Das altmärkische Dorf Aulosen liegt elf Kilometer nordwestlich von Krüden und 17 Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen (Altmark). Zum Ortsteil gehört die Wüstung Stresow.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Der westliche Teil, das frühere Klein Aulosen, ein Angerdorf, und der östliche Teil, das frühere Groß Aulosen, ein Straßendorf, sind im 20. Jahrhundert zusammengewachsen.<ref name="HOB-12" />
Die Gemarkung liegt am Aland, kurz vor dessen Mündung in die Elbe bei Schnackenburg und ist die nördlichste im Bundesland Sachsen-Anhalt. Sie grenzt im Nordwesten an Niedersachsen, im Norden und Nordosten bildet die Elbe die Grenze zu Brandenburg.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1319, als Waldemar, Markgraf der Mark Brandenburg, Besitzungen in Aulosen an das Kloster Amelungsborn schenkte. In der Urkunde wird eine Burg als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Aulosen (ein Reichslehen) genannt, der 17 Dörfer gehörten, darunter ad villam Owelosen (Klein Aulosen) und Owelose (Groß Aulosen).<ref name="Riedel-2-1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref><ref name="Beckmann-2" /><ref name="HBStätt-11" />
Viele Jahrhunderte lang unterstand Aulosen der Herrschaft der Familie von Jagow, die im 16. Jahrhundert an Stelle des alten Schlosses ein Gutshaus und 1730 die Kirche errichteten.<ref name="HP" />
Der Name bedeutet so viel wie Wasserwalddorf. Der Ort lag an einem alten Wasserlauf, der später zum neuen Bett des Alands ausgebaut wurde.<ref name="HP" />
Jodocus Temme berichtet in der Sage Die beiden Frauen zu Aulosen über einen Herrn von Jagow zu Aulosen, der an einem Türkenkrieg teilnahm, in Gefangenschaft geriet und als Gärtner bei einem vornehmen Herrn arbeitete. Dessen Tochter hatte ihr Gefallen an ihm und er an ihr. Sie entfloh glücklich mit ihm aus seiner Sklaverei und wurde durch die Dispensation des Papstes seine Hausfrau. Mit ihr zusammen kehrte er an einem Gründonnerstag in das Schloss Aulosen zurück, wo er seine Gemahlin mit den Kindern an der Mittagstafel bei Erbsen und Stockfisch antraf. Beide Frauen wurden die besten, verträglichsten Freundinnen. In der Kirche von Groß Garz gab es zwei Leichensteine, auf welchem zwei weibliche Figuren ausgehauen waren, welches die beiden Frauen dieses Ritters sein sollen.<ref>Jodocus Donatus Hubertus Temme: Die beiden Frauen zu Aulosen. In: Die Volkssagen der Altmark. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1839 (Wikisource)</ref> Heinrich Christoph Steinhart berichtet dazu im Jahre 1802: Zum Andenken… stiftete er eine Armenspende, die auch bis vor einigen Jahren von seinen Nachkommen gegeben worden ist. Ich erinnere mich noch dieses Bettlerfestes, wohin zuweilen an die fünfhundert wallfahrteten.<ref name="Steinhart" /> Es besteht eine auffallende Ähnlichkeit zur thüringischen Sage Der Graf von Gleichen.
Eingemeindungen
Am 17. Oktober 1928 entstand die Landgemeinde Aulosen durch den Zusammenschluss der Landgemeinde Groß Aulosen, Teilen des Gutsbezirks Groß Aulosen und der Landgemeinde Klein Aulosen, die alle im Landkreis Osterburg lagen. Die Bezirke Hackenheide und Groß Kapermoor des Gutsbezirkes Groß Aulosen wurden mit der Landgemeinde Gollensdorf vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" />
Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Stresow nach Aulosen eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Aulosen dem neugebildeten Kreis Seehausen zugeordnet. Am 2. Juli 1965 wurde der Kreis Seehausen bereits wieder aufgelöst und die kreisangehörigen Gemeinden in den Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Juli 1994 kam sie schließlich zum Landkreis Stendal.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Aulosen (am 23. Juni 2009), Krüden (am 17. Juni 2009), Pollitz (am 19. Juni 2009) und Wanzer (am 9. Juni 2009) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Aland vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-SDL" />
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
1925
344
1939
323
1946
465
1964
385
1971
349
1981
280
Jahr
Einwohner
1993
251
2006
236
2011
[00]213<ref name="EW-2013" />
2012
[00]196<ref name="EW-2013" />
2014
[00]191<ref name="KEK-2025" />
2015
218
Jahr
Einwohner
2020
[00]161<ref name="EW-2021" />
2021
[00]168<ref name="EW-2021" />
2022
[0]178<ref name="EW-2023" />
2023
[0]173<ref name="EW-2023" />
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelischen Christen aus Groß Aulosen und Klein Aulosen gehörten früher zur Kirchengemeinde Klein Aulosen (später Aulosen genannt) und damit zur Pfarrei Bömenzien.<ref name="Almanach1903" /> Seit dem Jahre 2005 gehören die Evangelischen aus Aulosen zum Kirchspiel Groß Garz und Umgebung und zum Pfarrbereich Beuster<ref name="Pfarrbereich" /> im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Politik
Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde war Renate Schawe.<ref name="AB-SDL" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Datei:Kirche Aulosen.jpgDorfkircheDie evangelische Dorfkirche Aulosen ist ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1730. Sie ist eine Nebenkirche von Bömenzien.<ref name="Altmarkkirchen" />
Das Schloss Aulosen war ein Schloss im Ort. Es befand sich über Jahrhunderte im Besitz der Familie von Jagow. 1753 wurde an seiner Stelle ein Gutshausneubau errichtet.
Verkehr
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 952. In: Stendalbus. Abgerufen am 18. April 2021.</ref>
Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII) – Band 1 – A–K. In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S.84f.
<references>
<ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr.18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S.277 (PDF).</ref>
<ref name="AB-SDL">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zwischen den Gemeinden Aulosen, Krüden, Pollitz und Wanzer. In: Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr.17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S.204–207 (landkreis-stendal.de [PDF; 7,0MB; abgerufen am 20. Dezember 2020]).</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S.232.</ref>
<ref name="EW-2013">Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 10. Juni 2019]).</ref>
<ref name="EW-2021">Ralf Franke: Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14. Januar 2022, DNB1047269554, S.17.</ref>
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Seehausen lässt weiter Federn. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 26. Januar 2024, DNB1047269554, S.17.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 18. September 2019 (seehausen-altmark.de [PDF; 1,6MB; abgerufen am 21. Mai 2022]).</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Beuster. In: ekmd.de. Abgerufen am 15. Januar 2024.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>