Zum Inhalt springen

Zeche Lohberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. März 2026 um 16:46 Uhr durch imported>Gerbil (Stil).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zeche Lohberg
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Datei:Lohberg Schacht 2-2.jpg

Schacht 2
Förderung/Jahr bis 3.135.415 t
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Beschäftigte bis zu 5.234 (1958)
Betriebsbeginn 1914
Betriebsende 2005
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Geographische Lage
Koordinaten 51° 34′ 57″ N, 6° 45′ 46″ OKoordinaten: 51° 34′ 57″ N, 6° 45′ 46″ O
 {{#coordinates:51,5825|6,7627777777778|primary
dim=250 globe= name=Zeche Lohberg region=DE-NW type=building
  }}
Zeche Lohberg (Regionalverband Ruhr)
Zeche Lohberg (Regionalverband Ruhr)
Lage Zeche Lohberg
Standort Lohberg
Gemeinde Dinslaken
Kreis (NUTS3) Wesel
Land Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier
Datei:Lohberg Schacht 1 u 2.jpg
Schacht 1 und 2

Die Zeche Lohberg war ein Steinkohlen-Bergwerk im Dinslakener Stadtteil Lohberg und gehörte später zum Verbundbergwerk Lohberg-Osterfeld.

Geschichte

Zur Versorgung des Dinslakener Bandeisenwalzwerks mit Kokskohle gründeten die Vorstände Fritz Thyssen, Joseph Thyssen und August Thyssen sowie Bergassessor Arthur Jacob am 30. Dezember 1905 die Gewerkschaft Lohberg. 1907 begann das Abteufen der Schächte Lohberg 1 und 2 an der Landstraße zwischen Dinslaken und Hünxe. 1912 erreichten die Schächte in 475 und 481 Metern die ersten Flöze.

Seit 1907 entstand bis in die 1920er-Jahre hinein die ZechenkolonieLohberg“ auf der dem Bergwerk gegenüber liegenden Seite der Hünxer Straße.

1914 nahm die Zeche die planmäßige Förderung für die Thyssen-Stahlwerke auf. Um 1920 gab es Pläne für die Schachtanlagen Lohberg 3 und 4 nahe dem heutigen Waldfriedhof Oberlohberg und die Schachtanlagen Lohberg 5 und 6, welche bei der Mündung des Scharzbaches in den Rotbach hätten entstehen sollen. 1921 wurde der Schacht Lohberg 3 in Dinslaken-Hiesfeld abgeteuft, der jedoch schon 1922 aufgegeben wurde.

Nach der Übernahme durch die Gruppe Hamborn der Gelsenkirchener Bergwerks-AG wurde die Zeche Lohberg am 1. April 1926 in die Bergbauabteilung der neu gegründeten Vereinigte Stahlwerke AG eingegliedert. Durch die von den Alliierten geforderte Zerschlagung der Gesellschaft fiel „Lohberg“ am 3. Juli 1953 an die Hamborner Bergbau AG.

In den 1950er-Jahren wurden vor allem die übertägigen Anlagen unter Beteiligung des Industriearchitekten Fritz Schupp ausgebaut. 1955/1956 wurde das neue Fördergerüst für den Schacht Lohberg 2 gebaut, es war mit 70,5 Metern zu dieser Zeit das höchste im gesamten Ruhrgebiet. 1960 bis 1967 wurde nordöstlich des Bergwerksgeländes ein neuer Schacht Lohberg 3 geteuft, er diente als einziehender Wetterschacht. 1983 wurde ein weiterer Schacht Hünxe als Wetter- und Transportschacht zwischen Dinslaken und Hünxe geteuft. 1992 wurde bei 1270 Metern Teufe auf der 5. Sohle die Verbundstrecke zwischen den Schachtanlagen „Lohberg“ und „Osterfeld“ aufgefahren. Ab diesem Zeitpunkt sprach man vom „Bergwerk Lohberg-Osterfeld“.

2000 wurde der Wetterschacht 3 verfüllt.

Stilllegung und weitere Verwendung

Ende 2005 wurde die Zeche stillgelegt. Zahlreiche der mehr als 1400 Mitarbeiter wurden auf andere Zechen verteilt oder gingen in den Vorruhestand. Der Schacht 4 (Hünxe) wurde von dem Bergwerk Prosper-Haniel übernommen und war noch als Wetterschacht aktiv.

Seit Juni 2007 wird das Zechengelände bis auf einen Teil der historischen Bausubstanz (Pförtnerhaus, Zechenwerkstatt, Betriebsgebäude und Fördermaschinenhäuser) abgebrochen. 2007 gewann das Dortmunder Architekturbüro stegepartner den Wettbewerb „Zechenareal Dinslaken-Lohberg“. Der Entwurf von stegepartner sieht vor, den Stadtteil Alt-Lohberg schalenförmig auf dem Zechengelände weiter zu bauen.

2008 stellte die Eigentümerin den Antrag, die unter Denkmalschutz stehenden Fördergerüste über den Schächten 1 und 2 abreißen zu dürfen. Um dies zu verhindern, gründete sich Ende 2008 der Förderverein Fördertürme Bergwerk Lohberg e. V.

