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Phoenix-See

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Phoenix-See
Datei:Dortmund - PO-Phoenix-See + Hörde (Kaiserberg) 02 ies.jpg
Phoenix-See mit Bebauung am Westufer (Juni 2014)
Geographische Lage Nordrhein-Westfalen
Abfluss Emscher → Rhein → Nordsee
Orte am Ufer Dortmund
Daten
Koordinaten 51° 29′ 24″ N, 7° 30′ 36″ OKoordinaten: 51° 29′ 24″ N, 7° 30′ 36″ O
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Phoenix-See (Nordrhein-Westfalen)
Phoenix-See (Nordrhein-Westfalen)
Fläche 24 ha<ref name="lanaplan">Klaus van de Weyer, Georg Sümer, Heinz Hueppe, Andreas Petruck: Das Konzept PHOENIX See: Nachhaltiges Management von Makrophyten-Massenentwicklungen durch eine Kombination nährstoffarmer Standortbedingungen und Bepflanzung mit Armleuchteralgen (PDF; 533 kB), abgerufen am 20. Juni 2014.</ref>
Länge 1,23 km
Breite 310 m
Volumen 672.000 m³
Maximale Tiefe 4,6 m
Mittlere Tiefe 2,8 m<ref name="lanaplan" />

Der Phoenix-See ist ein künstlich angelegter, etwa 24 Hektar großer See auf dem ehemaligen Stahlwerksareal Phoenix-Ost im Dortmunder Stadtteil Hörde. Er wurde und wird als Vorzeigeprojekt für den Strukturwandel der Stadt Dortmund und des Ruhrgebiets diskutiert.<ref>Utz Ingo Küpper: Zwischenbilanz des „dortmund-projects“aus der Sicht des Wirtschaftsförderers. In: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.): Informationen zur Raumentwicklung. Band 9, Nr. 2. Bonn 2005, S. 634.</ref><ref>Phoenix-See in Dortmund – Industriekultur im Ruhrgebiet. Abgerufen am 29. August 2020.</ref> Der Phoenix-See bildet mit dem umliegenden Areal ein Wohn- und Naherholungsgebiet mit Gastronomie und Gewerbebebauung. Zusammen mit dem rund zwei Kilometer westlich liegenden und 115 Hektar großen Technologiepark Phoenix-West<ref name="phoenix">PHOENIX Dortmund - PHOENIX auf einen Blick - PHOENIX West. Abgerufen am 25. Juni 2023.</ref> und dem nördlich gelegenen 60 Hektar großen Phoenix-Park<ref name="phoenix" /> hat der See das ehemals von Schwerindustrie geprägte Bild Hördes verändert.

Projekt

Datei:Dortmund, Hörde, Stahlwerk Phoenix Ost, 1978, RVR Archiv (8028-78).tif
Ansicht des Stahlwerkes von 1978
Datei:Phoenixsee-karte.jpg
Planskizze des Phoenix-Sees mit Umbauung, 2006

Verantwortlich für Planung und Bau waren die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft, eine Tochtergesellschaft der Dortmunder Stadtwerke, die Emschergenossenschaft sowie die Stadt Dortmund. Standort ist das 96 Hektar große Gelände der ehemaligen Hermannshütte in Hörde (Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein).

Das Gesamtareal von 98 Hektar Größe kaufte die Stadt Dortmund der Thyssen Krupp Stahl AG für ca. 15 Mio. Euro ab. Für die Umgestaltung des Geländes wurden ursprünglich 186 Mio. Euro veranschlagt, schließlich wurden es aber 230 Mio. Euro.<ref name="phxsee">Phoenix-See - www.phoenixseedortmund.de - - Meldungen. 20. Dezember 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Dezember 2014; abgerufen am 25. Juni 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.phoenixseedortmund.de</ref> Diese Summe finanziert sich knapp zur Hälfte über die Grundstückserlöse, über die Anteile der Emschergenossenschaft, über städtische Eigenanteile sowie über öffentliche Fördermittel. In das Projekt gingen insgesamt 70 Mio. Euro Fördergelder ein.<ref>S. Frank, U. Greiwe „Phoenix aus der Asche – das ‚neue Dortmund‘ baut sich seine ‚erste Adresse‘“ (PDF), Informationen zur Raumentwicklung 11/12 2012</ref> Davon waren 9,8 Mio. Euro Mittel für die Stadterneuerung und 4,5 Mio. Euro Mittel aus dem Ökologieprogramm im Emscher-Lippe-Raum (ÖPEL) des Landes Nordrhein-Westfalen und der EU. Die Stadterneuerungsmittel gingen in die an den See angrenzenden Wohnbauflächen, die öffentlichen Wege und Grünflächen sowie die Plätze und Straßen im Hafenquartier. Die ÖPEL-Mittel flossen in die Erstellung des Sees, seine Bepflanzung und die Errichtung des östlich angrenzenden Landschaftsbauwerks, des neuen „Kaiserbergs“ am Ostrand der Fläche.<ref name="phxsee" />

Bodensanierung

Datei:Phoenixsee Bodenprofil.JPG
Phoenixsee Bodenprofil
Datei:Dortmund - PO-Kaiserberg 21 ies.jpg
Landschaftsbauwerk Neuer Kaiserberg, Element der Bodensanierung

Da sich auf dem Gelände schon 1841 ein Stahlwerk befand, ging man von Schadstoffbelastung im Boden aus. Auf Basis der untersuchten Parameter wurde die Verbringung in den Untergrund bzw. die interne oder externe Deponierung vorgeschrieben. Davon zeugt der künstlich geschaffene neue „Kaiserberg“ am Ostrand der Fläche. Belastetes Bodenmaterial wurde im Untergrund verbaut, so dass die Bewohner nicht damit in Kontakt kommen. Bei der Hausgründung, Baumpflanzung usw. verpflichtet der Kaufvertrag die Grundstückseigentümer, den Bodenaushub kostenpflichtig als LAGA-Z1-Material auf einer Deponie zu entsorgen. Er darf nicht auf dem eigenen Gelände verteilt oder wieder eingebaut werden.<ref name="wohnen">Vermarktungsplattform: auf „Weiter“, auf ein beliebiges (nicht blaues) Grundstück klicken. Hinter dem grünen, abwärts gerichteten Pfeil finden sich bis zu 20 „vertiefende technische Informationen zum Baugrundstück“ bzw. ‚Technische Downloads‘: davon insbes. die Dokumente „Erläuterungen zur Grundstücksbeschaffenheit von Wohnbauflächen im Hinblick auf die weitere bauliche Nutzung“, „Fachgutachterliche Bestätigung bzgl. Einhaltung der Vorgaben des Sanierungsplans hinsichtlich Geochemie“, „Aufbereitung gemäß Sanierungsplan“ wohnen-am-phoenixsee.de</ref>

Die Sanierung bestand in der Aufbringung von 0,5 m sauberem Oberboden (Klasse Z0 nach LAGA), die dem Käufer auferlegt wurde. Das Gelände wird weiterhin im Altlastenkataster der Stadt Dortmund geführt, was der Stadt weitgehende Eingriffsrechte garantiert und Änderungen durch die Grundstückseigentümer genehmigungspflichtig macht.

Die Herkunft der Schadstoffe ist anhand der industriellen Vorgeschichte nachvollziehbar: 1974 hatte das Stahlwerk zwar einen Elektrofilter zur Abluftreinigung und 1985 einen zweiten Filter erhalten, nachdem es seine Produktion drosseln musste, weil es mehr Staub als erlaubt emittierte<ref>Wird schon gutgehen. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1973, S. 34 (online4. Juni 1973).</ref>. Noch 1992 beobachteten Anwohner „braune Rauchwolken aus den Hallen an der Weingartenstraße“, weil „etwa 14mal pro Tag die Elektrofilter automatisch abgeschaltet“ wurden.<ref>Fachberichte LUA NRW Nr. 5, Hot-Spot-Untersuchungen, S. 19: s. o.</ref>

