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1,1-Dichlorethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von 1,1-Dichlorethan
Allgemeines
Name 1,1-Dichlorethan (IUPAC)
Andere Namen
  • Ethylidendichlorid
  • Ethylidenchlorid
  • R-150a
Summenformel C2H4Cl2
Kurzbeschreibung

chloroform- oder phenolartig riechende farblose Flüssigkeit<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-863-5
ECHA-InfoCard 100.000.785
PubChem 6365
ChemSpider 6125
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 98,96 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,17 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−98 °C<ref name="GESTIS"/>

Siedepunkt

57 °C<ref name="GESTIS"/>

Dampfdruck
  • 243 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS"/>
  • 371 hPa (30 °C)<ref name="GESTIS"/>
  • 548 hPa (40 °C)<ref name="GESTIS"/>
  • 787 hPa (50 °C)<ref name="GESTIS"/>
Löslichkeit

schlecht in Wasser (5,06 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS"/>

Brechungsindex

1,4164 (20 °C)<ref name="CRC90_3_154">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-154.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.000.785">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS"/>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​302​‐​319​‐​335​‐​412
P: 210​‐​261​‐​273​‐​305+351+338<ref name="GESTIS"/>
MAK
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0
  • −158,4 kJ/mol (flüssig)<ref name="CRC97_5_13">W. M. Haynes (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 97. Auflage. (Internet-Version: 2016), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-13.</ref>
  • −127,7 kJ/mol (gasförmig)<ref name="CRC97_5_13" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

1,1-Dichlorethan (Ethylidendichlorid) ist eine ölige, farblose und leicht brennbare Flüssigkeit mit mildem, süßem, chloroformartigem Geruch. Diese chemische Verbindung gehört zu den Chlorkohlenwasserstoffen. Beim 1,1-Dichlorethan sind im Gegensatz zum 1,2-Dichlorethan beide Chloratome am selben Kohlenstoffatom gebunden.

Darstellung und Gewinnung

1,1-Dichlorethan wird größtenteils aus Vinylchlorid durch Anlagerung von HCl erzeugt. Dabei handelt es sich um eine elektrophile Addition nach Markownikow.

Synthese von 1,1-Dichlorethan

Eigenschaften

Sicherheitstechnische Kenngrößen

1,1-Dichlorethan bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt von −10 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Explosionsbereich liegt zwischen 5,6 Vol.‑% (225 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 16 Vol.‑% (660 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS"/><ref name="GESTIS"/> Die Grenzspaltweite wurde mit 1,8 mm bestimmt.<ref name="GESTIS"/><ref name="Brandes" /> Es resultiert damit eine Zuordnung in die Explosionsgruppe IIA.<ref name="GESTIS"/><ref name="Brandes" /> Die Zündtemperatur beträgt 440 °C.<ref name="GESTIS"/><ref name="Brandes">E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen - Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.</ref> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T2.

Verwendung

1,1-Dichlorethan dient der Herstellung von Lösungs- und Extraktionsmitteln für spezielle Zwecke. Früher wurde es als chirurgisches Betäubungsmittel gebraucht. Es wird auch verwendet, um Substanzen wie Farben oder Lacke aufzulösen und Fett zu entfernen. 1,1-Dichlorethan entsteht als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Vinylchlorid und 1,1,1-Trichlorethan<ref>Eintrag zu 1,1-Dichlorethan. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> und wird für die Synthese von Polyvinylidenchlorid eingesetzt.

Gefahren

Zur Beurteilung der Kanzerogenität von 1,1-Dichlorethan liegen keine ausreichenden Daten vor.<ref name="GESTIS"/> Bekannt ist dagegen, dass die Substanz im Tierversuch Nierenschädigungen auslöst.<ref name="GESTIS"/> 1,1-Dichlorethan ist leichtentzündlich.

Weblinks

Commons: 1,1-Dichloroethane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />