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Dyna-Soar

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Dyna-Soar
Datei:NASA Color Dyna Soar.jpg
Zeichnung der X-20 beim Wiedereintritt
Typ Raumgleiter
Entwurfsland
Hersteller Boeing
Indienststellung Entwicklung abgebrochen
Produktionszeit

Wurde nie produziert

Stückzahl 0
Datei:X-20 Dyna Soar prototype.jpg
USAF-Mockup des X-20 Dyna-Soar
Datei:Dyna Soar launchers.png
Vorschläge einer Trägerrakete für Dyna-Soar
Datei:Dyna-Soar on Titan booster.jpg
Künstlerische Darstellung des Dyna-Soar auf einer Titan-II-Rakete

Dyna-Soar (abgeleitet von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚dynamischer Gleitflug‘, ausgesprochen wie dinosaur ‚Dinosaurier‘) war ein Projekt der US Air Force (USAF) mit dem Ziel, einen Raumgleiter zu entwickeln, der sowohl als Aufklärer und Bomber als auch für Rettungseinsätze, Satelliten- oder Raumstationswartung oder -erweiterung<ref name="Teitel">Amy Shira Teitel: The space plane that wasn’t: everything you never needed to know about Dyna-Soar. In: Popular Science. 22. Juni 2015.</ref><ref>Sean N. Kalic: US Presidents and the Militarization of Space, 1946–1967. Band 19 von Centennial of Flight Series, Texas A&M University Press, 2012, ISBN 978-1-60344-691-4, S. 73: …could be used for "reconnaissance, rescue, satellite ispector, bomber and ferry" missions.</ref><ref>The X-Planes – X-1 to X-45. Jay Miler, Midland, ISBN 1-85780-109-1, S. 230–239.</ref><ref>Roy F. Houchin II: US Hypersonic Research and Development: The Rise and Fall of Dyna-Soar, 1944–1963 (= Space Power and Politics). Routledge, London / New York 2006, ISBN 0-415-36281-4, S. 69.</ref> und Sabotage feindlicher Satelliten hätte genutzt werden können. Der auch als X-20 bezeichnete, 10,77 Meter lange und 6,34 Meter breite Flugkörper sollte eine Besatzung von einem Mann haben. Als Trägerrakete für orbitale Flüge war eine Titan III vorgesehen. Die Trägerrakete sollte den Raumgleiter auf 160 km Höhe transportieren.

Geschichte

Vorgängerprogramme

Im April 1952 schlug Walter Dornberger, damals bei der Bell Aircraft Corporation tätig, das Konzept eines bemannten suborbitalen Bombers unter dem Namen BoMi (Bomber Missile) vor<ref>Vorlage:Astronautix</ref>. Grundlage waren die Entwürfe aus den späten 1930ern für den Silbervogel, die ihm aus seiner Zeit als Leiter des deutschen Raketenwaffenprogramms bekannt waren.

Das Konzept wurde in den nächsten Jahren in drei ähnlichen Programmen weiterverfolgt: Hywards, Brass Bell und RoBo (Rocket Bomber).<ref>Roy F. Houchin II: US Hypersonic Research and Development: The Rise and Fall of Dyna-Soar, 1944–1963 (= Space Power and Politics). Routledge, London / New York 2006, ISBN 0-415-36281-4, S. 49.</ref> Hywards sollte verschiedene Flugsysteme bei Hyperschallgeschwindigkeit und den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre testen<ref>Hywards. In: Encyclopedia Astronautica. Abgerufen am 16. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Brass Bell sollte Fernaufklärungsmissionen fliegen<ref>Brass Bell. In: Encyclopedia Astronautica. Abgerufen am 16. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und RoBo war eine Sammlung von Konzepten verschiedener Unternehmen für einen nuklearen Bomber.<ref>Robo. In: Encyclopedia Astronautica. Abgerufen am 16. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Frühe Entwicklung