Rückblickend waren bei den Anwohnern des Stahlwerks Gesundheitsschäden nachweisbar: Untersuchungen von ca. 1000 Mutter-Kind-Paaren ergaben zwischen Ende Februar und Anfang Juni 2000 überdurchschnittlich häufig „Infektionen der oberen Atemwege (Mund, Nase, Nasennebenhöhlen, Rachen)“ und „allergische Erkrankungen“ wie Dauerschnupfen, gerötete oder juckende Augen und Heuschnupfen. Auch Neurodermitis trat in Hörde bei Kindern, die eine sehr hohe Chromkonzentration im Urin aufwiesen, viermal häufiger auf als bei gering belasteten Kindern. Langfristuntersuchungen fanden nicht statt.<ref>Fachberichte LUA NRW Nr. 5, Hot-Spot-Untersuchungen, S. 14, 44 und 48: s. o.</ref>

See

Datei:BodenprofilPhoeSee.JPG
Bodenaufbau der nördlichen Wohngebiete
Datei:PEA1.JPG
Phosphat-Eliminierungsanlage

Die Aushubarbeiten begannen im September 2006. Insgesamt wurden rund 2,5 Millionen Kubikmeter Boden ausgehoben und 1/5 davon über die Trasse der ehemaligen Eliasbahn nach Phoenix-West transportiert. Dabei wurde das im Zuge der Industrialisierung verfüllte Emschertal weitgehend freigelegt.<ref>dortmund.de</ref>

Die Flutung des Sees mit rund 150.000 m³ Wasser begann am 1. Oktober 2010 und dauerte, unterstützt durch Niederschläge, etwa ein Jahr bis zum ersten Sollstand.<ref>wr.de</ref> Die Emscher läuft nördlich am See vorbei, um die Wasserqualität des Sees nicht zu mindern.<ref>Emscher am Phoenixsee wird renaturiert: Ein Dreckfluss wird sauber. WDR, Katrin Schlusen, 23. Februar 2011 wdr.de</ref> Am 9. Mai 2011 wurde der Seeuferbereich für die Öffentlichkeit freigegeben. Die wassersportliche Nutzung für kleine Segelboote und motorlose Sportboote begann am 1. April 2012. Baden, Surfen, Tauchen und Fischen sind nicht erlaubt.<ref>dortmund.de</ref> Die Bewirtschaftung des Gewässers sowie der Grünanlagen ist Aufgabe der Stadt Dortmund.<ref>dortmund.de</ref> Bei der Gewässerunterhaltung bildet das Wasserpflanzenmanagement eine zentrale Rolle. Des Weiteren werden durch die Stadt Dortmund kontinuierlich Kontrollen der technischen Einrichtungen am See vorgenommen und die Wasseroberfläche sowie der Seegrund sauber gehalten.<ref>dortmund.de</ref>

Das Stillgewässer hat eine Länge von 1230 Metern, eine maximale Breite von 310 Metern und eine maximale Tiefe von etwa 4,6 Metern. Die Fläche beträgt etwa 24 Hektar und das Fassungsvermögen etwa 600.000 m³.<ref>Der Phoenix See, Webseite der Stadt Dortmund</ref> Der See ist zudem ein Baustein bei der Renaturierung der Emscher, eines Nebenflusses des Rheins. Seine Gestaltung als Regenwasserrückhaltebecken schützt die flussabwärts liegende Wohn- und Gewerbebebauung am Ufer der Emscher vor Hochwasser. Am Mönchsbauwerk im Hafenbecken kann es zurückgehalten und kontrolliert wieder in die Emscher eingeleitet werden.<ref>Unwetterfolgen: Emscher hat ihre Feuertaufe noch nicht hinter sich vom 22. August 2011 in den Ruhr Nachrichten, abgerufen am 20. Juni 2014.</ref> Bei Bedarf kann der See zusätzlich bis zu 360.000 m³ Regenwasser aufnehmen.<ref>Noch staubt's heftig auf dem See-Grund. In: DerWesten. 31. Juli 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. April 2016;.</ref>

