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Triazine

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Triazine
Name 1,2,3-Triazin 1,2,4-Triazin 1,3,5-Triazin
Andere Namen v-Triazin
vic-Triazin
as-Triazin
asym-Triazin
s-Triazin
sym-Triazin
Strukturformel Datei:1,2,3-Triazin - 1,2,3-triazine.svg Datei:1,2,4-Triazin - 1,2,4-triazine.svg Datei:1,3,5-Triazin - 1,3,5-triazine.svg
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
EG-Nummer 808-989-8 206-028-1
ECHA-Infocard Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA
PubChem 123047 67520 9262
Wikidata Q27117364 Q27117363 Q751744
Summenformel C3H3N3
Molare Masse 81,08 g·mol−1
Aggregatzustand fest flüssig fest
Kurzbeschreibung blassgelbes Öl<ref name="Römpp" /> farblose, stark lichtbrechende,
rhomboedrische Kristalle<ref name="Römpp" />
Schmelzpunkt 70 °C<ref name="Neunhoeffer">Neunhoeffer, H.; Clausen, M.; Voetter, H.–D.; Ohl, H.; Krueger, C.; Angermund, K.: 1,2,3‐Triazine, III Synthese von N‐Aminopyrazolen und deren Oxidation zu 1,2,3‐Triazinen. Molekülstruktur des 1,2,3‐Triazins in Liebigs Ann. Chem. 1985, 1732–1751, doi:10.1002/jlac.198519850903.</ref> 17 °C<ref name="Römpp">Eintrag zu Triazine. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> 86 °C<ref name="Römpp" />
Siedepunkt 156 °C<ref name="Römpp" /> 114 °C<ref name="Römpp" />
Dichte 1,448 g·cm−3<ref name="Neunhoeffer" /> 1,38 g·cm−3<ref name="Römpp" />
Löslichkeit löslich in Ethanol, Diethylether;
Zersetzung in Wasser<ref name="Römpp" />
GHS-
Kennzeichnung
Gefahrensymbol

Achtung<ref>Vorlage:CL Inventory/nicht harmonisiertFür diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Vorlage:Linktext-Check im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum</ref>
keine Einstufung verfügbar
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
H- und P-Sätze 302​‐​315​‐​319​‐​335 siehe oben 302​‐​315​‐​318​‐​335
? siehe oben 261​‐​280​‐​305+351+338

Als Triazine wird eine Gruppe chemischer Verbindungen bezeichnet, deren Grundstruktur ein aromatischer Heterocyclus ist, der drei Stickstoff­atome im sechsgliedrigen Ringsystem enthält.

Die unsubstituierten Stammverbindungen haben nur eine geringe Bedeutung. Von den substituierten Derivaten kommt den symmetrischen 1,3,5-Triazinen, bei denen der Sechsring aus jeweils drei abwechselnd angeordneten Kohlenstoff- und Stickstoffatomen besteht, vor allem als vielseitige Bausteine für weitere Synthesen Bedeutung zu.

Geschichte

Das erste kommerziell genutzte Triazin war das Fungizid Anilazin (1953).<ref>Patent US2720480A: Fungicidal compositions and method of using same. Angemeldet am 17. Juli 1953, veröffentlicht am 11. Oktober 1955, Anmelder: Ethyl Corp., Erfinder: Calvin N. Wolf.</ref> Darauf folgten die Triazin-Herbizide aus der Gruppe der Chlordiaminotriazine, die 1954 von J. R. Geigy (heute: Novartis) zum Patent angemeldet wurden.<ref>Patent US2891855A: Compositions and methods for influencing the growth of plants. Angemeldet am 12. Januar 1955, veröffentlicht am 23. Juni 1959, Anmelder: J. R. Geigy AG, Erfinder: Enrico Knusli.</ref>

Später kamen die Methylmercaptodiaminotriazine (Triatryne) und die Methoxydiaminotriazine (Triatone) dazu.

Eigenschaften

Das cyclische Trimer der Blausäure 1,3,5-Triazin zersetzt sich erst oberhalb von 600 °C in Blausäure, Stickstoff und Kohlendioxid.<ref name="Roth_Weller">L. Roth, U. Weller: Gefährliche Chemische Reaktionen, Eintrag für 1,3,5-Triazin, Stand 72. Ergänzungslieferung 3/2014, ecomed Verlag Landsberg/Lech, ISBN 978-3609195872.</ref>

Verwendung

Mehrere Triazine, wie Atrazin und Simazin, waren als wirksame Herbizide vor allem im Maisanbau weit verbreitet, sind aber heute aufgrund ihrer grundwassergefährdenden Persistenz in der EU verboten. Das Umweltverhalten (Bioakkumulation, Adsorption, Toxizität) ist je nach chemischer Struktur und Seitenkette stark unterschiedlich.<ref>R. Kornmayer, B. Streit: Adsorption und Anreicherung von Atrazin und seinen Abbauprodukten an Flußwassersediment. In: Arch. Hydrobiol. Suppl. 55, 1978. S. 186–210.</ref><ref>B. Streit: Uptake, accumulation and release of organic pesticides by benthic invertebrates. 3. Distribution of 14C-atrazine and 14C-lindane in an experimental 3-step food chain microcosm. Arch. Hydrobiol./ Suppl. 55: 374–400 (1979).</ref>

Auch zahlreiche andere bedeutsame chemische Zwischenprodukte enthalten die Triazinstruktur. So enthalten zum Beispiel viele Reaktivfarbstoffe chlor- oder fluorsubstituierte Triazine als „reaktive Anker“: Der Chromophor wird an den Triazinring gebunden, der dann beim Färbeprozess unter alkalischen Bedingungen mit einer OH-Gruppe der Cellulose (Baumwolle) unter HCl-Abspaltung reagiert. Dabei wird der Farbstoff über eine kovalente chemische Bindung an die Baumwollfaser gebunden, woraus eine hohe Waschechtheit resultiert.

Derivate (Auswahl)

Datei:Simazine Structural Formulae .V.1.svg
Simazin, ein Chlordiaminotriazin
Datei:Ametryn v2.svg
Ametryn, ein Triatryn
Datei:Terbumetone Structural Formula V.1.svg
Terbumeton, ein Triaton

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein