Nicole Uphoff
Nicole Uphoff-Selke (* 25. Januar 1967 in Duisburg) ist eine ehemalige Dressurreiterin. Sie zählte zu den erfolgreichsten deutschen Dressurreitern und gewann unter anderem vier olympische Goldmedaillen auf dem Ausnahmepferd Rembrandt.
Privat- und Berufsleben
Nach dem Abitur 1986 machte Uphoff eine Ausbildung zur Speditionskauffrau bei der Firma Walrhein in Duisburg.
Sie war von 1993 bis 1998 in erster Ehe mit dem Springreiter Otto Becker verheiratet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Traumpaar Nicole und Otto: Trennung nach vier Jahren ( vom 26. September 2016 im Internet Archive), Berliner Kurier, 18. November 1997</ref><ref>Nicole Uphoff hat keine sportlichen Träume mehr: Deutsche Dressur-Meisterschaften ohne die viermalige Goldmedaillen-Gewinnerin, Rheinische Post, 13. Juni 2000</ref> Im August 2007 heiratete sie erneut und trägt seitdem den Nachnamen Uphoff-Selke. Sie ist zweifache Mutter und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eine Marketing-Firma.
In den Jahren 2005 und 2009 unterstützte sie zusammen mit anderen Prominenten in Zeitungsanzeigen die Kanzlerkandidatur von Angela Merkel.
Sportliche Laufbahn
Nicole Uphoff ist seit früher Jugend im Reitsport aktiv. Im Jahr ihres Schulabschlusses übernahm Uwe Schulten-Baumer sen. ihr Training.
Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und auch bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewann sie im Einzelwettbewerb und mit der deutschen Mannschaft die Goldmedaille in der Dressur, jeweils mit Rembrandt. Sie war damit die erste Dressurreiterin, die mit demselben Pferd zweimal hintereinander Doppel-Olympiasieger wurde. Außer ihr gelang dies 2020(2021) und 2024 nur Jessica von Bredow-Werndl mit TSF Dalera BB. Henri Saint Cyr ritt 1952 und 1956 unterschiedliche Pferde.
Bei der Schlussfeier in Barcelona trug sie die deutsche Fahne ins Stadion.
Mit Sir Lenox gewann sie 1992 das erste Finale des Nürnberger Burg-Pokals.
Im Jahr 1993 nahm Uphoff mit Grand Gilbert an den Europameisterschaften teil und gewann Einzelgold mit der Grand Prix Kür. Für ihre sportlichen Erfolge wurde sie mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.
1996 wurde sie vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei nicht für die Olympischen Spiele 1996 von Atlanta nominiert, trat aber dennoch als Titelverteidigerin an. Rembrandt verletzte sich während des Wettbewerbs, woraufhin Uphoff ihn aus dem Wettbewerb zurückzog. Im selben Jahr verabschiedete sie Rembrandt aus dem Sport.
1997 erhielt sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.<ref>Verdienstordenträgerinnen und -träger seit 1986. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. März 2019; abgerufen am 11. März 2017.</ref>
Nach Stationen auf dem Gestüt Vorwerk in Cappeln, der Landeslehrstätte in Vechta und auf dem Gutshof Glückauf in Hünxe trainiert sie ihre Pferde seit Juni 2005 in einer Reitsportanlage im Raum Duisburg.
Nach der Geburt ihres ersten Kindes hatte Uphoff ab 2004 die Gelegenheit, mehrere iberische Pferde zu reiten und auszubilden. Hierzu zählen Oteo, mit dem sie erneut bis auf Grand-Prix-Level ritt und Relampago do Retiro, der später unter Hayley Beresford bei den Olympischen Spielen 2008 startete. Im Jahr 2007 beendete sie aufgrund ihrer zweiten Schwangerschaft ihre reiterlichen Aktivitäten, die Pferde gingen deshalb an deren Eigner zurück.<ref name=Oteo><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Oteo, ein Traumpferd ( vom 16. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref> Sie selbst begründete dies in einem Interview:<ref>InRide People: Nicole Uphoff und Andreas Selke (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2021. Suche im Internet Archive ), InRide-Ausgabe November 2007, Seiten 8 ff.</ref>
„Ich habe 20 Jahre nur für den Turniersport gelebt. ... Nun möchte ich meine Familie leben und genießen. Ich möchte meine Kinder nicht in Obhut geben, um zu reiten.“
Im privaten Bereich reitet Nicole Uphoff jedoch noch. So wurde ihr einige Wochen nach der Geburt ihres zweiten Kindes ein Pferd vermittelt mit dem Ziel, wieder im Leistungssport aktiv zu werden. Hiervon sah sie jedoch ab mit der Begründung, dass sie in den Spitzen-Reitsport das Vertrauen verloren habe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Riverdance: Eine Primaballerina als Hobbypferd ( vom 10. September 2015 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Auszug aus einer Homestory über Nicole Uphoff ( vom 16. Oktober 2011 im Internet Archive), ursprünglich in der Reiter Revue International veröffentlicht</ref>
Mit dem Reitsport ist sie noch über einen seit 1991 bestehenden Jugend-Cup im Rheinland verbunden, für den seit einigen Jahren die Firma der Familie Uphoff-Selke Titelsponsor ist.<ref>Charity</ref> Zudem steht sie dem Fernsehen vereinzelt, so beim CHIO Aachen, als Expertin zur Verfügung.