Zum Erhalt der guten Wasserqualität wurde nördlich des Sees eine Phosphat-Eliminationsanlage errichtet, die stündlich bis zu 90 m³ Seewasser filtern kann. Dazu wird es an zwei nahen Punkten angesaugt, gefiltert und anschließend dem See an der Hafentreppe in zwei Rinnen wieder zugeleitet. Das komplette Seevolumen kann innerhalb eines Jahres über die Filterstufe der Anlage geführt werden. Die Phosphat-Eliminationsanlage wird durch die Emschergenossenschaft im Auftrag der Stadt Dortmund betrieben. Die Wasserqualität ist gut: Bisher wurden keine erhöhten Werte an Schwermetallen oder anderen Rückständen der industriellen Vergangenheit festgestellt.<ref>dortmund.de</ref>

Schon zwei Jahre nach Eröffnung des Sees zeigte sich, dass dieser zur Artenvielfalt an Wasservögeln beiträgt. Unter anderem konnten Reiher, Enten, Haubentaucher, Möwen, Blässhühner, Flussregenpfeifer und Eisvögel beobachtet werden.<ref>7 Dinge, die du über den Phoenix See noch nicht wusstest. 25. Juli 2017, abgerufen am 18. November 2019.</ref>

Am 14. Juli 2021 wurde der See im Zusammenhang mit dem Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021 das erste Mal auch als Regenrückhaltebecken für die Emscher genutzt. Der Pegel des Sees stieg dabei um 70–100 cm durch einlaufendes Wasser aus der Emscher.<ref>Dennis Werner: Starkregen - wie der Phoenix-See Hörde vor dem Hochwasser bewahrte. In: Ruhr Nachrichten. 15. Juli 2021, abgerufen am 15. Juli 2021.</ref>

Auf der Kulturinsel befinden sich ein Thomas-Konverter und das Mahnmal für Dortmunder Zwangsarbeitende.

Gewerbe

Datei:Phoenixsee Dortmund.jpg
Hafenbecken mit Gastronomie und Bootsanlegern
Datei:Dortmund - PO-Am Kai (Kulturinsel) 01 ies.jpg
Facharztzentrum
Datei:Phoenixsee dortmund 06 2014.JPG
Hafenpromenade

Den Empfehlungen der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey & Company folgend, die von der ThyssenKrupp AG noch unter der vorläufigen Projektbezeichnung „Dortmund-Project“ in Auftrag gegeben worden waren<ref>Vom Phoenix-See nach Brüssel – Wer fördert Europas Regionen? 1. April 2014, abgerufen am 13. November 2019.</ref><ref>Utz Ingo Küpper: Zwischenbilanz des „dortmund-projects“aus der Sicht des Wirtschaftsförderers. In: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.): Informationen zur Raumentwicklung. Band 9, Nr. 2. Bonn 2005, S. 634.</ref>, visierte die Stadt Dortmund eine umfängliche Restrukturierung und Belebung ihrer Ökonomie an<ref>Thilo Kortmann: Das „dortmund-project“ ist auf der Zielgeraden. 21. Juni 2010, abgerufen am 13. November 2019.</ref><ref>Das Dortmund Project – dortmund-project.de. Abgerufen am 13. November 2019.</ref>, was unter anderem die Schaffung eines Wissens- und Technologiestandorts auf dem Areal Phoenix West nahe dem Phoenix-See umfasste.<ref>Susanne Frank, Ulla Greiwe: Phoenix aus der Asche: Das „neue Dortmund“ baut sich seine „erste Adresse“. In: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.): Informationen zur Raumentwicklung. Band 11, Nr. 12.2012. Bonn/Berlin 2012, S. 576 f. (bund.de [PDF]).</ref><ref>Das Dortmund Project – dortmund-project.de – Kernziele. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> Dort stellte das Stahlwerk Phoenix Ost seine Produktion am 23. April 2001 ein und wurde nach Demontage in den Jahren 2003 und 2004<ref>Klaus Buske: Dortmunder Phoenixsee spülte die Wut der Stahlarbeiter weg. 15. März 2018, abgerufen am 13. November 2019.</ref><ref>Vom Phoenix-See nach Brüssel – Wer fördert Europas Regionen? 1. April 2014, abgerufen am 13. November 2019.</ref> teilweise an das chinesische Unternehmen Angang Steel Company verkauft.<ref>Dortmund Daniel A. Rehbein: Stahlwerk „Phoenix Ost“. Abgerufen am 13. November 2019.</ref>

