Gollensdorf (Zehrental)
Gollensdorf (Zehrental) Gemeinde Zehrental
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(123)&title=Gollensdorf+%28Zehrental%29 52° 58′ N, 11° 33′ O
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| Höhe: | 21 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 36 km² | |||||
| Einwohner: | 123 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 3 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 39615 | |||||
| Vorwahl: | 039395 | |||||
Lage in Sachsen-Anhalt
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Gollensdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Zehrental im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="HS" />
Geographie
Lage
Das altmärkische Gollensdorf, ein nach Westen und Süden erweitertes Rundplatzdorf,<ref name="HOB-12" /> liegt fünf Kilometer nordwestlich von Groß Garz, dem Sitz der Gemeinde Zehrental und 16 Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen (Altmark), dem Sitz der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark).<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Im Westen, Süden, Osten und Nordosten wird die Gemarkung Gollensdorf vom Alten Moorgraben Gollensdorf und dem Lileigraben begrenzt. Vom Dorf bis zum Lileiser Berg in Richtung Südwesten zieht sich eine Hügelkette hin. Außerdem hat die Feldmark noch mehrere kleine Höhenzüge.<ref name="Lemme 1889" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Drösede und Bömenzien im Norden, Deutsch im Nordosten, Groß Garz im Südosten, Harpe im Süden, Ziemendorf im Südwesten, Wirl im Westen, sowie Nienwalde im Nordwesten.<ref name="HS" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> <mapframe latitude="52.9578" longitude="11.550" zoom="15" width="300" height="200" align="right"> {
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Ortsteilgliederung
Zum Ortsteil Gollensdorf und zur Gemarkung Gollensdorf gehören neben dem Dorf Gollensdorf der Wohnplatz Klein Kapermoor,<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> ein früheres Rittergut,<ref name="Zahn-1928" /> Groß Kapermoor,<ref name="TOP50" /> ein ehemaliges Forsthaus<ref name="Zahn-1928" /> und Hackenheide, ein ehemaliges Ackergut.<ref name="Zahn-1928" />
Geschichte
Mittelalter bis 19. Jahrhundert
Gollensdorf wurde von den Wenden als Rundling angelegt, was bis heute gut erkennbar ist.<ref name="HP" /> Seine erste urkundliche Erwähnung als Goldistorp stammt vom 11. Juli 1319, als Markgraf Woldemar in Tangermünde dem Kloster Amelungsborn Besitzungen zu Aulosen mit Zubehör übereignete.<ref name="Riedel B-1" /> Weitere Nennungen sind 1541 Goldensdorff, 1687 Goldenstorff und 1804 Gollensdorf und Goldenstorf.<ref name="Bratring-1" />
Vor dem Brand am 11. August 1848 hatte das Dorf die Form eines Hufeisens. Die Magdeburger-Land-Feuer-Societät zahlte für die Behebung der Brandschäden eine Summe von 10.650 Reichstalern.<ref name="Lemme 1889" /><ref name="AB-RB-Magdeburg-1848" />
20. Jahrhundert
Noch im Jahr 1938 stand im Dorf ein altes mit Stroh gedecktes einstöckiges Lehmfachwerkhaus mit den üblichen breiten Gefachen aus dem Jahre 1786, einer Holztür mit Holznägeln, die Giebeldreiecke waren verschalt.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /> Es diente als Armenhaus.<ref name="Fischer 2019" />
Direkt in Gollensdorf, unmittelbar an der Straße nach Drösende, befand sich der Standort einer Grenzkompanie des Grenzregimentes 24 Fritz Heckert Salzwedel der Grenztruppen der DDR.<ref name="Grenztruppen" /> Sie entstand im Jahr 1947 als Kommandantur. Später wurde am Standort eine Kaserne für Grenzpolisten und Grenzsoldaten errichtet. Am 31. März 1990 ist die Grenze an der Grenzbrücke (Königsbrücke) nach Kapern nördlich von Bömenzien geöffnet worden. Ab dem 1. Juli 1990 gab es keine Grenzkontrollen mehr.<ref name="Neumann 2017" />
Am 1. Juli 1949 kam Arthur Japin durch den fahrlässigen Umgang mit einer Schusswaffe durch seinen Postenführer ums Leben.<ref>Todesfälle im Grenzdienst: Japin, Arthur. In: Forschungsverbund SED-Staat. Das DDR-Grenzregime. auf fu-berlin.de. Abgerufen am 16. September 2024.</ref>
Landwirtschaft
In einer Beschreibung im Jahre 1889 hieß es: Die Feldmark hat vorwiegend leichten Sandboden, saure Wiesen und schlechte Weide.<ref name="Lemme 1889" />
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 21 Besitzungen unter 100 Hektar haben 577 Hektar, eine Gemeindebesitzung mit 5,2 Hektar. Enteignet wurden drei Betriebe, 2 Bauernhöfe und ein Ackerhof mit zusammen 331,9 Hektar. 1948 hatten aus der Bodenreform 18 Vollsiedler jeder über 5 Hektar, 6 Kleinsiedler jeder unter 5 Hektar erhalten. Im Jahre 1952 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Des Friedens“. Im Jahre 1991 ging die LPG in Liquidation, die 2007 beendet war.<ref name="HOB-12" />
Herkunft des Ortsnamens
Der Name könnte deutscher Herkunft sein und vom Personennamen Gollo, Golli herkommen oder von Gold einem heidnischen Heiligtum oder einer Opferstätte. Wobei Gold aus dem Althochdeutschen golten, so viel wie stark sein bedeuten könnte.<ref name="Wissen-3-Gollensdof" /><ref name="HP" />
Vorgeschichte
Eine 1950 gefundene frühgeschichtliche Urne lässt auf eine über tausendjährige Siedlungsgeschichte des Ortes schließen.<ref name="HP" />
Eingemeindungen
Gollensdorf gehörte bis 1807 zum Arendseeischen Kreis, danach bis 1813 zum Kanton Pollitz im Königreich Westphalen, ab 1816 kam es in den Kreis Osterburg, den späteren Landkreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.<ref name="HOB-12" />
Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Klein Kapermoor mit der Landgemeinde Gollensdorf vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928, S. 213" /> Am 17. Oktober 1928 wurden die Forstbezirke Hakenheide und Groß Kapermoor aus dem Gutsbezirk Groß Aulosen mit der Landgemeinde Gollensdorf vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928, S. 232" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Gollensdorf aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Seehausen umgegliedert. Nach dessen Auflösung kam die Gemeinde am 2. Juli 1965 zum Kreis Osterburg. Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Bömenzien mit ihrem Ortsteil Drösede in Gollensdorf eingemeindet. Am 1. Juli 1994 wurde die Gemeinde Gollensdorf dem Landkreis Stendal zugeordnet.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Bis zum 31. Dezember 2009 war Gollensdorf eine selbständige Gemeinde mit den zugehörigen Ortsteilen Bömenzien und Drösede und gehörte der jetzt aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Seehausen (Altmark) an.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Gollensdorf und Groß Garz beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Zehrental vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-SDL 2009-17" /> Gollensdorf, Bömenzien und Drösede wurden damit Ortsteile von Zehrental.
