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Josef Hader

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Datei:Österreichischer Filmpreis 2025 - Josef Hader BHO-3719.jpg
Josef Hader beim Österreichischen Filmpreis 2025

Josef Hader (* 14. Februar 1962 in Waldhausen im Strudengau, Oberösterreich) ist ein österreichischer Kabarettist, Schauspieler, Autor und Filmregisseur. Er gilt als erfolgreichster Kabarettist Österreichs<ref>Josef Hader (59) im Bild-Interview. Abgerufen am 26. November 2021.</ref><ref>Kurier - Josef Hader erzählt im Interview über Lampenfieber und Kurzsichtigkeit. Abgerufen am 26. November 2021.</ref><ref>Merkur.de - Josef Hader übers Regiedebüt und seine eiskalte Rolle. Abgerufen am 8. April 2022.</ref><ref>Kabarett.ch - Josef Hader erhält den «Schweizer Kabarett-Preis Cornichon». Abgerufen am 28. März 2025.</ref><ref>Die Krone der Schöpfung, der Wolf, der Mensch. Abgerufen am 28. März 2025.</ref>, der auch als Hauptdarsteller und Drehbuchautor für einige der erfolgreichsten österreichischen Filmproduktionen mitverantwortlich war. 2017 gab er mit Wilde Maus sein Debüt als Filmregisseur.

Leben und Karriere

Frühe Jahre und Anfänge der Karriere

Josef Hader wurde 1962 in Waldhausen im Strudengau im Unteren Mühlviertel geboren. Er wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Nöchling im Waldviertel auf und wurde dann im Bischöflichen Knabenseminar des Klosters Melk erzogen.<ref>Alles bääh! In: Die Zeit, Nr. 25, 14. Juni 1991, S. 53.</ref> Seine Matura legte er in dem damit verbundenen Stiftsgymnasium Melk ab,<ref>Josef Hader im Munzinger-Archiv, abgerufen am 5. Dezember 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> wo er erste Kabarettversuche wagte.<ref> Sein Musiklehrer dort war Pater OSB Bruno Brandstetter. Biographie. In: Josef Hader. 29. September 2016, abgerufen am 2. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Trotz oder gerade wegen dieser Vergangenheit beschreibt er seine Beziehung zu Religion und Kirche als „Hassliebe“. Obwohl Hader nach eigener Aussage immer eine gewisse Sympathie für die katholische Kirche hegte, da er dort die ersten „Linken“ kennengelernt habe, bezeichnete er den Austritt als vielleicht notwendigen Schritt, „weil Fehltritte der Kirche derzeit so konsequent passieren, dass sie sich ständig ins neunzehnte Jahrhundert zurückversetzt“.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Der Knochenmann:" Interview mit dem österreichischen Kult-Star Josef Hader (Memento vom 7. März 2009 im Internet Archive) spielfilm.de, 5. März 2009, zuletzt abgerufen am 16. Jänner 2016.</ref> Während der Klosterinternatszeit war er Mitglied des Schultheaters und begann ab 1980 als Kabarettist vor Mitschülern aufzutreten.

Nach der Matura leistete Hader seinen Zivildienst beim Roten Kreuz und begann ein Lehramtsstudium (Germanistik und Geschichte). 1982 schrieb er sein erstes Kabarettprogramm Fort Geschritten, welches er vor allem in niederösterreichischen Gaststätten und Wiener Fußgängerzonen zum Besten gab. Als Hader 1985 für sein zweites Bühnenprogramm Der Witzableiter und das Feuer – mit dem ehemaligen Mitschüler Otto Lechner am Klavier – mit dem begehrten Salzburger Stier ausgezeichnet wurde, brach er sein Studium zugunsten des Kabaretts endgültig ab. Es folgten die Programme Im milden Westen (1986) und Tausche Witze gegen Geld (1987). Ein Jahr später erhielt Hader den Förderpreis des Österreichischen Kleinkunstpreises.