Das „Dortmund-Project“ wurde mit einem einstimmigen Ratsbeschluss im Juni 2000 verwaltungstechnisch dem Amt des Oberbürgermeisters und der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Stadt Dortmund unterstellt<ref>Das neue Dortmund – 20. Jahrhundert – „heute“ – Stadtgeschichte – Stadtportrait – Aus unserer Stadt – Leben in Dortmund – Stadtportal dortmund.de. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> und sollte in Form eines Private-Public-Partnership-Modells umgesetzt werden.<ref>Strategie – Das Dortmund Project. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> Von der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund wurde 2001 der „Gründungswettbewerb start2grow“ initiiert, der die Gründung international ausgerichteter, innovativer Unternehmen im Dienstleistungs- und Technologiesektor durch die Vergabe von Fördermitteln anregen<ref>Preisträger. Abgerufen am 13. November 2019.</ref><ref>Thilo Kortmann: Das „dortmund-project“ ist auf der Zielgeraden. 21. Juni 2010, abgerufen am 13. November 2019.</ref>, und auch die Ansiedlung solcher Unternehmen in der Nähe des Phoenix-See begünstigen sollte.<ref>Das neue Dortmund – 20. Jahrhundert – „heute“ – Stadtgeschichte – Stadtportrait – Aus unserer Stadt – Leben in Dortmund – Stadtportal dortmund.de. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> Zusammengenommen waren am Phoenix-See und in dem benachbarten Areal Phoenix West im Jahr 2017 etwa 1700 Beschäftigte in 161 Unternehmen tätig.<ref>Klaus Buske: Dortmunder Phoenixsee spülte die Wut der Stahlarbeiter weg. 15. März 2018, abgerufen am 13. November 2019.</ref>

An der Westseite des Phoenixsees befindet sich ein Gastronomie- und Geschäftsbereich, der zum Flanieren und Verweilen einlädt:

  • Nördlich des Hafenbeckens, (Hafenpromenade 1–2) residieren eine Bäckerei, ein Eiscafé sowie ein Steakhouse. In den Obergeschossen sind Büros und Praxen sowie ein Fitnessstudio. Ganz oben befinden sich sieben Penthauswohnungen.<ref>Peter J. Weigel: Phoenix-See: „Riva 1“ legt am Hafen an. Ärztehäuser bald bezugsfertig. In: lokalkompass. 26. Juni 2012, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref> Das gleiche Konzept wurde auch im östlich anschließenden Gebäude (Hafenpromenade 3) umgesetzt: Im Erdgeschoss befindet sich Gastronomie<ref>Phoenix-See: Mit dem ‚Café Solo‘ kommt der erste Gastronomiebetrieb. In: Ruhr Nachrichten. 6. Januar 2012, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref> und darüber sind Büros und Dienstleistungsunternehmen sowie fünf exklusive Loftwohnungen (siehe Foto: Hafenpromenade 3).
  • Südlich des Hafenbeckens (Am Kai 8–14) ist in den vier dominanten weißen Gebäuden auf knapp 7000 m² und sechs Etagen Platz für rund zwanzig Arztpraxen.<ref>Julian Beyer: Platz für rund 20 Arztpraxen mit Seelage. In: Ruhr Nachrichten. 17. November 2010, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref><ref>arztzentrum-phoenixsee.de</ref> Im Erdgeschoss befinden sich eine Apotheke, drei Restaurants und ein Eiscafé. Darunter bietet eine Tiefgarage Platz für 60 Stellplätze.<ref>Klaus Buske: Ende Juni eröffnet erstes Restaurant am Phoenix-See in Dortmund. In: Westfälische Rundschau. Funke Mediengruppe, 19. Juni 2012, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref>
  • Am Südufer (Phoenixseestraße 2–8) entwickelt sich der Phoenix-See weiter. Der Übergang zu den privaten kleinteiligen Einfamilienhäusern ist noch nicht geschlossen. Drei moderne Gebäude für Büro- und Dienstleistungsnutzungen schließen sich an das südliche Hafenbecken an: der Swan von Opländer GmbH & Co, entworfen von Drahtler Architekten, und das Gebäude der ITS Informationstechnik Service GmbH, entworfen von Kitzig Interior Design; in zweiter Reihe ist das Firmengebäude der microsonic GmbH, des einzigen produzierenden Unternehmens am Phoenix-See, entworfen von den Düsseldorfer Architekten F&G Geddert.<ref>Stadt Dortmund und DSW21 Dortmunder Stadtwerke AG von Dieter Nellen, Christa Reicher und Ludger Wilde (Hrsg.): Phoenix – eine neue Stadtlandschaft in Dortmund. 1. Auflage. jovis Verlag GmbH, 2016, ISBN 978-3-86859-400-3, S. 232.</ref><ref>25 Jahre microsonic & neue Firmenzentrale. microsonic GmbH, 15. September 2015, abgerufen am 17. Juli 2017.</ref>

