² ist sie die flächengrößte Gemeinde ohne Stadtrecht in Deutschland. Die dünnbesiedelte Gemeinde verfügt über kein gewachsenes historisches Zentrum, sondern orientierte sich bei ihrer Bildung im Jahr 1993 an naturräumlich-geografischen Grenzen zwischen den Städten Trebbin, Luckenwalde, Jüterbog und Baruth.
Geologie
Südöstlicher Urstrom-/Flämingteil
In den unbesiedelten Flemmingwiesen in der Urstromtalung erreichte das Eis seine maximale südliche Ausdehnung. Die Gemeindedörfer ziehen sich hier parallel zum Tal an seinem Nord- und Südrand hin. Die Dörfer an der Talungssüdgrenze liegen unterhalb des Niederen Fläming, der in Teilen zur Gemeinde gehört. Der zur Gemarkung Stülpe zählende Golmbergzug, mit 178 Metern höchste Erhebung des Niederen Fläming, wird als Bestandteil der Werbig-Petkuser-Staffel als Endmoräne aus der Saaleeiszeit gedeutet. Der Höhenunterschied des Berges zum Niveau des Urstromtals beträgt auf eine Entfernung von nur 1 Kilometer rund 120 Meter. Es ist damit eines der reliefenergiestärksten Gebiete in Brandenburg. Von einigen unbewaldeten Kuppen öffnet sich ein weiter Blick nach Norden – bei besonders klarem Wetter bis nach Berlin und Potsdam (mehr als 60 Kilometer). Der Golmberg und die auf der Fläminghöhe westlich anschließende Jänickendorfer Heide begrenzen das Gemeindegebiet nach Süden.
Nordwestlicher Nutheteil
14 der 23 Dörfer und rund zwei Fünftel der nordwestlichen Fläche liegen im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Die Charakteristika des Naturparks mit Feldern, Streuobstwiesen, sanften Hügeln, Schafherden, Feuchtwiesen, Luchen, Mooren, Wassermühlen und naturbelassenen Eschen-Alleen prägen auch das Landschaftsbild der Gesamtgemeinde, hinzu kommen dichte Nadel- und Mischwälder. Im Oberlauf des Pfefferfließ ist seit 2003 das Naturschutzgebiet Oberes Pfefferfließ ausgewiesen, dass den stark mäandrierenden Bach nachhaltig bewahren will. Die neuen Seen, die sich am Unterlauf des Fließes bei Stangenhagen mit dem Abschalten der Schöpfwerke seit 1991 bilden und zu einer Moor-Renaturierung führen, reichen bis an die Gemeinde heran.
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Blick vom Hammerfließ nach Schönefeld
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Blick vom Pekenberg nach Nettgendorf
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Luftbild von Kemnitz
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Luftbild von Gottsdorf
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Luftbild von Liebätz
Gemeindegliederung
Nach ihrer Hauptsatzung besteht die Gemeinde aus 23 Ortsteilen<ref name="Hauptsatzung" />:
Hinzu kommen folgende Wohnplätze<ref>Kommunalverzeichnis der Landesverwaltung Brandenburg: Gemeinde Nuthe-Urstromtal</ref>:
Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz in Ruhlsdorf.
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Geschichte
Am 20. Mai 1992 erteilte der Minister des Innern seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Nuthe-Urstromtal zunächst mit Sitz in der amtsfreien Stadt Luckenwalde. Die Bildung kam mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung am 15. Juni 1992 zustande.<ref name="Zustimmung" /> Zum Zeitpunkt der Gründung umfasste das Amt zunächst 20 Gemeinden: Berkenbrück, Dobbrikow, Dümde, Felgentreu, Frankenförde, Gottow, Hennickendorf, Holbeck, Jänickendorf, Kemnitz, Lynow, Märtensmühle, Nettgendorf, Ruhlsdorf, Scharfenbrück, Schönefeld, Schöneweide, Stülpe, Woltersdorf und Zülichendorf.
Zum 6. Dezember 1993 schlossen sich die 20 Gemeinden zur neuen Gemeinde Nuthe-Urstromtal zusammen. Gleichzeitig wurde das Amt Nuthe-Urstromtal aufgelöst, und die neue Gemeinde wurde amtsfrei.<ref name="Gemeinde" /> Ahrensdorf und Liebätz, vor dem Zusammenschluss Ortsteile der Gemeinde Märtensmühle, wurden eigenständige Ortsteile innerhalb der neuen Gemeinde.
