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Transphobie

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Transphobie (wie englisch transphobia von lateinisch trans „jenseitig, darüber hinaus“, und von „Phobie“ von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Furcht, Schrecken“) bezeichnet eine soziale Abneigung (Aversion) oder Feindseligkeit (Aggressivität) gegen transgeschlechtliche Personen. Eine transphobe Einstellung kann mit Vorurteilen und Ekeln gegenüber trans Personen verbunden sein und zu Aggressionen und gesellschaftlichen Diskriminierungen gegen sie führen.<ref name="bpb 2018-08-08" /> Um auf diesen Umstand zusätzlich hinzuweisen wird auch der Begriff Transfeindlichkeit verwendet. Er soll betonen, dass es sich bei der Ablehnung von trans Personen nicht um eine Phobie im Sinne einer Angststörung handelt. Transphobie kann sich ausdrücken durch Infragestellen oder Aberkennen der Geschlechtsidentität der betroffenen Personen sowie durch psychische und körperliche Gewalt bis hin zur Ermordung von trans Menschen.<ref>TransInterQueer e. V. (TrIQ): TransInterQueer: ABC. Berlin 18. Mai 2017, S. 10: Transphobie (PDF: 383 kB, 12 Seiten auf transinterqueer.org).</ref><ref>Tilman Steffen: Trans-Menschen: Unter Kollegen im falschen Körper. In: Die Zeit. 22. Dezember 2010, abgerufen am 12. Juni 2020.</ref>

Ein starker Zusammenhang besteht zwischen Transphobie und Homophobie (Aversion gegen homosexuelle Personen): In beiden Fällen von Queerfeindlichkeit handelt es sich um die Ablehnung der Abweichung von den geschlechterordnenden Normen des biologischen und des sozialen Geschlechts (Gender) von Mann oder Frau. Viele Transgender-Formen stellen auch heteronormative Sexualvorstellungen in Frage, worauf traditionell eingestellte Personen mit Abwehr bis Ablehnung reagieren können.<ref name="franzen">Jannik Franzen: Transphobie in LSBTI-Kontexten. In: LesMigraS – Antigewalt- und Antidiskriminierungsbereich der Lesbenberatung Berlin e. V. (Hrsg.): Empowerment in Bezug auf Rassismus und Transphobie in LSBTI-Kontexten: Verbindungen sprechen. Berlin 2011, S. 11–14, hier: S. 13 (PDF: 2,4 MB, 48 Seiten auf lesmigras.de).</ref>

Begriffsgeschichte

Das Wort Transphobie entstand in den 1990er Jahren als Abwandlung des Wortes für Homophobie (Abneigung gegen Homosexualität).<ref name="ansara2016" /> Es besteht aus zwei Teilen:

  • Die Vorsilbe trans- (lateinisch für ,jenseits) bezieht sich auf Transgeschlechtlichkeit. Als transgeschlechtlich verstehen sich viele Menschen, deren Geschlechterrollen-Verhalten oder Geschlechtsidentitäts-Erleben nicht mit ihrer bei Geburt zugewiesenen Geschlechtsrolle und Geschlechtsidentität zusammenfällt. Zugewiesen ist, was gesellschaftlich aufgrund körperlicher Geschlechtsmerkmale von einem Menschen erwartet wird. Beispielsweise wird bei der Geburt eines Menschen ausgerufen: „Es ist ein Mädchen“, denn das Kind hat eine Vulva; die Person empfindet und lebt jedoch später als Mann.
  • Die Endung -phobie ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) für „Angst, Furcht“) stammt aus der Psychiatrie und bezeichnet dort eine ausgeprägte Angst, die als unbegründet oder krankhaft angesehen wird.<ref name="ansara2016"></ref> Gemeint ist damit die Abneigung gegen Transgeschlechtlichkeit.

Mit dem Konzept der Transphobie wurde eine Wendung vorgenommen: Ursprünglich haben Forscher untersucht, warum Menschen trans sind und welche Möglichkeiten es gibt, um dementsprechende Verhaltensmuster und Identitäten abzuschwächen. Unter dem Stichwort Transphobie wird versucht, den professionellen Diskurs auf die Frage zu lenken, warum Menschen ablehnend und gewaltvoll gegen Transgeschlechtlichkeit sind.<ref name="ansara2016" /> Um deutlich zu machen, dass es sich in den unter dem Phänomen beschriebenen Fällen nicht um Phobien im Sinne von krankhaften Ängsten, sondern um umfassende Formen der Diskriminierung handelt, wird verstärkt auch der Begriff Transfeindlichkeit genutzt.<ref>Persson Perry Baumgartinger: Die staatliche Regulierung von Trans: Der Transsexuellen-Erlass in Österreich (1980–2010). Eine Dispositivgeschichte. Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8394-4854-0, S. 32.</ref><ref>Sibel Schick: Hä, was heißt -Phobie? In: Missy Magazine. 11. Mai 2020, abgerufen am 18. Juni 2021.</ref> Der Ausdruck soll den Fokus auch klarer auf die von Diskriminierung Betroffenen und ihre Wahrnehmung der jeweiligen Situation als Anfeindungen legen.<ref>Mari Günther, Barbara Stauber: „Das Transsexuellengesetz ist eine massive Menschenrechtsverletzung“: Zur institutionellen Diskriminierung von trans* Personen und den Möglichkeiten von Beratung. In: Diskriminierung und Antidiskriminierung. Transcript, 2021, ISBN 978-3-8394-5081-9, S. 213–228, doi:10.14361/9783839450819-013.</ref>

Am Konzept Transphobie wird kritisiert, dass es eine erneute binäre Unterteilung (in trans und cis Menschen) vornehme, sich Menschen aber nicht immer problemlos in eine der beiden Kategorien einteilen ließen. Einige Autoren sehen das Konzept von trans und damit auch Transphobie als ethnozentristisch an, d. h. sie kritisieren, dass der Begriff andere kulturspezifische Geschlechter wie z. B. Hijra nicht adäquat fasse. Der Fokus auf trans Menschen führe außerdem dazu, dass die Diskriminierung von intergeschlechtlichen und Menschen mit Behinderungen vernachlässigt würde.<ref name=":5">Y. Gavriel Ansara, Erica J. Friedman: Transphobia. In: The Wiley Blackwell Encyclopedia of Gender and Sexuality Studies. John Wiley & Sons, Ltd, Singapore 2016, ISBN 978-1-4051-9694-9, S. 1–3, doi:10.1002/9781118663219.wbegss217 (wiley.com [abgerufen am 6. November 2022]).</ref> Um auch unbeabsichtigte Formen der Ungleichbehandlung von trans Menschen sowie gesellschaftliche und kulturelle Strukturen, die diese verstärken, stärker zu berücksichtigen und darauf zu verweisen, dass auch cis Menschen davon negativ betroffen sein können, verwenden einige Forscher in Analogie zum Konzept des Heterosexismus auch den Begriff „Cisgenderism“/„Cisgenderismus“.<ref name=":5" /><ref>Y. Gavriel Ansara, Israel Berger: Cisgenderism. In: The Wiley Blackwell Encyclopedia of Gender and Sexuality Studies. John Wiley & Sons, Ltd, Singapore 2016, ISBN 978-1-4051-9694-9, S. 1–3, doi:10.1002/9781118663219.wbegss426 (wiley.com [abgerufen am 6. November 2022]).</ref><ref>Josch Hoenes, Utan Schirmer: Transgender/Transsexualität: Forschungsperspektiven und Herausforderungen. In: Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-12496-0, S. 1203–1212, doi:10.1007/978-3-658-12496-0_77.</ref>

