Zum Inhalt springen

Ober-Schmitten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. März 2026 um 21:37 Uhr durch imported>Cosal ((GR) File renamed: File:Evangelische Kirche (Ober-Schmitten) 02.JPGFile:Evangelische Kirche Ober-Schmitten 02.jpg).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Ober-Schmitten
Stadt Nidda
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(889)&title=Ober-Schmitten 50° 27′ N, 9° 2′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(889) 50° 26′ 40″ N, 9° 2′ 3″ O
 {{#coordinates:50,444444444444|9,0341666666667|primary
dim=10000 globe= name=Ober-Schmitten region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 142 m ü. NHN
Fläche: 3,32 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 889 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen im April 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 268 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Ober-Schmitten ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.

Geographische Lage

Ober-Schmitten liegt in der nördlichen Wetterau am Rande des Vogelsberges zu beiden Seiten der Nidda. Der höchste Punkt der Gemarkung erreicht am bewaldeten Nordhang des Friedrichsberges 300 Meter.

Geschichte

Datei:Evangelische Kirche Ober-Schmitten 02.jpg
Evangelische Lutherkirche

Ortsgeschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ober-Schmitten im Kopialbuch des Klosters Hirzenhain im Jahre 1449 als „Oberste und unterste Waltsmytte“.<ref>Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Großherzogtum Hessen. Mit einem ergänzenden Anhang von F. Knöpp (Vol. 1–3). Darmstadt 1854–1865. S. 213.</ref> Dort finden sich aber bereits Lagehinweise vom 1. Oktober 1441: Wiesen gelegen zuschen den tzwen smytten und vom 22. März 1442: Wiesen ... gelegen zuschen den tzweyn waltsmitten.<ref>K. Th. Christian Müller, Aschaffenburger Kopialbuch des Klosters Hirzenhain. In: AHG NF 11, 1916, S. 324–472, S. 347 f, Nr. 94 und 99.</ref>

Die Geschichte Ober-Schmittens ist seit jeher eng mit der Eisengewinnung und der Papierherstellung verbunden. Als Gründer kommen die Waldschmieden in Betracht, die im Niddatal in primitiver Arbeitsweise den Vogelsberger Brauneisenstein zu Erz verhütteten.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ober-Schmitten:

„Oberschmitten (L. Bez. Nidda) evangel, Filialdorf; liegt an der Nidda, in einem Hain von Obstbäumen, 1 St. von der Stadt Nidda, hat 78 Häuser und 423 Einwohner, die außer 5 Katholiken evangelisch sind. Man findet 36 Bauern, die aber zum Theil noch andere Gewerbe treiben, 20 Taglöhner, so wie eine Papiermühle, die eine der bedeutendsten ist, gute Papier Sorten liefert, und einen starken Absatz hat.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda.<ref>Zusammenschluß der Stadt Nidda und der Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen im Landkreis Büdingen zur neuen Stadt „Nidda“ vom 24. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 49, S. 2290, Punkt 2281 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 101 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Nidda, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/www.nidda.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ober-Schmitten angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ober-Schmitten 867 Einwohner. Darunter waren 24 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 129 Einwohner unter 18 Jahren, 342 waren zwischen 18 und 49, 189 zwischen 50 und 64 und 204 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 387 Haushalten. Davon 120 Singlehaushalte, 135 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 96 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 249 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 280 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 283 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 308 Einwohner, 59 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 423 Einwohner, 78 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 461 Einwohner, 86 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 433 Einwohner, 87 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Ober-Schmitten: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
  
280
1800
  
283
1806
  
308
1829
  
423
1834
  
443
1840
  
502
1846
  
488
1852
  
491
1858
  
482
1864
  
444
1871
  
466
1875
  
433
1885
  
486
1895
  
431
1905
  
462
1910
  
494
1925
  
520
1939
  
648
1946
  
884
1950
  
934
1956
  
975
1961
  
1.041
1967
  
1.071
1970
  
1.089
1980
  
?
1990
  
?
1996
  
1.033
2000
  
1.035
2006
  
1.009
2010
  
933
2011
  
867
2016
  
914
2019
  
905
2022
  
889
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Nidda<ref name="EW" /><ref name="EW2022" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 418 evangelische (= 98,82 %) und 5 katholische (= 1,18 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 853 evangelische (= 81,94 %) und 179 katholische (= 17,20 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsvorsteher

Ortsvorsteher ist Andreas Prasse (Stand April 2024).<ref>Ortsbeirat Ober-Schmitten. Stadt Nidda, abgerufen im April 2024.</ref>

Wappen

Am 28. Januar 1966 wurde der Gemeinde Ober-Schmitten im damaligen Landkreis Büdingen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In goldenem Schildhaupt eine linksgewendete rote Schmiedezange, einen roten Nagel fassend, darunter im schwarzen Schild drei silberne Schriftrollen (2:1).<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Ober-Schmitten, Landkreis Büdingen, Regierungsbezirk Darmstadt vom 28. Januar 1966. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 7, S. 218, Punkt 128 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,6 MB]).</ref>

Bedeutung: Die Farben Schwarz und Gold stehen für die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Nidda unter dem Haus Ziegenhain. Zange und Nagel sowie die drei Schriftrollen weisen auf die traditionelle Eisengewinnung und die Papierherstellung hin.

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Ober-Schmitten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ober-Schmitten liegt an der Bundesstraße 455.

Unternehmen

Nach rund 200-jähriger Geschichte schloss die Papierfabrik, die im Jahr 2023 von einem türkischen Unternehmen übernommen<ref>Neue Perspektive für Papierfabrik, abgerufen am 29. April 2025</ref> und später in die Insolvenz geraten war, mit Ende April 2025 ihre Pforten.<ref>200 Jahre Papierproduktion sind Geschichte, abgerufen am 29. April 2025</ref><ref>Schließung der insolventen Spezialpapierfabrik Ober-Schmitten, abgerufen am 29. April 2025</ref>

Bildung

Die Josef-Moufang-Schule war nach dem Krieg der erste Schulneubau im Landkreis Büdingen und wurde im Jahr 1951 eingeweiht. Schon damals erhielt sie den Namen von Josef Moufang, der in Ober-Schmitten eine Papierfabrik betrieb und einen erklecklichen Geldbeitrag für den Neubau der Schule spendete. Diese Schule läutete auch das Ende der alten zweiklassigen Schule ein, in der die Klassen 1 bis 4 und 5 bis 8 in zwei Räumen unterrichtet wurden. Bis in die 1960er Jahre wurden dann die Klassen 1 + 2, 3 + 4, 5–8 jeweils gemeinsam unterrichtet. Die Kinder ab Klasse 5 wurden hier seit etwa 1970 nicht mehr beschult. Mit der neuen Schule konnte dann jede Klasse der Grundschule einen eigenen Raum beziehen.

Der Schulbau war notwendig geworden durch die bedeutende Bevölkerungszunahme nach dem Krieg. Ober-Schmitten wuchs durch Flüchtlinge und Vertriebene von 600 Einwohnern auf rund 1100. In der alten Schule wurden nach 1951 Wohnungen eingerichtet, 1970 wurde das Gebäude abgerissen.

Sportanlagen

  • Zwei Sportplätze des VfB 1920 Ober-Schmitten e. V.<ref>Homepage</ref>
  • Zwei Tennisplätze des Tennisvereins Ober-Schmitten<ref>Homepage</ref>

Literatur

  • Yvonne Taddeo: Die Stadtteile der Großgemeinde Nidda. Humorvolles – Geschichtliches – Dorfporträts. Wort im Bild, [Altenstadt] / Ortenberg 2020, ISBN 978-3-88654-792-0, S. 80–87.
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Fußnoten

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ober-Schmitten, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 21. Oktober 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="Amt Nidda"> Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 222 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 268 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="EW"> Nidda in Zahlen. In: Webauftritt (aus Webarchiv). Stadt Nidda, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Oktober 2011; abgerufen im April 2024. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein