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Nuon Chea

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Datei:Trial Chamber 31 January 2011.jpg
Nuon Chea während einer Anhörung am 31. Januar 2011

Nuon Chea ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 7. Juli 1926; † 4. August 2019 in Phnom Penh<ref Name="Le Monde">Adrien Le Gal, Francis Deron: Nuon Chea, ancien dirigeant khmer rouge et bras droit de Pol Pot, est mort. In: lemonde.fr. 4. August 2019, abgerufen am 4. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>), auch bekannt als Bruder Nr. 2, war ein kambodschanischer Politiker. Er war der Chefideologe der Roten Khmer und Stellvertreter von Pol Pot. Im November 2018 wurde er wegen Völkermordes an ethnischen Vietnamesen und der muslimischen Minderheit von einem internationalen Tribunal zu lebenslanger Haft verurteilt.

Biografie

Nuon Chea wurde 1926 in der Provinz Battambang als Angehöriger der Sino-Khmer-Bevölkerungsgruppe geboren. Während seines Studiums an der Thammasat-Universität in Bangkok wurde er Mitglied der KP Thailands. Nach der Rückkehr nach Kambodscha schloss er sich den Roten Khmer an. Nach der Machtergreifung von Pol Pot war Nuon Chea von 1976 bis 1977 Regierungschef des Demokratischen Kampuchea. Er hielt sich zwar oft im Hintergrund, galt jedoch als hart und skrupellos.

Vor dem Hintergrund ideologischer Auseinandersetzungen innerhalb der Roten Khmer und der Perspektivlosigkeit ihrer Politik stellte sich Nuon Chea 1998 der Hun-Sen-Regierung in Phnom Penh und wurde von dieser – im Wortlaut Hun Sens – „wärmstens“<ref name="bbc">World: Asia-Pacific Letters of surrender – full text. In: BBC News. 26. Dezember 1998, abgerufen am 5. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> willkommen geheißen. Hun Sen empfing Chea gemeinsam mit einem weiteren hochrangigen Funktionär, Khieu Samphan, und deren Familien in Phnom Penh zu einem Versöhnungstreffen. Angesichts der rasch einsetzenden heimischen und internationalen<ref>Cambodia’s Surreal Beach Party. In: The New York Times. 5. Januar 1999, abgerufen am 5. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Kritik sah sich Hun Sen veranlasst klarzustellen, dass seine politische Geste keineswegs eine Amnestie bedeute und er eine eventuelle Anklage der beiden vor dem von den Vereinten Nationen unterstützten Khmer-Rouge-Tribunal der Gerichtsbarkeit überlasse.<ref name="hun">Declaration of Samdech Hun Sen, Prime Minister of the Royal Government of Cambodia and Command-in-Chief of the Cambodia National Armed Forcers. In: camnet.com.kh. 1. Januar 1999, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Mai 2007; abgerufen am 5. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), öffentliche Klarstellung durch Hun Sen).</ref>

Neben vorliegenden Dokumenten wurde Nuon Chea vor allem durch Aussagen des 1999 verhafteten ehemaligen Leiters des Folterzentrums S-21, Kaing Guek Eav, schwer belastet. Letzterer hatte 1999 in mehreren Interviews mit dem US-Journalisten Nate Thayer die politische Rolle und Verantwortung von Nuon Chea innerhalb der Roten Khmer deutlich gemacht. 2004 erklärte Nuon Chea öffentlich seine Bereitschaft, vor das internationale Tribunal zu treten.

Am 19. September 2007 wurde Nuon Chea in seinem Wohnort Pailin in Südwestkambodscha verhaftet. Das Rote-Khmer-Tribunal in Kambodscha hatte zuvor einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Er war nun der ranghöchste Angeklagte des Tribunals, das die Verbrechen während des Genozids in Kambodscha von 1975 bis 1978 ahnden sollte.<ref>Chefideologe der Roten Khmer verhaftet. In: Welt Online. 19. September 2007, abgerufen am 5. August 2019.</ref> Am 16. September 2010 wurde Anklage gegen Nuon Chea erhoben.<ref>Vier ehemalige Führer der Roten Khmer angeklagt. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. September 2010, abgerufen am 5. August 2019.</ref> Der Prozess begann am 27. Juni 2011<ref>Rote Khmer vor Gericht: „Bruder Nummer zwei“ erwartet seine Strafe. In: Spiegel Online. 27. Juni 2011, abgerufen am 5. August 2019.</ref> und endete am 7. August 2014 mit Schuldspruch und Verurteilung zu lebenslanger Haft.<ref>Anführer der Roten Khmer zu lebenslanger Haft verurteilt. In: DiePresse.com. 7. August 2014, abgerufen am 5. August 2019.</ref> Gegen das Urteil legte er im September 2014 Berufung ein. Er begründete dies mit einem unfairen Prozess, in dem entscheidende Zeugen nicht zugelassen worden seien.<ref>Lauren Crothers: Khmer Rouge leaders appeal life sentences for crimes against humanity. In: The Guardian. 30. September 2014, abgerufen am 23. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Strafe wurde im November 2016 vom Obersten Gerichtshof als angemessen aufrechterhalten. Chea musste sich weiterhin vor Gericht wegen Völkermordes an ethnischen Vietnamesen und der muslimischen Minderheit sowie Zwangsehen und Vergewaltigungen verantworten.<ref>Cambodian court upholds life sentences for Khmer Rouge leaders. In: The Guardian. 23. November 2016, abgerufen am 23. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im November 2018 wurden er und Samphan dieser Genozide von einem internationalen Tribunal für schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.<ref>Hannah Beech: Khmer Rouge’s Slaughter in Cambodia Is Ruled a Genocide. In: nytimes.com. 15. November 2018, abgerufen am 5. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nuon Chea starb im August 2019 im Alter von 93 Jahren in einem Gefängnis in Phnom Penh.<ref Name="Le Monde"/>

Literatur

  • Gina Chon, Sambath Thet: Behind the Killing Fields: A Khmer Rouge Leader and One of His Victims. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2010, ISBN 978-0-8122-4245-4.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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