Da sich die Gemeinde erst 1993 gebildet hat, gibt es keine gemeinsame Geschichte, vielmehr wurde die Geschichte dieser Dörfer von den Städten Jüterbog, Luckenwalde und vor allem auch vom Kloster Zinna geprägt. 1285 und 1307 wurden einige der Dörfer, die zu dieser Zeit zu Luckenwalde zählten, gemeinsam mit Luckenwalde an das Zisterzienserkloster Zinna verkauft. Im Amtserbbuch des Klosters Zinna vermerkten die Mönche (das erwähnte Dorf Melne gibt es nicht mehr):
Anno 1307 kauften wir den Sumpf Straßburg in der Hälfte seiner Länge mit den fünf Dörfern Dobbrichow, Netkendorf, Hentkendorf, Melne und Mertensmohle von einem Heinrich von Trebbin, Herrn in Blankensee.
Geschichten um eine Marienkapelle und einen Schatz ranken sich um den Golmberg, der auf der Gemarkung von Stülpe liegt (siehe dazu und auch zum folgenden Golmberg). Das erhaltene Schloss in Stülpe ist mit der märkischen Uradelsfamilie Rochow verbunden, die im Mittelalter zu den einflussreichsten Familien insbesondere in der Zauche gehörte. Bauherr des Barockbaus war im Jahr 1754 Adam Ernst von Rochow. An gleicher Stelle stand bereits sehr wahrscheinlich im 12. Jahrhundert eine Burg, die der magdeburgische Erzbischof als Sicherung eines Übergangs durch das sumpfige Urstromtal hatte anlegen lassen. In der Mitte des 15. Jahrhunderts ging die Burg in den Besitz der Ritter von Schlieben über, bevor 1537 Hans von Hake aus der ebenfalls sehr einflussreichen Familie von Hake, die hauptsächlich in Kleinmachnow saß, Boden und Gemäuer in Stülpe erwarb, bis sie 1648 an die Rochows gingen.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde in Felgentreu ein Außenlager des Zuchthauses Luckau für bis zu 60 Häftlinge errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges wurden ebenfalls im Ort in einem Stacheldrahtverhau sowjetische Kriegsgefangene aus dem „Stammlager III A“ interniert und zur Feldarbeit gezwungen. Im Außenkommando hatte sich eine Widerstandsgruppe von 75 Personen unter dem Namen „Aktion Rote Faust“ gebildet, die von Georg Makurat und Wilhelm Mayer organisiert wurde. An dessen Wohnhaus Dobbrikow 27 wurde 1980 eine Gedenktafel angebracht, die daran erinnert, dass sich hier „das Zentrum der internationalen Widerstandsgruppe 'Aktion Rote Faust'“ befand.
Zwischen 1936 und 1941 bestand mit dem Landwerk Ahrensdorf eine Ausbildungsstätte der Hachschara-Bewegung, in der jüdische Jugendliche auf ihre Auswanderung nach Palästina vorbereitet wurden. Nordöstlich des Ortsausgangs an der Löwendorfer Straße erinnert seit 1997 eine Gedenktafel an 48 in der Shoa ermordete Jugendliche.
Im Ortsteil Hennickendorf bestand bis September 2007 die Wilhelm-Leuschner-Kaserne der Bundeswehr, in der zuletzt die 6. und 7. / Instandsetzungsbataillon 410 stationiert waren.
