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Santiago Calatrava

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Datei:Santiago Calatrava (cropped).jpg
Santiago Calatrava (2010)
Datei:Cross Calatrava.svg
Santiago Calatrava führt das Wappen des Ordens von Calatrava auf seinem privaten Briefpapier

Santiago Calatrava Valls (* 28. Juli 1951 in Valencia) ist ein spanisch-schweizerischer<ref>Eine Lanze für die Schönheit - WELT. Abgerufen am 29. Dezember 2024.</ref><ref>Santiago Calatrava mit europäischem Architekturpreis geehrt. Abgerufen am 29. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Architekt, Bauingenieur und Künstler.

Leben

Santiago Calatrava Valls, einem spanischen Adelsgeschlecht entstammend, wurde im Stadtteil Benimàmet in Valencia geboren. Er absolvierte die Schule und das Gymnasium in seiner Heimatstadt. Danach studierte er dort von 1969 bis 1973 Architektur an der Escuela Técnica Superior de Arquitectura mit einem Nachdiplomstudium in Urbanistik, und anschließend von 1975 bis 1979 Bauingenieurwesen an der ETH Zürich. 1981 wurde Calatrava mit dem Thema Zur Faltbarkeit von Fachwerken an der ETH Zürich bei Herbert Kramel promoviert. Im Jahr 1992 erhielt er die Goldmedaille der Institution of Structural Engineers.

1980 eröffnete er in Zürich sein Büro Santiago Calatrava AG. Ein zweites Büro wurde 1989 in Paris eröffnet. Später folgte ein weiteres in Valencia, das 2012 geschlossen wurde. 2012 verlegte er den Geschäftssitz seiner Vermögensverwaltung Calatrava & Family Investments in die Schweiz<ref>Stararchitekt Calatrava verlegt Vermögensverwaltung. 18. Dezember 2012, abgerufen am 25. Februar 2024.</ref> und gründete die Calatrava Immobilien AG. 2009 bis 2020 betrieb er in Zürich die En Archi AG.<ref>Meldungen En Archi AG in Liquidation - Zürich. Abgerufen am 2. März 2021.</ref>

Calatrava lebt und arbeitet in Zürich und New York.<ref>Peer Teuwsen: «Zürich hat für mich den Charakter eines Klosters». In: Neue Zürcher Zeitung. 14. November 2015, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 25. Februar 2024]).</ref>

Wirken

Dank seiner ingenieurtechnischen Kenntnisse spezialisierte sich Calatrava auf die Konstruktion von Brücken. Berühmt geworden ist der Puente del Alamillo in Sevilla, eine Schrägseilbrücke, die der Architekt für die Expo 92 entwarf. Calatrava ist zudem bekannt für Um- und Neubauten oft futuristisch wirkender Bahnhöfe: Bahnhof Zürich Stadelhofen (1990), eines seiner bedeutendsten Frühwerke,<ref>Stefan Hotz: Santiago Calatrava fürchtet um sein Frühwerk Stadelhofen. NZZ, abgerufen am 2. März 2021.</ref> Bahnhof Liège-Guillemins (2009), Bahnhof Lyon-Saint-Exupéry TGV (1994), PATH (2016). Ein neuer Calatrava-Bau beim Zürcher Bahnhof Stadelhofen, in Form eines Dreiecks, soll 2025[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} fertig sein.<ref>Adi Kälin: Calatrava-Bau beim Bahnhof Stadelhofen soll Ende 2022 fertiggestellt sein. NZZ, abgerufen am 2. März 2021.</ref>

In der Kombination seines Ingenieurwissens mit einem funktionalen, organisch-futuristischen Designansatz projektiert Calatrava immer wieder technisch spektakuläre Bauwerke. Die meisten seiner Bauten fallen durch die skulpturale Wirkung ihres Tragwerks auf. Oftmals werden Parallelen zu natürlichen Strukturen (Blattwerk, Skelette oder Flügel) gezogen. Die elegante Formsprache macht seine Werke sofort wiedererkennbar, wird aber von Kritikern bemängelt, da die Aufgabe und Funktion des jeweiligen Gebäudes nicht ablesbar ist. Beim breiten Publikum sind seine Bauwerke jedoch im Allgemeinen beliebt. Oft zeichnet Calatrava erste Vorentwürfe seiner Bauwerke in stilisierter Form von Tieren als grobe Skizzen und vereinfacht diese schrittweise, bis ein grober Entwurf des Bauwerks erkennbar ist. Diese Skizzen werden meist auch veröffentlicht.