Am 10. Oktober 1957 wurden diese drei Projekte zum Dyna-Soar-Programm zusammengelegt. Mitte Juni 1958 gab die Luftwaffe den Vertrag mit Boeing und Lockheed Martin bekannt sowie eine Finanzierung von etwa 150 Millionen Dollar für den ersten Prototyp.<ref>Amerikanische Pläne für ein Raumfahrzeug, NZZ, 19. Juni 1958.</ref> Ab November 1958 beteiligte sich auch die NASA an der Entwicklung.<ref>Exploring the Unknown – Selected Documents in the History of the U.S. Civil Space Program, Volume IV: Accessing Space, NASA, 1999, darin: Ray A. Williamson: “Developing the Space Shuttle”, S. 163.</ref>

Die Planung der Testflüge im Jahr 1960 sah zuerst Höhenabwürfe durch B-52-Bomber vor. Danach hätten fünf unbemannte sub-orbitale Flüge stattfinden sollen, gefolgt von elf bemannten Flügen, bei welchen vorerst Sensoren, Navigation, aber auch schon Rendezvous-Systeme erprobt worden wären, danach weitere militärische Systeme sowie eine Satelliteninspektion.<ref>Curtis Peebles; High Frontier: The U.S. Air Force and the Military Space Program, DIANE Publishing, 1997, ISBN 978-0-7881-4800-2, S. 18.</ref> Das Programm sollte in drei Stufen durchgeführt werden, einem Rettungsgleiter (Dyna-Soar I), einem Aufklärungsgleiter (Dyna-Soar II) und einem strategischen Bomber (Dyna-Soar III). Erste Gleitflüge für Dyna-Soar I sollten 1963 durchgeführt werden, der strategische Bomber Dyna-Soar III sollte 1974 voll funktionsfähig sein.

Neuorientierung

Bis 1961 beanspruchte die Air Force die Führung des amerikanischen Weltraumprogramms. Sie rückte aber bis zu diesem Zeitpunkt wesentlich von der noch 1958 beabsichtigten Stationierung von Waffen ab<ref>Sean N. Kalic: US Presidents and the Militarization of Space, 1946–1967. Band 19 von Centennial of Flight Series, Texas A&M University Press, 2012, ISBN 978-1-60344-691-4, S. 70 "…substantially backed away from its 1958 position of arming the heavens…"</ref> und 1962 war vor dem US-Kongress von verbesserter Zusammenarbeit mit der NASA und einer friedlichen Nutzung des Weltraums die Rede, für die sich Präsident Eisenhower schon 1958 ausgesprochen hatte; eine Verwendung als Bomber war damit schon zu jenem Zeitpunkt obsolet.<ref>Sean N. Kalic: US Presidents and the Militarization of Space, 1946–1967. Band 19 von Centennial of Flight Series, Texas A&M University Press, 2012, ISBN 978-1-60344-691-4, S. 71 "…to insure the peaceful uses of space"</ref>

Ab Februar 1962 kam es zu einer Neuorientierung weg von einem operationellen System zu einem Versuchsprogramm und zur offiziellen Umbenennung des Programms in X-20. Das Problem der zuvor nicht wirklich definierten (militärischen) Mission verlagerte sich dabei auch in ein Größenproblem, da die Dimensionen zur Versorgung einer Raumstation sehr knapp schienen. So stellte sich mehr und mehr die Frage, ob das Geld richtig ausgegeben würde.<ref>Curtis Peebles; High Frontier: The U.S. Air Force and the Military Space Program, DIANE Publishing, 1997, ISBN 978-0-7881-4800-2, S. 19 ff.</ref> Am 20. September 1962 wurde zum Jahresbericht der Air Force die Zusammenarbeit mit der NASA (wie im Projekt X-15) und der Forschungsschwerpunkt betont, weg von einem spezifisch militärischen Potenzial.<ref>Sean N. Kalic: US Presidents and the Militarization of Space, 1946–1967. Band 19 von Centennial of Flight Series, Texas A&M University Press, 2012, ISBN 978-1-60344-691-4, S. 74 "…X-20 does not represent a vehicle for a specific military job."</ref> Im September 1963 wurden bei einem Wiedereintrittstest neuartige Materialien und Legierungen getestet.<ref>Roger D. Launius, Dennis R. Jenkins: Coming Home: Reentry and Recovery from Space. National Aeronautics and Space Administration, Government Printing Office, 2012, ISBN 978-0-16-091064-7, S. 140.</ref>

