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Dolgowitz

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Dolgowitz
Stadt Löbau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(55)&title=Dolgowitz 51° 7′ N, 14° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(55) 51° 6′ 58″ N, 14° 44′ 28″ O
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Fläche: 2,39 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Dolgowitz, Stadt Löbau. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref>
Einwohner: ca. 55 (2011)<ref name="Gindex" />
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1974
Eingemeindet nach: Rosenhain
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 03585
Datei:LÖB Stadtgliederung Dolgowitz.svg
Karte
Lage von Dolgowitz auf dem Gebiet der Stadt Löbau

Dolgowitz (obersorbisch <phonos file="Dołhaćicy.ogg">Dołhaćicy</phonos>/?) ist seit 1994 ein Ortsteil der sächsischen Stadt Löbau im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz. Der Ortsteil ist der Ortschaft Rosenhain zugeordnet. Der Ort liegt nordöstlich des Löbauer Stadtgebietes und gehörte bis 1994 zur Gemeinde Rosenhain.

Geschichte

Dolgowitz ist eine Siedlung slawischen Ursprungs und wurde 1241 erstmals in der Oberlausitzer Grenzurkunde im Zusammenhang mit einer auf dem nahegelegenen Rotstein gelegenen Wallburg als „Dolgawiz“ urkundlich erwähnt. Das Gebiet, dessen Mittelpunkt das castellum ostrusna war, wurde 1007 von Kaiser Heinrich II. dem Bistum Meißen geschenkt.<ref>Heinrich schenkt der bischöflichen Kirche zu Meißen die Burgen Ostrusna, Trebista und Godobi, Monumenta Germaniae Historica. MGH DD HII 124, Digitalisat</ref> Der Ort selbst ist ein Platzdorf und unterstand bis 1945 der Grundherrschaft des Rittergutes Unwürde. Eingepfarrt ist Dolgowitz nach Bischdorf. Der Ortsname wechselte über Dolgewicz (1401), Dulgewicz (1434) und Dollgewicz (1568) zur heute üblichen Form. Traditionell lebten die Bewohner von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft bzw. waren als Knechte und Mägde des Rittergutes beschäftigt.

Noch bis ins 18. Jahrhundert wurde in Dolgowitz auch Sorbisch gesprochen. Da insbesondere die Bewohner von Dolgowitz und Rosenhain noch im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts kaum Deutsch sprachen, fand der Gottesdienst im Kirchort Bischdorf zumindest an hohen Festtagen auch auf Sorbisch statt.<ref>Frido Mětšk: Zur Frage der deutsch-sorbischen Sprachgrenzen des 16. Jahrhunderts im Markgraftum Oberlausitz und im Amte Stolpen. In: Lětopis, Reihe B, Nr. 7 (1960), Ludowe nakładnistwo Domowina, Budyšin 1960, S. 83–132.</ref>

1974 wurde Dolgowitz nach Rosenhain eingemeindet und kam am 1. März 1994 mit diesem gemeinsam zu Löbau<ref name="Metzler-Poeschel">Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref>. Von touristischer Bedeutung ist der Ort als Ausgangspunkt für Wanderungen zum nahegelegenen Rotstein, dem ältesten Naturschutzgebiet Sachsens. Auf dem 455 Meter hohen Gipfel befindet sich seit dem 19. Jahrhundert eine Berggaststätte mit einem am 28. Oktober 2000 eingeweihten Aussichtsturm<ref>Berghotel Rotstein bei Löbau. 10. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Februar 2013; abgerufen am 20. November 2020.</ref>. Außerdem sind hier noch Wall- und Grabenreste einer Wallburg zu sehen, zu deren Erforschung der Oberlausitzer Historiker und Heimatforscher Gustav Hermann Schulze maßgeblich beitrug.

In Dolgowitz und im benachbarten Bischdorf entstanden 1954/55 große Teile der Außenaufnahmen für den DEFA-Film „Der Ochse von Kulm“. Mit 4,1 Millionen Zuschauern gehörte der Streifen zu den meistgesehenen DEFA-Filmen überhaupt<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.loebaufoto.de (Memento vom 28. November 2012 im Internet Archive)</ref>.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Jahr Einwohner
1777 7 besessene Mann, 2 Häusler
1834 96
1871 95
1890 108
1910 101
1925 111
1939 99
1946 130
1950 139
1964 87

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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