Calatrava entwarf am Ground Zero in New York den Umsteigebahnhof (World Trade Center (PATH-Station)) mit einer „Oculus“ genannten charakteristischen Halle, der im März 2016 eröffnet wurde – unter fachlicher wie medialer Kritik, da die Kosten von zwei auf fast vier Milliarden US-Dollar gestiegen waren und sich der Bau jahrelang verzögert hatte.<ref>How Cost of Train Station at World Trade Center Swelled to $4 Billion (Published 2014). 2. Dezember 2014 (nytimes.com [abgerufen am 29. Dezember 2024]).</ref> Das wirkte sich auf Calatravas Ruf in den USA aus, wo er seitdem keine Aufträge mehr erhalten hat.<ref>World Trade Center Station’s Troubles Take Toll on Architect - WSJ. 21. Mai 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>

Ebenfalls am Ground Zero gewann Calatrava den Wettbewerb für den Nachfolgebau der zerstörten griechisch-orthodoxen St. Nicholas Church. Am 14. Oktober 2014 wurden am 9/11 Memorial die Fundamente des St. Nicholas National Shrine geweiht;<ref>The Reconstruction of St. Nicholas National Shrine at the World Trade Center - Building - St. Nicholas National Shrine. 24. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2016; abgerufen am 18. Januar 2023.</ref> bei dem Anlass führte Calatrava aus, dass er für die Kirche auf das Vorbild der Hagia Sophia zurückgreife: Diese bilde – ähnlich wie der Parthenon für die klassische Architektur der Antike – das Paradigma orthodoxer Architektur; die Hagia Sophia sei für ihn der „Parthenon der Orthodoxie“. Die neobyzantinische Kuppelkirche zitiert die 40 Fenster der Kuppel der Hagia Sophia durch 40 Kuppelrippen; auch die Mosaike der Hagia Sophia dienten Calatrava als Inspiration.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />From Inspiration to Rendering: The Architecture of the St. Nicholas National Shrine at World Trade Center. (Memento vom 1. Februar 2015 im Internet Archive) In: StNicholasWTC.org (englisch); Hagia Sophia Spirit Abound in Calatrava’s St. Nicholas Ground Zero Church Design. In: The National Herald, 8. März 2014 (englisch).</ref> Weitere Vorbilder für den Bau, die Chora-Kirche und die Rotunde in Thessaloniki, stammen ebenfalls aus der byzantinischen Architektur. Die Aquarellskizzen Calatravas zu St. Nicolas wurden 2015 im Athener Benaki-Museum ausgestellt.<ref>The Rebirth of the Saint Nicholas Church in 'Ground Zero'. 23. September 2015, abgerufen am 25. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> St. Nicholas ist das einzige nicht säkulare Bauwerk auf dem Gelände der 9/11-Gedenkstätte im Liberty Park. Die Außenfassade aus weißem Marmor wird von innen beleuchtet.

Calatrava hat einen Turm in Dubai entworfen, der den Burj Khalifa überragen und somit das höchste Bauwerk der Welt werden soll.<ref>Dubai Creek: Dubai plant die Ablösung des Burj Khalifa. In: Der Spiegel. 10. April 2016, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 25. Februar 2024]).</ref> Der sich im Bau befindende The Tower, auch Dubai Creek Tower genannt und in seiner Form einer Rakete ähnelnd, soll spätestens im Jahr 2024[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} , also anders als geplant erst nach der wegen der Covid-19-Pandemie verschobenen Expo 2020, fertig erstellt sein.<ref>Dominic Wanders: Dubai Creek Tower - Das höchste Gebäude der Welt. Guiding Architects, 7. Februar 2019, abgerufen am 2. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Februar 2014 wurde Calatrava wegen „mangelhafter Arbeiten“ am Kongresspalast in Oviedo vom dortigen Landgericht zu 2,96 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt.<ref>Stararchitekt Calatrava zu Millionenstrafe verdonnert. Abgerufen am 29. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Persönliches

Calatrava lernte seine spätere Frau Robertina schon während des Studiums kennen, das Paar ist Eltern von drei Söhnen und einer Tochter. Der Sohn Gabriel Calatrava ist ebenfalls Architekt.<ref>Santiago Calatrava (Zürich) über Werk in New York Ground Zero. Abgerufen am 9. August 2020.</ref>