Pferde
Duisburg Homberger Reiterverein
- Rembrandt (* 1977; † 2001), Westfalenwallach, Vater: Romadour II, Muttervater: Angelo
- Grand Gilbert 5 (* 1982; † 2012), Rheinischer Fuchswallach, Vater: Glücksklee, Muttervater: Dilettant<ref>Berti – der Kür-Spezialist</ref><ref>FEI-Pferdedatenbank: Grand Gilbert (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
- Sir Lenox (* 1984; † 1998), brauner Hannoveranerwallach, Vater: Shogun xx<ref>Sir Lenox, ein Pferd mit sieben Siegeln</ref><ref>FEI-Pferdedatenbank: Sir Lenox (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
- Oteo (* 1998), Pura-Raza-Española-Schimmelhengst, Vater: Binguero<ref name=Oteo/><ref>FEI-Pferdedatenbank: Oteo (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
- Relampago do Retiro (* 1997; † 2011), brauner Lusitano-Hengst, Vater: Luar, Muttervater: Argonauta, im Juni 2011 aufgrund schwerer Verletzungen durch einen Verkehrsunfall eingeschläfert<ref>FEI-Pferdedatenbank: Relampago do Retiro (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref>Unfall auf L 822: Zwei-Millionen-Pferd eingeschläfert, Soester Anzeiger, 28. Juni 2011</ref>
- Waldfee (* 1973; † 2005), dunkelbraune Stute, bis 1977
- Askan (* 1973; † 2004), brauner holländischer Wallach
- Freudentänzer (* 1984; † 2014), brauner Westfalen Hengst, Vater: Frühlingstraum II, Muttervater: Sioux
- Riverdance (* 2001), braune Stute, Vater: Rheingau, Muttervater: Romadour II
Erfolge
- Olympische Spiele
- Goldmedaille (Mannschaft): 1988, 1992
- Goldmedaille (Einzelbewerb): 1988, 1992
- Weltmeisterschaften
- Goldmedaille (Mannschaft): 1990, 1994
- Goldmedaille (Einzelbewerb): 1990
- Silbermedaille (Einzelbewerb): 1994
- Europameisterschaften
- Goldmedaille (Mannschaft): 1989, 1991, 1995
- Goldmedaille (Einzelbewerb): 1989
- Silbermedaille (Einzelbewerb): 1991
- Deutsche Meisterschaften
- Goldmedaille: 1988, 1989, 1993
- Silbermedaille: 1994, 1995
- Bronzemedaille: 1996
- Europameisterschaften der Jungen Reiter
- Goldmedaille (Mannschaft): 1987
- Goldmedaille (Einzelbewerb): 1987
Siehe auch
Weblinks
- Literatur von und über Nicole Uphoff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Nicole Uphoff
Einzelnachweise
<references/>
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1912: Schweden Carl Bonde | 1920: Schweden Janne Lundblad | 1924: Schweden Ernst Linder | 1928: Datei:Flag of Germany (3-2).svg Carl-Friedrich von Langen | 1932: Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Xavier Lesage | 1936: Datei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Heinz Pollay | 1948: Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Hans Moser | 1952: Schweden Henri Saint Cyr | 1956: Schweden Henri Saint Cyr | 1960: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sergei Filatow | 1964: Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Henri Chammartin | 1968: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Iwan Kisimow | 1972: Datei:Flag of Germany.svg Liselott Linsenhoff | 1976: Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Christine Stückelberger | 1980: Österreich Elisabeth Max-Theurer | 1984: Datei:Flag of Germany.svg Reiner Klimke | 1988: Datei:Flag of Germany.svg Nicole Uphoff | 1992: Deutschland Nicole Uphoff | 1996: Deutschland Isabell Werth | 2000: Niederlande Anky van Grunsven | 2004: Niederlande Anky van Grunsven | 2008: Niederlande Anky van Grunsven | 2012: Vereinigtes Königreich Charlotte Dujardin | 2016: Vereinigtes Königreich Charlotte Dujardin | 2020: Deutschland Jessica von Bredow-Werndl | 2024: Deutschland Jessica von Bredow-Werndl
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Olympiasieger im Dressurreiten (Mannschaft)<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
