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Glossen (Löbau)

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Glossen
Stadt Löbau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(130)&title=Glossen 51° 9′ N, 14° 42′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(130) 51° 9′ 24″ N, 14° 41′ 38″ O
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Fläche: 3,24 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Glossen, Stadt Löbau. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref>
Einwohner: 130 (31. Dez. 2023)<ref>Angaben des Einwohnermeldeamtes Stadt Löbau. Stand 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1974
Eingemeindet nach: Lautitz
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 03585
Datei:LÖB Stadtgliederung Glossen.svg
Karte
Lage von Glossen auf dem Gebiet der Stadt Löbau
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Glossen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist seit 2003 ein Ortsteil der Ortschaft Kittlitz der ostsächsischen Stadt Großen Kreisstadt Löbau im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 4,16 MB) § 16. In: Webauftritt. Stadt Löbau, abgerufen im März 2026.</ref> Der Ort liegt nordöstlich des Löbauer Stadtzentrums am Löbauer Wasser. Umgebende Ortsteile sind Lautitz im Norden, Kleinradmeritz im Südosten und Oppeln im Süden. Im Westen grenzt Glossen an den zu Weißenberg gehörenden Ort Nostitz.

Geschichte

Datei:Glossen (Heise, 1850er).jpg
Rittergut Glossen im 19. Jahrhundert
Datei:Fotothek df rp-e 0290025 Löbau-Glossen. Ehem. Mühle und Löbauer Wasser.jpg
Herrschaftliche Wassermühle (später Elektrizitätswerk des Orts)

Glossen wurde im Jahr 1241 erstmals urkundlich als Glussina erwähnt, wobei der Ortsname wahrscheinlich vom altsorbischen glu’sína = Walddickicht abgeleitet wurde. Um 1440 gab es bereits einen Herrensitz, aus dem 1584 ein Rittergut hervorging. Diesem unterstand der größte Teil der Dorfflur, aber auch der zu Reichenbach gehörende Ort Goßwitz, die Siedlung Hasenberg und der östliche Teil von Mauschwitz. Im 18. Jahrhundert gab es in Glossen außerdem weitere drei Bauerngüter, sowie einige Kleinbauern und Häusler. Kirchlich war der Ort der Kirche bzw. Gemeinde im benachbarten Kittlitz zugeordnet, obwohl es auch in Glossen einst eine kleine Kapelle gegeben haben soll.

1688 entstand nach einem Brand das noch erhaltene Herrenhaus, genannt Schloss Glossen, das sich viele Jahre im Besitz der Adelsfamilie von Gersdorff befand. Der Ort lebte hauptsächlich von der Landwirtschaft und den Wirtschaftsbetrieben des Ritterguts, zu denen eine bereits 1467 erstmals genannte Mühle und eine Brennerei gehörten. Am 1. September 1879 erwarb die Mechanische Baumwoll-Weberei C. G. Hoffmann in Neugersdorf das Gut, und am 14. August 1882 wurde deren Mitinhaber Reinhold Hoffmann Alleinbesitzer. Seine Tochter und Erbin Martha war mit Bernd Freiherr von Lüdinghausen genannt Wolff verheiratet, so dass nach dem Tod von Reinhold Hoffmann (1912).

Der Ort erhielt bereits 1895 Anschluss an die Bahnstrecke Löbau–Weißenberg. Mitte der 1920er Jahre bestanden zwei größere landwirtschaftliche Betriebe am Ort, das Rittergut der Freifrau Martha von Lüdinghausen-Wolff und ein 19 ha-Hof Nr. 28 des Wilhelm Aye.<ref>Ernst Ullrich, Ernst Seyfert (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. [1925]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter bis zur Größe von ungefähr 20 ha. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band IX, 3. Auflage, Amtshauptmannschaft Löbau, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, S. 48.</ref> das Gut bis 1945 Eigentum der Familie von Lüdinghausen blieb,<ref>Infos zur Glossener Ortsgeschichte. Loebaufoto.de.</ref> u. a. beim Bankier Freiherr Reinhold von Lüdinghausen.

Im Zuge der Bodenreform wurde das Rittergut Glossen 1945/1946 enteignet und dessen Flächen auf Bauern aufgeteilt. Im früheren Herrenhaus entstanden zunächst Unterkünfte für Umsiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, später ein Schulungsheim des FDGB. Zwischen 1957 und 2015<ref>Kinderkurklinik Glossen schliesst für immer. In: Lausitz-Rundschau. 14. Oktober 2021 (lr-online.de).</ref> diente es als Kinderkurheim und war Teil einer Rehabilitationsklinik für Psychosomatik und Psychomotorik.

Der Personen- und Güterverkehr dieser Bahnlinie wurde am 27. Mai 1972 eingestellt. Am 1. April 1974 wurde Glossen nach Lautitz eingemeindet<ref name="Metzler-Poeschel">Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref> und kam mit diesem zusammen am 1. März 1994 zur Gemeinde Kittlitz.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Am 1. Januar 2003 erfolgte die Eingliederung in die Stadt Löbau, in der Glossen einen von 23 Ortsteilen bildet.<ref>StBA Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1777 3 besessene Mann, 3 Gärtner, 10 Häusler
1834 242
1871 289
1890 215
1910 281
1925 289
1939 226
1946 289
1950 331
1964 274

Sprache

Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde in Glossen auch Sorbisch gesprochen. Arnošt Muka ermittelte 1884/1885 eine Einwohnerzahl von 240, darunter waren neben 219 Deutschen auch 21 Sorben (9 %).<ref>Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.</ref> Diese sprachen den mittlerweile ausgestorbenen Löbauer Dialekt. Ernst Tschernik zählte 1956 nur noch sieben aktive Sprecher, darunter einen Jugendlichen.<ref>Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 253.</ref>

Ortsteil Hasenberg

Die kleine Siedlung wurde um 1600 angelegt und ist 1608 erstmals als Gütlein Hasenberg genannt, sie gehörte immer zu Kleinradmeritz. Die angrenzende Glossener Siedlung "Hasenberg" bestand ursprünglich nur aus drei einzelnen Häusern, die erst 1831–1833 vom Glossener Gutsbesitzer Schmaltz zum Bau genehmigt wurden. 1875 lebten hier 31 Einwohner (wohl Klein Radmeritzer Anteil). Gemeinsam mit Glossen kam Hasenberg 1974 zu Lautitz und wurde Teil von Löbau, wird jedoch amtlich nicht als eigener Stadtteil ausgewiesen.<ref>Hasenberg; Digitales Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen.</ref>

Persönlichkeiten

  • Karl von Gersdorff (* 16. Februar 1765 in Glossen; † 15. September 1829 in Dresden), sächsischer Generalleutnant und Militärschriftsteller
  • Reinhold Hoffmann (* 5. September 1847 in Neugersdorf; † 25. September 1912), Besitzer des Ritterguts Glossen, Mitinhaber der Neugersdorfer Buntweberei und Färberei C. G. Hoffmann und Abgeordneter des Deutschen Reichstags

Literatur

  • Glossen. In: Gustav Adolf Poenicke, F. Heise: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. 3. Sektion Markgrafenthum Oberlausitz. Heft 6, Selbstverlag, Leipzig 1859, S. 47–48 (Volltext [Wikisource]).
  • Glossen. In: Cornelius Gurlitt: Amtshauptmannschaft Löbau. Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Band 19, Hrsg. Kgl. Sächsisches Ministerium des Innern, Verlag C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1910, S. 153–154 (digital.slub-dresden.de).

Weblinks

Commons: Glossen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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