Verbreitung

Laut Leipziger Autoritarismus-Studie, die 2024 erstmals auch Daten zu Transfeindlichkeit erhob, wiesen „37 % der Deutschen […] eine geschlossene Abwehr von Transgeschlechtlichkeit auf“. 47 % der Befragten lehnten transfeindliche Aussagen durchgehend ab. Transfeindliche Einstellungen waren insbesondere unter Wählern der AfD verbreitet (71 % geschlossene Ablehnung). Die Zustimmungswerte zu transfeindlichen Aussagen waren im Osten höher als im Westen der Bundesrepublik.<ref>Fiona Kalkstein, Gert Pickel, Johanna Niendorf: Antifeminismus und Antisemitismus – eine autoritär motivierte Verbindung? In: Oliver Decker, Johannes Kiess, Ayline Heller, Elmar Brähler (Hrsg.): Vereint im Ressentiment: Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen. Leipziger Autoritarismus-Studie 2024. Psychosozial-Verlag, Gießen 2024, ISBN 978-3-8379-3397-0, S. 161–180.</ref>

Transfeindliche Gewalt- und Straftaten

Viele Morde an und gewaltsame Übergriffe auf trans Personen sind transphob motiviert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Carsten Balzer: Jeden dritten Tag wird ein Mord an einer trans Person berichtet. Die vorläufigen Ergebnisse des neuen „Trans Murder Monitoring“-Projektes zeigen mehr als 200 berichtete Morde an trans Personen zwischen Januar 2008 und Juni 2009, in: Liminalis, Nr. 03 2009 (Juli 2009) (Memento vom 10. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref> Wegen der unbefriedigenden Datenlage steht die wissenschaftliche Erforschung transfeindlicher Gewalt noch am Anfang.<ref name=":6">Laurel Westbrook: Violence against transgender people in the United States: Field growth, data dilemmas, and knowledge gaps. In: Sociology Compass. Band 16, Nr. 6, Juni 2022, ISSN 1751-9020, doi:10.1111/soc4.12983 (wiley.com [abgerufen am 6. April 2023]).</ref> Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 fand dass eine von sechs trans Personen von Erfahrungen mit physischer Partnerschaftsgewalt berichten und 10 % der Befragten gaben an, sexualisierte Partnerschaftsgewalt erfahren zu haben. Das Risiko, physische oder sexualisierte Gewalt zu erfahren, war für trans Personen zwei bis dreimal höher als für cis Personen.<ref>Sarah M. Peitzmeier, Mannat Malik, Shanna K. Kattari, Elliot Marrow, Rob Stephenson, Madina Agénor, Sari L. Reisner: Intimate Partner Violence in Transgender Populations: Systematic Review and Meta-analysis of Prevalence and Correlates. In: American Journal of Public Health. Band 110, Nr. 9, September 2020, ISSN 1541-0048, S. e1–e14, doi:10.2105/AJPH.2020.305774, PMID 32673114, PMC 7427218 (freier Volltext).</ref> Von den 27.715 in der 2015 U.S. Transgender Survey befragten Personen gaben 47 % an, in ihrem Leben schon einmal Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein. 13 % der Befragten gaben an, im vorangegangenen Jahr physisch angegriffen worden zu sein.<ref>S. E. James, J. L. Herman, S. Rankin, M. Keisling, L. Mottet, M. Anafi: The Report of the 2015 U.S.Transgender Survey. National Center for Transgender Equality, Washington 2016 (transequality.org [PDF; abgerufen am 6. April 2022]).</ref>

Auch bei der Erfassung transfeindlicher Straftaten ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Vom Bundeskriminalamt werden sie in Deutschland seit 2020 im Themenfeld „Geschlecht/Sexuelle Identität“ erfasst, das seit 2022 auch in die Kategorien „frauenfeindlich“, „männerfeindlich“ und „geschlechtsbezogene Diversität“ differenziert ist.<ref>Patrick Gensing: Transfeindlichkeit: Viele Fälle bleiben wohl im Dunkeln. In: tagesschau.de. 13. April 2022, abgerufen am 6. November 2022.</ref> Im Jahr 2021 fielen in den Bereich „Geschlecht/Sexuelle Identität“ 340 erfasste Straftaten.<ref>Anna-Katharina Ahnefeld: Angriffe auf trans* Personen: Was befeuert den Hass gegen die LGBTQIA+-Community? In: Frankfurter Rundschau. 9. September 2022, abgerufen am 6. November 2022.</ref> Als einziges Bundesland erfasst Berlin LSBTIQ*-feindliche Straftaten. Im Jahr 2021 wurden dort 456 solcher Straftaten in die Statistik aufgenommen.<ref>Carla Reveland, Patrick Gensing: Transfeindlichkeit als „Kulturkampf“ gegen die moderne Welt. In: tagesschau.de. 11. Januar 2023, abgerufen am 11. Januar 2023.</ref> Weltweit wurden laut Trans Murder Monitoring der Menschenrechtsorganisation Transgender Europe im gleichen Jahr 375 trans Personen ermordet, die höchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2008.<ref>Carolin Wiedemann: Die Freiheit, die wir meinen. In: Zeit Online. 18. Februar 2022, abgerufen am 6. November 2022.</ref> Die meisten Mordopfer wurden in Brasilien gezählt. Trans Frauen zählten im Großteil der erfassten Fälle zu den Opfern, außerdem zählten Schwarze Menschen, Migrantinnen und Sexarbeiterinnen zu den häufigsten Opfern.<ref>Jamie Wareham: 375 Transgender People Murdered In 2021-‘Deadliest Year’ Since Records Began. In: Forbes. 11. November 2021, abgerufen am 6. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ursachen