Kabarett

Datei:Josef Hader.JPG
Josef Hader 2012

Der Durchbruch folgte 1988 mit Biagn oder Brechen. Erstmals entfernte sich Hader von dem damals gängigen politischen Nummernkabarett und bewegte sich hin zu der Form eines kabarettistischen Einakters. 1990 erhielt er den Deutschen Kleinkunstpreis für Bunter Abend (1990). Mit den Programmen Im Keller (1993) und Privat (1994) entwickelte er das Kabarett zu einer Art Erzählung oder Monolog weiter. Beim Monolog wird die Publikumszuwendung des Künstlers noch verstärkt, da er den Zusehern scheinbar nicht mehr als Darsteller gegenübertritt. Er übernimmt die Funktion eines neutralen Erzählers, womit sich kein Gesprächspartner nachweisen lässt und das Publikum sich automatisch angesprochen fühlt. Er sitzt da und erzählt aus seinem Leben, angefangen bei der Geburt. In seinem Programm Im Keller führte er Gespräche mit einem Handwerker, der sich angeblich im Zuschauerraum befand. Dadurch entstand ein fiktiver Dialog, gekennzeichnet durch Nachfragen und Wiederholungen. Sein Programm Privat wurde mit etwa 500.000 Zusehern<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Premiere: Hader spielt Hader in Berlin (Memento vom 1. März 2016 im Internet Archive) Kulturpicker – das Onlinemagazin für Kulturelles</ref> das erfolgreichste Kabarettprogramm Österreichs.

In seinem Programm Hader muss weg (2004) ließ der Künstler die Grenzen zwischen Kabarett und Schauspiel verschwimmen. Hader schlüpfte auf der Bühne in insgesamt sieben Rollen – allesamt tragische Charaktere, von denen am Ende drei tot sind. Im beigen Trenchcoat verkörperte Hader die unterschiedlichsten Typen ausschließlich durch Variation von Mimik, Gestik und Sprache.

Seit 1997 geht Hader mit seinem Best-of-Programm Hader spielt Hader, das 2011 neu konzipiert wurde, auf Tournee durch den deutschsprachigen Raum. 2011 wurde er mit dem Bayerischen Kabarettpreis<ref>Bayrischer Kabarettpreis www.br.de</ref> und dem Göttinger Elch<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Josef Hader mit Göttinger Elch ausgezeichnet (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) www.news.de</ref> ausgezeichnet.

Aufgrund seiner Erfolge in Deutschland gilt er gemeinhin als Österreichs berühmtester Kabarettist.<ref>Über die Lust, einen blöden Mann auf die Bühne zu bringen. Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2010, abgerufen am 28. März 2025.</ref>

1991 schrieb er gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Alfred Dorfer das tragikomische Theaterstück Indien, dem großer Erfolg beschieden war. Es erzählt die Geschichte der beiden Gastronomie-Inspektoren Kurt Fellner und Heinzi Bösel, die auf einer Dienstreise durch die Provinz trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere Freunde werden. Für das Werk erhielten die beiden Künstler den Österreichischen Kleinkunstpreis.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.mediathek.atKleinkunstpreis (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ) www.mediathek.at</ref> Die zwei Jahre später erfolgte Verfilmung unter der Regie von Paul Harather überbot den Erfolg des Theaterstücks noch bei weitem – Indien (unter anderem ausgezeichnet mit dem Max-Ophüls-Preis und dem Österreichischen Filmpreis) wurde zu einem der erfolgreichsten und bekanntesten österreichischen Filme, der bald Kultstatus erreichte und den beiden Hauptdarstellern zu noch größerer Bekanntheit verhalf. Hader hat seine Filmarbeit bis heute fortgesetzt.

Im Juni 2021 präsentierte er sein Kabarettprogramm Hader on Ice, für welches er mit dem Deutschen Kleinkunstpreis<ref>Josef Hader bekommt deutschen Kleinkunstpreis. Abgerufen am 28. Juli 2022.</ref> und dem Österreichischen Kabarettpreis<ref>Österreichischer Kabarettpreis 2022 geht an Josef Hader. Abgerufen am 28. Juli 2022.</ref> ausgezeichnet wurde. Die Premiere fand statt im Wiener Stadtsaal.<ref name="ds2000127322224">Stefan Weiss: Josef Hader: Toxische Babyboomer, eiskalt aufs Korn genommen. In: DerStandard.at. 10. Juni 2021, abgerufen am 11. Juni 2021.</ref>

Film

Aufgrund seiner Popularität als Kabarettist wurde Hader schnell zu einem gefragten Schauspieler. Allerdings ist er seit jeher nur in verhältnismäßig wenigen Filmen zu sehen, „weil ich nicht so viele Angebote bekomme, die mich interessieren“. So konzentriere er sich hauptsächlich auf wenige Projekte, „wo ich auch am Drehbuch mitarbeiten kann oder wo mich die Rolle so richtig anspringt“.<ref>Josef Hader, die Skyline & die Filme</ref><ref>Herr Hader, die Skyline & die Filme | - Frankfurter Neue Presse - Fra… 11. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Februar 2013; abgerufen am 2. April 2021.</ref>

Datei:Das ewige Leben Wien-Premiere 2015 red carpet10 Nora von Waldstätten Josef Hader Wolfgang Murnberger Wolf Haas.jpg
Wolf Haas, Josef Hader, Nora von Waldstätten und Wolfgang Murnberger bei der Premiere von Das ewige Leben (2015)

Starruhm als Schauspieler erlangte Hader unter anderem durch die Rolle des Simon Brenner in den Verfilmungen der Brenner-Krimis von Wolf Haas unter der Regie von Wolfgang Murnberger. Bei den bisher erschienenen Brenner-Filmen Komm, süßer Tod (2000), Silentium (2004), Der Knochenmann (2009) und Das ewige Leben (2015) war Hader zusammen mit Haas und Murnberger auch als Drehbuchautor tätig.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lesetipps zu Josef Hader (Memento vom 26. April 2014 im Internet Archive) www.arte.tv</ref> Sowohl der kommerzielle Erfolg als auch das Lob der Kritiker begleiteten alle vier bisher erschienenen Filme. Im Unterschied zu früheren Filmen mit bekannten Kabarettisten aus Österreich (etwa Hinterholz 8, Muttertag) waren die Brenner-Filme auch in den Kinos im europäischen Ausland, vor allem in Frankreich und Deutschland, erfolgreich.

Wiederholt arbeitete Hader auch an der Seite von Regisseur David Schalko, mit dem er 2010 das gemeinsame Projekt Aufschneider realisierte. In dem von Superfilm für ORF und arte produzierten TV-Zweiteiler verkörperte Hader den liebenswerten, zynisch-misanthropischen Pathologen Dr. Hermann Fuhrmann. Zudem verfasste Hader zusammen mit Schalko das Drehbuch.<ref>David Schalko: Es gibt keine Tabubrüche mehr Kleine Zeitung</ref> Des Weiteren fungierte er als Schauspieler in Schalkos Filmen Heaven (2006) und Wie man leben soll (2011).

Als Komm, süßer Tod als meistbesuchter österreichischer Kinofilm des Jahres 2000 bzw. Der Knochenmann 2010 für das beste Drehbuch eines Kinofilms mit dem Fernsehpreis Romy ausgezeichnet wurde, weigerte sich Hader, den Preis entgegenzunehmen, mit der Bemerkung, er nehme grundsätzlich keine Beliebtheitspreise an.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/winter.kleinezeitung.atRomy-Verleihung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ) Kleine Zeitung</ref><ref>Josef Hader im Interview bei Live act TV Ein Projekt der Live act Akademie</ref>

Für seine schauspielerische Leistung in dem Film Ein halbes Leben von Nikolaus Leytner wurde Hader 2009 mit dem Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler<ref>Josef Hader erhält deutschen Fernsehpreis, Kleine Zeitung, 26. September 2009, abgerufen am 26. Juli 2018.</ref> und 2010 zusammen mit Nikolaus Leytner und Franziska Walser mit dem Adolf-Grimme-Preis<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grimme-Institut (Memento vom 21. August 2014 im Internet Archive)</ref> ausgezeichnet. Ebenso erhielt er 2010 eine Nominierung für die Goldene Kamera in der Kategorie Bester deutscher Schauspieler.<ref>Josef Hader für Goldene Kamera nominiert oe24</ref>

