Zum Inhalt springen

Dedekindring

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. September 2025 um 14:33 Uhr durch imported>RPI (Eigenschaften).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Ein Dedekindring (nach Richard Dedekind, auch Dedekindbereich) sowie ein ZPI-Ring sind Verallgemeinerungen des Ringes der ganzen Zahlen, in welchem jede natürliche Zahl eine (eindeutige) Primfaktorzerlegung besitzt (Fundamentalsatz der Arithmetik). Die Anwendungen dieser Verallgemeinerungen finden sich hauptsächlich in den mathematischen Teilgebieten der algebraischen Zahlentheorie und der kommutativen Algebra, besonders in der Idealtheorie.

Definitionen

Ein ZPI-Ring ist ein kommutativer Ring mit Eins, in dem jedes Ideal eine Zerlegung in Primideale besitzt, also Produkt von Primidealen ist.

Ein Dedekindring ist ein Integritätsring, in dem jedes Ideal Produkt von Primidealen ist.

Eigenschaften

Manche Autoren fordern, dass Dedekindringe eindimensional sind, wodurch Körper per Definition keine Dedekindringe mehr sind. Dies ist jedoch nicht üblich.

Beispiele

Keine Dedekindringe sind:

  • <math>\mathbb Z[X]</math> (zweidimensional),
  • <math>\mathbb Z[\sqrt5]</math> (nicht normal),
  • <math>\mathbb Z[X]/(X^2)</math> und <math>\mathbb Z\times\mathbb Z</math> (keine Integritätsringe),
  • der Ring der algebraischen ganzen Zahlen, d. h. der ganze Abschluss von <math>\mathbb Z </math> in einem algebraischen Abschluss <math>\overline{\mathbb Q} </math> der rationalen Zahlen (nicht noethersch).

Literatur

  • Robert W. Gilmer: Multiplicative Ideal Theory (= Pure and Applied Mathematics. Band 12). Marcel Dekker, New York 1972.
  • Max D. Larsen, Paul J. McCarthy: Multiplicative Theory of Ideals (= Pure and Applied Mathematics. Band 43). Academic Press, New York, London 1971 (wordpress.com [PDF]).