Auch wenn es wenige empirische Untersuchungen zu den Ursachen transfeindlicher Gewalt gibt, haben Forscher Theorien über verschiedene Gründe aufgestellt. Dazu zählt einerseits Transphobie, verstanden als Hass auf trans Menschen und „cisgenderismus“ (der kulturelle Glaube, dass Menschen cis sind oder sein sollten). Transfeindliche Gewalt dient in dieser Perspektive dazu, trans Menschen für ihr Trans-Sein zu bestrafen oder zu eliminieren. Weil nicht alle trans Menschen im gleichen Maße transfeindlicher Gewalt ausgesetzt sind, spielen vermutlich noch andere Einstellungen eine Rolle, wie der Glaube, dass trans Menschen ihre Mitmenschen allgemein und heterosexuelle Männer, die mit ihnen Sex haben, in Bezug auf ihr Geschlecht täuschen. Trans Frauen of Color sind durch die Überschneidungen verschiedener Diskriminierungs- und Benachteiligungsformen in besonderem Maße von transfeindlicher Gewalt betroffen.<ref name=":6" />

Transphobie im zwischenmenschlichen Bereich

Aspekte von Transphobie sind dagegen auch, trans Menschen nicht für sich selbst sprechen zu lassen, ihr Geschlecht zu ignorieren, sie nach ihrem Coming-out weiter mit ihrem alten, gegebenen Vornamen und dementsprechend falschen Pronomen anzusprechen (Deadnaming) oder die Person ohne Berücksichtigung ihrer Selbstdefinition als heterosexuell zu lesen. Auch wird trans Personen mit Voyeurismus begegnet, ihnen wird die selbstgewählte Geschlechtsidentität oder ihre geschlechtliche Normvariation abgesprochen, und sie werden mit Fremdzuschreibungen überhäuft. Transphobie bedeutet auch, dass nicht-trans und cis Menschen meinen, über das Authentisch-Sein von trans Menschen urteilen zu können.<ref name="franzen" />

Problematisch ist außerdem, dass die Geschlechtsidentität oft als weitere sexuelle Orientierung neben schwul, lesbisch und bisexuell missverstanden wird, was der Selbstwahrnehmung von trans Personen nicht entsprechen muss. Ebenso problematisch ist, wenn trans Personen zu „Vorreitern“ bei der Auflösung von Geschlechterkategorien im Sinne des Postgenderansatzes stilisiert werden, denn für gesellschaftliche Veränderungen von Geschlechterbildern sind Menschen aller Geschlechtsidentitäten verantwortlich. Als transphob gilt auch der Vorwurf an trans Menschen, sie würden traditionelle Geschlechterstereotypen verstärken, indem sie sich durch Operationen „an die Norm“ anpassten.<ref name="franzen" />

Transphobie kann auch durch trans Personen selbst ausgeübt werden.<ref>paperlined.org: Transgender Divisions. Abgerufen am 3. März 2013.</ref> Einige Transgeschlechtliche oder Gruppen transgeschlechtlicher Menschen kritisieren das Konzept „queer“, weil sie sich durch die Bezeichnungen transgender, trans*, queer oder LGBTQIA nicht vertreten oder davon vereinnahmt fühlen und daher ihre Sichtbarkeit sowie ihre Interessen bedroht sehen.<ref>Kim Schicklang: Die Vereinnahmung transsexueller Menschen. In: Mutig. Menschenrecht und Transsexualität. Abgerufen am 3. März 2013.</ref><ref>Kim Schicklang/ATME e. V.: Stellungnahme zur Vereinnahmung durch queer.de. In: atme-ev.de. 25. Januar 2013, abgerufen am 2. März 2013.</ref> Das ist eine Kritik, wie sie ähnlich von einer Initiative intergeschlechtlicher Menschen sowohl gegenüber LGBT, queer als auch gegenüber der transgeschlechtlichen Community formuliert wird.<ref>Daniela Truffer: Die Rede von der psychischen Intersexualität. In: zwischengeschlecht.org. 10. Dezember 2007, abgerufen am 2. März 2013.</ref>

Transphobie in Psychologie, Psychiatrie und Gesundheitswesen

Transgeschlechtlichkeit (veraltend: Transsexualität) war per Gesetz (Transsexuellengesetz) und bis 2019 im ICD-10 (F 64.0) beziehungsweise bis 2013 im DSM 4 als psychische Krankheit definiert. Im DSM 5 wurde gender identity disorder aus dem Leitfaden gestrichen mit der Erklärung, dass „Gender-Nonkonformität an sich keine psychische Störung“ ist.<ref>TGNC Guide. Abgerufen am 18. Januar 2021.</ref> Auch die ICD-11 hat Gender-Nonkonformintät aus dem Kapitel Psychische und Verhaltensstörungen gestrichen und in das neue Kapitel „Zustände im Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit“ verschoben. Dies spiegele die Erkenntnisse wider, „dass transidente und geschlechtsspezifische Identitäten keine Bedingungen für psychische Erkrankungen sind, und dass ihre Klassifizierung als solche eine enorme Stigmatisierung verursachen kann“.<ref>WHO/Europe brief – transgender health in the context of ICD-11. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 18. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Trans Personen galten entgegen ihrer Selbstdefinition als „geschlechtsidentitätsgestörte Frau oder Mann“ und damit als kranke, behandlungsbedürftige Menschen. Ihnen wird also vom Staat nicht zugestanden, ihre Geschlechtsidentität selbst zu bestimmen, Experten ihres eigenen Zustandes zu sein.<ref name="Haupt 2012-10-18">Horst-Jörg Haupt: Sie sind ihr Gehirn – Transsexualität im Spannungsfeld von Neurowissenschaft und Transphobie. Vortrag auf der Fachkonferenz Trans*Identitäten in Wien, 18. Oktober 2012 (PDF: 395 kB, 14 Seiten auf trans-evidence.com).</ref> Oftmals mangelt es an Sensibilisierung und Fachkompetenz im Umgang mit betroffenen Personen in medizinischen Einrichtungen. Unzureichendes Fachwissen kann dazu führen, dass diese Patienten im medizinischen Bereich falsch oder unzureichend behandelt werden<ref></ref> und, dass transidente Menschen sich im medizinischen Bereich nicht sicher und verstanden fühlen. Sie können das Gefühl haben, dass sie diskriminiert werden oder dass ihre Bedürfnisse und Erfahrungen nicht berücksichtigt werden. Oft nehmen sie deshalb sie eine Vermeidungshaltung ein und zögern medizinische Untersuchungen hinaus oder nehmen sie gar nicht wahr.<ref>Greta R. Bauer, Xuchen Zong, Ayden I. Scheim, Rebecca Hammond, Amardeep Thind: Factors Impacting Transgender Patients’ Discomfort with Their Family Physicians: A Respondent-Driven Sampling Survey. In: PLOS ONE. Band 10, Nr. 12, 17. Dezember 2015, ISSN 1932-6203, S. e0145046, doi:10.1371/journal.pone.0145046, PMID 26678997, PMC 4683012 (freier Volltext) – (plos.org [abgerufen am 12. Dezember 2022]).</ref>

Exemplarisch für einen veralteten und transphoben Umgang mit trans Personen in Medizin und staatlichen Fürsorgeinstitutionen war der Fall des trans Mädchens Alex, das vom Jugendamt für eine Konversionstherapie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden sollte.<ref>Heide Oestreich: Wer wollte das rosa Einhorn? In: taz.de. 12. Januar 2012, abgerufen am 2. März 2013.</ref> Infolge des Bekanntwerdens dieses Falls formierte sich ein Aktionsbündnis von Trans-Aktivisten, das eine Demonstration zur Unterstützung der betroffenen Personen und zur Sichtbarmachung von struktureller Transphobie organisierte.<ref>Peter Nowak: Wider den Zwang. In: der Freitag. 27. März 2012, abgerufen am 2. März 2013.</ref>

Transphobie im Rechtswesen

Zur Personenstandsänderung, also der Änderung des Geschlechtseintrags, brauchten transgeschlechtliche (transsexuelle) Menschen bis November 2024 in der Regel zwei Gutachten von zwei unabhängigen Gutachtern, die aufgrund ihrer Ausbildung und beruflichen Erfahrung mit Transgeschlechtlichkeit ausreichend vertraut sind.<ref name="TransInterQueer 2014 trans*">Trans* in den Medien: Informationen für Journalist_innen. (PDF; 1,5 MB; 24 Seiten) 2. Auflage. Berlin. In: transinterqueer.org. TransInterQueer e. V. (TrIQ), Dezember 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Oktober 2017; abgerufen am 15. November 2023.</ref><ref name="Haupt 2012-10-18" />

Das Transsexuellengesetz galt bis zu seiner Ablösung im Jahr 2024 durch das Selbstbestimmungsgesetz, war in den Jahrzehnten seiner Gültigkeit aber durch das Bundesverfassungsgericht in mehreren Schritten in wesentlichen Teilen als rechtswidrig bewertet worden, u. a. weil es gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstieß. Personenstandsänderungen wurden dort in früheren Fassungen nur erlaubt, wenn die betreffenden Personen durch sogenannte geschlechtsangleichende Operationen ihre äußeren Geschlechtsmerkmale operativ verändern ließen, sowie zeugungs- und gebärunfähig gemacht wurden.

2023 legten das Bundesministerium der Justiz und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Entwurf für ein Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag und zur Änderung weiterer Vorschriften (Selbstbestimmungsgesetz, SBGG) vor, nach dem die Gutachtenpflicht für die Änderung des Personenstandes und des Vornamens wegfallen soll.<ref>Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG). Abgerufen am 25. Juni 2023.</ref> Nach vielen, teils umstrittenen und langwierigen Detailänderungen wurde das Selbstbestimmungsgesetz im Frühjahr 2024 mit den Stimmen der Ampelkoalition verabschiedet und im November 2024 gültig. Nach Ansicht vieler Betroffener enthält es nach wie vor einige problematische Teile, die unsinnige Einschränkungen und Verdachtsmomente in sich tragen.

Weitere Gesetze wurden seit 2012 in mehreren anderen Ländern eingeführt.

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Transphobie in religiösen Zusammenhängen

Die Römische Kurie erließ zunächst „sub secretum“ im Jahr 2000, später offiziell im Jahre 2003 ein Dekret, dass nach dem Verständnis der katholischen Kirche eine geschlechtsangleichende Operation „so oberflächlich und äußerlich sei, dass sie die Persönlichkeit nicht verändere. Wenn eine Person männlich sei, bleibe sie männlich. Wenn sie weiblich sei, bleibe sie weiblich“.<ref name="Norton 2003-01-14">John Norton (Catholic News Service): Vatican says “sex change” operation does not change a person’s gender. In: National catholic Reporter. 14. Januar 2003 (archiviert am 19. September 2011), abgerufen am 12. Juni 2020 (englisch); Zitate: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref> Außerdem verändere eine gesetzliche Personenstandsänderung nicht den „kanonischen Status“ einer Person, der besage, dass eine Person „männlich oder weiblich sei vom Moment der Geburt an“.<ref name="Norton 2003-01-14" /> Im Zusammenhang mit einem konkreten Fall im spanischen Bistum Cádiz y Ceuta wurde transgeschlechtlichen Menschen das Recht und die Fähigkeit abgesprochen, Taufpate oder -patin zu werden.<ref>Vatikan: Transsexuelle können objektiv keine Taufpaten sein. In: Katholisches.info. 2. September 2015, abgerufen im Januar 2018.</ref>

In den USA werden transfeindliche Bewegungen maßgeblich von christlich-konservativen und evangelikalen Gruppierungen unterstützt, die mit der Begründung, Mädchen und Frauen zu schützen, transfeindliche Gesetzesvorhaben unterstützen und dabei auch mit radikalfeministischen Gruppen kooperieren.<ref>S.J. Crasnow: The Legacy of ‘Gender Ideology’: Anti-Trans Legislation and Conservative Christianity’s Ongoing Influence on U.S. Law. In: Religion and Gender. Band 11, Nr. 1, 23. Juni 2021, ISSN 2589-8051, S. 67–71, doi:10.1163/18785417-01101005 (brill.com [abgerufen am 3. Juni 2023]).</ref><ref>C. Libby: Sympathy, Fear, Hate. In: TSQ: Transgender Studies Quarterly. Band 9, Nr. 3, 1. August 2022, ISSN 2328-9252, S. 425–442, doi:10.1215/23289252-9836078 (dukeupress.edu [abgerufen am 3. Juni 2023]).</ref> Im Jahr 2023 wurden (Stand Juni 2023) 74 transphobe Gesetze in 23 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten eingeführt.<ref>2023 Passed anti-trans bills. In: Trans Legislation Tracker. Abgerufen am 25. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Transphobie in den Medien

Darstellungen von trans Menschen werden in der westlichen Kultur exotisiert, fetischisiert und skandalisiert.<ref>Martha Testovich: Feine Differenzierungen. In: Progress. Abgerufen am 8. Februar 2013.</ref> Von den Medien wurden transphobe Vorstellungen verbreitet, zum Beispiel in einem Beitrag von Arno Frank in der taz über den trans Mann Thomas Beatie vom 2. Juli 2008. Frank hatte etwa über ihn geschrieben, er sei „kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau“.<ref>Cigdem Akyol, Arno Frank: Transsexueller schwanger – ein Pro und Contra: Mutter oder Vater? In: taz.de 2. Juli 2008, abgerufen am 14. Juni 2017.</ref> In diesem Fall war zum ersten Mal der Deutsche Presserat wegen diskriminierender und dem Pressekodex zuwiderlaufender Berichterstattung über trans Menschen eingeschritten, nachdem sich in sozialen Netzwerken und unter den Lesern der taz Protest formiert hatte. TransInterQueer e. V. meinte dazu: „Da fiel es einem Journalisten besonders schwer, geschlechtliche Vielfalt wahrzunehmen und professionell abzubilden.“<ref name="TransInterQueer 2014 trans*" />

Unter der Bezeichnung Transface (entsprechend zu Blackface) wird der Einsatz von Cisgender-Schauspieler(inne)n in Spielfilmen gefasst, die in Rollen eingesetzt werden, die trans Personen darstellen sollen.<ref>Sarah Pines: Transforming Hollywood. In: Jungle World. Nr. 51, 18. Dezember 2014 (englisch).</ref>

Unsichtbarkeit der Diskriminierung von trans Personen in der Gesellschaft

Im Jahr 2008 veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die von ihr in Auftrag gegebene Fallstudie zur „Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft“.<ref name="Flaig_S00" /> Die Zahlen dieser Studie sind die einzigen offiziellen Zahlen, die es zum Thema Transphobie in Deutschland gibt.

Die Studie kommt dabei zu dem Schluss: „Das Thema Diskriminierung und die Gleichbehandlung bzw. die Förderung benachteiligter Gruppen in unserer Gesellschaft brennen der Mehrheit der Deutschen nicht wirklich auf den Nägeln. Die Aufmerksamkeit gegenüber dem Thema [… ist] eher gering.“<ref name="Flaig_S8" /> „Verbreitet ist eine Haltung des ‚Jeder ist sich selbst der Nächste‘, […] Lediglich 15 Prozent der Bevölkerung können als harter Kern der Gleichbehandlungsbefürworter gelten. Das sind diejenigen, die die Aussage ‚Antidiskriminierungspolitik halte ich für überflüssig‘ entschieden ablehnen (insgesamt 40 Prozent stimmen der Aussage zu).“<ref name="Flaig_S9" />

71 % der Befragten bejahten, dass für trans Menschen nichts oder weniger getan werden solle. 5 % waren der Ansicht, für trans Menschen solle viel mehr getan werden.<ref name="Flaig_S50" /> 49 % geben an, keine Diskriminierung von trans Menschen erkennen zu können. 15 % der Bevölkerung sehen eine starke oder sehr starke Diskriminierung.<ref name="Flaig_S56" /> 45 % haben kein Verständnis für trans Menschen (40 % der Frauen, 50 % der Männer).<ref name="Flaig_S65" />

Mehrfachdiskriminierungen

Nichtweiße und materiell weniger begüterte trans Personen erleben in unserer Gesellschaft oft Mehrfachdiskriminierung im Sinn der Intersektionalität und damit verbundene vielfältigere Unsichtbarmachung und Ausgrenzung.<ref name="franzen" /><ref name="serano">Julia Serano: Rethinking Sexism: How Trans Women Challenge Feminism. In: AlterNet. 4. August 2008, abgerufen am 3. März 2013.</ref> Auch Misogynie und Transphobie treten oft zusammen auf und führen zu einer verstärkten Diskriminierung von trans Frauen (Transmisogynie). In Brasilien sind arme, schwarze trans Frauen die häufigsten Opfer transphober Morde.<ref>Heloisa Cristaldo: Report: Brazil has highest number of trans people killed in 2022. In: AgênciaBrasil. 27. Januar 2023, abgerufen am 25. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Transphobie in rechtsextremen und rechtsalternativen Milieus

Im Rechtsextremismus sind transphobe Einstellungen weit verbreitet. Die Abwertung von queeren Lebensweisen dienen Neulingen teilweise als Ritual, um in der Szene aufgenommen zu werden.<ref name=":7">Isabel Heinemann, Alexandra Minna Stern: Gender and Far-right Nationalism: Historical and International Dimensions. Introduction. In: Journal of Modern European History. Band 20, Nr. 3, August 2022, ISSN 1611-8944, S. 311–321, doi:10.1177/16118944221110721 (sagepub.com [abgerufen am 2. Juni 2023]).</ref> Nach Einschätzung von Miro Dittrich vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie entwickelte sich Transphobie seit 2022 stärker noch zu einem zentralen Element der rechtsextremen Szene, wobei er hierbei insbesondere die USA im Blick hat.<ref name=":8" /> In einigen zeitgenössischen Fällen kann aber auch das Ausspielen von LGBTQA+-Rechten für eigene Zwecke beobachtet werden, etwa in der vor allem in Skandinavien anzutreffenden Behauptung, diese Rechte vor Einwanderern aus afrikanischen Ländern schützen zu wollen.<ref name=":7" /> Für die sogenannte Alt-Right stellt Transfeindlichkeit einen wichtigen Anknüpfungspunkt an gemäßigtere rechte Positionen („Alt-light“) dar.<ref>Alexandra Minna Stern: Proud boys and the white ethnostate: how the alt-right is warping the American imagination. Beacon Press, Boston, Massachusetts 2019, ISBN 978-0-8070-2837-7.</ref>

Die rechtsalternative „Querdenken“-Szene verbindet ihre Verschwörungserzählungen teilweise mit transphoben Einstellungen, indem behauptet wird, Transgender sei ein Mittel der „Umerziehung“ durch den Staat.<ref name=":8">Carla Reveland, Redaktion ARD-faktenfinder und Patrick Gensing für tagesschau.de: Transfeindlichkeit als „Kulturkampf“ gegen die moderne Welt. Abgerufen am 2. Juni 2023.</ref>

Transphobie in feministischen und homosexuellen Zusammenhängen

Die trans Frau Sandy Stone beschrieb, Transphobie in den 1970er-Jahren in feministischen, lesbischen und schwulen Zusammenhängen erfahren zu haben.<ref name="manifesto">Sandy Stone: The Empire Strikes Back. A Posttranssexual Manifesto. Austin 1993 (englisch; PDF, 80 kB auf ucm.es).</ref> Die „Lesbian Organization of Toronto“ entschied sich beispielsweise offen dafür, trans Frauen aus ihrer Gruppe auszuschließen. Grundlage dafür waren damals vorherrschende essentialistische Geschlechtsrollenbilder. Eine Transition von weiblich nach männlich könne demnach als „Verrat“ an der Weiblichkeit, als Wechsel auf die „Täterseite“ empfunden werden. Als eine transphobe Publikation ist in diesem Zusammenhang The Transsexual Empire der Feministin Janice Raymond zu nennen. Sie schreibt beispielsweise: „Alle Transsexuellen vergewaltigen weibliche Körper, indem sie die reale weibliche Gestalt auf einen Artefakt, auf ein vom Menschen geschaffenes Objekt reduzieren, um sich dieses anzueignen […]“.<ref>Janice Raymond: The Transsexual Empire. 1979, S. 101–102, 104; zitiert in Sandy Stone: The Empire Strikes Back. A Posttranssexual Manifesto. Austin 1993 (englisch; PDF, 80 kB auf ucm.es); Zitat: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”.</ref> Lesbisch sozialisierte trans Männer wurden etwa nach ihrer Transition aus lesbischen Gruppen ausgeschlossen und waren möglicherweise gleichzeitig in der schwulen Community nicht akzeptiert.<ref name="franzen" />

Insbesondere in den USA und im UK – dort vor allem angestoßen durch die 2017 begonnene Debatte um die Reform des Gender Recognition Acts – kam es von Seiten von Personen und Gruppen wie der Women’s Declaration International, LGB Alliance oder Fair Play for Women, die sich selbst als „genderkritisch“ bezeichnen und von Opponenten mitunter als „TERF“ bezeichnet werden zu Bemühungen, trans Frauen aus für Frauen vorgesehenen Räumen auszuschließen.<ref name=":2">Craig McLean: The Growth of the Anti-Transgender Movement in the United Kingdom. The Silent Radicalization of the British Electorate. In: International Journal of Sociology. Band 51, Nr. 6, 2. November 2021, ISSN 0020-7659, S. 473–482, doi:10.1080/00207659.2021.1939946 (tandfonline.com [abgerufen am 20. September 2022]).</ref> Häufig bezieht sich die Argumentation darauf, dass trans Frauen, also aus Sicht der Genderkritikerinnen „Männer“, auf Frauentoiletten oder in ähnlich binärgeschlechtlich abgetrennte Räume gelangen könnten. Als Argument werden zudem Sorgen vor einer Dominanz von trans Personen in sportlichen Wettbewerben angeführt und Tests zur Feststellung des Geschlechts (womit in diesem Fall zumeist eine eher enge Definition des biologischen Geschlechts gemeint ist) von Athleten gefordert.<ref name="Tagesspiegel 2019-04-05">Linus Giese: Transfeindlichkeit unter Frauen: Besorgte Feministinnen. In: Der Tagesspiegel. 5. April 2019, abgerufen am 21. September 2020.</ref><ref name=":4">Sally Hines: Sex wars and (trans) gender panics: Identity and body politics in contemporary UK feminism. In: The Sociological Review. Band 68, Nr. 4, Juli 2020, ISSN 0038-0261, S. 699–717, doi:10.1177/0038026120934684.</ref><ref>Talia Mae Bettcher: Trans Feminism: Recent Philosophical Developments: Recent Philosophical Developments. In: Philosophy Compass. Band 12, Nr. 11, November 2017, S. e12438, doi:10.1111/phc3.12438 (wiley.com [abgerufen am 11. November 2021]).</ref> Grundannahme entsprechender Strömungen ist es, dass das bei Geburt zugewiesene Geschlecht stets das Geschlecht einer Person bleibe und dass nur Menschen, die ihr ganzes Leben als Frauen gelebt haben, die Unterdrückung von Frauen nachvollziehen könnten. Trans Frauen werden innerhalb des „genderkritischen“ Feminismus deshalb als Männer bezeichnet, die psychisch krank seien und z. B. durch Konversionstherapie behandelt werden müssten.<ref>Rachel McKinnon: The Epistemology of Propaganda. In: Philosophy and Phenomenological Research. Band 96, Nr. 2, 2018, ISSN 1933-1592, S. 483–489, doi:10.1111/phpr.12429 (wiley.com [abgerufen am 11. November 2021]).</ref> Damit einher geht ein verstärkter Fokus auf das biologische Geschlecht (sex) von Menschen.<ref name=":1">Sally Hines: Sex wars and (trans) gender panics: Identity and body politics in contemporary UK feminism. In: The Sociological Review. Band 68, Nr. 4, Juli 2020, ISSN 0038-0261, S. 699–717, doi:10.1177/0038026120934684 (sagepub.com [abgerufen am 20. September 2022]).</ref> Zoë Playdon, emeritierte Professorin für Medical Humanities, sieht in der Haltung transausschließender Feministinnen mitunter auch eine psychologische Abwehrstrategie für die von ihnen zuvor erlebte Gewalt und sexuellen Missbrauch durch Männer. Sie würden diese traumatischen Gefühle auf trans Personen (insbesondere trans Frauen) übertragen und sie daher aus ihren Räumen verbannen wollen.<ref>Zoe Playdon: The Hidden Case of Ewan Forbes: The Transgender Trial that Threatened to Upend the British Establishment. Bloomsbury Publishing, 2021, ISBN 978-1-5266-1911-2, S. 295 (google.com [abgerufen am 6. Januar 2023]).</ref>

„Genderkritische“ Feministinnen engagieren sich außerdem gegen eine LGBTIQ-inklusive Pädagogik und die mediale Repräsentation von trans Menschen, die sie als Folge einer „Gender-Ideologie“ darstellen.<ref name=":3">Ruth Pearce, Sonja Erikainen, Ben Vincent: TERF wars: An introduction. In: The Sociological Review. Band 68, Nr. 4, Juli 2020, ISSN 0038-0261, S. 677–698, doi:10.1177/0038026120934713 (sagepub.com [abgerufen am 11. November 2021]).</ref> Es wird behauptet, Mädchen werde mit einer Transition zum männlichen Geschlecht „ein schneller Ausweg aus der Frauenfeindlichkeit verkauft“, anstatt gesellschaftliche Frauenfeindlichkeit als solche zu überwinden. Dies wird oft verbunden mit eigenen Erlebnissen aus der Kindheit, in denen die Geschlechterrollen als zu repressiv wahrgenommen wurden. Viele transausschließende Feministinnen behaupten daher, „wäre ich in der heutigen Zeit aufgewachsen, hätte man mich zur Transition überredet.“<ref>Jacob Breslow: They would have transitioned me: third conditional TERF grammar of trans childhood. In: Feminist Theory. Band 23, Nr. 4, Dezember 2022, ISSN 1464-7001, S. 575–593, doi:10.1177/14647001211046442.</ref>