Einstellung

Das Projekt wurde 1963, nachdem es 660 Millionen US-Dollar gekostet hatte, beendet, da alle Raumfahrtkapazitäten im Mondlandeprogramm, respektive dem zur Vorbereitung dienenden Gemini-Programm zusammengeführt werden sollten. Die Ergebnisse des Programms sind in den 1970ern in das Space-Shuttle-Programm eingeflossen. Die US Air Force begann ihrerseits mit den Arbeiten am Manned Orbiting Laboratory (MOL).

Astronauten

Datei:F5D Skylancer modified as the X-20.jpg
Douglas Skylancer der NASA mit Einbauten zur Simulation des Sichtfeldes aus der X-20

Insgesamt acht Astronauten waren für das X-20-Projekt vorgesehen.

Armstrong wechselte zum NASA-Astronautenprogramm, Crews zum MOL-Projekt und Dana, Knight und Thompson zum X-15-Projekt.

Geplante Dyna-Soar-I-Flüge

  • Dyna-Soar 1 – Januar 1966, unbemannt
  • Dyna-Soar 2 – April 1966, unbemannt
  • Dyna-Soar 3 – Juli 1966, 1 Erdumkreisung, 1 Astronaut: James Wood
  • Dyna-Soar 4 – Oktober 1966, 1 Erdumkreisung, 1 Astronaut
  • Dyna-Soar 5 – März 1967, 1 Erdumkreisung, 1 Astronaut
  • Dyna-Soar 6 – Mai 1967, 1 Erdumkreisung, 1 Astronaut
  • Dyna-Soar 7 – Juli 1967, 1 Erdumkreisung, 1 Astronaut
  • Dyna-Soar 8 – September 1967, 1 Erdumkreisung, 1 Astronaut
  • Dyna-Soar 9 – Dezember 1967, mehrere Erdumkreisungen, 1 Astronaut
  • Dyna-Soar 10 – März 1968, mehrere Erdumkreisungen, 1 Astronaut

Siehe auch

Literatur

  • Robert Godwin (Hrsg.): Dyna-Soar: Hypersonic Strategic Weapons System. Apogee Books, Burlington (Ontario) 2003, ISBN 1-896522-95-5.

Weblinks

Commons: Dyna-Soar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Bomber:

YB-9 • XB-15 • B-17 • B-29 • B-47 • B-50 • B-52 • XB56 • XB-59 • B-1B

Transportflugzeuge:

C-73 • C-75 • C-97 • C-98 • C-135 • C-137 • YC-14 • C-17 • C-22 • VC-25 • C-32 • C-40 • V-22

Elektronische Kampfflugzeuge:

EA-18 • EC-18 • EC-135 • E-3 • E-4 • E-6 • E-8 • E-10 • E-767 • 737 AEW&C (E-7)

Jagdflugzeuge:

PW-9/FB • F2B • F3B • F4B • XF6B • XF7B • XF8B • P-12 • P-26 • P-29 • AV-8B+ • F-15 • F/A-18 (F/A-18E/F) • F-22

Kipprotor-Wandelflugzeug:

V-22

Tankflugzeuge:

KB-29 • KB-50 • KC-97 • KC-135 • KC-137 • KC-46 • KC-767

Seepatrouillenflugzeuge:

PB • XPBB • P-8

Schulflugzeuge:

PT-13 • PT-17 • PT-18 • PT-27 • XAT-15 • T-43 • T-45 • T-7

Aufklärungsflugzeuge:

NC-135 • OC-135 • RC-135 • WC-135

Versuchsflugzeuge und UAVs:

Bird of Prey • Phantom Eye • Phantom Ray • Quad Tiltrotor • ScanEagle • X-20 • X-32 • X-36 • X-37 • X-45 • X-46 • X-50 • X-51 • YAL-1 • YMQ-18 • MQ-25 • MQ-28

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