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelischen Christen aus Gollensdorf gehören zur Kirchengemeinde Bömenzien, die früher zur Pfarrei Bömenzien bei Groß Wanzer in der Altmark gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Die Kirchengemeinde gehört seit 2005 zum Kirchspiel Groß Garz und Umgebung<ref name="HOB-12" /> und wird betreut vom Pfarrbereich Beuster in Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Politik
Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Gollensdorf war Uwe Seifert.<ref name="VS" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Der Ortsfriedhof liegt im Nordosten des Dorfes.
- An einem Waldweg südlich von Gollensdorf steht der Meilenstein Gollensdorf.
Verkehrsanbindung
Der Ort Gollensdorf liegt an der Landesstraße L1. Durch den Ort führt die Straßenverbindung von Arendsee (Altmark) nach Schnackenburg.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Ortsteil Gollensdorf auf seehausen-altmark.de.
- Gollensdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg-1848">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1848, ZDB-ID 3766-7, S. 332, Specielle Nachweisung derjenigen Brandschäden, für welche im Laufe des Rechnungsjahres 1848 die Brandentschädigung in die Sollausgabe gestellt ist (Digitalisat).</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928, S. 213">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 213.</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928, S. 232">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 232.</ref>
<ref name="AB-SDL 2009-17">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zur Neubildung der Gemeinde Zehrental. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 213–216 (landkreis-stendal.de [PDF; 4,0 MB; abgerufen am 16. Dezember 2020]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 105 (wiki.genealogy.net [abgerufen am 21. September 2019]).</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 342 (Digitalisat).</ref>
<ref name="EW-2008">Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102. Nr. 2008,02). 2009, ZDB-ID 2921509-2, S. 51 (destatis.de [PDF]).</ref>
<ref name="EW-2021">Ralf Franke: Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14. Januar 2022, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Seehausen lässt weiter Federn. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 26. Januar 2024, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="Fischer 2019">Peter Fischer: Beiträge zur Hausforschung und Volkskunde der Altmark. Hrsg.: Museen des Altmarkkreises Salzwedel Freilichtmuseum Diesdorf (= Museum des Altmarkkreises Salzwedel Freilichtmuseum Diesdorf [Hrsg.]: Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Band 15). 2019, ISBN 978-3-947379-15-6, S. 169.</ref>
<ref name="Grenztruppen">Grenzkompanie Gollensdorf - Grenzregiment - 24 Salzwedel (Magdeburg). In: ddr-grenztruppen.de. 22. Juni 2021, abgerufen am 17. Juli 2022.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HP">Ortsteil Gollensdorf auf seehausen-altmark.de. Abgerufen am 28. September 2019.</ref>
<ref name="HS">Hauptsatzung der Gemeinde Zehrental. 4. Juli 2019 (seehausen-altmark.de [PDF; 2,6 MB; abgerufen am 17. Juli 2022]).</ref>
<ref name="KEK-2025">Landkreis Stendal – Der Landrat: Kreisentwicklungskonzept Landkreis Stendal 2025. (PDF) 30. Oktober 2015, S. 296, abgerufen am 3. August 2019.</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 117.</ref>
<ref name="Lemme 1889">C. Lemme: Der Kreis Osterburg, sonst und jetzt. Beitrag zur Belebung der Heimatskunde für Haus und Schule. Th. Schulz, Osterburg 1889, S. 53.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Neumann 2017">Werner Neumann: Das Grenzkommando Nord. Standort Stendal. Die Chronik. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2017, ISBN 978-3-96008-966-7, S. 211–212.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Beuster. In: ekmd.de. Abgerufen am 28. März 2024.</ref>
<ref name="Riedel B-1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref>
<ref name="TOP50">Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003</ref>
<ref name="VS">Ralf Franke: Bürgermeister muss auch ein Idealist sein. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 14. Oktober 2016 (volksstimme.de [abgerufen am 28. September 2019]).</ref>
<ref name="Wissen-3-Gollensdof">Helmut Kurt Block und Kulturförderverein Östliche Altmark (Hrsg.): Gemeinde Gollensdorf (= Das Wissen der Region. Band 3). 1. Auflage. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Kremkau 2008, DNB 994253249, S. 159.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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