Im feministischen Aktivismus gegen Transrechte kommt es zu inhaltlichen und personellen Überschneidungen mit antifeministischen und anti-trans-Diskursen auf Seiten konservativer Christen und Politiker (vgl. Anti-Gender-Bewegung).<ref name=":3" /><ref name=":1" /><ref name=":2" />

Strategien gegen Transphobie

Selbsthilfestrukturen und privates Umfeld

Hilfreich zur Bewältigung transphober Übergriffe sind geschützte Räume von und für trans Personen im Sinn des Empowerments. Das sind Orte, wo ihre Identität und ihr Selbstausdruck selbstverständlich akzeptiert sind. Dort kommen sie in Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und bekommen Unterstützung.<ref name="franzen" />

Jannik Franzen vom Berliner TransInterQueer e. V. empfiehlt folgende Strategien zur Reduzierung von Transphobie für Cisgender-Menschen:

  • offen dafür sein, nicht zu wissen, welches Geschlecht ein Mensch hat bzw. wie sie/er sich definiert
  • Menschen fragen, mit welchem Namen und Pronomen sie angesprochen werden möchten
  • diese Selbstdefinitionen respektieren
  • sich mit der Bezeichnung trans* beschäftigen, die vielen verschiedenen Identitäten, die möglich sind, mitdenken
  • Mehrfachzugehörigkeiten mitdenken, etwa zu People of Color und Menschen mit Behinderungen
  • falls Neugier aufkommt, die Grenzen der trans Person respektieren (Fragen nach Körper oder Operationen – Überlegung, ob ähnliche Fragen Nicht-Trans-Personen, also Cisgender-Personen gestellt werden würden)
  • eigene Bilder von Geschlecht hinterfragen
  • Zweigeschlechtlichkeit hinterfragen
  • Raumpolitiken entsprechend überdenken<ref name="franzen" />

Der Autor Matt Kailey stellte für Menschen, die sich im zwischenmenschlichen Umgang mit trans Personen unsicher sind, zehn unpassende Fragen und eine kleine Trans Etiquette for Non-Trans People zusammen und begründet seine Empfehlungen. Unter diesen unpassenden Fragen sind z. B. solche nach Operationen, nach Passing, nach Sexualität, nach Geschlechtsidentität, nach Erfahrungen mit Transphobie. Seine Forderungen beziehen sich u. a. darauf, trans Personen als solche nicht zu outen (im Unterschied zum freigewählten Coming-out), den korrekten Namen und das korrekte Pronomen zu verwenden, nur dann persönliche Fragen zu stellen, wenn man dazu eingeladen wird, die Person nicht ungewollt zu berühren und die Person so respektvoll zu behandeln, wie man auch andere Menschen behandeln würde.<ref>Matt Kailey: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ten Things Not to Say to a Trans Person. (Memento vom 29. März 2013 im Internet Archive) In: Tranifesto. Abgerufen am 2. März 2013 (englisch).</ref><ref>Matt Kailey: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trans Etiquette for Non-Trans People. (Memento vom 16. März 2013 im Internet Archive) In: Tranifesto. Abgerufen am 2. März 2013 (englisch).</ref>

Politische Forderungen

Weiterhin stellen trans Personen folgende politische Forderungen zur Reform des Transsexuellengesetzes:

Herstellung der Sichtbarkeit von Transphobie

Im Jahr 2009 hat das Komitee von IDAHO (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai), eine Kampagne zum Thema Geschlechtsidentität durchgeführt. Das Motto lautete „Transphobie ablehnen, Respekt vor der geschlechtlichen Identität“. Dem Aufruf folgten 300 Verbände aus 75 Ländern. Zu den bekanntesten Unterzeichnern zählen der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit, Judith Butler, der ehemalige Präsident der EG-Kommission Jacques Delors sowie Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Zu den Hauptforderungen gehörte auch der Appell an die Vereinten Nationen, die Menschenrechtsverletzungen zu prüfen, die trans Personen weltweit erleiden müssen, und Maßnahmen zu ergreifen, die diese Missbräuche beenden.<ref>International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />International Day Against Homophobia & Transphobia. (Memento vom 1. September 2012 im Internet Archive) In: ILGA.org. 14. Mai 2009, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref>

Seit 1998 gibt es den Transgenialen CSD in Berlin, der sich als politische Alternative zum kommerziellen Christopher Street Day versteht. Bei dieser Pride Parade sollen nicht nur die schwul-lesbischen Interessen, sondern gleichermaßen die Interessen von trans Menschen, intergeschlechtlichen Menschen und der zusätzlich durch Rassismus mehrfach diskriminierten Menschen repräsentiert werden. Im Jahr 2010 erfuhr der Transgeniale CSD mit etwa 5000 Teilnehmern großen Zulauf,<ref>Meldung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Transgenialer CSD in der Gewalthauptstadt. (Memento vom 3. Oktober 2013 im Internet Archive) In: Blu.fm. mCruise, 28. Juni 2010, abgerufen am 20. November 2021.</ref> was auch auf die eine Woche zuvor von Judith Butler ausgelöste Rassismus-Kontroverse zurückgeführt wird. Im Zuge dessen hat sie den Zivilcouragepreis des CSD Berlin abgelehnt.<ref>Transgenialer CSD: Judith Butler lehnt Zivilcouragepreis ab! Eigener Blog, 19. Juni 2010, abgerufen am 20. November 2021.</ref> Im Jahr 2010 war auch die weltweite Kampagne „Stopp Trans-Pathologisierung 2012“ auf dem Transgenialen CSD vertreten, die sich für die Entpathologisierung von Trans-Identitäten und deren Streichung aus den Krankheitskatalogen (DSM und ICD) einsetzt.<ref>Nic: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Was Judith Butler empfahl. (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive) In: NicsBloghaus.org. Eigener Blog, 28. Juni 2010, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref>

Am 20. November wird jährlich der Transgender Day of Remembrance (TDoR) begangen („Tag der Erinnerung an die Opfer von Trans*feindlichkeit“).<ref name="BR 2021-11-20">Melina Seiler: Transgeschlechtliche Menschen erleben viel Diskriminierung. In: Bayerischer Rundfunk. 20. November 2021, abgerufen am 20. November 2021 (zum Transgender Day of Remembrance).</ref> Dabei werden die Namen der im vorangegangenen Jahr im Rahmen von transphoben Hassverbrechen getöteten Menschen laut verlesen.<ref>Massachusetts Transgender Political Coalition: Transgender Day of Remembrance. In: MassTPC.org. 15. November 2018, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref><ref>Lainey Millen: North Carolinians mark Transgender Remembrance Day. In: QnotesCarolinas.com. 20. November 2008, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref> Der Transgender Day of Remembrance wurde 1998 von der Grafik-Designerin, Journalistin und Aktivistin Gwendolyn Ann Smith begründet, um an den Mord an Rita Hester in Allston (Massachusetts, USA) zu erinnern und um generell Transphobie und transphobe Morde weltweit öffentlich zu machen.<ref>Gwendolyn Ann Smith: About Gwen. Persönliche Website, 2017, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref><ref>Ethan Jacobs: Remembering Rita Hester. In: Boston.EdgeMediaNetwork.com. 15. November 2008, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref><ref>Projektseite: Transgender Day of Remembrance. In: TransgenderDoR.org. November 2012, aktualisiert: 20. August 2021, abgerufen am 20. November 2021 (englisch).</ref>

Pädagogische Maßnahmen gegen Transfeindlichkeit

Auch pädagogischen Einrichtungen wie Schulen – in denen Transfeindlichkeit verbreitet ist<ref name=":0">Claudia Krell: „Schule ist nochmal eine ganz andere Sache“. In: Gender – Wissen – Vermittlung: Geschlechterwissen im Kontext von Bildungsinstitutionen und sozialen Bewegungen. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-27700-0, S. 169–192, doi:10.1007/978-3-658-27700-0_10.</ref> – wird im Einsatz gegen Transfeindlichkeit eine große Wichtigkeit zugesprochen. Maßnahmen dort setzen häufig darauf dass persönlicher Kontakt zu Mitgliedern einer Gruppe zu einer positiveren Bewertung der gesamten Gruppe führt. In diesem Sinne besuchen beispielsweise Aufklärungsprojekte Schulen und Jugendeinrichtungen. Auch von der Darstellung der Lebenswirklichkeiten von trans Menschen in Schulbüchern und anderen Medien wird ein Rückgang transfeindlicher Einstellungen erwartet. Als besonders erfolgreich haben sich Materialien gezeigt, die auf einzelne Personen und ihre Erfahrungen eingehen und Empathie mit diesen hervorrufen können.<ref>Ulrich Klocke: Homo- und Transfeindlichkeit in Deutschland: Erscheinungsformen, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten. In: Kurt Müller, Florian Neuscheler (Hrsg.): „Wer will die hier schon haben?“ Ablehnungshaltungen und Diskriminierungen in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-17-032799-3, S. 291–308.</ref> In Bildungsplänen werden die Themen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ebenfalls zunehmend stärker verankert.<ref>Sarah Huch, Martin Lücke: Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule: Ein Vorwort. In: Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule. transcript Verlag, 2015, ISBN 978-3-8376-2675-9, S. 7–10, doi:10.1515/9783839429617-prf (degruyter.com [abgerufen am 24. Juli 2022]).</ref> Die entsprechenden Änderungen von Bildungsplänen zogen selbst größeren Protest nach sich, etwa im Zuge der sogenannten „Demos für Alle“.<ref name=":0" />

Kritische Reflexion von Transphobie in Medien, Öffentlichkeit und Kunst

Transphobie wird auch medial kritisch reflektiert. Ein Beispiel ist der Film Boys Don’t Cry, der den transphoben Mord an Brandon Teena darstellt. Teena wurde 1993 von einigen seiner Freunde vergewaltigt und ermordet, nachdem diese herausgefunden hatten, dass er als trans Mann weibliche körperliche Geschlechtsmerkmale hatte. Die Geschichte wurde außerdem als Theaterstück adaptiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Boys Don’t Cry. (Memento vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive) In: SchauspielHannover.de. Abgerufen am 28. Februar 2013.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • 2018: Gayle Salamon: The Life and Death of Latisha King: A Critical Phenomenology of Transphobia. NYU Press, New York 2018, ISBN 978-1-4798-4921-5 (englisch).
  • 2012: Carsten Balzer, Jan Simon Hutta (Hrsg.): Transrespect versus Transphobia Worldwide – A Comparative Review of the Human-rights Situation of Gender-variant/Trans People (= TvT Publication Series. Band 6). Berlin November 2012 (englisch; PDF; 5,4 MB, 124 Seiten auf transrespect.org).
  • 2012: Horst-Jörg Haupt: Sie sind ihr Gehirn – Transsexualität im Spannungsfeld von Neurowissenschaft und Transphobie. Vortrag auf der Fachkonferenz Trans*Identitäten in Wien, 18. Oktober 2012 (PDF: 395 kB, 14 Seiten auf trans-evidence.com).
  • 2011: LesMigraS – Antigewalt- und Antidiskriminierungsbereich der Lesbenberatung Berlin e. V. (Hrsg.): Empowerment in Bezug auf Rassismus und Transphobie in LSBTI-Kontexten – Verbindungen sprechen. Berlin 2011 (PDF: 2,4 MB, 48 Seiten auf lesmigras.de).
  • 2010: Jannik Franzen, Arn Sauer: Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben. Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Berlin Dezember 2010 (PDF: 900 kB, 118 Seiten auf antidiskriminierungsstelle.de).
  • 2010: Thomas Hammarberg: Menschenrechte & Geschlechtsidentität – Themenpapier (= TvT-Schriftenreihe. Band 2). Herausgegeben von TransInterQueer und TGEU, Berlin 2010 (Menschenrechtskommissar des Europarats; PDF: 349 kB, 30 Seiten auf transrespect.org).
  • 2009: Berthold Bodo Flaig: Diskriminierung im Alltag, Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft (= Forschungsprojekt. Band 4). Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Berlin März 2009, ISBN 978-3-8329-4657-9 (PDF: 4,4 MB, 244 Seiten auf antidiskriminierungsstelle.de).

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="bpb 2018-08-08"> Jens Scherpe: Die Rechtsstellung von Trans*personen im internationalen Vergleich. Bundeszentrale für politische Bildung, 8. August 2018, abgerufen am 12. Juni 2020. </ref> <ref name="Flaig_S00"> Flaig: Diskriminierung im Alltag,… In: Forschungsprojekt. 2009. </ref> <ref name="Flaig_S8"> Flaig: Diskriminierung im Alltag,… In: Forschungsprojekt. 2009, S. 8. </ref> <ref name="Flaig_S9"> Flaig: Diskriminierung im Alltag,… In: Forschungsprojekt. 2009, S. 9. </ref> <ref name="Flaig_S50"> Flaig: Diskriminierung im Alltag,… In: Forschungsprojekt. 2009, S. 50. </ref> <ref name="Flaig_S56"> Flaig: Diskriminierung im Alltag,… In: Forschungsprojekt. 2009, S. 56. </ref> <ref name="Flaig_S65"> Flaig: Diskriminierung im Alltag,… In: Forschungsprojekt. 2009, S. 65. </ref> </references>