1966: Josef Neckermann | 1970: Jelena Wladimirowna Petuschkowa | 1974: Reiner Klimke | 1978: Christine Stückelberger | 1982: Reiner Klimke | 1986: Anne Grethe Jensen | 1990: Nicole Uphoff | 1994: Isabell Werth (Spécial) und Anky van Grunsven (Kür) | 1998: Isabell Werth | 2002: Nadine Capellmann | 2006: Isabell Werth (Spécial) und Anky van Grunsven (Kür) | 2010: Edward Gal (Spécial und Kür) | 2014: Charlotte Dujardin (Spécial und Kür) | 2018: Isabell Werth (Spécial) | 2022 Charlotte Fry (Spécial und Kür) Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Weltmeister im Dressurreiten (Mannschaft)Vorlage:Klappleiste/Anfang
1963/65: Henri Chammartin | 1967: Reiner Klimke | 1969/71: Liselott Linsenhoff | 1973: Reiner Klimke | 1975/77: Christine Stückelberger | 1979: Elisabeth Max-Theurer | 1981: Uwe Schulten-Baumer jun. | 1983: Anne Grethe Jensen | 1985: Reiner Klimke | 1987: Margit Otto-Crépin | 1989: Nicole Uphoff | 1991: Isabell Werth (Spécial) und Sven Rothenberger (Kür) | 1993: Isabell Werth (Spécial) und Nicole Uphoff (Kür) | 1995/97: Isabell Werth | 1999: Anky van Grunsven | 2001/03: Ulla Salzgeber | 2005: Anky van Grunsven
2007: Isabell Werth | 2009/11: Adelinde Cornelissen | 2013/15: Charlotte Dujardin | 2017/2019: Isabell Werth | 2021/23: Jessica von Bredow-Werndl
2007: Anky van Grunsven | 2009: Edward Gal | 2011: Adelinde Cornelissen | 2013/15: Charlotte Dujardin | 2017/2019: Isabell Werth | 2021/23: Jessica von Bredow-Werndl Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Europameister im Dressurreiten (Mannschaft)Vorlage:Klappleiste/Anfang Damen – 1959: Madeleine Winter | 1960 bis 1963: Rosemarie Springer | 1964: Ines von Badewitz | 1965: Rosemarie Springer | 1966 und 1967: Vroni Meier-Johann | 1969: Ilsebill Becher | 1970: Karin Schlüter | 1971: Liselott Linsenhoff | 1973 bis 1975: Karin Schlüter | 1977: Gabriela Grillo | 1978: Ilsebill Becher | 1979 bis 1983: Gabriela Grillo | 1984: Gabriele Disterer | 1985: Ingeborg Fischer | 1986 und 1987: Gina Capellmann | 1988 und 1989: Nicole Uphoff | 1990: Monica Theodorescu | 1991 und 1992: Isabell Werth | 1993: Nicole Uphoff | 1994: Karin Rehbein | 1995 bis 1998: Isabell Werth | 1999: Nadine Capellmann-Biffar | 2000: Ulla Salzgeber | 2001 und 2002: Nadine Capellmann | 2003 und 2004: Ulla Salzgeber | 2005 und 2006: Heike Kemmer | 2007 und 2008: Isabell Werth
Herren – 1959 bis 1961: Willi Schultheis | 1962: Josef Neckermann | 1963: Walter Günther | 1966: Harry Boldt | 1967: Reiner Klimke | 1969: Josef Neckermann | 1970: Wolfgang Haug | 1971: Josef Neckermann | 1973: Harry Boldt | 1974: Josef Neckermann | 1975: Reiner Klimke | 1977: Harry Boldt | 1978: Reiner Klimke | 1979 und 1980: Uwe Schulten-Baumer jun. | 1981: Reiner Klimke | 1982: Uwe Schulten-Baumer jun. | 1983 bis 1986: Reiner Klimke | 1987: Johann Hinnemann | 1988: Reiner Klimke | 1989 und 1990: Sven Rothenberger | 1991 bis 1993: Klaus Balkenhol | 1994: Martin Schaudt | 1995 und 1996: Klaus Balkenhol | 1997: Martin Schaudt | 1998 und 1999: Jürgen Wirths | 2000: Michael Klimke | 2001: Rudolf Zeilinger | 2002 und 2003: Klaus Husenbeth | 2004: Martin Schaudt | 2005: Hubertus Schmidt | 2006: Klaus Husenbeth | 2007: Hubertus Schmidt | 2008: Matthias A. Rath
Grand Prix Spécial – 2009: Isabell Werth | 2010: Isabell Werth | 2011: Matthias A. Rath | 2012 und 2013: Helen Langehanenberg | 2014 und 2015: Kristina Sprehe | 2016 und 2017: Isabell Werth | 2018: Sönke Rothenberger | 2019: Dorothee Schneider | 2020 und 2021: Jessica von Bredow-Werndl | 2022: Dorothee Schneider | 2023 und 2024: Jessica von Bredow-Werndl
Grand Prix Kür – 2009: Matthias A. Rath | 2010: Isabell Werth | 2011: Matthias A. Rath | 2012 und 2013: Helen Langehanenberg | 2014 und 2015: Kristina Sprehe | 2016: Dorothee Schneider | 2017: Isabell Werth | 2018: Sönke Rothenberger | 2019 und 2020: Isabell Werth | 2021: Jessica von Bredow-Werndl | 2022: Isabell Werth | 2023 und 2024: Jessica von Bredow-Werndl Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Uphoff, Nicole |
| ALTERNATIVNAMEN | Uphoff-Selke, Nicole (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Dressurreiterin |
| GEBURTSDATUM | 25. Januar 1967 |
| GEBURTSORT | Duisburg |
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