Die Pachtpreise für Gastronomieflächen von 3500 bis 4000 m² sind mit 20 bis 25 €/m² nahe denen guter Innenstadt-Lagen mit ständiger Laufkundschaft.<ref>Dritter Gastronom gibt auf: Restaurant Yelken am Phoenix-See schließt. In: Ruhr Nachrichten. 23. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref>

Wohnbebauung

Datei:Dortmund Phönixsee Siedlung Nord 2.JPG
Wohnbebauung am Nordufer
Datei:South Bank Lake Phoenix Dortmund.jpg
Das östliche Ende des Sees

Die Bebauung am Nordufer begann im Jahr 2011.<ref>Milliarden-Projekt: Das Bett der Emscher wurde geflutet vom 18. Dezember 2009 in den Ruhr Nachrichten, abgerufen am 20. Juni 2014.</ref> Südlich des Sees begann die Bebauung zwei Jahre später.<ref name="vermarktet">Oliver Volmerich: Grundstücke am Phoenix-See werden nun doch vermarktet. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 5. April 2013, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref> Für die Gestaltung der Häuser waren vielfältige Vorgaben zu beachten.<ref>Bebauungsplan HÖ 252 (Teilfläche B / Nordufer)</ref><ref>Gestaltleitlinien Gebäudetypologien Neubebauung Teilbereich B. (PDF) Wohnquartier Nordufer. Stadt Dortmund, April 2009, abgerufen am 21. März 2020.</ref> Hinsichtlich des Energiestandards mussten die Bauherrn die Vorgaben mindestens des KfW-Effizienzhaus 70 (EnEV 2009) umsetzen. Die Hälfte der Grundstückseigentümer sollen sogar den KfW-Standard 55 einhalten. Sozialwohnungen wurden im Januar 2013 in den Bebauungsplan integriert.<ref>Felix Guth, Tobias Grossekemper, Thomas Thiel: RN+ Wasser findet seinen Weg. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> Für diese wurde unter anderem ein Grundstück von 3700 m² etwa 500 m südöstlich des Sees (Schüruferstraße) zu einem Preis von 220 €/m² an die Dortmunder Gesellschaft für Wohnen mbH (Dogewo21) verkauft.<ref>Oliver Volmerich: Nun doch Platz für Sozialwohnungen am Phoenix-See. In: Westfälische Rundschau. Funke Mediengruppe, 31. Januar 2013, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref><ref>Langes Warten auf günstige Wohnungen. Darum stockt der soziale Wohnungsbau am Phoenix-See. In: Ruhr Nachrichten. 3. August 2015, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref>

Am Phoenixsee sind etwa 2.000 Wohneinheiten entstanden. Während am Nord- und Nordostufer überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut wurden, bestehen am Südufer des Sees verschiedene Wohnformen mit höheren Wohndichten. An der südwestlichen Seite des Sees überwiegt eine Bürobebauung mit Penthouse-Wohnungen in den oberen Etagen.<ref>phoenixdortmund.de</ref> Bislang haben sich am Phoenixsee 121 Firmen mit 1200 Mitarbeitern niedergelassen. 70 % der Betriebe kommen aus den Bereichen Dienstleistung und Gastronomie und 16 % der Firmen sind aus dem Sektor Medien/IT und es gibt sogar ein produzierendes Unternehmen.<ref>Martin Baumeister: 121 Firmen mit 1200 Mitarbeiter machen über 202 Mio. Euro Umsatz im Jahr. Job-Motor Phoenix-See. 10. September 2016, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref> In welchem Ausmaß die Anlage hochwertigen Wohnraums und Ansiedlung von Dienstleistungs- und Technologieunternehmen auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks zur Verdrängung (Gentrifizierung) ökonomisch marginalisierter Gruppen im traditionellen Arbeiterstadtteil Hörde beigetragen hat, wurde und wird kontrovers diskutiert.

