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Inka Grings

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Inka Grings
Datei:Inka Grings, octobre 2024.jpg
Inka Grings (2024)
Personalia
Geburtstag 31. Oktober 1978
Geburtsort DüsseldorfDeutschland
Größe 169 cm
Position Sturm
Juniorinnen
Jahre Station
1984–1990 TSV Eller 04
1990–1995 Garather SV
Frauen
Jahre Station Spiele (Tore)1
1995–2011 FCR 2001 Duisburg 271 (353)
2011–2013 FC Zürich 31 0(55)
2013 Chicago Red Stars 16 00(3)
2013–2014 1. FC Köln 19 0(23)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1996–2012 Deutschland 96 0(64)
Stationen als Trainerin
Jahre Station
2014–2017 MSV Duisburg Frauen
2017–2018 FC Viktoria Köln U17-Junioren
2019–2020 SV Straelen
2021–2022 FC Zürich Frauen
2023 Schweiz (Frauen)
2024–2025 Club YLA (Frauen)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inka Grings (* 31. Oktober 1978 in Düsseldorf) ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin und heutige -trainerin. Die Stürmerin spielte 16 Jahre in der Frauen-Bundesliga für den FCR 2001 Duisburg. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann sie zwei Europameister-Titel und wurde in beiden Turnieren zudem Torschützenkönigin. Als erste Trainerin übernahm sie mit dem Regionalligisten SV Straelen eine Herren-Mannschaft der obersten vier Fußballligen in Deutschland. Sie war außerdem Cheftrainerin des Schweizer Frauen-Nationalteams.<ref name=":0" /><ref name=":1">Micossé Sven: Frauen-Nationalteam: SFV und Inka Grings beenden Zusammenarbeit. Abgerufen am 17. November 2023.</ref>

Werdegang

Inka Grings wollte eigentlich Tennisspielerin werden. Da sie vom lokalen Tennisverein nicht aufgenommen wurde, begann sie 1984 beim TSV Eller 04 Fußball zu spielen. Über den Garather SV wechselte sie 1995 zum FC Rumeln-Kaldenhausen, dem späteren FCR 2001 Duisburg. Dort wurde sie sofort Stammspielerin und in den folgenden Jahren zu einer der erfolgreichsten Torjägerinnen der Bundesliga. Am 5. Mai 1996 debütierte sie in der deutschen Nationalmannschaft im Spiel gegen Finnland. 1998 erzielte sie im DFB-Pokalfinale drei Tore beim 6:2-Sieg über den FSV Frankfurt. Ein Jahr später wurde sie zum ersten Mal Torschützenkönigin der Bundesliga.

Das Jahr 2000 wurde zum erfolgreichsten Jahr ihrer Karriere. Erst gewann sie mit dem FCR den Hallenpokal, dann wurde sie deutsche Meisterin. Danach nahm sie an den Olympischen Sommerspielen 2000 teil, mit der sie mit der deutschen Mannschaft den 3. Platz und damit eine Bronzemedaille erkämpfte.<ref>Olympische Sommerspiele 2000, Ergebnisliste Fußball</ref> Ihre 38 Saisontore sind bis heute unerreicht. Nach der Jahrtausendwende wurde sie von mehreren Verletzungen immer wieder zurückgeworfen. 2001 verpasste sie die Europameisterschaft im eigenen Land. 2003 erlitt sie bei einem Vorbereitungslehrgang für die Weltmeisterschaft eine Oberschenkelzerrung. Kurz vor den Olympischen Spielen 2004 erlitt sie einen Kreuzbandriss. Nach dieser Verletzung wollte sie aufhören, entschied sich aber während der Rehabilitation um.

Für den Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2000 erhielt sie mit der Mannschaft das Silberne Lorbeerblatt.<ref>NTV vom 2. 2. 2001; ... Bundespräsident Rau ... hat die Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2000 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.</ref>

Beim FCR war sie bis 2006 Spielführerin, ehe ihr dieses Amt durch Trainer Dietmar Herhaus entzogen wurde. Nach der 1:6-Heimniederlage gegen den 1. FFC Frankfurt übte Herhaus scharfe Kritik an Grings' Einstellung auf und außerhalb des Platzes. Inka Grings kündigte daraufhin an, den Verein wechseln zu wollen, wenn sich an der Trainerposition nichts ändere.<ref>kicker.de: "Das lasse ich mir nicht gefallen"</ref> Dies führte trotz Schlichtungsversuchen zur endgültigen Suspendierung der Spielerin am 25. Oktober 2006. Am 5. Dezember 2006 wurde die Suspendierung wieder aufgehoben, drei Wochen nachdem Trainer Dietmar Herhaus sein Amt niedergelegt hatte.<ref>kicker.de: Kehrtwende! Grings wieder dabei</ref> Im Februar 2007 verlängerte sie ihren Vertrag in Duisburg bis zum 30. Juni 2009. 2009 gewann sie mit Duisburg den UEFA Women’s Cup und den DFB-Pokal sowie mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft, bei der sie mit sechs Toren Torschützenkönigin wurde.

Datei:Inka Grings.jpg
Inka Grings (2011)

Trotz vieler Verletzungen ist sie die erfolgreichste Torjägerin im deutschen Vereinsfußball; am 29. Januar 2011 erzielte sie ihr 350. Tor im Auswärtsspiel gegen den 1. FFC Frankfurt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Duisburgs Inka Grings markiert ihren 350. Bundesliga-Treffer (Memento vom 24. Juli 2011 im Internet Archive) (Märkische Allgemeine, 2. Februar 2011)</ref> Sie führt die ewige Torschützinnenbestenliste in Duisburg mit mehr als 200 Toren Vorsprung an.<ref>FCR-01.de: Statistik der Torschützinnen</ref>

2011 wechselte Grings gemeinsam mit Sonja Fuss zum FC Zürich.<ref>Framba.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grings und Fuss wechseln zum FC Zürich (Memento vom 1. September 2011 im Internet Archive)</ref> Ihr ehemaliger Verein, der FCR Duisburg, will zukünftig ihr zu Ehren die Trikotnummer 9 nie mehr vergeben.<ref>FCR-Urgestein Inka Grings wechselt ins Ausland</ref> Am 16. März 2013 kündigten sie und Fuss an, den FC Zürich Frauen zum 20. Mai 2013 zu verlassen und unterschrieben einen ab diesem Tag gültigen Vertrag bei den Chicago Red Stars.<ref>Fuss und Grings wechseln per 20. Mai 2013 in die USA</ref> Zur Saison 2013/14 kehrte sie nach Deutschland zurück und erhielt beim Zweitligisten 1. FC Köln einen Einjahresvertrag (seit 27. August 2013).<ref>Mitteilung auf der Homepage des 1. FC Köln</ref>

Nach 96 Einsätzen erklärte Inka Grings Ende Juli 2012 ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft.<ref>Grings beendet ihre Karriere im DFB-Dress, kicker.de vom 30. Juni 2012 (abgerufen am 30. Juni 2012).</ref> Vor dem EM-Qualifikationsspiel am 19. September 2012 in Duisburg gegen die Türkei wurde sie offiziell verabschiedet.<ref>dfb.de: EM-Qualifikation: Zum Abschluss zweistellig gegen Türkei</ref> Nachdem der 1. FC Köln bekannt gab, ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen,<ref name="ran-124059">2.Bundesliga: Doppel-Europameisterin Inka Grings beendet Karriere. In: ran.de. 6. Mai 2014, abgerufen am 2. März 2019.</ref> beendete Grings ihre aktive Spielerkarriere am 30. Mai 2014.<ref>Spiegel Online: Grings beendet ihre Karriere</ref>

Trainerkarriere

Im Sommer 2014 wurde Grings Trainerin der Frauen-Bundesliga-Mannschaft des MSV Duisburg, zu dem die Mannschaften ihres alten Vereins FCR 2001 Duisburg wegen eines Insolvenzverfahrens gewechselt waren. Sie unterschrieb dort einen Zweijahresvertrag.<ref>Dirk Retzlaff: Duisburger Sportikone Inka Grings ist neue MSV-Trainerin. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 11. Juni 2014, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> In der Saison 2014/15 stieg sie mit dem MSV Duisburg in die 2. Bundesliga ab, schaffte aber in der Saison 2015/16 den direkten Wiederaufstieg. Im März 2016 schloss sie den Lehrgang zur Fußballlehrerin erfolgreich ab<ref>Nagelsmann erhält Trainerschein sport1.de, 9. März 2016</ref> und im April 2016 wurde ihr Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2018 verlängert.<ref>Grings bekennt sich zu den Zebra-Ladys reviersport.de, 5. April 2016</ref> In der Saison 2016/17 schaffte sie mit dem MSV Duisburg den Klassenerhalt, löste aber ihren Vertrag zum Saisonende auf.<ref>Inka Grings verlässt Duisburg reviersport.de, 13. April 2017</ref>

Zur Saison 2017/18 übernahm Grings die in der B-Junioren-Bundesliga spielende männliche B-Jugend-Mannschaft des FC Viktoria Köln.<ref>Inka Grings zieht’s zu Viktoria Köln reviersport.de, 22. April 2017</ref> Sie möchte sich im Männerbereich etablieren und schließt eine Rückkehr zu einer Frauenmannschaft aus.<ref>Grings will erste Trainerin in der Männer-Bundesliga werden waz.de, 9. August 2017</ref> Am Saisonende stieg die Mannschaft als Vorletzter ab und Grings verließ den Verein wieder.<ref>Inka Grings verlässt B-Junioren von Viktoria Köln welt.de, 6. Juni 2018</ref>

