Galactane
Galactane, auch Galaktane, sind eine Gruppe verzweigter wasserlöslicher Oligo- oder Polysaccharide, die zu den Hemicellulosen gehören und hauptsächlich aus D-Galactose oder 3,6-Anhydro-L-galactose bestehen. Einige Galactane sind Homoglycane,<ref name=woc>Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Galactane“ im Lexikon der Chemie, abgerufen am 1. September 2011.</ref> die meisten jedoch Heteroglycane. Analog dazu besteht die Stoffgruppe der Fructane aus Fructose-Monomeren und die Glucane aus Glucose-Monomeren.
Struktur
Die Galactane besitzen meist eine lineare Hauptkette aus meist (1→4)-ɑ- oder (1→3)-β-glycosidisch gebundener D-Galactose oder 3,6-Anhydro-L-galactose; die Seitenketten unterscheiden sich je nach Herkunft. Sie enthalten neutrale Monosaccharide wie L-Arabinose, D-Galactose oder L-Rhamnose, aber auch Uronsäuren wie D-Glucuronsäure oder D-Galacturonsäure; es kommen auch sulfatierte Monomere vor.<ref name="woe"/><ref name="agar">Eintrag zu Agar(-Agar). In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
Vorkommen und Verwendung
Vertreter der Stoffgruppe der Galactane sind Agar, Carrageen, Furcellaran, Traganth<ref name="römppgalact" /> und viele weitere Polyosen, z. B. aus Lärchenholz.<ref>Eintrag zu Lärche. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Galactane von Akazien sind hauptsächlich (1→4)-ɑ-glycosidisch, solche von Anogeissus latifolia aus der Familie der Flügelsamengewächse aber hauptsächlich (1→6)-ɑ-glycosidisch gebunden.<ref>Maurizio Zanetti: The antibodies. Harwood Academic Publishers, Luxembourg 1995, ISBN 0-415-28466-X, S. 78.</ref> Sie kommen als Strukturkomponente zusammen mit Pectinen und Arabanen<ref>Polysaccharide aus L-Arabinose, siehe <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Foodnews: Begriffsglossar rund um Lebensmittel ( vom 7. Februar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 7. Februar 2016. Siehe auch reverso: arabane definition (französisch), abgerufen am 7. Februar 2016.</ref> in den Zellwänden vieler Pflanzen wie Lupinen (Lupinus), Zuckerrüben (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. altissima), Kartoffeln (Solanum tuberosum) und Knoblauch (Allium sativum)<ref name="woe">Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Galactane“ im Lexikon der Ernährung, abgerufen am 1. September 2011.</ref>, bestimmter Rotalgen-Gattungen – wo sie bis zu 40 % des Trockengewichts der Algen ausmachen<ref name="römppgalact">Eintrag zu Galactane. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> – und in der Zellwand von Mycobakterien vor.
Agar (E 406), Carrageen (E 407) und Traganth (E 413) besitzen Bedeutung als Lebensmittelzusatzstoffe; sie werden vorwiegend als Füllstoff, Geliermittel und Verdickungsmittel eingesetzt.
Einzelnachweise
<references />