Bevölkerungsentwicklung
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming. S. 26–29</ref><ref>Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)</ref>, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis Zensus 2022<ref>Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022</ref>
Politik
Gemeindevertretung
Die Gemeindevertretung von Nuthe-Urstromtal besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,6 % zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024</ref>
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019</ref> |
Sitze 2019 |
Stimmenanteil 2024 |
Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gemeinsam für Nuthe-Urstromtal | 13,9 % | 3 | 26,0 % | 5 | |
| AfD | 18,2 % | 3 | 22,3 % | 4 | |
| Gemeinschaft Unabhängiger Wähler | 6,5 % | 1 | 16,2 % | 3 | |
| SPD | 12,5 % | 2 | 7,8 % | 1 | |
| CDU | 13,4 % | 2 | 6,7 % | 1 | |
| Neutral aus Nuthe-Urstromtal | – | – | 5,4 % | 1 | |
| FDP | 2,7 % | 1 | 4,9 % | 1 | |
| Die Linke | 13,1 % | 2 | 4,4 % | 1 | |
| Einzelbewerberin Diana Zabel | 2,6 % | 1 | 3,2 % | 1 | |
| Bündnis 90/Die Grünen | 4,6 % | 1 | 2,9 % | – | |
| Freie Liste Parteilos | 9,3 % | 2 | – | – | |
| Einzelbewerberin Bärbel Kuhlbrodt | 1,9 % | – | – | – | |
| Einzelbewerber Dirk Böhm-Wirt | 0,7 % | – | – | – | |
| Einzelbewerberin Maud Spark | 0,5 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 18 | 100 % | 18 |
Bürgermeister
- 1993–2009: Winand Jansen (SPD)<ref>Kommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 33</ref>
- 2009–2017: Monika Nestler (Die Linke)<ref>Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009</ref>
- seit 2017: Stefan Scheddin (parteilos)
Scheddin wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017 mit 50,8 % der gültigen Stimmen gewählt.<ref>Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017</ref> Er wurde bei der Bürgermeisterwahl am 28. September 2025 mit 92,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.<ref>Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 28. September 2025</ref> Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.<ref>Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74</ref>
Wappen
| [[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Nuthe-Urstromtal]] | Blasonierung: „Durch erniedrigten Wellenschnitt schräglinks geteilt, oben in Silber über einem schräglinken blauen Wellenbalken ein schwarzes Fachwerkhaus mit 23 goldenen Gefachen, unten in Grün eine goldene Ähre nach der Teilung.“<ref name="Wappen">Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg</ref> |
| Wappenbegründung: Das Wappen der Gemeinde wie auch ihr Name weist auf zwei geografische Hauptteile hin. Das blaue Band steht für den nordwestlichen Bereich in der Niederung um die Nuthe, während der untere grüne Teil mit der Ähre die Landwirtschaft im südöstlichen Teil symbolisiert, der weitgehend von dem Grünland der Flemmingwiesen im Baruther Urstromtal gekennzeichnet ist. Der obere Wappenteil symbolisiert ein typisch märkisches sogenanntes Spiekerhus beziehungsweise Nuthe-Nieplitz-Haus, wie es beispielsweise im Dorf Kemnitz erhalten ist.
Das Wappen wurde am 12. September 1994 durch das Ministerium des Innern genehmigt. |
Flagge
Die Flagge der Gemeinde ist Grün - Gelb (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.
Dienstsiegel
Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift: „GEMEINDE NUTHE-URSTROMTAL • LANDKREIS TELTOW-FLÄMING“.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
In der Liste der Baudenkmale in Nuthe-Urstromtal und in der Liste der Bodendenkmale in Nuthe-Urstromtal stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Bauwerke
- Ahrensdorf: Gedenkstele für die Hachschara-Stätte.<ref>Koordinaten Gedenkstele für die Hachschara-Stätte 52° 11′ 53,5″ N, 13° 10′ 44,3″ O
{{#coordinates:52,198194444444|13,178972222222|
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}}</ref> Im Jagdschloss Ahrensdorf wurden zwischen 1936 und 1941 jüdische Jugendliche auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet.
- Dümde: Die Dorfkirche Dümde ist eine Fachwerkkirche aus dem Jahr 1793, die 1881 um einen Kirchturm ergänzt wurde. Die Ausstattung stammt aus der Bauzeit.
- Dobbrikow: Die Kirche entstand in den Jahren 1184 bis 1194 als feudaler Profanbau mit einer Kapelle und wurde erst im 15. Jahrhundert zur Kirche gewidmet. Sie ist aus Feldstein errichtet, während der Anbau sowie die Sakristei im 19. Jahrhundert mit Mauerziegeln ausgeführt wurden, die sich deutlich von dem übrigen Baukörper absetzen. Der Fachwerkturm entstand um 1700. Im Innern befinden sich ein Altar aus dem Jahr 1648, eine Kanzel aus dem Jahr 1679 sowie ein Opferstock aus dem 16. Jahrhundert.