Das Fördergerüst von Schacht I wurde 2014 abgerissen.<ref>Lohberg Schacht 1. In: Zechenkarte. Abgerufen am 6. Januar 2025.</ref>

Die Dreharbeiten für den Kinofilm Kleine Morde fanden im Frühjahr 2011 auf dem Gelände der Zeche statt.<ref>Kleine Morde mit Jimi Blue Ochsenknecht. Bericht über die Dreharbeiten vom 21. April 2011. RP Online (abgerufen 25. Oktober 2012).</ref> 2015 wurde die Zeche zum Spielort der Ruhrtriennale. In der Kohlenmischhalle aufgeführt wurde eine Musiktheater-Adaption der Handlung des Spielfilms Accattone.<ref>Ruhrtriennale: Accattone. Musiktheater/Uraufführung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. April 2015; abgerufen am 20. August 2015.</ref> Zu der Frage, ob diese Produktion auch die Anwohner in Lohberg erreichen konnte, gibt es deutlich negative Einschätzungen.<ref>So bei Frieder Reininghaus: Hartes Leben, harte Steine. Nehmen ist seliger als geben. In: NMZ Online. 16. August 2015, abgerufen am 20. August 2015.</ref>

Seit 2016 wird die denkmalgeschützte Zechenwerkstatt von der Dinslakener Bürgergesellschaft Freilicht AG für Veranstaltungen und als Ort der Begegnung genutzt.

Verbleibender Förderturm

Die nach der Schließung fehlenden Schwungräder (4 Stück) wurden aus einer Reserve, gelagert auf Hünxe, im Jahre 2025 wieder eingesetzt. Der Förderturm sah bis dato nur wie ein Skelett aus. Das führte zu Missfallen der Bevölkerung. Ebenfalls wurde die komplette Renovierung 2025 mit neuem Anstrich abgeschlossen.

Zahlen

Das Bergwerk „Lohberg“ erreichte 1958 mit 5234 Beschäftigten die höchste Belegschaftszahl. Die höchste Jahresförderung leistete „Lohberg“ mit 3135.415 Tonnen Kohle im Jahr 1979.

Literatur

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 6. erweiterte und aktualisierte Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 2006, ISBN 3784569943
  • Litschke, Inge: Im Schatten der Fördertürme, Kindheit und Jugend im Revier, Die Bergarbeiterkolonie Lohberg 1900 bis 1980, (1994)
  • N.N.: Die Steinkohlebergwerke der Vereinigten Stahlwerke AG, 22. Die Schachtanlage Lohberg in Dinslaken, XI, Essen (1935)
  • N.N.: Bergwerk Lohberg 1909-1984, Festschrift, Dinslaken

Weblinks

Commons: Zeche Lohberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Besucherzentrum und Ankerpunkte (von West nach Ost): | Zechenpark Friedrich Heinrich | Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | LVR-Industriemuseum Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen | Aquarius-Wassermuseum | St.-Antony-Hütte | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Zeche Ewald | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm

Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | 26. Sakralbauten | 27. Eisen & Stahl | 28. Wasser: Werke, Türme und Turbinen | 29. Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers | 30. Gelsenkirchen | 31. Route Industriekultur und Bauhaus | per Rad

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Deutsches Bergbau-Museum Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Zeche Bonifacius | Zeche Königin Elisabeth | Glückaufhaus | Steag-Zentrale | Zeche Carl Funke | Siedlung Carl Funke | Zeche Zollverein Schacht 1/2/8 und Schacht XII Datei:RouteIndustriekultur Besucherzentrum Symbol.svg Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Kokerei Zollverein | Zeche Zollverein Schacht 3/7/10 | Zeche Helene | Kulturzentrum Zeche Carl | Schurenbachhalde | Siedlung Karnap | Zeche Vereinigte Helene-Amalie | Zeche Oberhausen | Knappenhalde | Gasometer Oberhausen Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Zeche Osterfeld | Zeche Osterfeld, Schacht 4 | Zeche Sterkrade | Halde Haniel | Zeche Lohberg | Siedlung Lohberg | Zeche Walsum | Siedlung Wehofen | Salzbergwerk Borth | Schacht Rossenray | Bergwerk Friedrich Heinrich Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Alt-Siedlung Friedrich-Heinrich Datei:RouteIndustriekultur Siedlung Symbol.svg | Zeche Pattberg | Halde Pattberg Datei:RouteIndustriekultur Panorama Symbol.svg | Halde Norddeutschland | Siedlung Repelen | Museum Neukirchen-Vluyn | Zeche Niederberg | Siedlungen Niederberg – Alte und Neue Kolonie | Kolonie Meerbeck | Zeche Rheinpreußen 5/9 mit Eurotec Technologiepark | Halde Rheinpreußen | Zeche Rheinpreußen 4 | Zeche Rheinpreußen Schacht 1/2 | Siedlung Rheinpreußen Datei:RouteIndustriekultur Siedlung Symbol.svg | Siedlung Johannenhof | Rheinpreußen-Hafen | Schacht Gerdt | Rheinhauser Bergbausammlung | Zeche Friedrich Thyssen 6 | Siedlung Mausegatt

Vorlage:Klappleiste/Ende