Gentrifizierung

Datei:Dortmund - PO-Phoenixseestraße+Phoenix-See+An den Emscherauen+Seehühe-Am Remberg (Aussichtsplattform Phoenixseestraße) 01 ies.jpg
Neu- und Altbauten am Nordufer

Zahlreiche Experten haben sich in den letzten Jahren zur Frage geäußert, ob durch den Phoenix-See Gentrifizierung hervorgerufen wurde. „Gewinner und Verlierer des Strukturwandels treffen unmittelbar aufeinander“, erklärte Susanne Frank, Soziologieprofessorin an der Technischen Universität Dortmund<ref>Thilo Kortmann: Gentrifizierung am Phoenix-See – Lebhafte Debatte über den „ambivalenten See“. In: Ruhr Nachrichten. 8. Dezember 2012, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref>, in einer Diskussionsveranstaltung. Stadtplaner Jürgen Ewert kritisierte das Planungsvorhaben, da es soziale Verwerfungen begünstige.<ref>Der Phoenixsee und die Schattenseiten einer Stadtteilaufwertung. 11. November 2013, abgerufen am 11. November 2019.</ref> Achim Prossek, Geograf an der Humboldt-Universität zu Berlin, stellte durch regelmäßige Exkursionen den Verlust von günstigem Wohnraum in Hörde fest.<ref>Silke Hoock: Der feine Phoenix-See bedeutet Verdrängung der kleinen Leute. 2. Juni 2014, abgerufen am 11. November 2019.</ref> Rainer Stücker, Vorsitzender des Dortmunder Mietvereins, äußerte, dass Immobilienbesitzer in Hörde zwar profitieren, aber günstiger Mietwohnraum verschwinden würde.<ref>Felix Guth, Tobias Grossekemper, Thomas Thiel: RN+ Wasser findet seinen Weg. Abgerufen am 13. November 2019.</ref><ref>Felix Guth, Tobias Grossekemper, Thomas Thiel: RN+ Wasser findet seinen Weg. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> Kunsthistoriker und Leiter der Emscherkunst, Florian Matzner, sprach 2016 davon, dass „eine Gentrifizierung wie aus dem Lehrbuch stattgefunden“ habe: „In wenigen Jahren haben hier Neureiche Häuser mit Blick auf den See gebaut. […] Als Folge dieser Bebauung stiegen die Mieten für die Wohnungen in den alten Häusern der ehemaligen Stahlarbeiter, die hinter den Villen stehen.“<ref>Christiane Hoffmans: Emscherkunst: „Eine Gentrifizierung wie aus dem Lehrbuch “. 1. Juni 2016 (welt.de [abgerufen am 11. November 2019]).</ref> Aktivisten der Hafeninitiative Dortmund, führten den Phoenix-See im Juni 2019 als Negativbeispiel für ein in Gentrifizierung mündendes Stadtentwicklungsprojekt an.<ref>Felix Guth: RN+ Wem gehört die Stadt? Bewohner des Hafens sind sauer – Bloß kein zweiter Phoenix-See. Abgerufen am 11. November 2019.</ref> Olaf Greve, an der Planung des Phoenix-See beteiligt, konstatierte im Rückblick, dass über die soziale Komponente des Projektes zu wenig nachgedacht worden sei.<ref>Planung Phoenix-See: Mut zur Lücke. Abgerufen am 13. November 2019.</ref> Der Sozialbericht NRW 2016 des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass Neubauten und Sanierungen Gentrifizierung begünstigt haben.<ref>o.A.: Sozialbericht NRW 2016: Armuts- und Reichtumsbericht. Hrsg.: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, S. 485 (nrw.de [PDF]).</ref>