2017 erschien der Film Wilde Maus, mit dem Hader sein Debüt als Filmregisseur gab.<ref>orf.at - „Spannendster Filmstart“ für Hader. Artikel vom 7. Jänner 2017, abgerufen am 7. Jänner 2017.</ref><ref>orf.at - Josef Hader erstmals als Regisseur. Artikel vom 31. Oktober 2015, abgerufen am 7. Jänner 2017.</ref> Die Premiere erfolgte im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo der Film in den Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen wurde.<ref>Profil bei berlinale.de (abgerufen am 1. Februar 2017).</ref>

Für seine Rolle als Stefan Zweig im Film Vor der Morgenröte (2016) wurde er für den Europäischen Filmpreis 2017 und den Österreichischen Filmpreis 2017 als bester Darsteller nominiert.<ref>Tiroler Tageszeitung: Josef Hader als bester Schauspieler Europas nominiert. Artikel vom 4. November 2017, abgerufen am 5. März 2020.</ref> 2020 erhielt er den Österreichischen Filmpreis in der Kategorie Beste männliche Nebenrolle für seine Rolle in Nevrland. 2025 wurde Hader für die Darstellung des Lehrers Franz in dem Film Andrea lässt sich scheiden mit dem Ernst-Lubitsch-Preis für die beste komödiantische Leistung geehrt.<ref>Österreicher Josef Hader erhält Ernst-Lubitsch-Preis. In: faz.net. 23. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

Seit 1988 stand er bislang in über 40 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Privates

Hader, der sein Privatleben allgemein konsequent von der Öffentlichkeit abschirmt, ist Lebensgefährte der Schauspielerin Pia Hierzegger, mit der er in Der Knochenmann, Aufschneider, der ORF-Stadtkomödie Die Notlüge und für Wilde Maus gemeinsam vor der Kamera stand.<ref>Kleine Zeitung: Josef Hader: "Privates spielt beim Drehen keine Rolle". Artikel vom 29. Jänner 2017, abgerufen am 30. Jänner 2017.</ref> Er hat zwei Söhne<ref>Josef Hader im Interview – Jeder Mensch ist eine Ich-AG Frankfurter Rundschau, 19. April 2010, abgerufen am 6. April 2019</ref> und lebt in Wien.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wissen.de: Josef Hader (Memento vom 28. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>

Kabarett-Programme

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Soloprogramme

  • 1982: Fort Geschritten
  • 1985: Der Witzableiter und das Feuer
  • 1986: Im milden Westen
  • 1987: Tausche Witze gegen Geld
  • 1988: Biagn oder Brechen
  • 1990: Bunter Abend
  • 1993: Im Keller
  • 1994: Privat
  • 1997: Hader spielt Hader – Nummern aus 5 Programmen
  • 2004: Hader muss weg
  • 2011: Hader spielt Hader – Nummern aus 5 Programmen (neu konzipiert)
  • 2021: Hader on Ice

In Zusammenarbeit mit anderen Kabarettisten

Theaterstücke

  • 1991: Indien (mit Alfred Dorfer) – Autor und Darsteller; Bühnenregie: Petra Dobetsberger
  • 2006: Husten – Autor

Filmografie

Schauspieler

Kinofilme, wenn nicht anders angegeben

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Drehbuchautor

Regisseur und Drehbuchautor

Sonstiges

Auszeichnungen und Nominierungen

Datei:Josef Hader Hildebrandtpreis 2017-6.JPG
Dieter-Hildebrandt-Preis 2017 an Josef Hader durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (links)

Literatur

  • Andreas Ungerböck: Josef Hader: Filme und mehr, Schüren-Verlag, Marburg 2017, ISBN 978-3-89472-850-2.

Weblinks

Commons: Josef Hader – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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