- Gottsdorf: Obermühle, Klinkenmühle, beide am Pfefferfließ (siehe dort)
- Jänickendorf: Die Dorfkirche Jänickendorf entstand in den Jahren 1833 bis 1835 im Rundbogenstil. In den 1960er Jahren wurde die Kirchenausstattung weitgehend ausgetauscht.
- Kemnitz: letztes für diese märkische Region typisches so genanntes Nuthe-Nieplitz-Haus (früher auch Spiekerhus) erhalten und saniert. Es ist ein Mittelflurhaus aus Fachwerk, jedoch ergänzt um eine durchfahrbare Laube über die gesamte Breite der Erdgeschosszone des Giebels bzw. um einen kleinen seitlichen Vorbau ebenfalls auf der Giebelseite. Dieser Vorbau wurde anfangs als Speicher genutzt (siehe Bild).
- Ruhlsdorf: Die Dorfkirche Ruhlsdorf ist ein neugotischer Backsteinbau aus dem Jahr 1904. Im Innern befindet sich eine bauzeitliche Ausstattung.
- Schöneweide: Die Dorfkirche Schöneweide wurde im Jahr 1753 errichtet und brannte im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 aus. 1954 ließ die Kirchengemeinde das Bauwerk restaurieren. Die Kirchenausstattung ist einheitlich modern. Auf der Empore steht ein Harmonium der schwedischen Harmoniumfabrik Olof Lindholm aus den 1920er Jahren.
- Stülpe: Gutshaus Stülpe aus 1754, und Dorfkirche Stülpe, ursprünglich 1562 erbaut. An der Nordseite der Kirche besagt ein Epitaph, dass dort Rochus von Rochow (* 9. Februar 1797; † 6. Dezember 1819), seine Großmutter Juliane Eleonore (* 15. März 1734; † 6. November 1806), geb. von Voß, die 1752 den Kreiskommissarius Adam Ernst II. von Rochow (der das Schloss in Stülpe errichten ließ), heiratete, sowie ihr zweiter Gemahl Gottlieb Ludwig von Beville (* 28. Juli 1734; † 9. April 1810) ruhen.
- Wolterdorf: Die Dorfkirche Woltersdorf wurde im Jahr 1911 aus rötlichen Mauerstein im Stil der Neugotik errichtet. Im Innenraum befindet sich eine bauzeitliche Kirchenausstattung.
-
Kirche in Dobbrikow
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Schloss Stülpe
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Kirche in Stülpe
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Fachwerkkirche von 1793 in Dümde
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Nuthe-Nieplitz-Haus in Kemnitz
Naturdenkmale
- Hennickendorf: Findling Ewald.
Museum
In Lynow befindet sich das Oskar-Barnack-Museum, das an den 1879 hier geborenen Feinmechaniker und Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar erinnert. Barnack entwickelte die Kleinbildkamera; die erste Leica (Leitz Camera) kam 1925 auf den Markt.
Film
Im Jahr 2010 wurde Stadt Land Fluss im Ortsteil Jänickendorf gedreht und im darauffolgenden Jahr auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin vorgeführt. In ihm bildet die Landschaft des Fläming eine eindrückliche Filmkulisse. In dem halbdokumentarischen Film bilden die Betriebsabläufe und die Arbeitsumstände der (tatsächlichen) Mitarbeiter und Auszubildenden in einem landwirtschaftlichen Großbetrieb den Rahmen für die fiktionale Handlung.
Wirtschaft und Infrastruktur
Neben der traditionellen Landwirtschaft gewinnt mit dem Naturraum und durch die Nähe zu Berlin in jüngerer Zeit der Tourismus eine immer größere Bedeutung für die Region. Der inzwischen stark frequentierte Flaeming-Skate führte nicht nur zu einem Aufschwung in der Gastronomie und im Beherbergungsgewerbe, sondern auch im Transportgewerbe und im Bereich geführter Touren.
Im Ortsteil Dobbrikow hat die Verwaltung des Naturparks Nuthe-Nieplitz ihren Sitz.
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Verkehr
Die Bundesstraße 101 durchquert zwischen Trebbin und Luckenwalde das Gemeindegebiet.