Siehe auch

Panorama-Aufnahmen

Panoramablick auf den zukünftigen Phoenix-See von der Aussichtsplattform des Infopoints, April 2009

Dokumentationen

  • Dortmund und der Phoenix-See, Dokumentarfilm, Deutschland 2008, 44 Min, Regie: Jens Tilmann, Dokumentarfilm des WDR aus der „Bilderbuch Deutschland“-Serie, auch als DVD
  • Göttliche Lage, Dokumentarfilm, Deutschland 2014, 104 Min, Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken; der Film dokumentiert die Entwicklung des Sees; wurde u. a. gezeigt bei: Kirchliches Filmfestival Recklinghausen, 5. März 2015; im gleichen Jahr auf DVD publiziert; u. a. unterstützt vom WDR, ARTE
  • Phoenixsee – Langzeitdokumentation (Produktion HubbertvonSonntag, Regie Hans von Sonntag) 9-teilige Dokumentation – in HD – beauftragt durch DSW21. Auch als DVD und DVD-Serie erhältlich gewesen.
  • Phoenixsee, Fernsehserie, Deutschland 2016 mit Stephan Kampwirth, Nike Fuhrmann, Felix Vörtler, Anna Stieblich, Robert Dölle u. a. Der WDR hat bis 2019 12 Folgen in 2 Staffeln produziert.<ref>Ruhrpott-Serie Phoenixsee. WDR-Website, abgerufen am 7. Mai 2019.</ref> Nach der zweiten Staffel wurde die Einstellung der Serie verkündet.<ref>[1]</ref>

Weblinks

Commons: Phoenix-See – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

<references />

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Besucherzentrum und Ankerpunkte (von West nach Ost): | Zechenpark Friedrich Heinrich | Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | LVR-Industriemuseum Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen | Aquarius-Wassermuseum | St.-Antony-Hütte | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Zeche Ewald | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm

Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | 26. Sakralbauten | 27. Eisen & Stahl | 28. Wasser: Werke, Türme und Turbinen | 29. Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers | 30. Gelsenkirchen | 31. Route Industriekultur und Bauhaus | per Rad

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Zeche Zollern II/IV Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Kolonie Landwehr | Zeche Westhausen | Zeche Adolf von Hansemann | Kokerei Hansa Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Nahverkehrsmuseum Dortmund | Zeche Hansa | Bahnhof Huckarde Nord | Zeche Minister Stein | Alte Kolonie Eving Datei:RouteIndustriekultur Siedlung Symbol.svg mit Wohlfahrtsgebäude | Zeche Gneisenau | Müsersiedlung der Zeche Gneisenau | Luftschacht Rote Fuhr | Wasserturm Lanstroper Ei | Bergbau-Beamtensiedlung Neu-Asseln | Museum für Kunst und Kulturgeschichte | Dortberghaus | Dortmunder U | Kaserne der Paulinenhütte | Verwaltungsgebäude Union | Denkmal KZ-Außenlager Buchenwald in Dortmund | Siedlung Oberdorstfeld | Deutsche Arbeitsschutzausstellung (DASA) Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Westfalenhallen | Ehemaliger Volkspark: Signal Iduna Park, Stadion Rote Erde, Volksbad (Strobelallee) | Fernsehturm Florian Datei:RouteIndustriekultur Panorama Symbol.svg | Wasserturm des Dortmunder Südbahnhofs | Unternehmervillen im Ostparkviertel | Landesoberbergamt Dortmund | Ostenfriedhof | Hauptfriedhof Dortmund | Bahnbetriebswerk Dortmund-Betriebsbahnhof | Borsigplatz | Westfalenhütte | Hoesch-Museum | Hoeschpark | Weichenbauhalle der ehemaligen Maschinenfabrik Deutschland | Dortmunder Actien-Brauerei | Brauerei-Museum Dortmund | Naturmuseum Dortmund | Fredenbaumpark | Depot Immermannstraße | Altes Hafenamt Dortmund | Brückenensemble Unionstraße | Mahn- und Gedenkstätte Steinwache | Hörder Burg | Phoenix-See | Hochofenwerk Phoenix West | Hohensyburg Datei:RouteIndustriekultur Panorama Symbol.svg | Syburger Bergbauweg

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