Werke

Sortierung aufsteigend nach Jahr der Fertigstellung, danach Baubeginn:

Fertigstellung unklar bzw. ungewiss / offen:

Zitate

„Ganz gleich, welche Rolle Mathematik und Ingenieurwissenschaften in Calatravas Werk spielen, es sind Kunst und Emotion, die ihn Werke schaffen lassen, die weit über die nüchterne Berechnung von Kräften hinausgehen.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Philip Jodido in: Philip Jodido, Santiago Calatrava. 1951. Architekt, Ingenieur, Künstler. Taschen Verlag, Köln 2007 (vordere Umschlagseite)

„Die Schwerkraft ist für einen Ingenieur das, was für einen Maler die Farben sind.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Santiago Calatrava in der Folge über den Turning Torso der Dokumentationsreihe „Faszination Wolkenkratzer“ ZDF (2009)

Mitgliedschaften, Ehrungen und Auszeichnungen

Ehemalige Mitarbeiter

Publikationen

  • Santiago Calatrava Valls: Zur Faltbarkeit von Fachwerken, Zürich 1981, DNB 211934534 (Dissertation ETH Zürich 1981, 254 Seiten).

Literatur

  • Informationszentrum Raum und Bau der Fraunhofer-Gesellschaft, Klaus Kaier: Architekten – Santiago Calatrava (= IRB-Literaturauslese, Nr. 2765), IRB, Stuttgart 1989, ISBN 3-8167-2689-5.
  • Umberto Trame mit Gabriele Cappellato (Hrsg.): OP/0 Opera Progeto - Santiago Calatrava Quadracci Pavillon Milwaukee Art Museum, Bologna 2001, ISBN 88-7794-312-2.
  • Marc Bonner: Architektur ferner Welten: Santiago Calatravas skulpturales Architekturverständnis und die Bildhaftigkeit seiner Bauwerke in Werbung, Film, Musik, Computerspiel und Mode (= Kunstwissenschaftliche Studien, Band 184). Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2014, ISBN 978-3-422-07297-8 (Dissertation Universität Saarbrücken 2013, 318 Seiten).
  • Philip Jodido: Calatrava Santiago Calatrava complete works 1979–2009. Taschen, Köln 2009, ISBN 978-3-8365-1023-3 (Text deutsch / englisch / französisch).
  • Bernhard Klein, Michael Robinson (englische Übersetzung), Paolo Rosselli (Fotos), Axel Menges (Hrsg.) Bahnhof Stadelhofen, Zürich / Santiago Calatrava. Wasmuth, Tübingen / Berlin 1993, ISBN 3-8030-2710-1. (deutsch, englisch)
  • Sergio Polano, Santiago Calatrava (Illustrator): Santiago Calatrava, Gesamtwerk. DVA, Stuttgart 1997, ISBN 3-421-03138-X.
  • Alexander Tzonis: Santiago Calatrava, The Athens Olympics. Rizzoli, New York 2005, ISBN 0-8478-2789-5.
  • Michael S. Cullen, Martin Kieren, Heinrich Helfenstein (Fotos), Santiago Calatrava (Illustrator): Calatrava: Berlin. Fünf Projekte / Five Projects. Birkhäuser, Basel 1994, ISBN 3-7643-2985-8 (deutsch, englisch).
  • Michael Levin: Santiago Calatrava- the artworks, a laboratory of ideas, forms and structures (Translat. from Hebr. into English: Vivianne Barsky), Birkhäuser, Basel 2003, ISBN 978-3-7643-6548-6.
  • Philip Jodidio, Peter Gössel (Herausgeber), Caroline Behlen (Übersetzerin): Bildband. Werkverzeichnis 1983–2015, Santiago Calatrava: Architekt, Ingenieur, Künstler, Taschen, Köln 2016, ISBN 978-3-8365-3561-8.
  • Cristina Carrillo de Albornoz, Florian Knauß (Hrsg.): Santiago Calatrava in the Glyptothek. Beyond Hellas, Hirmer Verlag, München 2022, ISBN 978-3-7774-4005-7.
  • Etwas Neues schaffen, das bleibt. In: Neue Zürcher Zeitung, 9. November 2022, Verlagsbeilage, S. 5 (Interview von David Strohm).
  • Philip Jodidio: Calatrava. Complete Works 1979–Today. Taschen Verlag, Köln 2024, ISBN 978-3-8365-8709-9.

Dokumentarfilm

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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