Folgende Landesstraßen verbinden die Ortsteile miteinander:
- L 70 zwischen Sperenberg und Petkus
- L 73 zwischen Michendorf und Baruth
- L 80 zwischen Buchholz und Luckenwalde
Der Haltepunkt Woltersdorf/Nuthe-Urstromtal liegt an der Bahnstrecke Berlin–Halle und wird von der Regional-Express-Linie RE 4 Rathenow–Berlin–Falkenberg (Elster) bedient. Die Bahnstrecke Zossen–Jüterbog mit den ehemaligen Haltepunkten Schönefeld (Kr Luckenwalde) und Jänickendorf ist seit 1996 bzw. 1998 ohne Verkehr und mittlerweile stillgelegt.
Im ÖPNV ist die Gemeinde durch die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming mit mehreren Buslinien sowie seit dem Frühjahr 2010 mit einem Rufbus erschlossen.
Bildung
In der Gemeinde befinden sich zwei Grundschulen<ref>Schulen in Nuthe-Urstromtal</ref>:
- Grundschule Stülpe
- Grundschule „Am Pekenberg“ Zülichendorf
Flaeming-Skate und FlämingWalk
Neu eingerichtet wurden im Naturpark 2004 mit dem FlämingWalk zwölf Nordic-Walking-Rundkurse und eine Anfängerroute, die mehrere Ortsteile der Gemeinde berühren. Kemnitz bildet einen Ausgangspunkt für alle Routen, Mühlenroute und Weinbergweg führen beispielsweise durch Nettgendorf. Die Flaeming-Skate („die“ Flaeming-Skate offiziell), der dem Inlineskaten und dem Radfahren vorbehalten ist, führt sowohl mit seinem Hauptkurs wie auch mit Nebenkursen durch Gemeindeteile, durch die Flemmingwiesen und über den Golmberg. Die Strecke auf weitgehend asphaltierten und drei Meter breiten Wegen ist mit 190 Kilometern auf mehreren Rundkursen die größte zusammenhängende Strecke dieser Art.
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Oskar Barnack (1879–1936), Erfinder der 35-mm-Kleinbildkamera (Leica), geboren in Lynow
- Klaus Driefert (* 1938), Europa- und DDR-Meister im Motorbootrennsport, geboren in Dobbrikow
- Rudi Dutschke (1940–1979), Soziologe und Studentenführer, geboren in Schönefeld
- Wilhelm Mayer (1905–1978), Widerstandskämpfer der „Aktion Rote Faust“, geboren in Reutlingen
- Paul Pribbernow (* 1947), Karikaturist, geboren in Holbeck
- Hans Wichard von Rochow (1898–1945), Domherr zu Brandenburg, geboren in Stülpe
Literatur
- Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Porträt einer märkischen Landschaft. Auf alten Spuren und neuen Wegen. Stapp Verlag Berlin, 1995, ISBN 3-87776-061-9 (das Zitat aus dem Amtserbbuch Zinna ist hier entnommen)
- Jan Feustel, Zwischen Wassermühlen und Sumpfwäldern, Ein Reise- und Erlebnisführer in das Baruther Urstromtal, Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930388-11-1, zum Schloss Stülpe siehe Seiten 67ff
Weblinks
- Homepage der Gemeinde
- Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg
- Hachschara-Stätte Ahrensdorf
- Naturparkverwaltung
- Homepage von Liebätz
- Gottow in der RBB-Sendung Landschleicher vom 3. April 2005
Einzelnachweise
<references> <ref name="Hauptsatzung"> Hauptsatzung der Gemeinde Nuthe-Urstromtal vom 15. Dezember 2010 (PDF; 41 kB) </ref> <ref name="Zustimmung"> Bildung des Amtes Niedergörsdorf. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 38, 15. Juni 1992, S. 744. </ref> <ref name="Gemeinde"> Gemeinde Nuthe-Urstromtal </ref> </references>
Am Mellensee | Baruth/Mark | Blankenfelde-Mahlow | Dahme/Mark | Dahmetal | Großbeeren | Ihlow | Jüterbog | Luckenwalde | Ludwigsfelde | Niederer Fläming | Niedergörsdorf | Nuthe-Urstromtal | Rangsdorf | Trebbin | Zossen