Stresow (Aulosen)
Stresow ist eine Wüstung im Ortsteil Aulosen der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).Vorlage:GeoQuelle
Geographie
Der Ort liegt 2 Kilometer nordnordwestlich von Aulosen, 13 Kilometer nordwestlich von Krüden, dem Sitz der Gemeinde Aland und 18 Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen (Altmark), dem Sitz der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark). Die Nachbarorte sind Lütkenwisch, Mittelhorst, Jagel, Cumlosen und Wentdorf im Nordosten, Müggendorf im Osten, Klein Wanzer, Wanzer und Aulosen im Südosten, Bömenzien und Nienwalde im Südwesten, sowie Kapern, Gummern und Schnackenburg im Nordwesten. Das Dorf wäre heute das nördlichste Sachsen-Anhalts. Vorlage:GeoQuelle
Das ehemalige Dorf und dessen Umgebung gehören zur Aland-Elbe-Niederung und dieses Schutzgebiet ist wiederum ein Teil vom Biosphärenreservat Mittelelbe.Vorlage:GeoQuelle
Durch die Wüstung verläuft die internationale EuroVelo-Route Iron Curtain Trail (EV13), die als Kulturroute des Europarats entlang der ehemaligen Blockgrenze führt zu den bedeutendsten Fernradwegen in Europa zählt. Verlaufsgleich auf der Route liegen dort auch die D-Route D10 Elberadweg und der Vierländer-Grenzradweg.
Geschichte
Der Ort war früher ein kleines gebogenes Straßendorf.<ref name="HOB-12" /> Südöstlich des Dorfes lag das Gut,<ref name="MTB-2935" /> an dessen Stelle heute Gebäude stehen, die zu Aulosen gehören.Vorlage:GeoQuelle
Stresow fand 1319<ref>Anmerkung: 1319 und nicht 1310, wie Riedel erläutert, siehe dort S. 435.</ref> seine erste urkundliche Erwähnung als Striesow, als Markgraf Woldemar dem Kloster Amelungsborn Besitzungen zu Aulosen und die dazugehörigen Orte vereignet.<ref name="Riedel-2-1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref> Weitere Nennungen sind 1405 to stresow und 1687 Stresow.<ref name="HOB-12" />
Um 1800 gehörte der Ort zum Seehausenschen Kreis in der Provinz Altmark; ein Teil der Kurmark der Mark Brandenburg. In einer Beschreibung dieser Landschaft von 1804 werden das am Aland und an der Lüneburger Grenze liegende Dorf und das neben dem Dorfe befindliche Gut Stresow mit insgesamt 121 Einwohnern angegeben. Davon waren neun Ganzkossäten, sechs Einlieger, einer Käthner und einer Förster. Neben dem hier vorhandenen Krug und 14 Feuerstellen, wurde darüber hinaus von einer guten Vieh- und vorzüglichen Pferdezucht sowie 158 Scheffeln Aussaat berichtet. Der Adressort war damals Arendsee und als Besitzer wurde der hier lebende Deichhauptmann Friedrich von Jagow genannt.<ref name="Bratring-1" /> Später war Adolf von Jagow Herr auf Stresow.
1922 zerstörte ein Brand das Dorf und es wurde wieder aufgebaut.
Zu DDR-Zeiten waren die Stresower von der „Aktion Ungeziefer“ betroffen, da das Dorf unmittelbar an der damaligen innerdeutschen Grenze zum Wendland lag und weichen sollte. Die Bewohner wurden zwangsumgesiedelt; deren erste Hälfte wurde am 30. Mai 1952 nachts von der Armee überrumpelt und abtransportiert.<ref name="TS">Vorlage:Literatur</ref> Am Abend des 29. Mai 1952 um 23:58 Uhr fuhren vom Bahnhof Krüden 45 Güter- und Personenwagen los. Zwanzig Personen aus Stresow wurden nach Kölleda umgesiedelt.<ref name="Lahne-2008" /> Am 30. Juni 1974 wurde das Dorf vollends geschleift.<ref name="TS" />
Eingemeindungen
Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Stresow mit Landgemeinde Stresow vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" />
Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Stresow nach Aulosen eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Heute gehört das Gebiet unverändert zum Ortsteil Aulosen in der Gemeinde Aland.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde
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Gutsbezirk
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Quelle wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die Evangelischen aus dem Gut Stresow (Rittergut) gehörten früher zur ehemaligen Kapellengemeinde Groß Aulosen, später waren sie in die Kirchengemeinde Klein Aulosen eingepfarrt, die zur Pfarrei Bömenzien gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Sie waren somit evangelisch-unierter Konfession und gehörten zur Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Die Evangelischen aus dem Dorf Stresow waren hingegen noch 1931 nach Schnackenburg eingekircht.<ref name="Gemeinedelexikon-1931" /> Sie waren damit evangelisch-lutherischer Konfession und gehörten zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 1966 war das Dorf in Aulosen eingekircht.<ref name="HOB-12" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Vorlage:Hauptartikel Die Gedenk- und Begegnungsstätte Stresow (Teil des Grenzlandmuseums Schnackenburg) erinnert mit einem Gedenkstein und diversen Nachbauten der Grenzbefestigungsanlagen an das Dorf und seine Geschichte. Der Elbe-Radweg von Cuxhaven nach Dresden verläuft auf der ehemaligen Dorfstraße.
Literatur
Weblinks
- Gedenkstätte Stresow auf der Internetseite der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark)
- Stresow auf Grenzerinnerungen.de
- Vorlage:GOV
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="AB-RB-Magdeburg">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref> <ref name="Bratring-1">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Gemeinedelexikon-1931">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="HOB-12">Vorlage:BibISBN</ref> <ref name="Lahne-2008">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="MTB-2935">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>