Am 1. April 2019 übernahm Grings den auf Tabellenplatz 13 liegenden Regionalligisten SV Straelen als Cheftrainerin. Sie wurde damit zur ersten Trainerin eines Vereins aus den obersten vier deutschen Ligen.<ref>SV Straelen verpflichtet Inka Grings rp-online.de, 1. April 2019</ref> Am Saisonende belegte sie mit dem SV Straelen den 16. Tabellenplatz und stieg in die Oberliga Niederrhein ab.<ref>„Abenteuer Regionalliga“ ist Geschichte rp-online.de, 19. Mai 2019</ref> Nach dem erfolgreichen Wiederaufstieg in die Regionalliga verließ sie den SV Straelen am Ende der Saison 2019/20 wieder.<Ref>Grings tritt zurück - Borussia-Legende soll Nachfolger werden rp-online.de, 12. Juni 2020</ref>

Auf den 1. Februar 2021 hin übernahm Grings die Übungsleitung beim FC Zürich Frauen, für den sie von 2011 bis 2013 bereits als Spielerin tätig war. Unter ihrer Leitung bestritt der FC Zürich in der Rückrunde in Meisterschaft und Cup 18 Spiele ohne Niederlage in Folge. Das Team erreichte am Ende den 2. Platz und qualifizierte sich für das Pokalfinale, das jedoch verloren ging. In der Saison 2021/22 gewann Grings mit dem FCZ das Double aus Meisterschaft und Pokal. Das Team qualifizierte sich für die Gruppenphase der Champions League, scheiterte dort jedoch in einer sehr starken Gruppe. In der Schweizer Meisterschaft lag der FC Zürich zum Jahresende auf dem 2. Platz.

Zum 1. Januar 2023 wurde Grings Cheftrainerin des Schweizer Frauen-Nationalteams.<ref name=":0">INKA GRINGS WIRD NEUE CHEFTRAINERIN DES SCHWEIZER FRAUEN-NATIONALTEAMS fcz.ch abgerufen am 21. November 2022.</ref> Das Schweizer-Nationalteam gewann unter Grings lediglich eins von 14 Spielen.<ref>Verstrickung in Steuerskandal: Grings nicht mehr Nationaltrainerin der Schweiz. In: Der Spiegel. 18. November 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. November 2023]).</ref> Am 17. November 2023 gab der Schweizerische Fussballverband bekannt, die Zusammenarbeit mit Grings beendet zu haben.<ref name=":1" /> In der Saison 2024/25 trainierte sie den Club YLA in Belgien.

Erfolge

Als Vereinsspielerin

Als Nationalspielerin

Als Trainerin

Auszeichnungen

Beruf

Beim Fußballverband Niederrhein absolvierte Grings eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Von Oktober 2002 bis 2005 war sie Zeitsoldatin bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Köln und hatte den Dienstgrad Hauptgefreiter. Seitdem arbeitet Grings als Versicherungsmaklerin, zunächst Vollzeit, später Teilzeit, um mehr Zeit für den Fußball zu haben.<ref name="Spiegel">Jochen Leffers: Profi-Fußballerinnen Und was machen Sie so beruflich? Inka Grings - und es hat Bumm gemacht. spiegel.de, 27. Juni 2011, abgerufen am 8. Juli 2011.</ref>

Privatleben

Grings’ Beziehungen mit Martina Voss und später mit Linda Bresonik und Holger Fach waren 2000 bzw. 2006 Gegenstand von Medienberichten.<ref>Sie dürfen die Braut jetzt küssen! Emma 1. Juli 2011</ref>

Sonstiges

Inka Grings erzielte am 12. Oktober 2019 im aktuellen Sportstudio als erste Frau an der Torwand fünf Treffer.<ref>Inka Grings trifft fünfmal - und wie! (Video) In: ZDF. 12. Oktober 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2020;.</ref> Ebensoviele gelangen vor ihr nur Günter Netzer, Rudi Völler, Günter Hermann, Reinhard Saftig, Matthias Becker, Rolf Fringer, Frank Pagelsdorf und Frank Rost.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

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Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1991, 1992, 1993, 1994, 1995Heidi Mohr | 1996Sandra Smisek | 1997, 1998Birgit Prinz | 1999, 2000Inka Grings | 2001Birgit Prinz | 2002Conny Pohlers | 2003Inka Grings | 2004Kerstin Garefrekes | 2005Shelley Thompson | 2006Conny Pohlers | 2007Birgit Prinz | 2008, 2009, 2010Inka Grings | 2011Conny Pohlers | 2012Genoveva Añonma | 2013Yūki Nagasato | 2014, 2015Célia Šašić | 2016, 2017Mandy Islacker | 2018Pernille Harder | 2019Ewa Pajor | 2020Pernille Harder | 2021Nicole Billa | 2022Lea Schüller | 2023Alexandra Popp | 2024Ewa Pajor | 2025Lineth Beerensteyn/Selina Cerci Vorlage:Klappleiste/Ende

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